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Adventskalender 2008

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Die Orsons
Link: http://www.myspace.com/dieorsons
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Interview
"Interview: jaytodadee"

R4F: Euer erstes Album ist laut eurer eigenen Aussage spontan und relativ schnell entstanden. Habt ihr euch dieses Mal mehr Zeit genommen?

Kaas: Es war eine spontane Sache, bei der wir uns diesmal aber tatsächlich mehr Zeit gelassen haben. Wir haben uns einen Monat bei Vasee im Studio eingesperrt. Tua und Maeckes haben da Beats gemacht, während Vasee und ich Filme geguckt haben [lacht]. Als die Jungs dann mit Beatbasteln fertig waren, haben wir angefangen Texte zu schreiben. Das hat alles in allem ungefähr einen Monat gedauert. Wir haben uns also definitiv mehr Zeit gelassen, als beim ersten Album, was man auch hört. Das Album ist sehr ausproduziert. Das letzte Mal waren es halt nur Beats, über die wir kurz drübergerappt haben.

R4F: Jetzt ist euer Album schon ein paar Wochen draußen. Wie waren da die Reaktionen bisher?

Kaas: Auf der Tour haben wir sehr viele positive Reaktionen bekommen. Generell war diese Tour auch unsere bisher erfolgreichste! Wir waren wirklich geflasht davon, wie gut die einzelnen Orte besucht waren und wie krass die Leute gefeiert haben. Von den Verkäufen her, war es natürlich auch sehr cool. Wir hatten den zweiten Charteinstieg mit
Chimperator in diesem Jahr. Alles ist auf dem richtigen Weg.

R4F: Du hast gerade schon die "Aqua Robot Tour" angesprochen. Welcher Standort war denn für euch euer persönliches Highlight?

Plan B: [Unter leichtem Einfluss diverser Alkoholika, am entgegen gesetzten Ende. Von mir aus gesehen im Raum liegend] Das muss man diff-eren-ziert betrachten![Gelächter]

Maeckes: Ich glaube, es gab sehr viele Highlights. Eines war auf jeden Fall unser Heimspiel in Fellbach, bei Stuttgart. Bei dem ersten Lied haben wir die komplette Bühne nach hinten geschoben, sodass da ein richtiger Graben zwischen Bühne und Fans war. Die Leute sind richtig abgedreht. Das war sehr, sehr schön. Es waren glaube ich 700 Leute da. Das war auf jeden Fall ein Highlight. Es gab aber so viel. Wir hatten beispielsweise auch die besten Leute im Vorprogramm: Keine Rapper oder andere Musiker, sondern irgendwelche komischen Leute. Einer hat mit Äpfeln jongliert, die er währenddessen gegessen hat. Drei Leute haben einen Pandabären, in einer Version zu "Major Lazer", gefickt. Es gab eigentlich in jeder Stadt irgendein Highlight.

Tua: Ich fand Fellbach Wahnsinn, aber eigentlich waren alle Städte cool.

R4F: Maeckes, tut dir dein Knie eigentlich noch weh? [ Anm. d. Red.:Maeckes hatte bei dem Orsons-Gig in Fellbach eine kleine Bruchlandung]

Maeckes: Ich spüre es noch ein bisschen. Das war wirklich wie ein Sprung, der niemals endet. Kennt ihr die Träume, wo man springt aber kein Boden kommt? Genau so war das. [Gelächter]

R4F: Mit eurem Track "Soulja Boy" in dem ihr über ein Instrumental von besagtem Act rappt, habt ihr etwas geschafft, was ihm selber in keinem seiner Tracks gelang, nämlich ein wichtiges Statement zu setzen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen diesen Song zu machen?

Kaas: Bei der Theater-Tour von Maeckes & Plan B haben wir alle den Song von Soulja Boy gefeiert und bevor wir während dem Theaterstück auf die Bühne gekommen sind, hat Maeckes immer diesen Song langsam auf der Gitarre gespielt und wir haben versucht darüber zu summen. Nach ein paar Wochen kamen wir auf die Idee, dass sich das wie ein kleiner Kindersoldat anhört, der sich für den Tag motiviert. Ab da haben wir uns auch sehr für das Thema interessiert und haben uns gesagt, dass das ein wichtiges Thema ist, auf das man aufmerksam machen muss. Wir wollten etwas dagegen machen. So kam das Thema zu uns.

R4F: Wie seid ihr auf Kin Kwang Seok gestoßen?

Maeckes: Es gibt ja ein paar Songs auf dem neuen Orsons-Album, die nach dem neuen Prinzip entstanden sind, dass ein Orson einen Track geschrieben hat und der erst später musikalisch unter den Orsons aufgeteilt wurde. Zum Beispiel hat Tua "Sonnig & Belanglos" geschrieben und ich "Kin Kwang Seok". Den Track habe ich in Wien geschrieben, hierher mitgebracht und dann für eine sehr lange Zeit niemandem gezeigt. Irgendwann habe ich ihn den Jungs vorgespielt. Die sind auch komplett drauf hängengeblieben und deshalb haben wir den Song auch gemacht.

R4F: Eure Bühnenshow ist ja sehr ausgefallen, mit sehr viel Entertainment. Seht ihr euch eher als Entertainer oder als Rapper? Oder ist das eine Mischung aus beidem?

Kaas: Ich denke wir nehmen jede Kategorie, die dieser Beruf mitbringt, sehr ernst. Wir nehmen unser Cover, unsere Musik, unsere Texte und eben auch unsere Bühnenshow sehr ernst. Wir sind selbst Fans von guten Bühnenshows und schauen uns an, wie eine perfekte Bühnenshow aussehen muss und dann machen wir etwas eigenes, was in dieser Liga mitspielt. Gerade auf Rapkonzerten wird oft wirklich nur gerappt und wir finden, dass sich da etwas ändern sollte.

R4F: Maeckes eine Frage speziell an dich. Vor kurzem gab es die Ankündigung, dass du nächstes Frühjahr dein Soloalbum "Kids" veröffentlichen wirst. Kannst du dazu schon etwas sagen?

Maeckes: Ganz ehrlich, da möchte ich mich noch bedeckt halten.

[Franky Kubrick betritt den Raum und schnappt sich das Mic]

Franky Kubrick: Hey, das ist Franky Kubrick! [Gelächter]

Maeckes: Für alle die das mal lesen: Wir liegen hier in irgendeinem Backstage-Raum in Saarbrücken. Alle Menschen liegen auf dem Boden, hier sind hauptsächlich Männer, was das Ganze ein bisschen merkwürdig macht. [lacht]

R4F: Ihr wart dieses Jahr auch auf dem Splash!-Festival. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr da nicht nur zum Arbeiten wart, sondern euch auch den einen oder anderen Artist angeguckt habt. Hattet ihr dafür Zeit und wenn ja, wer hat euch am Meisten begeistert?


Kaas:Wir haben uns ganz begeistert Santigold, Peaches und The Streets angeschaut. Redman & Method Man haben wir uns unbegeistert angeguckt. [lacht]

R4F: Das neue Album ist ja doch deutlich elektronischer als euer letztes. Habt ihr vor auch als Solokünstler mehr in diese Richtung zu gehen?

Maeckes: Ich finde es eigentlich gar nicht so elektronisch. Das Herzstück für die Produktion war eine alte Heimorgel, die ich gekauft habe. Viele Sounds, kommen von der Orgel, es ist also kein Synthie. Deshalb klingt es vielleicht so elektronisch, ist es aber gar nicht.

R4F: Immer mehr Rapper, vor allem im US-Bereich, können dank Autotune jetzt singen. Was sagt ihr dazu?

Tua: Ich finde Autotune cool, wenn man es nicht nötig hat. Ich mag Autotune als Effekt, ich muss auch eingestehen dass ich es oft einsetze um Vocals zu korrigieren, aber dass jetzt jeder meint er müsse jetzt ein Gesangsalbum dank Autotune aufnehmen, finde ich ein bisschen anstrengend.

R4F: Staiger hat eine Review geschrieben bei der ihr sehr gut weggekommen seid, andere Seiten feiern den Release nicht so.

Alle: Wer?

Eine Person die das ganze Interview über, neben uns sitzt: Zum Beispiel bei der Review auf Rap4Fame!

Maeckes Okay, Interview beendet. [lacht]

R4F: Es gibt ja neben Rap4Fame noch andere Reviews, die schlechter ausgefallen sind. Ich denke unterm Strich kann man sagen, entweder man liebt oder hasst, das was ihr macht.

Tua: Aber davon geht auch der Reiz aus. Wir polarisieren halt. Das ist genau das, was du beschreibst. Durch Abgrenzung entstehen Gruppierungen.

R4F: Wie lange habt ihr eigentlich gebraucht die Choreografie einzustudieren?

Kaas Für die Tour haben wir glaube ich, dreimal geübt und dann spielt sich das auch langsam ein. Ging eigentlich relativ schnell.

R4F: Alles klar, dann bedanke ich mich bei euch für dieses Interview. Viel Spaß heute noch!
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