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r4f-Sampler Vol 3

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RAF 3.0
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Interview
"Interview: Sonny"

R4F: Hallo Raf, schön dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Um nicht wie immer mit dem Grund für deinen Namenswechsel anzufangen, würden wir gerne mal kurz eine Vorstellung hören, wer sich denn eigentlich aus künstlerischer Sicht hinter dem neuen Pseudonym verbirgt und ob und wenn ja inwiefern sich diese Person sich vom Menschen Raphael Ragucci unterscheidet?

RAF 3.0 ist natürlich jemand anderes als RAF Camora, allerdings ist ja Raphael Ragucci so etwas wie der Erfinder dieser zwei Personen, weshalb RAF 3.0 eine Hälfte der Persönlichkeit von Raphael Ragucci übernimmt, also wie der eine Sohn sozusagen, welcher allerdings andere Eigenschaften als RAF Camora hat. Aber jede Eigenschaft, die RAF 3.0 hat, muss natürlich auch in dem Menschen Raphael Ragucci stecken, sonst könnte ich diese Person ja gar nicht existieren lassen.

R4F: Im Gegensatz zu vielen Kollegen zeichnest du dich vor allem durch genreübergreifende Einflüsse aus, die man teilweise in elektronischerem Sound, aber vor allem auch im Dancehall und Reggae erkennen konnte. Du hast dazu bereits mehrmals mit deinem jetzigen Label-Kollegen Konshens zusammengearbeit, das neue Album verspricht uns "roughen Reggae" und eine Portion Dancehall, woher aber stammt ursprünglich deine Vorliebe für die beiden Genres?

Die Vorliebe für Reggae im Allgemeinen ist schon lange da. Und es war auch wirklich so, dass ich eine Zeit lang gar nichts mehr von HipHop hören wollte, sondern wirklich nur Reggae gehört habe. Da habe ich dann auch angefangen, französischen Dancehall zu singen, und das hat sich auch solange gezogen, bis ich irgendwann meine Liebe für HipHop wiedergefunden habe. Diese Flamme für Reggae ist aber nie ganz erloschen, weshalb man diesen Einfluss auch immer ein bisschen bei Raf Camora gehört hat, aber für mich war es dann irgendwann auch an der Zeit, meine zweite Musik, die ich neben HipHop liebe, zu verwirklichen, deswegen "RAF 3.0". Das heißt, diese Liebe dauert schon viele Jahre, wir sind schon sehr lange zusammen, Reggae und ich.

R4F: Neben Konshens, den du ja bereits kanntest, hast du es sogar geschafft, mit Sizzla vielleicht einen der kontroversesten, aber auch namhaftesten Reggae- und Dancehall-Künstler der letzten Jahrzehnte auf dein Album zu bringen, was in Europa vielleicht alle fünf Jahre einmal, wenn überhaupt, passiert. Wie ist die Zusammenarbeit entstanden, hat man sich auch persönlich kennengelernt?

Leider haben wir uns persönlich nicht kennengelernt, das ist über das Label Irievibrations entstanden, die waren in Jamaika und haben das gemacht. Ich konnte leider wegen einigen Ängsten, die ich noch zu überwinden habe, nicht dort hinfliegen, sonst hätte ich ihn auch persönlich kennengelernt. Aber ich bin auf jeden Fall sehr froh und es ist auch eine große Ehre für mich, Sizzla Kalonji auf meinen Album zu haben.

R4F: Man hat gehört, dass du dich für dein neues Album nun mehr dem aufwändigen Sound gewidmet hast und es sich inhaltlich auf wenige Themengebiete konzentrieren soll. Die Songtitel klingen hingegen nicht besonders oberflächlich, sondern doch oft nach einem tieferen Sinn. Was stand für dich im Vordergrund der Arbeiten an dem Album und worauf darf man inhaltlich gespannt sein?

Also im Vordergrund der Arbeit an "3.0" stand, anders als bei RAF Camora, wirklich die Musik. Also sehr wichtig war für mich, dass die Musik richtig krass ist, und danach kam erst der Text. Die Themen hatte ich zwar schon, aber ich habe mir mehr Mühe gemacht, die Songs ganz krass zu arrangieren und zu bearbeiten, als wie bei RAF Camora: Einfach ein Loop und danach ein bisschen Breaks rein. Die Musik war also für mich an oberster Stelle. Warum ich keine oberflächlichen Songs machen kann, liegt einfach daran, dass Raphael Ragucci kein oberflächlicher Mensch ist, weswegen auch keine oberflächlichen Songs dabei rauskommen können. Aber wie ich die Themen behandelt habe, war anders als bei Raf Camora. Bei Raf Camora habe ich, wenn ich ein Thema behandelt habe, immer sehr viel in Schachtelsätzen und Metaphern gesprochen, bei "3.0" spreche ich alles viel direkter an, damit es für den Hörer einfach zu verstehen ist.

R4F: Wenn du auswählen müsstest, gibt es vielleicht einen Song, in den du besonders viel Zeit und Aufwand gesteckt hast oder der vielleicht einen besonderen Hintergrund hat, eine längere Geschichte widerspiegelt und dir deshalb besonders am Herzen liegt?

Da gibt es wirklich ganz viele Songs - es gibt zum Beispiel einen Song "Dumm und Glücklich", den ich in Barcelona am Strand geschrieben habe, wo ich hingeflogen bin, um ein bisschen fürs Album zu schreiben. Ich habe ihn geschrieben, weil ich mir gedacht hab, 'Eigentlich hätte ich so viele Möglichkeiten auf dieser Welt, ich könnte einfach nur irgendeinen Blödsinns-Job machen, wo ich halbwegs viel Geld verdienen, jeden Tag Party machen und so viele Mädchen ficken wie ich will, also einfach mein Leben als Jugendlicher genießen'. Aber dadurch, dass ich die Musik habe und die Musik als mein Schicksal sehe und alles da hinein stecke, mache ich mir selber dadurch, wenn man so will, ein bisschen mein Leben kaputt. Zum Beispiel, als ich in Barcelona war, habe ich in der Nacht am Strand gelegen und habe halt Texte geschrieben, und daneben am Lagerfeuer waren irgendwelche Jugendlichen und haben halt richtig Party gemacht und getrunken, wo ich mir gedacht habe 'Warum kann ich nicht so sein wie die, einfach dumm und glücklich?". Das war halt ein Thema, was mich beschäftigt hat, weil ich mir im Allgemeinen immer denke, dass dumme Leute, die sich nicht so viele Gedanken machen, immer glücklicher leben als vielleicht intelligente Menschen, welche sich viel zu viele Gedanken machen. Aber ich weiß, dass das auch mein Weg ist und mein Schicksal, und deswegen muss ich den auch weitergehen, stelle keine Fragen und nehme mein Leben so wie es ist.

R4F: Es heißt, du hättest dir jetzt im Album-Vorfeld länger Gedanken um das Artwork und die Vermarktung gemacht, hast dich wohl auch unter anderem mit Prinz Pi darüber unterhalten. Wenn man die Cover der verschiedenen Album-Editionen jetzt betrachtet, fallen sie zwar futuristisch, aber doch recht schlicht aus, gar nicht negativ gemeint. Was wolltest du mit den Artworks ausdrücken und hattest du vorher vielleicht verschiedene andere Ideen?

Also ich wollte mit dem Artwork vor allem ausdrücken, dass ich gegen die Konsum-Strategie bin, dass ein Album einfach so viel leuchten und blinken muss wie möglich, damit es im Regal auffällt. Andererseits wollte ich auch nicht einfach ein Cover mit wenig Aufwand machen, weshalb Prinz Pi eine Skulptur mit meinem Logo gebaut hat, die wirklich groß ist und in Wirklichkeit existiert, die dann abfotografiert und auf das Cover gepackt wurde. Ohne große Infos, ohne große Sachen, und auf der Premium-Edition, wie sie im Handel stehen wird, steht nicht einmal mein Name drauf. Es ist einfach ganz schlicht, das Produkt spricht für sich und das Cover soll kein Scheinwerfer sein, der die Fans irgendwie visuell manipuliert.

R4F: Also schon ein klarer Unterschied zu deinen vorherigen Covern.

Ja genau, bei den vorherigen Covern habe ich mir einfach gar keine Gedanken gemacht, da war für mich einfach das Wichtigste, dass es halbwegs cool aussieht und das wars. Und diesmal hatte ich wirklich kreative Leute um mich herum, wie Prinz Pi, der das ganze Konzept des Albums entworfen hat. Wenn man sich zum Beispiel drinnen das Booklet, das sehr farbenfroh und auf keinen Fall wie das Artwork draußen aussieht, oder auch die Fotos innen ansieht, dann sieht man, dass da sehr, sehr viel Aufwand und sehr große Ideen dahinterstecken.

R4F: Dann könnte man sich ja fragen, wieso Prinz Pi vielleicht nicht auch unter Gästen auftaucht?

Naja das Ding ist, man muss ja immer unterscheiden - dieses "3.0"-Album war ja ein Album, wo auch viele andere Gäste, die normalerweise immer meine Gäste sind, nicht drauf sind, weil es einfach nicht gepasst hätte. Prinz Pi hatte ja auch selber, weil er der Art-Director war, ein ganz anderes Auge darauf, nicht das Auge von Prinz Pi, sondern vielmehr das Auge des Art-Directors Friedrich Kautz. Da war glaube ich auch nicht das Interesse da, als Rapper involviert zu sein.


R4F: Das Hauptaugenmerk lag bei der Zusammenarbeit also nicht auf der Musik?

Genau, die Musik hat ihm natürlich auch super gefallen und nur deswegen hatte er auch Bock das zu machen, aber als Rapper war das nicht so interessant, weil ich als Rapper ja auch nur Nazar als 'richtigen' Rapper sozusagen drauf habe, und ansonsten nur noch Materia, der auch nicht wirklich ein hundertprozentiger Rapper ist, und eben Konshens und Sizzla.

R4F: Neben eben deinem Landsmann Nazar, den man als Gast ja auch fast erwarten konnte, sind ja dann nur Marteria, Silla, MoTrip und Tarek vertreten. Nach welchen Kriterien hast du diese wenigen Gäste ausgewählt, hinsichtlich des neuen Konzepts des Albums?

Also die wenigen Gäste für die normale Standard-Edition habe ich sehr, sehr genau ausgewählt, die anderen sind zwar einerseits natürlich super Rapper, aber auch andererseits gute Freunde, mit denen ich in Berlin immer viel zu tun habe. Da war es dann für mich klar, dass ich die Jungs mit drauf nehme, auch wenn ich vielleicht noch gerne Tua und vielleicht Prinz Pi auf die Premium-Edition mit drauf genommen hätte, aber dafür war leider nicht mehr die Zeit da.

R4F: Du hast ja offenbar zu wirklich vielen Genre-Kollegen einen guten Draht und bist meines Wissens kaum durch irgendwelche Beef-Geschichten aufgefallen, man hört sogar sehr oft von anderen Künstlern, dass du einer der wenigen bist, den sie selber auch hören. Wen hört du den persönlich ganz gerne von deinen Kollegen und könntest du dir innerhalb Deutschlands noch ein anderes Kollabo-Projekt nach "Artkore" vorstellen?

Also ein anderes Kollabo-Projekt wird es auf keinen Fall geben, da gibt es nur "Artkore" und wirds auch kein anderes geben. Ansonsten halte ich mich aus diesen Sachen raus und sie interessieren mich auch nicht. Das Ding ist, wer zu mir korrekt ist, der wurde halt auch immer korrekt behandelt und mit dem habe ich gut gearbeitet, aber wer mir nicht sympathisch war oder mit wem ich nicht arbeiten wollte, mit dem hab ich eben nicht gearbeitet. Daher verstehe ich mich mit jedem auch persönlich gut, mit dem ich auch zusammengearbeitet habe. Ich bin nicht Richter Alexander Hold, um mich irgendwo einzumischen.

R4F: Du bist ja französischsprachig aufgewachsen und hast daher auch lange Zeit ausschließlich auf Französisch gerappt, und auch nach dem späteren Wechsel zu deutschsprachigen Lyrics hat man immer wieder was aus der französischen Richtung von dir gehört. Daher würde uns interessieren, ob und wenn ja mit welchen Künstlern du eigentlich groß geworden bist, welche Künstler deine Anfänge inspiriert haben und ob du vielleicht auch heute noch besonderes Augenmerk auf die französische Szene legst?

Die Künstler, mit denen ich aufgewachsen bin, waren natürlich IAM und NTM, wie warscheinlich bei jedem französischsprachigen Jungen im Alter von 14, danach ist dann auch gleich Lunatic und Fonky Family gekommen, das waren quasi meine Anfänge. Danach kam noch ein großer Künstler, der mich noch überwältigt hat, das war einfach Soprano von Psy 4 de la Rime, weil es für mich textlich einer der größten Lyriker ist, wohlmöglich auf der ganzen Welt. Natürlich liegt mein Augenmerk immer auf Frankreich, ich guck mir auch immer an was da passiert, es gibt zum Beispiel jetzt Seth Gueko, den ich super finde, oder Mister You. Aber ansich hat mich die französische Szene ein bisschen enttäuscht, weil die Franzosen nicht mehr ihren eigenen Sound haben, sondern in der Zwischenzeit klingen wie Amerikaner.

R4F: Dir, und nebenbei auch den an deinem Album maßgeblich beteiligten und aus Paris stammenden KD-Supier, fällt es in Frankreich bekanntlich schwerer, Kontakte zu knüpfen, wohingegen auf der anderen Seite Produzenten wie Gee Futuristic, X-Plosive oder auch Künstler wie beispielsweise Manuellsen (Sefyu), Haftbefehl (Rim'k), Kollegah (Ol Kainry), Bushido (Booba) und andere zuletzt immer häufiger einen französischen Gast präsentieren konnten. Wieso konnte man auf deinen Projekten bisher noch keine Zusammenarbeit dieser Art entdecken, war es nicht so interessant oder hast du dir etwas in der Art für die Zukunft vorgenommen?

Also mit einem Künstler aus Frankreich zu arbeiten, also ein Rap-Feature mit einem Franzosen, wäre nicht das Problem, das wäre machbar. Aber das wäre einfach von mir aus das Problem, dass ich diese zweisprachigen Dinger nicht so feier, weil es im Endeffekt ja so ist: die Franzosen hören den Song, und verstehen mich nicht, und die Deutschen hören den Song und verstehen ihn nicht. Das heißt, der Song ist nichts Ganzes, sondern besteht aus zwei zusammengehefteten Dingern, das ist halt das Problem mit Französisch und Deutsch. Mit Englisch und Deutsch ist es wieder was anderes, weil jeder versteht irgendwie Englisch. Das war auch der Grund, warum ich aufgehört habe, auf Französisch zu singen. Produktionstechnisch hat das auch einen Grund, denn wir, KD-Super und ich, sprechen auch französisch wie Franzosen, das heißt wenn wir dort sind und mit jemandem reden, sind wir für die quasi keine Ausländer und haben nicht den 'Exoten'-Bonus, den vielleicht andere Produzenten aus anderen Ländern haben, wenn sie etwas dorthin schicken. Dadurch könnte es auch sein, dass wir kontaktmäßig da mehr Probleme gehabt haben als eben die deutschen Produzenten, andererseits muss ich natürlich auch sagen, dass Gee Futuristic und X-Plosive einfach Beatmaschinen sind, die unfassbare Dinger machen und einen unglaublichen Output haben. Dagegen konzentrieren sich KD und ich auch viel mehr auf unsere eigenen Projekte oder die Projekte, bei denen wir als Executive Producer fungieren. Das heißt wir sind da nicht so die krassen 'wir bauen Beats und schicken die an alle'-Typen, obwohl das vielleicht eines Tages, wenn ich aufhören sollte zu rappen oder zu singen, sicher der Fall sein wird.

R4F: Genau, du rappst ja nicht nur, sondern produzierst eben auch viele deiner Songs sowie auch für andere Künstler. Werden wir vielleicht in nächster Zeit irgendwo Produktionen von dir finden?

Puh, das kann ich nicht sagen, weil ich gerade nicht genau weiß, was überhaupt in nächster Zeit rauskommen wird von den Sachen, die ich produziert habe. Letztes Jahr habe ich wirklich sehr, sehr viel produziert, aber die meisten Alben sind dann auch letztes Jahr bereits rausgekommen. Aber nächstes Jahr werden auf jeden Fall einige Alben kommen, bei denen ich meine Finger mit im Spiel hatte.

R4F: In der Single Roboter sagst du "Ich muss weg, die Zeit ruft, mein Umfeld ist digital 3.0, Facebook, ich dreh durch, es kontrolliert mein Leben wie E-Plus" und man weiß ja, dass du öfters gerne mal Reisen zum Entspannen und Abschalten nutzt, wie zum Beispiel im Album-Vorfeld in Malaga oder deiner Heimatstadt Neapel. Wie siehst du persönlich den Einfluss digitaler Medien und Technik auf das Leben und wie versuchst du vielleicht manchmal, dem Ganzen zu entkommen?

Leider schaffe ich es nicht, dem zu entkommen, weil wir alle Sklaven sind von diesen Geschichten. Wir sind solche Sklaven davon, dass wenn ich nicht quasi als Sklave vor der digitalen Welt auf die Knie gehen würde, ich nichts mehr essen können würde. Das ist das Problem, weshalb ich dem nicht wirklich entkommen kann und selbst wenn ich nach Malaga oder Neapel fliege, um dort zu entspannen, ist mein E-Mail-Konto offen. Es hängen eben viele Sachen davon ab, ob ich online gehen kann oder nicht, denn das ist leider eben meine Arbeit und die macht mich zu einem Sklaven. Das Einzige, was ich machen kann, ist mich drüber zu beklagen und einen Song wie "Roboter" zu schreiben und halt das Leben so hinzunehmen, wie es ist. Ausbrechen kann ich nur, wenn ich irgendwann mal, wenn Gott es so will, so viel Geld habe, dass ich auf alles kacken kann und dann einfach irgendwo hinziehen kann, wo es all das nicht mehr gibt, weder Handys, weder Internet noch irgendetwas anders. Dann habe ich es geschafft, mich von den Fesseln zu befreien, aber bis jetzt habe ich es noch nicht.

R4F: Du gehst auch jetzt nach Album-Release wieder auf große Tour, spielst oft drei Dates hintereinander. Wie anstrengend ist für dich so eine Tour und was waren bisher die spannendsten oder erinnerungsreichsten Tour-Erfahrungen?

Die schönste Tour war für mich die allererste Tour, die "Therapie vor 3.0 Tour", weil ich da das erste Mal das Gesicht von meinen Fans gesehen habe und die Tour ja auch unfassbar gut gelaufen ist, was vorher niemand erwartet hätte. Das war für mich einfach ganz neu, weil ich nicht mehr mit einer Crew unterwegs war wo ich nur die Hälfe davon kannte, sondern mit meinen vier besten Freunden, was einfach richtig Spaß gemacht hat. Danach war ich ja mit K.I.Z auf Tour, was aber eine ganz andere Erfahrung war, weil dass nicht mehr 500er- oder 600er-Locations waren, sondern teilweise war in Berlin zum Beispiel zweimal die Columbiahalle ausverkauft. Das war wirklich ein anderes Kaliber, wo ich gesehen habe, wie so rieisige Touren im Nightliner funktionieren. Das hat natürlich auch viele Erfahrungen gebracht, aber was im Endeffekt jetzt mehr Spaß machen würde, kann ich nicht sagen. Ich würde sagen, dass was die Tour und den Spaß ausmacht, sind die Menschen, mit denen man unterwegs ist.

R4F: Außer dass du generell ja gerne reist, bist du mittlerweile ja schon fast in Österreich, Deutschland, Italien und Frankreich zuhause oder kannst dich dort heimisch fühlen. Welche Unterschiede zwischen den Orten fallen dir auf und wo würdest du am liebsten nach deiner Karriere leben?

Nach der Karriere würde ich am liebsten am Mittelmeer leben, weil da der Ursprung meines Wesens liegt, weswegen ich dort mein Leben beenden und sterben sollte. Berlin ist zwar nicht mein Zuhause, aber wenn ich mir jetzt andererseits vorstelle, ich wäre zum Beispiel in New York und jemand würde mich fragen "Where are you from?", dann würde ich warscheinlich antworten "From Berlin", weil ich hier einfach schon fünf Jahre lebe und ich mein Zuhause auch mit der Wohnung verbinde, die in Berlin ist. Andererseits werde ich mich aber auch nie als Berliner bezeichnen können, weil ich halt nicht diese Mentalität habe und man, um Berliner zu werden,auch hier sein ganzes Leben wohnen muss. Wien dagegen ist halt eine Stadt, in der ich zwar sehr lange gelebt habe, aber ich immer schon, seit ich mit sechs Jahren meinen Fuß in die Stadt gesetzt habe, daran gedacht habe, dort einmal weg zu gehen. Wien ist also auf keinen Fall eine Stadt, wo ich mein Leben beenden werde. Süditalien zum Beispiel ist zwar meine Heimat, aber nur im Blut-Sinne quasi, da liegen auch meine Wurzeln, und die französische Schweiz, wo ich geboren wurde und die ersten Jahre meiner Kindheit verbracht habe, ist eben meine Kindheitsheimat. Im Allgemeinen habe ich für jeden Lebensabschnitt eine Heimat und einen bestimmten Ort, den ich damit verbinde.

R4F: Dann vielen Dank für das Interview, wir wünschen dir natürlich viel Erfolg mit deinem Album! Hast du vielleicht noch ein paar letzte Worte oder Grüße an unsere Leser?

Schöne Grüße an die Leser, wir sehen uns auf der "Alles Roboter... bevor die Welt untergeht"-Tour, holt euch das Album am 24., kommt auf die Tour, ich freue mich über jeden einzelnen von euch, den ich dort sehe, und bin sehr gespannt, was wir zusammen alles schaffen. Beste Grüße, Peace out!
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