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r4f-Sampler Vol 3

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Ghanaian Stallion
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Interview
"Interview: Jaytodadee"

R4F: Vielen Dank, dass du dir Zeit für ein Interview genommen hast. Stell dich doch zu Beginn bitte kurz unseren Lesern vor, die dich bisher noch nicht kennen.

Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt! Ich bin Ghanaian Stallion, DJ und Producer bzw. Beatmaker aus Berlin-Moabit. Ich lege seit 1999 auf bzw. habe da mit dem DJing angefangen. Da ich auch studiert habe, war es lange Zeit so, dass mein Fokus nicht zu hundert Prozent auf der Musik lag. Das kam jetzt erst vor circa zwei Jahren, seitdem ich eng mit Megaloh zusammenarbeite und auch selber Beats mache.

R4F: Du hast gerade erzählt, dass du erst seit ca. zwei Jahren produzierst, wie kam es eigentlich genau dazu?

Ich wurde schon oft darauf angesprochen, warum ich bei meinem Gespür für Musik nicht auch selber Sachen produziere. Ich weiß bis heute nicht so recht warum erst jetzt. Jedenfalls hat das sehr viel mit Megaloh zu tun. Ich bin ja seit einer Weile auch sein
Live-DJ, dazu auch ein Sandkastenfreund von ihm und ein enger Wegbegleiter. Wir arbeiten also eng zusammen (No homo) [Lacht]. Naja jedenfalls kam die Idee, dass wir selber Layouts machen wollten, die dann andere Leute ausproduzieren. Es ging anfangs echt nur um Layouts. Auch Mega hat sich dann das Programm besorgt und wir haben quasi gleichzeitig angefangen an Beats rumzuspielen und dann hat sich ziemlich schnell herausgestellt, dass das genau mein Ding ist.


R4F: Du kommst ja genauso wie Mega aus Moabit, gerade hast du erwähnt, dass ihr schon ewig Freunde seid, hattet ihr die ganzen Jahre über, auch abseits der Musik, Kontakt?

Nein und das ist eigentlich auch ziemlich lustig. Wir kannten uns als wir ziemlich klein waren, das heißt unsere Eltern waren bzw. sind miteinander befreundet. Es gab damals in Moabit so eine Art Community der Afro-Deutschen-Mischehen. Wir sind allerdings nicht auf die gleiche Schule gegangen, sodass sich der Kontakt dann verloren hat. Als ich zwölf war, sind meine Eltern mit uns nach Ghana gezogen und dann hab ich erstmal sowieso nicht so viel von Berlin-Moabit bzw. Megaloh mitbekommen. Ich war danach überall auf der Welt unterwegs und kam schließlich 2006 wieder nach Berlin. Ich war dann einmal bei einer Freesytle-Session im Wohnzimmer von einem Kumpel, der auch Mega kannte, und dort hab ich ihn dann wieder gesehen. Von da an hatten wir dann wieder öfters miteinander zu tun, weil wir einfach komplett die gleiche Vision teilen, sowohl musikalisch als auch bei anderen Dingen.

R4F: In der letzten Zeit habt ihr des Öfteren miteinander gearbeitet, zum Beispiel auf der "Monster"-EP, wie ist die Zusammenarbeit mit Mega?

Ja, wir arbeiten sehr viel zusammen. Ich arbeite eigentlich ausschließlich mit oder für ihn zur Zeit. Es ist einfach eine Ehre mit ihm arbeiten zu können, er ist einfach ein Vollprofi der sein Handwerk versteht.

R4F: Inwiefern bist du denn in sein kommendes Album involviert?

[Lacht] Mal sehen. Kann schon sein, dass ich hier und da etwas dazu beitrage.

R4F: Gibt es sonst noch Projekte an denen du gerade arbeitest?

Es gibt zwei Künstler aus Megas und meinem Umfeld mit denen ich auf jeden Fall noch etwas machen werde. Das kann aber noch dauern. Momentan liegt der Fokus auf dem Album. Wenn das fertig ist, kann ich mich auch viel besser auf andere Sachen einlassen. Allerdings kennen mich noch nicht so viele Leute. Mir wird bisher also noch nicht die Bude eingerannt. [Lacht]

R4F: Das heißt bisher liegt dein Fokus eher auf Deutschland. Könntest du dir vorstellen, auch mit Künstler aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten und wenn ja, welche Szene interessiert dich da am meisten?

Ja, das sowieso. Ich würde es sehr begrüßen auch mit internationalen Künstlern arbeiten zu können. Früher oder später wird das auch auf jeden Fall passieren. Was ein bevorzugtes Genre oder eine Szene angeht... [Überlegt] Da ich vom Rap komme, wäre es natürlich cool, wenn man mit Leuten arbeiten kann, deren Musik man selber feiert. Ich hätte nichts gegen Producer-Credits auf "Watch The Throne 2", sollte es das geben [Lacht]. Nein, im Ernst, ich bin da nicht so festgefahren. Wenn ich es feiern kann bzw. mir das was gibt, dann kann ich mir auch vorstellen da etwas zu machen. Ich würde auch gerne mit jemandem wie Anthony Hamilton arbeiten. Frankreich ist natürlich auch sehr interessant. Und UK. Ich bin zum Beispiel ein großer KANO-Fan, auf so etwas hätte ich auf jeden Fall Bock.

R4F: Unter den Produzenten, die dich offenbar beeinflussen, findet man viele verschiedene Größen von DJ Premier, Dilla, Madlib, Pete Rock, den Neptunes bis hin zu Blaze oder Kanye West und auch früher in deinem Elternhaus warst du wohl einem ziemlich großen Spektrum an Einflüssen ausgesetzt, unter anderem dem Soul, Reggae, Rock oder Afrobeat. Wie genau lässt du all diese Einflüsse in deine Arbeit miteinfließen und könntest du dir auch vorstellen, in andere Genre reinzufühlen?

Letztendlich zeigen ja einige meiner Vorbilder bzw. sogar die meisten, wie es gehen kann. Ich kann gar nicht anders als gute Musik oder schöne Harmonien rauszuhören. Wenn etwas gut klingt, dann ist es mir eigentlich relativ egal in welchem Genre ich mich bewege. Gerade was das Samplen und das Samples finden angeht ist der Horizont viel größer. Deswegen feiere ich auch Kanye so krass. Man kann über ihn sagen was man will, aber der Typ macht einfach sein Ding und er scheißt drauf, ob das Sample jetzt Techno, Rock oder Soul ist. Solange man seine eigene Note mit reinbringt ist alles gut.

R4F: Verfolgst du eigentlich die HipHop-Szene zur Zeit? Wenn ja, welches Album /welchen Künstler hast du in der letzten Zeit am meisten gefeiert?

Meinst du jetzt national oder international?

R4F: Beides.

Okay, das kann immer dauern bis mir alles einfällt. Aber ja, klar verfolge ich die HipHop-Szene, vor allem auch als DJ ist das ja meine Pflicht. Ich versuch jetzt mal so aktuell wie möglich zu bleiben. Das Common-Album ist einfach KRASS! Ich finde auch das Yeezy-Album ziemlich geil, hätte ich nicht erwartet. National kommt man an "Grüner Samt" natürlich nicht vorbei. Was die Jungs machen ist einfach Killer! Gruß an Dead Rabbit und Co. Die Sachen von Weekend finde ich auch cool. Wie gesagt, ich bin ein Rap-Fan, ich könnte stundenlang über Mucke reden. [Lacht]

R4F: Wie stehst du denn zur sogenannten "Neuen Reimgeneration"? Gefällt dir was die machen oder eher nicht?

Ja, finde ich gut! Und zwar, dass es endlich facettenreicher wird hier in Deutschland

R4F: Bist du eigentlich auch noch viel als DJ unterwegs?

Es geht so. Ich habe früher nie verstanden, warum soviele DJs, die Producer wurden, nicht mehr auflegen. Jetzt kann ich es verstehen! Jeder der selber Musik macht weiß, dass du, wenn du wirklich etwas erreichen willst, soviel Zeit investieren musst, dass alles andere zumindest für eine ganze Weile kürzer kommt. Es gibt eine Partyreihe die nennt sich "Everything Remains Raw - Remember the 90's", da bin ich seit Stunde Eins Resident. Ansonsten kommen hier und da mal ein paar Sachen, aber zur Zeit bin ich nicht mehr so viel in Clubs.

R4F: Gesignt bist du ja seit ein paar Monaten bei Universal Publishing im Verlag. Was erhoffst du dir von der Zusammenarbeit?

Ich bin da ganz entspannt. Da ich auch ohne Edition weiter gemacht hätte bzw. noch vor kurzer Zeit gar nicht mit so etwas gerechnet hätte, denke ich da gar nicht so viel dran. Ich freue mich, dass es Leute gibt, die gleich das Potential entdeckt haben und mir somit sicherlich einiges einfacher gemacht haben. Allerdings habe ich da jetzt keine Erwartungen, noch nicht. Wie gesagt, ich habe auch ohne Edition schon mit Deutschlands bestem Rapper gearbeitet.

R4F: Hierzulande klagen Producer ja oft über fehlende Anerkennung, gerade verglichen mit dem Stand der Produzenten hier und mit dem in den Staaten. Siehst du das genauso oder bist du zufrieden und findest das euch genügend Respekt entgegengebracht wird?

Die Frage beantworte ich dir nochmal wenn dann das Megaloh-Album draußen ist. [Lacht] Spaß, naja ich kann auf jeden Fall nachvollziehen, dass viele Producer oder Beatbauer einen Abturn schieben, weil sie coole Sachen machen. Aber niemanden der etwas damit macht, das kennt man ja immer wieder. Allerdings hab ich auch immer gesagt, dass wenn man gut ist, die Leute es auch irgendwann mitkriegen. Es dauert halt vielleicht länger. Da kann ich mich natürlich glücklich schätzen, keine Frage! Wobei ich ja auch meine Leistung bringen muss, sonst würde es nicht gehen. Was jetzt Respekt angeht, kann ich noch nicht viel sagen.

R4F: Du bist ja auch abseits der Musik viel unterwegs gewesen, hast schließlich sogar deinen Master in Tourismusmanagement gemacht. Wie schaffst du es nun, alles noch unter einen Hut zu kriegen und wo sollen in den nächsten Jahren deine Präferenzen liegen?

Das mit dem Tourismusmanagement ist auf jeden Fall eine befriedigende Option, wenn es mit der Musik als Brotverdiener nicht klappen sollte. Das macht auch echt vieles entspannter, ich kann jetzt einfach erstmal machen.

R4F: Cool. Das war es auch schon fast mit dem Interview. Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, die letzten Worte gehören dir.

Ich danke Euch! Meine letzten Worte: Es lohnt sich auf das Megaloh-Album zu warten!
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