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Zum Ende der Seite springen Klartext - Der Redewert
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Klartext - Der Redewert


Release Date:
09. Dezember 2005

Label:
Eigenvertrieb

Tracklist:
01. Intro
02. Schlagwort
03. Flashback
04. Körpersprache
05. Aus'm Bauch raus
06. Murphy's Gesetz
07. Shu & Moe
08. Liebeserklärung
09. Schwerversprecher
10. Jetzt mal ernsthaft
11. Light up fire
12. Drahtseilakt
13. Feedback
14. Outro

Review:
Klartext, das sind acht Jungs aus Berlin die ihren Sound selbst als Hip Pop, oder "Beats gepaart mit Sprechgesang" bezeichnen. Ende November letzten Jahres hat die Band ihren ersten Longplayer "DerREDEWert" als Self-Release veröffentlicht. Auf ihrem Debüt zeigen sie sich bereits sehr vielseitig und niemals festgefahren. Mit Einflüssen aus den Bereichen Jazz, Soul, Funk und Reggae grenzt sich die Platte klar von der Monotonie vieler anderer Rapplatten ab.

Im "Intro" kommt als erstes DJ Nurec, der auch gleichzeitig für die Beats verantwortlich war, zum Zug. Als schöne Einleitung liefert er uns ein paar Scratches, von welchen man in den kommenden Tracks noch mehr hören wird. "Schlagwort" vermittelt als erster Track was die Jungs lyrisch drauf haben. Das sie besonders viel Wert auf inhaltstarke Tracks legen, vermitteln schon die ersten Lines: "Aus tiefen des Geistes bringen wir Zeilen in Schreibschrift / dass ihr die Ohren spitzt wie ich den Bleistift". Die vier MCs Sean, Moe, Bastai und Ässel Ass bedienen sich vieler Vergleiche wobei sie alle ihre individuellen Stärken haben. Was mir gleich zu Beginn auffällt - dieser Sound klingt überhaupt nicht typisch berlinerisch. Wüsste ich nicht wo die Jungs herkommen, würde ich sie im Alpenraum ansiedeln. Der Style weist nämlich eine gewisse Ähnlichkeit mit den Münchnern Blumentopf oder den Österreichern Texta auf. Kein Wunder, dass von eben diesen auch zu Anfang des Songs "Flashback" ein Sample eingespielt wird. Ob nun eine Ähnlichkeit besteht oder nicht, fest steht, die Berliner legen ihr Herz in die Zeilen. "Ich fing an mein Herz in meine Texte zu legen / und rappte jeden Tag als wär’s mein letzter gewesen". Auch wenn manche Lines noch etwas holprig daher kommen, wissen Klartext zu begeistern. Ihre Innovationsfreude, das Lied mit Reggae-Vibes zu bereichern, erweitert den Hörgenuss und lässt die Hüften schwingen. Rap ist eben "Körpersprache", so hauchen die vier Rapper ihren "Zeilen Leben ein" und "setzen Akzente wie Lippenstift und Nagellack". "Aus’m Bauch raus" kommt der nächste Track auf einem sehr musikalischen Beat. Kein Wunder, Klartext hat schließlich Matjes, der an den Drums sitzt – Michi, der in die Saiten greift – und Stephan am Bass. Storytelling gibt’s in "Murphy’s Gesetz", das humorvoll einen unglücksvollen Tag beschreibt. "Shu & Moe""die zwei Piraten des Raps" - kommen im gleichbenannten Track zum Einsatz. "Wenn alle Stränge reißen wie Pariser rocken wir dein Grammophon / und griegen mehr Applaus zu hörn als ein Psychiater Emotionen". Sanftere Klänge werden für die "Liebeserklärung" angestimmt. In diesem Track greifen die Jungs eine Idee auf, die vor ihnen schon andere Rapper umgesetzt haben, sie erklären ihre Liebe zu Mary Jane a.k.a Marihuana. "Mary Jane hiermit gestehe ich dir meine Liebe / ich kann nichts dagegen tun denn es sind diese Triebe / ... / Mary Jane du machst es möglich, dass ich die Probleme wegschiebe und ignoriere / verdammt noch mal bei dir fühl ich mich halt geborgen". Ein kurzes aber witziges Interlude gibt’s mit "Schwerversprecher". Die Jungs zeigen ein paar Schwerversprecher, die sich bei den Aufnahmen zu der LP eingeschlichen haben. Nach der Spaßeinlage "Jetzt mal ernsthaft". Die Jungs schwören "wir bleiben wie wir sind / wir lieben unsre Schwächen, auch wenn’s eigenartig klingt". Und in eben diese geben sie einen kleinen Einblick: "und spricht mich mal ne Frau an, dann bin ich eher schüchtern / und sollt ich doch mal flirten, dann auf jeden Fall nüchtern". Zu "Light up fire" werden exotische Klänge angestimmt. So werden die MCs erneut von einer Reggae-Einlage begleitet und einer der MCs ergreift sogar das Wort in Spanisch. Den "Drahtseilakt" meistern die Jungs wirklich mit Bravour, der Track erzählt jedoch von weniger glücklichen Umständen. Die vier machen sich die Schattenseiten des Lebens zum Thema. "Weil ich in einer Zeit leb die Geschichte sich in Sekunden schreibt / wo niemand deinen Kummer teilt / und du dich deshalb leer fühlst wie beim Hungerstreik". Danach gibt's "Feedback" einmal anders rum. Dieses geht nämlich von der Band direkt an die Fans. "Ohne euch steh’n wir ohne Strom da wie bei MTV unplugged". Mit dem "Outro" klingt die CD, so wie sie angefangen hat, schließlich ganz relaxed aus.

Die Berliner Klartextler haben mit ihrem Debüt-Album ein Stück erwachsene Musik abgeliefert. Inhaltsstarke Texte, erinnern nicht nur durch die vielen gut gewählten Vergleiche, sondern auch durch die relaxte Art sie rüberzubringen an den Stil von Rapgrößen wie z.B. Blumentopf. Da die Veröffentlichung schon etwas länger zurück liegt, kann man hoffen, dass bald für Nachschub gesorgt wird. Auch wenn der Flow manchmal etwas holpert und teilweise der Groove noch etwas fehlt, dieses Album ist definitiv nicht nur der Rede wert – es ist auch hörenswert.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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reimxzess

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Schöne Review. Von Klartext oder dem Album habe ich bisher noch nichts gehört, werd ich nun aber wohl nachholen müssen smile
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Original von Ben
Schöne Review. Von Klartext oder dem Album habe ich bisher noch nichts gehört, werd ich nun aber wohl nachholen müssen smile
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