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Zum Ende der Seite springen Unknown Prophets - The Road Less Traveled
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Unknown Prophets - The Road Less Traveled


Release Date:
28. Februar 2006

Label:
Unknown Prophets

Tracklist:
01. Time To Move Forward
02. Mr. Mainstream
03. Our Time Now – (Feat. Brent Snyder)
04. Not Today
05. Let It Loose – (Feat. Joia Senser & Craig D)
06. The Road Less Traveled
07. Dive In
08. Lord Please
09. Move Mountains – (Feat. Stokley Williams Mint Condition)
10. Imagination – (Feat. Samahra)
11. This Song
12. Waves
13. Lost In Time
14. Grown
15. Against The Grain

Review:
Minneapolis, Minnesota. Hier arbeitet das Trio Unknown Prophets an "passionate/playful rhymes and classical/soulful inspired beats". In persona sind das die MC's und Producer Big Jess und Mad Son sowie DJ Willy Lose, die 2000 mit ihrem Erstlingswerk "World Premier" auf sich aufmerksam machten. Mit "The Road Less Traveled" legen sie ihr drittes Studioalbum vor, mit dem sie, wie der Titel schon sagt, die etwas weniger befahrene Schiene im HipHop beschreiten. Man verspricht sinnvolle und nicht Mainstream-orientierte Rapmusik.

"The past was good but it's Time To Move Forward" – im Opener der Platte gibt es sogleich sehr freshe Flows und Reime auf die Ohren und gesamplete Chöre unterstützen die Hook ideal. Der Track endet mit dem Intro zu "Mr. Mainstream", wobei man die Mailbox von Mr. Mainstream hört, der leider nicht zu sprechen ist und bittet, eine Nachricht zu hinterlassen. Das tun die unbekannten Propheten sogleich im ersten Highlight der LP. "The whole bling-bling-era has gotten outta control / it's got a hold of these kids and it's rotten their souls" ist nur eine vieler absolut treffender Lines hervorragender Szenekritik, die an den personifizierten Mainstream gerichtet wird. Herrliche Ironie setzt dieser Bombe die Krone auf. "Some positive hiphop that's refreshing to hear" gibt es auch in "Our Time Now", worauf in sehr ordentlicher Manier die eigene Sicht präsentiert und sich zurückgemeldet wird. Der Track reiht sich auch produktionstechnisch einwandfrei in eine sehr gute bisherige Leistung ein, frei von nervigen Synthies und voller souliger Melodien und Samplekreationen. "Not Today" hat einen richtigen Kopfnicker-Vibe und Mad Son wie Big Jess überzeugen hier vollkommen mit Flows, Texten und Rhymes auf sehr hohem Niveau und stellen klar, dass sie sich nicht verbiegen lassen. Entspannte und lockere Atmosphäre schafft "Let It Loose", worin dazu aufgefordert wird, all den Stress mal zu vergessen und sich einfach mal locker zu machen und zu feiern. Genau diese Stimmung ruft der Track hervor und rollt herrlich durch die Boxen. Eine interessante Sangesstimme des Featuregastes in der Hook rundet das Ganze ab. Mein Favorit folgt im Titeltrack "The Road Less Traveled", mit einem unfassbaren Beat, bei dem man nicht stillsitzen kann, da er eine wahnsinnige Energie versprüht und mit Mundharmonika-Samples und treibenden Drums bestückt ist. Die beiden MC's führen als Reiseführer durch ihre Gegend ohne Ghettogelaber oder sonstige Phrasendrescherei. Keinesfalls ein klassischer Clubtrack, aber definitiv eine Nummer, die jede Party abreißt. Verrückte Pianoeinspielungen, die die Tonleiter auf und ab tanzen, zeichnen "Dive In", einen weiteren exzellent produzierten Track, gefolgt vom tiefsinnigen "Lord Please". Ein emotionaler Track mit der Bitte an den Herrn um "the strength that i need, when i'm surrounded by this doubt and i gotta believe". Schöne durchgängige Streicher schaffen eine traurige, aber irgendwie zugleich auch hoffnungsvolle Atmosphäre. "Move Mountains" liefert eine gelungene Kritik an der Konsum- und Spaßgesellschaft, die nach falschen Idealen lebt, sinnlosen Trends hinterher rennt und sich durch Maßlosigkeit selbst schadet. Sehr gelungener Track! Ausgehend davon wünscht man sich am besten weit weg in eine Art Schlaraffenland, auch wenn dieses nur in der "Imagination" stattfindet. Eine Welt ohne Leid und Sorgen, in der alle Missstände dieser Gesellschaft verschwinden, wird hier, unterstützt durch eine sehr schön gesungene Hook seitens Samahra, vorgetragen "In this place there's no roads and no highways / you can say that we travel through the sky-ways / cause we just close our eyes and we fly away". Aus dieser idyllischen Stimmung reißt mich "This Song" abrupt heraus, da es hier richtig laute E-Gitarren und Rock-Samples gibt, die etwas zu viel des Guten sind. Hier geht es schlicht ums Partymachen und das ist der einzige Track, der etwas aus dem Rahmen fällt und den ich skippen muss. "Waves" ist da schon wieder wesentlich entspannter und es folgt gleich das nächste Highlight: Gefühlvolles Gitarrenklimpern untermalt die berührende Geschichte zweier Menschen, die schwere Schicksalsschläge hinter sich haben und richtig down sind, jedoch beim spielen der Gitarre in eine bessere Welt entfliehen und an gute Zeiten denken. Insbesondere die zweite Strophe macht "Lost In Time" zu einem bewegenden Song erster Güte. Erinnert, für die Deutschrap-Hörer, an Curse' "Wüstenblume". In "Grown" wird das Erwachsenwerden und- sein besprochen und mit vielen treffenden Zeilen der Sprung von Bauklötzen zu Rechnungen erzählt. Den Abschluss bildet eine mir aus der Seele sprechende Erzählung über die Szene und die Attitüde der Unknown Prophets – "Against The Grain": "I remember when hiphop was all about fun, peace and love / instead of clubs, weeds and thugs / but nowadays when you talk about shiny rims and chicks / you're pretty much guaranteed that your records are hits / see, we could rap about poppin guns and pimpin the hoes / but in reality that's really not the life that we know / and I ain't gonna lie just to get our record a sell / we tryin to make a statement and if you don't like it, oh well". Passt.

Dieses Ding ist eine Bombe vor dem Herrn, eine absolut gelungene Platte mit durchweg sehr guten Produktionen, die einen roten Faden, aber keinerlei Langeweile oder Unkreativität erkennen lassen, im Gegenteil. Big Jess und Mad Son zeigen sich als sehr versierte Flower mit einem großen Talent zum Reimen und der Gabe, ihre Aussagen schlichtweg zitierenswert zu formulieren. Jegliche Kritik an der Szene ist nachvollziehbar und wird in einer perfekten Mischung aus Ernst und Ironie geliefert, ohne groß rumzuheulen und auf "Alles ist scheiße" zu machen. Ein Album voll richtig gutem HipHop mit allem, was ein solcher braucht. Ausgeklügelter, an die 90er Jahre erinnernder, aber trotzdem nicht auf Oldschool getrimmter Sound zeigt sich perfekt verwoben mit einer intelligenten wie fetten Rapshow und gut umgesetzten Themen. "Lyrics that mean something and a lot less babble". Die Unknown Prophets zeigen, dass es Alternativen zum Mainstream und dem Sich-darüber-ausheulen gibt: "The Road Less Traveled", nämlich einfach gute Mucke. Abcheckbefehl hiermit erteilt.

Wertung: (5 von 5 Kronen)


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Jate B

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Sehr schöne Review zu einem VERDAMMT guten Alben. 5 Kronen gehen klar. Aber auch nur weil's nicht mehr gibt wink
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Ich kenn das Album gar nicht 25x25 beschämt Wird aber direkt geordert...
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Das scheint ja ein absoluter Pflichtkauf zu sein! Werds mir holen

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Naja ich denk es is mit 4 Mics (oder 4,5) auch gerechtfertigt bedient, aber war im etwas schwachen Jahr 2006 definitiv zurecht unter den Top10, mindestens Top20

Lord Please is mir aber zuviel des Guten, "Dive In" geht nur noch ab und auch die Bomben "Mr Mainstream" und "Not Today" sorgen da für ordentlich Höhepunkte... und der Aussteig is auch was besonderes... klasse Ding
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