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Zum Ende der Seite springen Wildchild - Jack Of All Trades
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Wildchild - Jack Of All Trades


Release Date:
15. Januar 2008

Label:
Wildchild / Select-O-Hits Inc.

Tracklist:
01. Jack of All Trades
02. Fresh Air - (Feat. Georgia Anne Muldrow)
03. Puppet Masters - (Feat. Prince Po)
04. Boom Bap
05. Custom Love
06. How We do - (Feat. Souls of Mischief)
07. Da Herc Dance
08. Ox to tha D - (Feat. Frank-N-Dank)
09. The League - (Feat. Special Ed, Masta Ace, Percee P, & MC Lyte)
10. Day 'N The Funk - (Feat. Georgia Anne Muldrow)
11. Interviews
12. Rest 'N Beats
13. Love at 1st Mic
14. Eyes Wide Shut - (Feat. Oh No & MED)
15. The League (Remix) - (Feat. Special Ed, Masta Ace, Percee P, & MC Lyte)

Review:
Wildchild gehört zu den Artists, die trotz hervorragender Voraussetzungen irgendwann in den tiefen Erdriss namens "Underrated"-ness gefallen sind, und seitdem dort feststecken. Als Mitglied von Lootpack und in bester Gesellschaft von Madlib und dem Rest des ganzen Umfelds von Stones Throw hat er es trotzdem nie geschafft, aus dem Schatten seiner Kollegen zu treten. Ein Solo im Jahr 2003, eine EP 2004, und nun, zu Beginn des Jahres 2008 sein Sophomore-Album. Doch ganz egal wieviel Beachtung die Scheibe finden wird, beachtlich ist auf jeden Fall das Line-Up, das Wildchild hier auffährt. Und mit diesen universellen Features, die sich hier die Klinke in die Hand drücken, ist der Titel, "Jack Of The Trades", durchaus gerechtfertigt.

"Hm.... what HipHop means to me - We'll be here all night for that one" Damit eröffnet Wildchild sein Album und gleichzeitig auch so etwas wie ein Konzept, unter dem die vielen Gäste auch gleich viel verständlicher sind. "Jack Of All Trades" fungiert jedoch nicht nur als Intro, sondern führt gleich mit einem sehr gut einstimmenden Kopfnicker fort. In der Einleitung zu "Fresh Air" darf man mitverfolgen, wie eine Frau (alias HipHop) auf der Schwelle zum Tod, von Wildchild schon aufgegeben, wieder ins Leben zurücktritt. Diese schon unzählige Male umgesetzte Idee gibt jedoch nur den Auftakt, Wildchild hält sich nicht lang damit auf, darüber zu reden, wie er die Dame HipHop rettet. Den frischen Wind, den er hier durch die Lautsprecher bläst, bezieht er, wie nicht wenige vor ihm, von den Wurzeln der HipHop-Kultur. Im Namedropping des zweiten Verses finden sich u.a. K-Solo, Biz Markie, Whodini, Rakim, Treacherous 3, Rock Steady Crew oder Kurtis Blow. Damit gibt er auch schon einen Großteil der Anfangsfrage preis. Darf man also nach diesem, ganz am Rande wunderbar souligen Song, das Album abhaken? Nein, natürlich nicht, denn wie der Hip-Hop dann heute zu klingen hat, dass erwartet die Hörerschaft noch auf zwölf weiteren Songs. Und die nächste Nummer lädt sich Organized Konfusion-Legende Prince Poetry ein, um "Puppet Master" zu veredeln, welches als gewohnt souveräne Madlib-Produktion mit Triumvirat-Sample an sich schon stark genug ist. Gemäß dem Titel wird scharf gegen A&R's und Konsorten geschossen, und wie pudelwohl sich die beiden Emcees auf Madlib's Soundkarosserie fühlen, äußert sich in traumhaft dahinrauschenden Rhymes. Das folgende Interlude lockert das Album mit einem witzigen Acapella auf: "I know a MC who can rock a party / W-I-L-D-C-H-I-L-D / If you are wise, you listen to me". Anstatt es zu verbergen, trifft Wildchild ganz offen die Aussage, wie sehr in seinem Bild von HipHop dieser Sound eine Rolle spielt. Ein unauffälliger, doch beileibe nicht überflüssiger Track ist "Custom Love", der angenehm vorbeizieht, um dann von typischem Souls Of Mischief-Sound und "How We Do" abgelöst zu werden. Jener Song wird auch gleich von den charakteristischen Raps von A-Plus eingeleitet und dürfte, wenn auch nicht wirklich übermäßig, jedem Hiero-Fan eine Freude sein. "Souls Of Mischief, and we back with Wildchild / Ready to slap a man mouth, makin them rappers bow down, to me".
Nun erfolgt ein kleiner Umbruch im Album, "Da Herc Dance" ist ein Kracher aus Oh No's Küche und eignet sich als Party-Einheizer schon erheblich besser als vorangegangene Tracks. "Wildchild's back with a dance called the Kool Herc / The only thing you can't find on google search / I support Hip Hop, I support the vinyl / We can do this all night long like I was Lionel". Nun mischt erstmalst Black Milk seinen Senf bei, und das Ergebnis ist ein vom Motor City-Blut getränkter Banger, der neben Wildchild, welcher die Oxnard-Fahne hochhält, zudem von den Detroit-Repräsentanten Frank Nitty und Dank Harv beehrt wird. "Ox To Tha D" beinhaltet außerdem noch einen kurzen, doch sehr unterhaltsamen Skit; was gibt es schöneres? Wie wäre es mit einer Madlib-Produktion, die mit stürmischen Bläsern fast den Track sprengt, und nur von einer Allstaransammlung an Emcees, um genau zu sein Special Ed, Percee P, Masta Ace, MC Lyte und Wilchild selbst, zusammengehalten wird? Kein Problem. "Now we cookin' with gas / The Rap game is so full of snakes, take a look in the grass / It's enough to ruin, your appetite for pursuin' / The microphone checkin' and the 1,2in' / But we gon' keep on cookin', good lookin' / Shouts out to all the promoters that keep bookin' / Another show, another venue, as we continue, to send you / Let's see what's next on the menu", so Chefkoch Ace. Prinzipiell hätte dieser Song der letzte sein müssen, denn zu toppen ist er kaum. One "Day 'N The Funk" verlässt sich wieder auf Vocals von Georgia Anne Muldrow, was auch wieder in einem sehr vernünftigen Ergebnis endet. Typisch schlicht, und nur mit seinen charakteristischen Bässen bestückt, ruft Black Milk nun "Interviews" auf den Plan, in dem sich Wildchild allen Interviewern widmet, die ihn mit schwachsinnigen, hohlen und am Sinn der Sache vorbeischießenden Fragen auf die Palme bringen, was hier überspitzt ins Lächerliche gezogen wird. "We got some questions, but no disrespect / What does Medaphoar make when he's sleepin' / - How the hell am I supposed to know that dog, you trippin / - Alright, I got a question, what's next for Madlib / Can U tell us what does he wear when he's at the crib? / - Look ya askin' me questions, get off my homeboy's tip / - Ey, what does Oh No read when he's takin a shit?".
"Rest 'N Beats" ist Wildchild's Tribut an J Dilla, möge er in Frieden ruhen. Zu trefflich gewähltem Beat überzeugt Wildchild mit bewegenden Lyrics. "When a Jay Dee-beat plays, our facial expression shows your shit astounds us" bringt es auf den Punkt. "No matter how many people pay for your work, they can't recoup ya". Soviel zum postmortalen, übertriebenen, Vibe, von dem auch Dilla nicht verschont blieb. Doch ausgerechnet auf diesem Album finden sich Produktionen, die man, ohne die wahren Urheber zu kennen, durchaus JD hätte zuordnen könne, wobei vor allem Oh No's Beat für diesen Tribut sehr an die Detroit-Legende erinnert. Und natürlich will hier auch Black Milk erwähnt sein, dem sowieso schon der Titel als offizieller Nachfolger anhaftet. "Love At 1st Mic" allerdings klingt weniger nach Dilla als einfach nur nach BM, die Drums und das Voice-Sample können Fans im Schlaf auf die schwarze Milch zurückführen. Jetzt fehlt noch das Oxymoron "Eyes wide shut", bei dem neben MED auch Oh No zum Mic greift, während der große Bruder Madlib die Produktion übernimmt, was in einem soliden Track endet. Einziger Track, den sich Wildchild hätte sparen können, ist der Remix von "The League", welcher die typische Handschrift von Kev Brown trägt, dem in letzter Zeit öfter mal die nötige Energie fehlt. Und da diesem Remix dann auch noch sein imposantes Original im direkten Vergleich gegenüber steht, ist er als Ausstieg völlig ungeeignet.

Damit ist die Reise durch Wildchild's HipHop-Spektrum zu Ende. Und egal ob smoother Westcoast-Sound, Rap aus New York oder den pumpenden Detroit-Klängen, das Album meistert alle Einflüsse, schmiedet sie zu einem Guss und ist trotzdem abwechslungsreich. Wäre da nicht der ein oder andere etwas zu "gemütliche" Track, das Album hätte gleich zu Beginn des neuen Jahres die Messlatte hoch ansetzen können. So verbleibt ein sehr solides, gutes Album, von dem es dieses Jahr jedoch noch einige geben wird. Und ob es Wildchild endlich ins Rampenlicht werfen wird, erscheint auch eher wie Wunschdenken. Wahrscheinlich aber hat sich das selbst der Protagonist nicht erhofft, und so kann er mit seinem Produkt sehr zufrieden sein.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Commercial HipHop is like dermatology, they only study the surface of the common shell

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Momentaner Lieblingssong: Vast Aire - Cholesterol

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Stimmung: Busy
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Fav. Artist: Nas, Tragedy, Big l, Clipse, Curtis Mayfield
Fav. Crew: Mobb Deep
Fav. Producer: Havoc, Alchemist, K. West, Dr. Dre, Premo
Fav. CD: Nas "Illmatic"
Lieblingsfilm: Pulp Fiction

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Souls Of Mischief, Mc Lyte, Masta Ace, the 90ies strike back! Gut, dass es Leute gibt die diese Kultur, in traditionellem Sinne, mit solchen Releases aufrecht erhalten.
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