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Zum Ende der Seite springen Sola Plexus - Pan
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Sola Plexus - Pan


Release Date:
06. Juli 2007

Label:
Z-Music

Tracklist:
01. Intro
02. Dub Mosh Fear
03. The Asthmatrix
04. Inner Africa
05. Gonzo
06. Nexalite² MC
07. Open Water
08. Kyoto Ugly
09. Joker – (Feat. Swampi Fing)
10. GonZo
11. Weekender – (Feat. Jojó)
12. Doitsche & Gabbana
13. Phish
14. Me Nah Ready
15. GonzO
16. Jobin Hood
17. Jumproad

Review:
Jeder kennt die Stelle am Körper, die schon jedem die Luft zum Atmen geraubt hat, denn so ziemlich jeder von uns musste schon mal, ob beabsichtigt oder versehentlich, einen Schlag in den Solar Plexus einstecken. Diese Stelle haben sich der Produzent Zap aka Zizerator und der MC Sulal Kool ausgesucht, um ihrem Projekt einen Namen zu geben. Zap liefert die Beats, die von Rave und Drum 'n' Bass beeinflusst sind und teilweise an Breakbeats erinnern. Sulal sorgt für die Lyrics, um der Musik noch mehr Ausdruckskraft zu verleihen. Mal schauen, ob sie es auch tatsächlich schaffen uns mit dieser Kombination die Luft zum Atmen zu rauben.

Das "Intro" weist noch nicht viele Merkmale der eben genannten Elektronischen Musikrichtungen auf und stellt eine fast klassische Hip Hop-Produktion dar, jedoch hören wir gleich, dass hier nicht nur die Musik im Vordergrund steht, sondern auch der MC einen erheblichen Teil zum Ganzen beisteuert. Sulal Kool fällt gleich mit seinem schnellen Reimtempo und dem komplexen Flow ins Auge. Auch sein Dialekt, der sich am ehesten mit dem Dialekt von Grime-Rappern aus dem Umkreis von London vergleichen lässt, drückt seinen Skills einen eigenen Stempel auf. Der Elektro-Einfluss fällt einem erst richtig bei "Dub Mosh Fear" auf. Das aber nicht im negativen Sinne, da das Instrumental sehr interessant ist. Irgendwie hört sich Sulal Kool auf dem Track wie Booty Brown von The Pharcyde an, trotzdem ist sein Style nicht mit anderen vergleichbar. Auch Zap's Beats sind einzigartig, so kriegen wir auf "The Asthmatrix" Basslines zu hören, die wir zwar von Drum 'n' Bass kennen, aber nur selten über Hip Hop übliche Snares und Kicks gehört haben. Auch ungewöhnlich ist der plötzliche Tempowechsel, so sinkt die Bpm mitten im Song auf einmal rapide, sodass sich das Instrumental plötzlich wie der Screwed Up Sound aus Houston anhört. Auch der nächste Song "Inner Africa" fängt mit schönen elektronischen Soundelementen an, bis der Beat wieder schlagartig in wirre Klänge wechselt, während Kool seine Hook ins Mic schreit: "Let me get back, into the room, open the pussy, bitch make some room / Let me get back, into the room, open the pussy bitch make some room". Der Nächste Titel "Gonzo" taucht noch weitere zweimal in der Tracklist, jeweils mit leicht abgeänderter Schreibweise, auf. Alle drei sind knapp eine Minute lang und stellen so was, wie Interludes dar. Einen guten Breakbeat, der auch für die B-Boys unter uns interessant sein dürfte, wird uns mit "Nexalite² MC" geliefert. Bei dem nachfolgenden Track "Open Water" kriegt man wieder einen sehr schnellen Beat von Zizerator und Doubletime-Rhymes von Sulal Kool auf die Ohren. Auch bei "Kyoto Ugly" wird das Tempo nicht runter geschraubt, während Sulal sich über das im Moment heiß diskutierte Thema rund um die Globale Erwärmung auslässt: "Push pollution into the air / Breathe in those pollutions out there". Nach dem ernsten Thema packen sie ihren "Joker" aus, der sich ziemlich düster präsentiert. Das Sample erzeugt dabei eine sehr dichte Atmosphäre, die einen mit den teils kranken und hochgepitchten Rhymes von Sulal Kool vor Schrecken fast erzittern lässt. Ich zähle mich zwar nicht zu den ängstlichsten Leuten, aber ich würde mir dieses Lied nicht gerade nachts alleine in irgendeiner dunklen Gasse im MP3-Player zu Gemüte ziehen. Ein erneuter "GonZo" leitet dann "Weekender" ein, auf dem wir dann, nach den wirklich anstrengenden Songs, endlich die Gelegenheit bekommen wieder runter zu kommen. Hier geht es nämlich relaxt zur Sache und die Hookline von Jojó sorgt dafür, dass dieser Titel der einzige des Albums ist, der vielleicht sogar bei der Masse gut ankommen könnte. Von Massentauglichkeit kann man bei "Doitsche & Gabbana" dann nicht mehr sprechen. Hier kriegt man sehr gewöhnungsbedürftige E-Gitarren-Riffs, die anscheinend durch etliche Filter geschickt wurden, zu hören. Aber auch Scratches und Voicecuts finden sich auf "Doitsche & Gabbana" wieder. Inhaltlich werden dabei, wie der Songtitel schon vermuten lässt, die Reichen ins Visier genommen. Anschließend werden auf "Phish" Frauengeschichten verarbeitet. Das Sample könnte so auf jedem Hip Hop-Song funktionieren, aber da ist wieder die Bassline, die nichts mit traditionellem Hip Hop zu tun hat. Aber genau das macht die ganze Sache ja so interessant. Auch auf "Me Nah Ready" geht es alles andere als normal zu, so erinnert mich das Sample an den Techno-Klassiker "Das Boot" von U96. Wieder harmoniert hier das Instrumental mit dem Flow von Sulal perfekt. Nach einem kurzen "GonzO" geht es dann mit "Jobin Hood" weiter. Hier kommen Bässe zum Einsatz, die höchstens im Miami Bass aus den Neunzigern ihren Platz gefunden hätten. Mit dieser Sparte des Hip Hop hat der Track aber eher wenig zu tun, da im Hintergrund wieder undefinierbare Klänge zu hören sind, die aus dem Elektro-Bereich kommen. Im letzten Song "Jumproad" werden am Anfang die Gravediggaz mit ihrem wohl berühmtesten Song "1-800-Suicide" zitiert: "So you wanna die, commit suicide?". Zap liefert Sulal einen wirklich guten Beat, der nicht ganz so anstrengend wie der Großteil der Instrumentals auf dem Album ist. Mit so einem Brecher fällt ihm dann die Antwort auf die Frage auch nicht schwer: "Jumproad, afterlife of the rooftop / Spread my wings and fly / Free fall into the sky". So hinterlassen Sola Plexus nach 17 Tracks einen sehr verwirrten und gleichzeitig sehr interessierten Hörer, dem nichts anderes übrig bleibt als die Repeat-Taste zu betätigen, egal ob er das Album mochte oder nicht. Vielleicht kriegt er das auch nie wirklich raus.

Sola Plexus werden ihrem Namen wirklich gerecht, so schaffen sie es tatsächlich uns mit ihrer Musik den Atem zu rauben. Mit ihrem sehr komplexen Sound lassen sie sich in keine Schublade stecken und sind mit keiner anderen Crew im Musik-Biz zu vergleichen. Genau diese Einzigartigkeit macht Sola Plexus auch so interessant. Früher war das eine Selbstverständlichkeit, da es im Hip Hop doch immer genau darum ging, was Neues zu erschaffen und nicht, wie im Moment eher üblich, das nachzuahmen, was gerade Erfolg hat. Bei ihnen scheint der Erfolg jedoch kein Faktor bei ihrer Arbeit zu sein und so machen sie das, was sie wollen und experimentieren mit völlig unterschiedlichen Musikrichtungen, um was noch nie dagewesenes zu erschaffen. So stellt dieses Album ein Muss für jeden, der sich für Musik jeglicher Art interessiert und eine Vorliebe für experimentielle Projekte hat, dar.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


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Außer vom Hören sagen ist mir Sola Plexus vollkommen unbekannt. Gibt es irgendwo Snippets oder Free Tracks?
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Zitat:
Original von Ben
Außer vom Hören sagen ist mir Sola Plexus vollkommen unbekannt. Gibt es irgendwo Snippets oder Free Tracks?

Mir gehts genauso. Bei dieser Bewertung muss ich aber aufjedenfall mal was checken, klingt vielversprechend.
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Snippets zu allen Tracks des Albums könnt ihr euch auf www.solasystem.net anhören.
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