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Zum Ende der Seite springen Big John - The Next Step
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Big John - The Next Step


Release Date:
29. Januar 2008

Label:
Magnus Records / Traffic Entertainment Group

Tracklist:
01. Intro
02. 3 Kings - (Feat. Kool G Rap & R.A. The Rugged Man)
03. The Next Step
04. Amazing Stories - (Feat. Canibus & Esoteric)
05. Down-Wit-Us - (Feat. Mic Daily)
06. Fuck Ya'll
07. Pain Killer
08. One More Bar - (Feat. Canibus & Esoteric)
09. Payback
10. Pain & Agony
11. How We Do - (Feat. Mic Daily)
12. Lopzillas - (Feat. Esoteric, Mic Daily & Beyonder)
13. Outro

Review:
Big John? Who? Ja, genau. Ein weiterer Rapper, der im Jahr 2008 mit einem neuen Album auf der Matte steht, mal wieder kein absoluter Grünschnabel ist, und uns davon überzeugen will, dass sein Werk hörenswerter ist als der ganze Rest. Als schlagkräftige Argumente legt uns der Mann namenhafte Features nahe und die Prophezeiung hier "real HipHop" in den Händen zu halten. Für alle, die sich nicht so leicht bequatschen lassen, dies ist die Review zu Big John's "The Next Step", die ein Bild dessen schaffen soll, was Herr Anderson aus Tacoma, Washington, hier abgeliefert hat.

Ja, Tacoma; das liegt einen Katzensprung südlich von Seattle. Und wenn Seattle in Sachen Rap unterrepräsentiert ist (was allerdings ja so langsam behoben wird), dann ist Tacoma nicht mal eine Erwähnung wert. Wer hier desweiteren schon beim Namen des Interpreten abwinkt, der tut dem großen John dann aber doch unrecht, denn laut eigener Aussage kann er nunmal nichts für diesen, ihm nicht erst seit kurzem, anhaftenden Spitznamen. Den musikalischem Beginn macht dann das "Intro", welches auf die Kappe des erst kürzlich verstorbenen Clockwork geht. Hier hat man auch gleich einen sehr schönen Überblick über das, was hier noch folgen wird: Im EastCoast-Style gekleidete Boom-Bap-Kost, zu der ein sehr aggressiv spittender Big John seinen Verbalballast ablässt. Die ersten der schon erwähnten großen Feature-Namen finden sich im folgenden "3 Kings", zu denen, neben John selbst, noch der Meister Kool G Rap und der omni-feature-präsente, wie immer ungewaschene, Rugged Man gehören. So sehr sich John auch reinhängt, gegen solche Kaliber zieht er doch in erheblicher Weise den Kürzeren. Dafür muss man sich natürlich nicht schämen, doch ganz nüchtern betrachtet sind die Skills, die John am Mic vorzuweisen hat, leicht unterdurchschnittlich, was vor allem aus dem schwachen Flow resultiert, durch besagte Aggressivität jedoch teilweise wieder kompensiert wird. "I'm the hardest that god ever gave the priviledge of speakin'". Soweit, sich das auf die Flagge zu schreiben, geht John dann aber auch nicht, diese Line stammt selbstverständlich von R.A. dem wilden Mann. "3 Kings" sieht außerdem den ersten Beat von Loptimist, John's Hauptproducer. Und der kommt nicht etwa auch aus Tacoma, nein, Südkorea heißt seine Heimat. Von eben jenem Herrn kommt dann auch gleich der Titeltrack; "The Next Step"leidet jedoch an einer grauenvollen Hook und kann im Gegenzug auch nicht mit besonderer lyrischer Substanz ausgleichen. Doch solange der Beat unterhält, begnügt man sich auch mit "not in it for the cash, man"-Parolen. Erfreulicher ist da allerdings dann doch, wenn der dauergrimmige Canibus einen streicher-getriebenen Track von Beyonder zerlegt, wie in "Amazing Stories" der Fall. Esoteric, auch außerhalb der Musik ein Freund von John, passt rapmäßig außerordentlich gut zu John, was jedoch nicht zu positiv aufgefasst werden sollte.
Ein schöner Beat von Clockwork verziert "Down-Wit-Us", der, wenn da nicht die Raps wären, als Gute-Laune-Song durchgehen könnte. Seinen ersten Auftritt darf hier Mic Daily verbuchen, Weggefährte John's, und diesmal auch wirklich aus Tacoma. Dass das Rap-Game schon zu viele "Fuck y'all"-Tracks gesehen hat, muss hier wohl nicht erwähnt werden. Die Abwechslung wird hier durch einen eingebauten Rechtschreibfehler eingebracht - was sich John mit "Fuck Ya'll" gedacht hat - Slang, Fehler, Absicht - who knows. Was man jedoch sagen kann, ist, dass diese Diskussion zu den spannendsten Dingen an diesem Track gehört, denn inhaltlich bleiben jegliche Überraschungen aus. Bis vielleicht darauf, dass John tatsächlich einen Albumrekord in Ungestümheit und gebrüllten Drohungen aufstellt, was dann eigentlich doch wieder ganz unterhaltsam ist. Der nach "Fuck Ya'll" zweite Beitrag von DC The Midi Alien verläuft ähnlich belanglos, "Pain Killer" bietet jedoch ausschließlich persönliche Erfahrungen und Abschnitte aus dem Leben von Big John, weswegen ein Skippen nicht nötig ist. Im HipHop wird viel wiederverwertet, das ist kein Geheimnis. "One More Bar" zeigt, dass zu viel Recycling äußerst ärgerlich ist, denn in leichter Abwandlung fand dieser Beat schon Verwendung als "Gunz N Razors" von Ghostface Killah, und schon dort hätte ebenjener Text über Wiederverwertung, mit Verweis auf MF Doom, stehen können. Abgesehen davon ist es wieder Canibus, der seine beiden Mitstreiter an die Wand rappt. Es folgen zwei Tracks ohne Gäste, von denen "Payback" als etwas schwerverdauliche Nummer schnell vergessen ist, und "Pain & Agony" als dritter und letzter Beitrag von Clockwork einen soliden Eindruck hinterlassen kann. "How We Do" hört sich dagegen nicht besonders originell an, während sich beim Hörer schon langsam Symptome von Übersättigung finden, denn an John's Rapstil hat sich rein gar nichts geändert. Da findet sich auch wenig Verständnis für Lines wie "E equals MC Mic, and Einstein was out line, the most brilliant mind is mine" von Mic Daily. Zum Schluss wird man dafür nochmal mit dem starken "Lopzillas" verköstigt, auf dem sogar Big John eine sehr gute Figur macht. Dann noch ein kurzes Outro und fertig. Der erste Teil stimmt, wobei man hier auch nichts verpasst. Doch zu Ende ist es noch nicht. Alle, die diese ewige Funkstille vor einem versteckten Bonus-Track genauso hassen wie ich, dürfen sich auf vier Minuten freuen, bevor dann der zweiminütige Hidden Track loslegt. Sozusagen als Entschuldigung ist dieser jedoch unter den besten Tracks des Albums anzusiedeln, was hauptsächlich am steinharten Drumgeflecht in der Produktion liegt.

Abschließend muss man wohl sagen, dass man hier nicht wirklich etwas verpasst hat. Das heißt nicht, dass hier ein schlechtes Album vorliegt, nur gibt es BoomBap-Alben, die sich im (guten) Durchschnitt ansiedeln, wie Sand am Meer. Zudem sollte Big John für zukünftige Alben seine lyrischen Wutausbrüche etwas unter Kontrolle bekommen, denn über ein ganzes Album hinweg kann man damit nicht unterhalten. Was die Beats betrifft, so ist die für die Zukunft geplante noch engere Zusammenarbeit mit Loptimist sicherlich eine gute Sache, weshalb man Big John auch keinesfalls für immer in die Langweiler-Schublade stecken sollte. Die Fans der 7L/Esoteric-Ecke sollten sich jedoch etwas mehr als alle anderen für dieses Produkt interessieren, denn in etwa dieser Ton wird auf "The Next Step" angeschlagen.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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Redakteur:
SnoopFrog
User Signatur:
Commercial HipHop is like dermatology, they only study the surface of the common shell

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