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V/A - Baila Contra Pobreza


Release Date:
08. Juli 2007

Label:
Al Dente Records

Tracklist:
01. Independenzia - Les Chaines - (Feat. Mal Elévé)
02. Microphone Mafia - Bella Ciao
03. Chaoze One & Lotta C - Freiheit herrscht nicht
04. Pyranja - Egal was ihr sagt
05. Deadly T - Nur nach vorn
06. Papashanty - Police and Soldier
07. Albino & Holger Burner - Deshalb
08. Kopfhörer - Perpetuum Mobile
09. Irie Révoltés - Ma Voix - (Feat. Chaoze One)
10. Greis - Global
11. Callya - Kranke Köpfe
12. Nic Knatterton - Gedanken sind frei - (Feat. Zion Youth)
13. Supachix - Injustice
14. Holger Burner - Si se puede

Review:
Baila Contra Pobreza, zu deutsch "Tanz gegen die Armut" ist eine in diesem Jahr veröffentlichet Benefiz Compilation verschiedener Künstler, die alle eines gemeinsam haben. Trotz unterschiedlicher Musikeinflüsse wie Rap oder Reggae nehmen sie sich an der Hand und präsentieren zusammen 14 Track für einen wohltätigen Zweck. Geleitet wird das Projekt von der "Weltweite[n] Initiative für Soziales Engagement e.V.", die im Sommer 2007 bereits einige diesen Sommer einige Benefizkonzerte organisiert haben, deren Erlöse zum Beispiel in Straßenkinder-Projekte investiert wurden. Schön, wenn sich einige Künstler, im sonst sehr egoistischen und imagebedachten Rap-Deutschland, an solch einem Projekt beteiligen.

Der erste Beitrag kommt von Independenzia, einer Rapformation aus Bielefeld, die diesen Sommer mit "Freie Entfaltung" ihr erstes Release feiern durfte. Zusammen mit Mal Elévé von Irie Revoltés präsentieren sie "Les Chaines", ein abwechslungsreicher und gelunger Opener, der eine Mixture aus deutscher und französischer Sprache ist. Inhaltlich wird hier natürlich der Grundstein für inhaltsreiche Texte gelegt. Und auch musikalische Vielfalt wird präsentiert. Die Reggae-Einflüsse von Mal Elévé ergänzen sich prima zu den ehrlichen Zeilen der Bielefelder Jungs, die die Menschen dazu auffordern ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und vor allem eigenständig zu denken. "Schon als Kind war ich an Wissen interessiert / nur lern ich lieber autnom als dass mir jemand Wissen vordiktiert". Track Nummer zwei kommt von der Berliner multikulti Rapformation Microphone Mafia bestehend aus einem Deutschen, einem Italiener und zwei Türken. "Bella Ciao" handelt inhaltlich von Freiheit und lebt vor allem durch den von Signore Rossis Geschwister Maria und Salvatore gesungenen Refrain. Denn die holprig wirkenden Rapparts stören die Harmonie. Hochpolitisch geht es mir Chaoze One und Lotta C weiter. Die beiden sind sich einig: "Freiheit herrscht nicht". Der Mannheimer hebt mit seinem Beitrag das Niveau wieder an. Er präsentiert seine Meinung in klar geflowten Lines. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Lotta C zur Schönheit dieses Tracks beiträgt, oder auf längere Sicht durch ihren gleichbleibenden Flow doch eher störend wirkt. Inhaltlich jedenfalls sind beide Top. "Freiheit ist mehr als globaler Konsum". Die erste Hochkaräterin auf der Compilation ist niemand anderes als Pyranja. Ihren Titel "Egal was ihr sagt" wird den meisten bekannt sein, auch wenn seine Veröffentlichung schon einige Jahre (2002) zurück liegt. Inhaltlich geht der Track in eine etwas andere Richtung, wenngleich das Grundthema "Freiheit zur eigenen Meinung" auch hier aufgegriffen wird. Pyranja setzt dies nur viel mehr in Kontext zum Rapgeschäft. "Ich scheiss auf den Markt und wer wieviele Platten verkauft / denn ich weiss was ich kann und wem ich seit meinen ersten Rapparts vertrau". Deadly T rappt von einem "Tag ...[in]... Eintönigkeit", doch auch die ehrlichen Zeilen lassen nicht über seine eintönigen Vortrag hinwegsehen. Sehr rockig kommt das Instrumental von Papashanty daher. "Police And Soldier" ist eine groovige Reggae-Rap-Nummer. Die Crew aus Venezuela hebt die Stimmung, es darf getanzt und gefeiert werden. Wieder etwas ganz anderes bekommen wir mit "Deshalb" von Albino und Holger Burner zu hören. Die Trackabfolge passt leider so gar nicht zusammen, daher fällt es auch schwer sich auf diesen Track einzustellen. Überraschend gut ist der Beitrag von Kopfhörer (nicht zu verwechseln mit Kopfhörer Records). "Perpetuum Mobile" ist eine Konstruktion, die – einmal in Gang gesetzt – ewig in Bewegung bleibt und dabei Arbeit verrichten soll, ohne dass ihr von außen Energie zugeführt wird (Quelle: Wikipedia). "Das Leben ist eine Achterbahn mal runter und mal rauf / auch nach rabenschwarzer Nacht geht die Sonne wieder auf". Diesen Track sollte man unbedingt anspielen, denn der inhaltsschwere Text, der ruhige Flow und der relaxte Beat harmonieren wirklich perfekt. Chaoze One hat schon seinen zweiten Einsatz auf der CD, dieses Mal mit Irie Révoltés, einer Reggae / Hip Hop-Crew aus Heidelberg. Die Beiträge ergänzen sich auch hier gut miteinander, so dass der Track zu einem der Besseren dieser Platte gehört. "Ma Voix" ist französisch und bedeutet so viel wie "Meine Ansicht, meine Meinung". Diese wird natürlich inhaltlich verdeutlicht. Der Schwiezer Greis von der Chyklass-Crew liefert seinen Beitrag mit "Global" ab. Hier gilt es die Lauscher genau aufzustellen, denn nciht jeder Mann ist vertraut mit schnellen Wortabfolgen in schweizer Mundart. Musikalische Basis des Stücks ist ein Beat, der hauptsächlich vom Einsatz von Gittarren und Schlagzeugrythmen lebt. Der Braunschweiger Callya geht ironisch an das Thema ran. Mit "Kranke Köpfe" kritisiert er das System. "Demokratie? Ja, das Volk kontrolliert, oder? Pass mal auf: Das Volk wird kontrolliert, irritiert, dass es die kontrolliert, die das Volk kontrolliern". Nic Knatterton und Zion Youth wollen allen Menschen ins Gedächtnis rufen: "Gedanken sind frei". Besonders gefällt mir hier auch der Beitrag von Nic's Frau Johanna. Der Refrain von Zion Youth lockert den Track auf. Trotz der kurzen Spielzeit ist dies ein echtes Highlight der Platte. Die Supachix folgen mit "Injustice", einem "souliger" Gesangsbeitrag. Der letzte Track kommt von Holger Burner, der schon zusammen mit Albino nicht überzeugen konnte. Auch sein Vortrag hier langweilt, trotz kritischem Inhalt, eher.

Der Gedanke, der hinter "Baila Contra Pobreza" steckt, ist gut. Auch die Trackauswahl ist aus vielerlei Gesichtspunkten angebracht. Schließlich ist es wichtig, bei solch einer Compilation auf inhaltsreiche und auch kritische Texte zu legen. Bei einigen Tracks ist die Auswahl auch wirklich gut gelungen, andere hingegen passen, trotz ihrer Thematik, einfach nicht in diesen Kontext. Sie lassen die Stimmung beim Hörer sogar immer wieder in den Keller sinken und das kann nicht Sinn dieser Sache sein. Es gibt viele kritische Lieder, die auf ganzer Linie überzeugen - Schade, dass hier meiner Meinung nach oft die falschen ausgewählt wurden.

Wertung: (2 von 5 Kronen)


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Redakteur:
reimxzess

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