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Zum Ende der Seite springen 9th Prince - Prince Of New York
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Rang: R4F | Admin
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Stimmung: chillin.... killin
Fav. Artist: einige...
Fav. Crew: Wu-Tang+Fam, Backwoodz, MI Czars, Creative Juices
Fav. Producer: Premo, 4th Disciple
Fav. CD: einige...

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User Beitrag:
9th Prince - Prince Of New York


Release Date:
04. März 2008

Label:
Armyourself Ent.

Tracklist:
01. Intro
02. The Writer
03. Sniper Challengers - (Feat. Islord)
04. Ain't Promised Tomorrow - (Feat. Tommy Whispers)
05. Vandalism - (Feat. Tekitha)
06. Banned From The Radio
07. Never Front - (Feat. Beretta 9)
08. Prince Of New York
09. Street Pharmacists - (Feat. Trife Da God, Tommy Whispers & Paradox)
10. Fan Voicemail (Skit)
11. Bottomline - (Feat. Tash Mahogany)
12. Tell A Friend

Review:
Auch wenn die Freude nach einem halben Jahr Verspätung leicht gedämpft ist: wenn 9th Prince, Bruder von RZA und signifikantes Mitglied der Killarmy, sein neues Album auf den Tisch legt, dann hat der Eastcoast-Fan Grund zur Freude. Früher zumindest war der militante Ableger des Wu-Tang Clans ein Garant für hochqualitativen, düsteren Rap. Nach 9th's erstem Soloalbum, "Granddaddy Flow", wurde es jedoch weitestgehend ruhig, wenn man mal von Dom P's eigentlich keiner Erwähnung werten Mixtape- und Streetalben-Flut absieht. 9th Prince, der momentan hinter schwedischen Gardinen sitzt, steht also nun, nach dem "Prince Of The City"-Mixtape, mit seinem zweiten Solo-Album (das jedoch eigentlich irgendwo zwischen "Streetalbum" und "Album" schwebt) in den Startlöchern, "Prince Of New York".

Cover gefällt. Tracklist auch, denn da finden sich fast ausschließlich Wu-Fam-ler, von TMF bis zur Killarmy. Auf den ersten Blick fällt auch nicht auf, dass hier nicht alles brandneues Material ist. Was die Producer betrifft, so mag man schmerzlich Namen wie RZA, 4th Disciple, True Master oder Falling Down vermissen, sollte jedoch deshalb nicht gleich auf einen kompletten Kuttenwechsel des neunten Prinzen schließen. Nach einem kurzen Intro geht es nämlich mit "The Writer" los; und hier zeigt 9th gleich mal, was er so von anderem als dem bis jetzt auch praktiziertem Sound hält: nichts. Einer der drei Schneider, die hier seitens der Beats für ihn tätig sind, nämlich Gooch, zimmert ein solides Gerüst aus altbekannten Drumstrukturen, Piano und Streichern - und trotzdem ist das Outcome herrlich. 9th's Flow ist zwar nicht mehr so dreckig wie noch vor zehn Jahren, jedoch ist die Stimme immer noch einmalig genug, um 9th Prince in der oberen Rap-Liga mitspielen zu lassen. Und wem das ganze zu ruhig ist, weil er von der Killarmy anderes gewohnt ist, der braucht nur bis zum nächsten Track zu warten. "Sniper Challengers" ist produziert von Monster alias Alexander The Great und lässt in Sachen Härtegrad wenige Wünsche übrig. Hier fliegen wieder die Fetzen, blecherne Hörner rufen einen Flashback hervor, der mich spontan meinen Army Suit und meine Phat Black Boots aus der Schublade auspacken lässt. Während zusammen mit Islord klargestellt wird: "Killarmy - We never left! We never went nowhere, we still here", machen hier auch die restlichen Raps einiges her, wie von 9th Prince: "Aiyo, Staten Islanders, rhyme challengers, carry silencers / I spit like the snipers, right through the shot / Martin Luther King off the banister, lyrical dillinger / Told you battle cats, the contender / I'm a terrorist, not like P.R., but more like Pablo Escobar". Doch generell stellen solche urbanen Schlachtzüge die Minderheit der Songs dieses Albums - 9th Prince hat sich schon lange die Veteranenmedaille verdient, weshalb in Songs wie "Ain't Promised Tomorrow" weniger geschossen wird. Die hier ausgewälzten Ausführungen über das harte Leben ("Life is a gamble, we scramble for dollars") bewegen einen zwar inhaltlich zu keinem müden Gähnen, doch solange sie von Saddam 9th Prizm oder hier auch Most Feared, No Smiles/Tommy Whispers stammen, stört das nicht.
"Vandalism" fährt wieder etwas kräftigere Drums auf, bekommt mit Wu-Tang-Hausvokalistin Tekitha einen weiteren hörenswerten Aspekt versetzt und ist gleichzeitig die Vorstellung des dritten hier zu Werke gehenden Produzenten, nämlich Freedom, einem alten Bekannten aus den "Granddaddy Flow"-Tagen. Mit seiner erstaunlichen Gabe, mit vielen Worten wenig auszusagen und trotzdem interessant zu klingen, erinnert er in diesem Song durch den ihm eigenen "kontrollierten Stolper-Flow" an frühere Zeiten: "9th Prince, wisdom is like a poisonous virus venom / Bionic venom attack the minds of the victims / Intimate portrait of a killer blood spiller, illa rhyme spitter / Verbal holocaust, The unexplained by Prince Hitler / My sword is a tongue used to unhung the young, Third rock from the sun / Shocks run through your body from the veins of my verbal stun gun". Aber hallo, bei so viel wunderbar komplexem Schwachsinn, als Abwechslung zu monotoner Langeweile bei anderen Artists, läuten die Glocken - und nicht nur die Wu-Fans sind überglücklich. Der folgende Track ist aufgrund eines Shoutouts an ebenjenen unschwer Alexander The Great zuzuschreiben, der hier eine Staten Island-Hymne fertigt, wie sie besser nicht zu 9th Prince gepasst hätte. "Banned From The Radio" hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, klingt jedoch immer noch nach frischerer Ostküste als bei (fast) sämtlichen anderen auf der Stelle tretenden Eastcoastrepresentern. Das zugehörige Video erinnert mit vollgepackter Ghetto-Euphorie sogar an "Feel It". Eine Wand aus Bläsern lädt ein zu "Never Front", wo neben dem Guestspot des zweiten Neuners der Killarmy wieder der Wechsel in härtere Gefilde durchzogen wird. Ganz nach dem bisherigen Schema empfängt uns der Titeltrack dann wieder ruhiger, wobei, wie im Übrigen auf vielen Tracks des Albums, ein Film-Sample als Einleitung dient. Kurz gesagt, "Prince Of New York" ist ein weiterer exzellenter Baustein, der sich auch auf dem Debütalbum hätte finden können. Ob es wirklich gesundheitsfördernd ist, sich von den selbst ausgerufenen "Street Pharmacists" ein Rezept verschreiben zu lassen, bleibt fraglich. Hilfreich höchstens gegen Mangel an gutem HipHop. Nebenwirkungen: Knochenbrüche und sonstige Blessuren durch messerscharfe Punchlines. Doch um diesen zweifelsohne guten Song nicht zu hoch zu loben: er gehört nicht mal zur besseren Hälfte des Albums. Nach dem "Fan Voicemail" folgt das bereits bekannte "The Bottomline", für das als Producer William Cooper, Mitglied der Black Market Militia, vorbeischneit und dem Prinzen eine ruppige Matte unter die Füße schiebt, auf die sich im Chorus auch noch Tash Mahogany mit ihren Vocals stellt. "This is the bottomline, we live the life of righteous crimes / Snake niggas drop a dime, fake industry cats is out of time / The Granddaddy Flow is in it's prime, bust guns like Tech 9's". Mit zwölf Anspielstationen, wobei zwei davon Intro bzw. Interlude sind, ist dieses Album recht kurz geraten. So bildet "Tell A Friend" schon die rote Laterne des Albums, die von Gooch hauptsächlich mit Streichern ausgeschmückt wird. An dem Song gibt es auch wenig auszusetzen, bis auf eine Sache: Wenn es gerade erst ein Jahr her ist, dass ein Kollege, der zu allem Überflüss ebenfalls aus der Wu-Fam stammt, sich des gleichen Samples bedient hat, dann sollte man doch erstmal die Finger davon lassen (gemeint ist Bronze Nazareth's Beat zu Hell Razah's "Millenium Warfare").

Mit weniger als 40 Minuten Spielzeit hat man ein schnelles Ende, was Patzer um so gravierender macht. Glücklicherweise kann 9th Prince da, wo der Puerto Rican Terrorist kläglich versagt hat, das Level der Killarmy Gruppen-Alben fast konstant weiterführen (und patzt nicht). Genau da liegt auch der Unterschied zwischen 9th Prince und sämtlichen Spittern der Justus League, den Termanologys unserer Zeit, eigentlich fast allen heutigen Eastcoast Acts. Was 9th Prince hier ganz routiniert praktiziert ist der klassische Eastcoast-Sound, ganz ohne Schnörkel, ohne die typischen BoomBap-Köche des Hier und Jetzt und auch ohne Gefahr zu laufen, sich den Abklatsch-der-besseren-Zeiten-Anschuldigungen unterziehen zu müssen. Denn "Prince Of New York" klingt so, als wäre Anfang des neuen Milleniums die Zeit angehalten worden. Alle, die problemlos damit leben können, sollten hier zugreifen. Jeder, der mit den Killarmy-Alben etwas anfangen konnte, darf hier auch zugreifen. Denn so etwas gibt es heutzutage nicht mehr all zu oft. Trotzdem verhindert dieser Umstand der Zeitentrücktheit eine 4,5er-Wertung.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


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Redakteur:
SnoopFrog
User Signatur:
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