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Zum Ende der Seite springen Braille - The IV Edition
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Braille - The IV Edition


Release Date:
15. April 2008

Label:
Snytax Records / hiphopismusic

Tracklist:
01. Beautiful Humanity
02. Submission Hold
03. Calculated Risk - (Feat. Mr. J Medeiros & Manchild)
04. The IV - (Feat. Rob Swift)
05. Main Squeeze
06. Remember Your Path - (Feat. Rob Swift)
07. Constantly Growing - (Feat. Speech, Surreal & Sojourn)
08. Blessed Man
09. Many Stories - (Feat. Barry Hampton)
10. Raise The Dead - (Feat. Poems)
11. Double Dose
12. Counter Attack - (Feat. Theory Hazit & DJ Idull)
13. Mental Guards (Snitch Blade)
14. Get It Right - (Feat. Ragen Fykes)
15. Restless
16. The Cure
17. ADDvice - (Feat. DJ Bombay)

Review:
Braille gehört mittlerweile zu den heißesten Empfehlungen, die man im Bereich der Westküste, und auch allgemein im US-HipHop, von einem Backpacker zum anderen weitergibt. "hiphopismusic" als Label für die ursprüngliche Crew Lightheaded, in der neben Braille noch Ohmega Watts und Othello zu finden sind, ist inzwischen ein Zuhause für diversen guten HipHop geworden und unterstreicht Braille's Status noch. 2008 kehrt er mit seinem vierten Album zurück, das den passenden Titel "The IV Edition" trägt und (auch) als Zurschaustellung von Braille's beträchtlichen Connections verstanden werden kann.

Denn Braille lädt sich auf 17 Tracks 17 verschiedene Producer ein, die dann auch noch alles andere als No-Names sind. Ohmega Watts aus dem eigenen Camp, Shuko, der als einer der wenigen Deutschen auch in den Staaten höchstgefragt ist, und viele weitere, die noch Erwähnung finden werden. "The IV" selbst ist natürlich nicht nur der Hinweis an den Hörer, das wievielte Album von Braille er gerade hört. Im Booklet erklärt Braille die vier luftigen Bedeutungen seines Albumtitels, die neben der Lösung von sozialen Problemen noch "International Vision" und eine Parallele zur Bibel und Jesus' Tod am Kreuz zur Vergebung der Sünden der Menschheit anbieten. Wer das definitiv gelungene Design lange genug bestaunt hat und sich mit der Musik beschäftigt, der wird in "Beautiful Humanity" von einem Beat von Ohmega Watts begrüßt. "Different cultures and nationalities / I love the variety, you be you and I be me / We need more humanity / Why does racism still exist? Stop walkin' blindly". Nach diesem gelungenen Intro, das von einigen Shoutouts aus Europa beendet wird, geleitet uns nun Shuko in den nächsten Track, der den Anstrich eines typischen Westcoast-Kopfnickers bekommt und sich "Submission Hold" nennt. Wie bei so vielen Alben ist der jetzt gewonnene Eindruck für den Rest des Abums gültig: solide. "Calculated Risk" gehört da mit einem nach vorne preschenden Beat, der im Chorus einen Sample-Salat serviert, zu den Ausbrüchen nach oben. Ein hier zu hörendes Nas-Sample bildet die Überleitung zum nächsten Track, auf dem ebenfalls Herr Nas gesampled wird. Der Beat stammt diesmal von Marco Polo, inzwischen Mitglied der Standard-Produzentenriege im gehobenen Underground. Dass der Titeltrack "The IV Edition" nichtsdestotrotz ein wunderbarer Kracher und der beste Track der Scheibe ist, beweist auch, wieso Marco Polo so gefragt ist. "You didn't know you could the IV, did you? / The solution to the social issues is you / It's me too, if you, have the ability / To respond, then it's your responsibility / Excuses are useless, the truth is, it takes more than music / To bring forth improvement to this". Wenn dann noch Rob Swift die Scratches beisteuert, kann sowieso wenig schiefgehen. Und wenn Braille fragt: "Are you my Main Squeeze?", geht das schwer in Ordnung, auch wenn die Hook nach vermehrtem Hören zu nerven beginnt.
Ein Fingerzeig namens "Remember Your Path" ist da weit weniger aufregend, zumal die Thematik von sämtlichen Titelanwärtern der HipHop-Zurückbringer-Olypmpiade schon bis aufs Knochenmark zerkaut wurde. Sehr mittelmäßig ist ebenfalls das von DJ Spinna zusammengebaute "Constantly Growing", woran auch dreifacher Gastbesuch nichts ändert. Wieder völlig verschiedenen Sound erwartet den Hörer, wenn er bei "Blessed Man" landet, das von Symbolic One aus dem fernen Texas, Mitglied des Strangr Fruit Project, mit viel Soul versehen wurde und ausgezeichnet zu Braille's Raps passt. Die Befürchtung, hier möge bei so vielen Producern ein unharmonisches Gesamtwerk entstehen, erweist sich bereits hier als unbegründet. Dass Braille damit allerdings doch nicht die optimale Wahl getroffen hat, wird noch angesprochen. Doch nun findet man sich erst beim wohl persönlichsten Song des Albums: "Many Stories". Der ebenfalls aus Portland stammende Barry Hampton steuert Beat als auch Vocals bei (wobei sich inzwischen bei allen auch nur entfernt ähnlich klingenden Artists, so wie hier der Fall, die Bezeichnung "Christ Martin"-Verschnitt, aufdrängt), während Braille über die Komplikationen bei der Geburt seiner Tochter sowie den plötzlichen Tod seines Vaters erzählt. Das sich anschließende "Raise The Dead" kann da sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch nicht anknüpfen und verbleibt bei einem weiteren "solide". Doch im Anschluss hebt sich das Niveau wieder, nämlich mit "Double Dose" - und schon wieder einem Beat aus Deutschland - hier von Mr. Mar von den Stieber Twins. Zu dem äußerst fidelen Piano gesellen sich ein paar unterhaltsame Punchlines von Braille. Für Oh No-Verhältnisse ist "Counter Attack" alles andere als ein Glanzstück; und so gehört der Track auch auf diesem Album nicht zur besseren Hälfte. Äquivalent dazu zieht "Mental Guards", trotz interessanter Paranoia-Thematik, schnell vorbei. Die wenig(er) glorreiche zweite Hälfte schreitet voran und kommt wieder auf Produzenten zurück, die Arbeit unter ihrem Standard abliefern. Gemeint ist diesmal KNO, für Corny-Riegel werbender Produzent der CunninLynguists, der im Piano-überfüllten "Get It Right" seinen Beitrag zum Album leistet. Ob einem die sehr christlich angehauchte Aufforderung zur Ablehnung aller Versuchungen (Vater Unser lässt grüßen) gefällt, bleibt jedem selbst überlassen, mir persönlich trägt Braille hier ein bisschen dick auf. Mit M-Phazes muss leider noch ein Producer genannt werden, der schon wesentlich Besseres von sich gegeben hat. Das sehr ruhige "Restless", das von Braille's Unermüdlichkeit (mit gefolgter Übermüdung) im Bezug auf die Schaffensphase dieses Albums berichtet, verstärkt den Wunsch nach einem zum Schluss nochmals aufgefahrenen Brett eines Songs. Doch der bleibt aus und findet sich sicher auch nicht in "The Cure", dem eigentlichen Outro des Albums, dessen Beat von Panacea's K-Murdock stammt. Der Bonus Track ist eine typische und unspektakuläre Produktion von J-Zone mit dem Titel "ADDvice", die Braille jedoch sehr fein abschließt: "And to all the critics: you ain't gotta get us a perfect score. On a scale from 1 to 5, maybe call it a 4... you know, cause it's IV, I mean it would be appropriate, it's kinda like, you'd be givin' in to the word play, you know. Plus it gives me room to keep growin. You think it's lower? I mean that's on you. I ain't gon' argue, everybody's got their own opinion... It's been a long journey up to this point. Hope you enjoyed the record. If you really enjoyed it, I hope you found an opportunity to buy a copy. If not it's cool, it my pleasure... to share it with you".

Im Fazit muss wohl kein Wort über Braille's Rapkünste oder seine Texte verloren werden, denn die sind erwartungsgemäß gut bis sehr gut. Was jedoch definitiv besser gemacht hätte werden können, sind die Produktionen. Hier vermisst man doch bei dem ein oder anderen Gast die Power, weswegen sich Braille wohl besser auf wenige Producer beschränkt hätte. Dass er sich selbst nur 4 von 5 Kronen für sein Album wünscht, zeigt zumindest, dass er keineswegs an einem zu großen Ego leidet, womit er im Rap-Game wahrscheinlich ziemlich alleine dastehen wird. "The IV Edition" ist ein gutes Album für zwischendurch - und wer sich das Album wirklich kauft, darf sich auf ein starkes Booklet mit Kommentar zu jedem einzelnen Song freuen. Braille's Wunschwertung wird jedoch knapp nicht erreicht.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
SnoopFrog
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Sehr schöne Review, mit einem sehr schönen Fazit. Alleine das J. Medeiros Feature bringt mich wohl noch dazu, in die Platte reinzuhören.
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Momentaner Lieblingssong: Joell Ortiz - Battle Cry (prod. by A.D)

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