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Zum Ende der Seite springen Sergeant Scotch - Unterschätzt
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User Beitrag:
Sergeant Scotch - Unterschätzt


Release Date:
Februar 2008

Label:
NewDefinition

Tracklist:
01. Unterschätzt
02. Samstag - (Feat. Smart MC)
03. Höher und weiter
04. Zieh dich hoch - (Feat. Courage & Tony Player)
05. Steht auf
06. Knochenmühle
07. Sieh es ein - (Feat. T.Wonder)
08. Tod auf Raten
09. Ohnmacht - (Feat. Smart MC)
10. Egal wohin ich geh - (Feat. Alec Thunder)
11. Und tschüss
12. Zweite Familie
13. Bittersüßes Ende

Review:
Phlatline steht noch als letzte traditionelle Institution des HipHop aus Ostdeutschland. Der rappende Ostblokk ist zerfallen und Joe Rilla versucht uns seitdem vergeblich zu vermitteln, dass da drüben etwas rollt. Doch das Licht ist noch nicht ganz aus, denn mit NewDefinition hat sich ein junges Label vor zwei Jahren einen Sitz im Osten eingerichtet, vereint viele HipHop-Aktivisten und betreut Rapper wie Dra-Q, T.Wonder oder auch Sergeant Scotch. Letzter ist in Dresden aufgewachsen und hatte es wie viele seiner Rapgenossen nicht leicht in einem Leben mit nicht ganz 99 Problems. Er verspricht wie auch viele andere ehrliche Geschichten von Straße bis Herz und ist natürlich auch unterschätzt. Was man bei fast jedem Release im Vorfeld hört, wird einmal mehr auf Skills überprüft.

"Ich komm aus der Hölle von Dresden und hab Schaum vorm Mund / ich mach nur das, was ich will – aus und Punkt!". Außerdem macht er sich "Gedanken, anstatt Verse hinzuschmieren" und sieht sich als "Unterschätzt" an. Hätten wir das schon mal geklärt. Was akustisch davon bleibt ist die zu Beginn einer LP gewohnte Darstellung der eigenen Situation und das übliche einen Scheiß auf alle anderen geben, was raptechnisch passabel, aber nicht wirklich toll vonstatten geht. Auch der Beat schlaucht ziemlich. Am "Samstag" ziehen die Assis dann los ins Fußballstadium und machen auf dem Weg bis dahin alles kaputt und den Bullen geht mächtig die Muffe. Hier wird das Beinahe-Hooligan-Dasein der Fußballfans erzählt, das textlich ganz ok ist. Aber warum kann man nicht einfach seine Mannschaft feiern, wieso muss man noch plündern und Randale schieben? Naja, gehen wir lieber "Höher und weiter". Ein schönes Sample aus Eric Carmens "All by myself" untermalt Scotchs Lebensgeschichten, eine Audiobiografie sozusagen. Bisher der beste Track und man merkt, dass hier wirklich Herz drinsteckt. "Zieh dich hoch" beschäftigt sich damit, trotz vieler Probleme den Glaube an sich selbst nicht zu verlieren und immer zu kämpfen, da das Leben nicht leicht ist. Courage ähnelt Mnemonic sehr und liefert eine gute Performance ab. Die beiden anderen MC’s machen ihre Sache auch recht solide, aber ein raptechnisches Hoch bleibt bisher aus. Die Heimatstadt kriegt natürlich auch ihre Hymne und damit sind wir bei "Steht auf". Eine rauer Audio-Reiseführer lädt nicht wirklich zum Urlaub machen ein, da hier eher die Problembezirke beschrieben werden, was weitestgehend glaubwürdig passiert. Die "Knochenmühle" stellt den schwächsten Track dar, da der Beat enorm billig klingt, die Tonqualität durch einen komischen Filter irgendwie leidet und Scotch sich über Wack-Rapper beschwert, dabei aber selbst beinahe vor dem Mikro einschläft. "Sieh es ein", hier sind Profis und Dresdens Finest am Start, so der O-Ton. T.Wonder, der auch viele Beats beigesteuert hat, macht hier eine gute Figur und überragt Scotch um einiges. Was die Produktion angeht allerdings wieder eher nervig und recht zierlich gehalten. Saufen und Rauchen – jeder weiß, dass man sich dadurch nur den "Tod auf Raten" holt, aber doch kann man es einfach nicht lassen. Gute Thematik in einem der besseren Tracks, der den Teufelskreis der "Ich höre morgen damit auf"-Behauptungen umreißt. Der mit Abstand beste Track folgt mit "Ohnmacht", einer richtig gut gelungenen Sozialkritik über falsch verteilten Reichtum. Auch von den Flows her von beiden MC’s solide und textlich gut. Das einzige, dafür aber große Highlight der Platte. Die Beats werden plötzlich auch besser, so auch im nächsten Track. "Egal wohin ich geh wollen Leute mir erzählen, dass Geld nicht glücklich macht / das ist alles für’n Arsch, Junge, alles was ich sag ist, dass Geld mich glücklich macht". Eigentlich eine ziemlich banale Feststellung seitens Hook-Sänger Alec Thunder, doch sie ist erstens schlichtweg wahr und geht zweitens nicht mehr aus dem Kopf. Rund ums Geld und den Wunsch nach mehr davon dreht sich dieser Song. Mafiamethoden bzgl. Leute um die Ecke bringen, Battle-Lines und eine gewisse Gewaltbereitschaft zeichnet "Und tschüss", was in meinen Ohren auch einen gewissen ironischen Touch hat. Hoffentlich. Die Melodie von ATB's Trance-Hit "You're not alone" wird in "Zweite Familie" nachgespielt, was zwar eine coole Idee ist, aber leider ziemlich flach und uninspiriert umgesetzt wird. Scotch spricht seiner Familie und seinen Freunden Mut zu und predigt Zusammenhalt. Ein "Bittersüßes Ende" findet das Album in Form eines Instrumentals ohne Rapeinlagen, das zwar etwas nach gescheitem Mastering schreit, aber sonst recht gut klingt.

"Ich bin vielleicht nicht talentiert, doch ich geb 100%" vernimmt man schon im ersten Track. Eine gute Einstellung ist das auf jeden Fall, aber nimmt schon vorweg, was Sache ist. Sergeant Scotch hat zwar einiges zu erzählen, aber raptechnisch besteht hier noch Verbesserungsbedarf. Er ist kein schlechter Rapper, doch auf diesem semiprofessionellen Niveau gibt es einfach viel zu viele, denen das gewisse Etwas fehlt und die nicht über den zum Hals raus hängenden Begriff Standard hinauskommen. Noch dazu fehlt dem Ganzen für versprochene 100% noch einiges an Biss und Power, vor allem auch, was die Produktionen angeht. Somit darf das Album zwar im CD-Regal Platz nehmen, wird aber wahrscheinlich mit einer Staubschicht leben müssen. Potenzial ist hier vorhanden, aber man muss noch viel arbeiten, um es auszuschöpfen und auszubauen.

Wertung: (2,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (1 Bewertung / 2 Ø)


Redakteur:
Jate B

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