Tracklist:
01. Intro - The Formula - (Feat. The Formula Crew)
02. Ready (Brand New Day)
03. Be Cool - (Feat. Swan)
04. Go All Out (No Doubt!!!) - (Feat. Carlitta Durand)
05. No Future
06. Hold It Down - (Feat. Talib Kweli & Tyler Woods)
07. Whassup With U? - (Feat. Keisha Shontelle)
08. One For You (Big Lou)
09. Just Display
10. Here We Go
11. Throwin' Shade
12. Shinin' Y'All - (Feat. Arafat Yates & Big Chops)
13. Man Listen (Cause Ummm) - (Feat. Carlitta Durand)
Review:
Das erste Aufeinandertreffen von 9th Wonder und Buckshot auf Albumlänge, das den meisten als "Chemistry" noch in guter Erinnerung sein dürfte, gehörte einerseits zu dem Triple Threat der Duck Down Release-Offensive, die die Artists des Rosters wieder aktuell werden ließ, und zeigte außerdem, dass der Veteran von Black Moon mit der hellrauchigen Stimme exzellent zu den vor Soul berstenden Produktionen von 9th Wonder passt. Und da "Chemistry" seinerzeit sehr viele Liebhaber, mich eingeschlossen, fand, ist es nicht weit hergeholt, dass das Erfolgsduo zu einem zweiten Schlag ausholt. Drei Jahre nach dem ersten Teil präsentieren uns die Vertreter der Justus League bzw. der Boot Camp Clik "The Formula".
"The Formula", das lässt sich wunderbar auf 9th Wonder's Beats münzen. Denn die sind, so viel sei hier schonmal vorweggenommen, wie sie schon immer waren, nach der altbekannten Formel zubereitet. Und obwohl ich, aufgrund von teilweise alarmierenden Qualitätseinbrüchen (anders gesagt: den Ermüdungserscheinungen sowohl bei dem Hörer, was 9th's Sound betrifft, als auch bei 9th selbst), starke Zweifel hegte, ob hier dem Studio ein würdiger Nachfolger für "Chemistry" entwachsen könne, die Erwartungen und die Spannung sind trotzdem hoch. Auch wenn die Spielereien mit Bunsenbrenner, diversen Reagenzien und Lösungen, ebenso wie die an der Tafel prangernden organischen Verbindungen (seien es nun Alkane, Alkene oder das ganze Zeug, das sich anschließt) im kompletten Design des Albums etwas kindisch wirken, so hebt sich der durchgehende Grünton doch von den meisten Releases ab, womit das wichtigste Ziel auch schon abzuhaken ist. Was nun die Musik betrifft, da eröffnet ein gut gelauntes "Intro", in dem Buckshot erneut ansetzt, uns ein Album lang seine Weisheiten mitzuteilen: "I don't preach, but I doch teach / My lil homes in tha hood, how to out reach / And how to use your mouth piece / Cause a closed mouth never get invited to the feast / I enlighten the streets, give 'em a chance / At the same time give 'em new rhythms to dance". Die Formula Crew steuert Vocals im Hintergrund bei und schon ist der Einstieg geschafft. Mit den gleichen Edukten, die 9th Wonder immer in seinen Topf wirft, bastelt er auch "Ready (Brand New Day)", das jedoch erstaunlicherweise auch sehr gut gelingt und dem BDI Thug ausgezeichnet steht. Genauso gibt es bei "Be Cool" nicht mehr viel hinzuzufügen - die weiblichen Vocals geben dem Song den letzten Schliff. "Now that I'm chillin', I got the game locked / You can check me, but I ain't on the same block, my game got / Sharp, I played my part and my position is to make it happen / Fuck chattin', I'm on a mission". Die von Buckshot gespitteten Lines sind, wie schon auf dem Vorgänger, weder aufrührend, noch erschütternd, sondern, hier gemäß dem Titel, einfach cool. Es folgt die erste Single des Albums, die sich die Stimme der Justus-internen Carlitta Durand borgt und auf den Namen "Go All Out (No Doubt!!!)" hört. Die 9th Wonder-Hasser werden zum vierten Mal auf diesem Album laut aufstöhnen, alle anderen, die sich nicht zu fragen brauchen, was sie hier eigentlich suchen, können sich über ein Highlight freuen, in dem es das neunte Wunder wie eh und je versteht, eine total relaxte Atmosphäre zu schaffen.
Dass ein komplett von 9th Wonder produziertes Album nicht ganz ohne diejenigen Momente auskommt, in denen man gedanklich abschweift, steht in diesen Tagen außer Frage. Und während man in Gedanken noch bei der ersten Single ist, schleicht auch schon der erste Verdächtige um die Ecke. "The Future" bietet den üblichen Firlefanz und die Standard-Version eines 9th-Drum-Gerüsts. Doch was hier die Show rettet, ist die zweite Hälfte des Zuggespanns, nämlich Buckshot, der mit einem souveränen Auftritt der Aufmerksamkeit des Hörers keinen Ausgang gewährt. In Buck's Reimen finden sich dann auch gelungene Punchlines wie: "Some of your LP stands for long punishment". Damit schreitet das Album auch gleich zum nächsten markanten Anlaufpunkt fort, der da "Hold It Down" wäre. Mit Talib Kweli ist für doppelt starke Leistung am Mic gesorgt und Tyler Woods leiht dem Song, bzw. dessen Chorus, seine Stimme. Mehr kann sich ein Fan eigentlich nicht wünschen, denn auch der erhobene Finger fehlt hier nicht: "It's hard enough being a black man, or a brown man / Right now, we held down, man / And you can tell we in hell now, man / Let's get to heaven cause we hell-bound, man". Keisha Shontelle durfte schon auf "Chemistry" ans Mikrofon und steuert auch hier ihre zuckersüßen Vocals, in diesem Fall zu "Whassup With U?", bei. Da erwähnte Zuckersüße sich gerade noch im Bereich des Vertretbaren aufhält, kann auch dieser Track abgenickt werden. Die folgenden zwei Stücke bewegen sich beide unter drei Minuten Spielzeit, wobei "One For You (Big Lou)", als auch "Just Display" durch gelungene Beats mit sehr viel Soul bestechen ("One For You" ein wenig mehr). Auch wenn Buckshot in "Here We Go" einmal mehr spielend leicht und schwebend über den Beat flowt, verbannt die etwas eintönige Hook diesen Track ins Mittelfeld. Macht aber nichts, der Ausgleich erfolgt sogleich. "Throwin' Shade" darf sich (meines Erachtens nach) stolz den Anstecker für den albumbesten Track anheften. Wie auf keinem anderen Track des Albums pachtet die relaxte Atmosphäre des Songs das komplette Volumen, welches von den Schallwellen durchlaufen wird und erfüllt es, wie ebenfalls kein anderer Track dieses Albums, mit genau dem Vibe, mit dem sich "Chemistry" so viele Freunde gemacht hat. Die Chemie stimmt ganz einfach immer noch, und bei strikter Beibehaltung der Formel haben wir hier den, in der Wahrscheinlichkeitsverteilung für Qualität wohl nur einmal enthaltenen, Ausbruch ganz nach oben. Nachdem die Ohren auf dieses Niveau angehoben wurden, mag "Shinin Y'All" als langweilig erscheinen, doch bei mehrmaligem Hören kann man es dem Mittelfeld dieses Albums zuordnen. Nach 13 Songs hat der Spaß auch schon wieder ein Ende, mit einem sehr sympathischen und äußerst gelungenen "Man Listen (Cause Ummm)" verabschieden sich 9th Wonder und Buckshot aus ihrem zweiten gemeinsamen Album von den Hörern.
An alle, die "Chemistry" gern hatten und haben: Hier macht ihr nichts falsch! Alle, die 9th Wonder nicht mehr hören können und hier immer noch am Lesen sind, haben zu viel Zeit. Es scheint wohl noch ein Weilchen zu dauern, bis die Variationsmögklichkeiten von 9th Wonder's Sound vollkommen ausgeschöpft sind. Hier jedenfalls zeigt er sich, zwar nicht in Best-, doch immer noch in souverän gekonnter Form. Mit einem Album ohne Aussetzer, bei dem sich sogar die weniger spannenden Momente sehr in Grenzen halten, zeigen die beiden Protagonisten allen anderen, dass sie es immer noch drauf haben. Viel mehr muss hier auch nicht angemerkt werden, y'all already know what it is.
Wenn du schon dabei bist, leg dir gleich den gesamten Duck Down Triple Threat zu.
Tek & Steele Reloaded
Sean Price - Monkey Bars
Buckshot & 9th Wonder - Chemistry
Kannst du absolut nichts falsch machen. Ich glaub ich muss dir wirklich mal ne Liste mit hunderten von Alben aufschreiben, um deine gravierenden Knowledgelücken zu schließen
Review ist super.
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Momentaner Lieblingssong: Joell Ortiz - Battle Cry (prod. by A.D)
"Ready" flasht mich ziemlich krass im Moment. Und "Hold It Down" läuft auch öfter auf repeat bei mir. Hab mich aber noch nicht mit dem Album beschäftigt.
Wenn du schon dabei bist, leg dir gleich den gesamten Duck Down Triple Threat zu.
Kaufen: Alle Blackmoon Alben bis "Total Eclipse", die beiden Heltah Skeltah Alben, Smif N Wessun - Da Shinin, OGC - Da Storm, danach kannste noch schauen ob du das Beatminerzradio mit Finsta Bundy irgendwo kriegen kannst.
Dann noch alle Shadez of Brooklyn Singles...
Wenn du schon dabei bist, leg dir gleich den gesamten Duck Down Triple Threat zu.
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Dann noch alle Shadez of Brooklyn Singles...
da gibts wohl nichts mehr hinzuzufügen
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Commercial HipHop is like dermatology, they only study the surface of the common shell Myspace
Ich fand Chemistry jedoch um einiges besser! Formula hats mir bis jetzt noch nicht so angetan. Muss das wohl mal intensiver checken. Ausser die von Gleb angesprochen Tracks flasht mich nix!
"Wir waren besonders motiviert. Dieser Trainer Camacho, Caramba oder wie der heißt, hat vor dem Spiel im spanischen Fernsehen gesagt, Fußball in Deutschland ist nur bumm, bumm, bumm. Nächstes Mal soll er die Fresse halten".
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