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Stimmung: 147 %
R4F - Battle Champ 2010

Herkunft: Rheinland-Pfalz
Fav. Artist: Kamp, Evidence, Tufu, Hiob, J. Robinson, Morlockk
Fav. Producer: Dilla, Mr. Green, Nicolay, Exile
Lieblingsfilm: 21 Gramm, Sin City, Casino

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Level: 56 [?]
Erfahrungspunkte: 30.163.020
Nächster Level: 30.430.899

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User Beitrag:
12bitphil - 12bitphil


Release Date:
28. April 2008

Label:
Flavamatic / Rough Trade

Tracklist:
01. Frauen die du kennst - (Feat. Patrick mit Absicht)
02. Alle - (Feat. Pimpulsiv)
03. Collapse - (Feat. Tarantado & Dj Unkut)
04. Was ist? - (Feat. Camouflow & Afrob)
05. Die ganze Scheiße... - (Feat. Huss und Hodn)
06. Wiedersehen - (Feat. Bruno Betti)
07. Roter Wein - (Feat. AchWas)
08. Hasst Uns! - (Feat. Rohdiamanten)
09. Teufelskreis - (Feat. Donato & Inferno79)
10. Kein Mitleid - (Feat. Abroo)
11. Ungeeignet - (Feat. Daez)
12. WWW - (Feat. Sinuhe)
13. Lange her - (Feat. Maddest)
14. You lie so much - (Feat. Chefket)
15. Toys - (Feat. PPA)
16. Snuff Pro - (Feat. V-Mann & Morlockk Dilemma)
17. Kings - (Feat. O-Flow)

Review:
12bitphil ist nicht unbedingt ein Name, der irgendeinem Head sofort ein Begriff ist. Das ist eigentlich auch nicht weiter schlimm, da sich der Wahlhamburger bisher eigentlich nur im Hintergrund bewegt hat. Doch vielleicht ist dies ein Vorteil. Man kann endlich mal wieder ganz ohne Vorurteile an eine Platte rangehen und dennoch hat man, auf Grund einer eleganten Gästeliste, gewisse Erwartungen. Bleibt nur zu hoffen, dass uns nicht wiedermal eins von vielen hingeklatschten Producer-Mixtapes, -Alben, -Streettapes oder whatever erwartet.

Gleich zu Beginn wird oben genanntes Klischee nahezu zerschmettert. Eine E-Gitarre, deren Melodie auf ein Westernsample aufbaut, lässt es mit "Frauen die du kennst" richtig krachen. Patrick mit Absicht bringt hier gewohnt witzige Rapparts mit der perfekten Menge an Style. Auch Pimpulsiv weiß wie immer durch Entertainment zu überzeugen. "Alle" rechnet mit nahezu allen Möchtegern-Emcees ab und beschwert sich lautstark über die Einseitigkeit im deutschen Rapgame. Dieser Track besticht vorallem durch eine coole Hook mit Ohrwurmcharakter. Ein Dipset-ähnlicher Beat erreicht einen mit "Collapse". Auch US-spachige Rapfans kommen bei diesem Ding locker auf ihre Kosten. Tarantado aus Wuppertal, von dem ich persönlich vorher auch nichts gehört hatte, überzeugt auf ganzer Linie und sorgt für das erste, richtige Highlight des Albums. Vor dem nächsten Track muss ich erst noch eine Kleinigkeit los werden. Ich mag Afrob und schätze ihn für "Rolle mit Hip Hop". Was er allerdings für die Hook von "Was ist?" abliefert, ist unterste Schublade. Man könnte meinen, die Zeit des Stuttgarters aus dem Schoß der Kolchose wäre abgelaufen. Auch Camouflow langweilt mich mehr, als dass er mich in irgendeiner Art und Weise vom Hocker zieht. Beat schwach, Raps schwach, Track schwach. Enorm cool wird es dann mit "Die ganze Scheiße...". Eine übertriebene Gastshow von Kurt Husstle aka Huss von Huss und Hodn auf einen der smootheren Beats der Platte, passt einfach wie die Faust aufs Auge. "Du Affe, mein Penis kann Pantomime / In dem Moment, in dem er dich fickt, mimt er den Hals einer Giraffe / Ich ficke Wack-MC's in ganzen Mannschaften / Ich bin gemein zu dir wie der fette Junge im Sandkasten". Spricht denke ich für sich. "Wiedersehen" mit Bruno Betti ist dann ganz klar der beste Song auf "12bitphil". Inhaltlich eine sehr starke Vorstellung, flowtechnisch absolut unerreicht und auch das Instrumental ist mehr als stark. Hier passt einfach alles zusammen, ob die atmosphärische Hook oder die gefühlvollen Parts. Klasse Vorstellung beider Akteure. Ein leichter Niveauabfall ist nach diesem bombastischen Track nicht zu vermeiden, dennoch knüpft "Roter Wein" so gut es möglich ist, an das hohe Level an. AchWas ist wiedermal ein Künstler, den ich vorher noch nie gehört habe, durch dieses Stück aber definitiv feiern lernte. Es geht um den Versuch, eine Frau für sich zu gewinnen, was auf sehr witzige und gleichgültige Art und Weise umschrieben wird. Auch Donato und Inferno79 sind auf dem Album vertreten. "Teufelskreis" ist atmosphärisch gesehen sicherlich der stärkste Track. Sehr lockere Flows gekoppelt mir jeder Menge Aussage, die wiederrum verdammt ehrlich durch die Boxen kommt. "Ich bin so gut wie tot, spüre mein Herz nichts / Verkaufe meine Seele, weil sie für mich nichts mehr wert ist / Doch ich geb nicht auf und ich trete aus dem Teufelskreis / Ich steig aufs Dach und leg meine Flügel frei". Und die Prominenz nimmt kein Ende. Dennoch schafft es Abroo mit "Kein Mitleid" nicht, ein Highlight erklingen zu lassen. Ein sehr starker Beat, der leider mit ausgelutschten Phrasen bespuckt wird. Abroo bekommt nur Hartz IV, er bekommt gar nichts gebacken und sein Leben ist eigentlich ein Müllhaufen. Ach ja, dreckige Sneakers hat er auch noch. Asche auf sein Haupt. Deaz hält sich keinesfalls für "Ungeeignet". Muss er auch nicht. Lyrisch und beattechnisch nicht unbedingt die stärkste Leistung der Platte, aber hier passt einfach das Gesamtbild. Mittlerweile feier ich diesen Song wirklich enorm. Eine simple Sache, die auf den Punkt bringt, was gesagt werden muss. "Statt andere nachzuahmen, lieber eigene Tapes die schwächeln / Lieber ein ehrliches "Fick dich", als dein gefaketes Lächeln" - WORD. "WWW" mit Sinuhe ist dann, zumindest Instrumental gesehen, ein kleines Brett. MC-technisch ist das Ganze nicht meine Welt und selbst bei näherem hinhören bleibt es ein abgedroschener Battletext, der mich um ehrlich zu sein gar nicht unterhält. Nunja, wäre auch zu schön gewesen, wenn es auf diesem recht hohen Level weitergegangen wäre. Und mit "Lange Her" sind wir dann bei meinem persönlichen Lieblingstrack der Platte angelangt. Hier rappt Maddest über alte Zeiten und beim Zuhören bekomm ich heftigste Gänsehaut. Ein wunderschöner Pianobeat untermalt ehrliche Zeilen, die ich bei jedem Hören mehr zu fühlen scheine. Daumen hoch! Nach dieser eher traurigen Nummer wird es dann mit "You Lie So Much" extrem witzig. Chefket nimmt hier die etwas abgehobene Szene enorm auf die Schippe und ich als Hörer kann mir des öfteren ein Lachen einfach nicht mehr verkneifen. Bei Zeilen wie "Ficken, Drogen, Rappen meine Philosophie / Ich lies mir letztens einen blasen von Angelina Jolie / Sie sagte: Chefket, Brad Pitts Penis is wheak" kein Wunder. Ein herrlich ironischer Track, der vom Unterhaltungfaktor ganz groß ist. Zoooooom. Genau so fällt das Niveau nach unten. "Toys" bringt schlechten Rap vom PPA auf einen ebenso schwachen Beat. An dieser Stelle dürfen Sie jetzt gähnen. Auch Morlockk Dilemma und V-Mann sind hier am Start. "Snuff Pro" ist ein absolut gängiger Track, der, wenn man mit den Stimmen klarkommt, sicherlich nie langweilig wird. Noch dazu gibt es eine schön eingesungene Hook auf einen richtig guten Beat. Und zum Abschluss wird dann auch nochmal richtig auf die Kacke gehauen. Köln korrupt in Gestalt von O-Flow bringen mit "Kings" einen gar nicht so schlechten Representer. Der Beat macht wiedermal verdammt viel Alarm und hat einiges an Druck parat. Ein gelungener Schlusspunkt.

Ob 12bitphil hiernach immernoch als unbeschriebenes Blatt durch die Szene geistert? Ganz bestimmt nicht. Bis auf wenige Ausnahmen können die Produktionen allesamt überzeugen und ich wage sogar zu behaupten, dass es sich hierbei um das beste deutsche Producertape seit langer Zeit handelt. Gut gewählte Artists, die fast immer perfekt auf die Beats passen. Hier wurde mitgedacht und nicht nur lieblose "Best Of"-Beats mit sinnlosem Hingespucke versehen. Für jeden Deutschrapfan, der nicht gerade nach "Deluxe Soundsystem" stehen geblieben ist, sicherlich ein Muss. Gute Arbeit.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (1 Bewertung / 4 Ø)


Redakteur:
sneaks
User Signatur:

Momentaner Lieblingssong: Joell Ortiz - Battle Cry (prod. by A.D)

User Information:
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Rang: Homie
Wertung:
Beiträge: 337
Guthaben: 1.860 Bucks
Stimmung: 0
Herkunft: Bonn
Fav. Artist: Mnemonic
Fav. Crew: Looptroop
Fav. Producer: Shuko
Fav. CD: Absolute Beginner - Bambule
Lieblingsfilm: Fear And Loathing In Las Vegas

- +
Level: 36 [?]
Erfahrungspunkte: 907.663
Nächster Level: 1.000.000

92.337 Erfahrungspunkt(e) für den nächsten Levelanstieg
User Beitrag:

Gute Review! Album läuft im Moment wieder auf Heavy Rotation. Sollte man im Regal haben. Vor allem mal wieder was vom guten, alten O-Flow. Cool Cologne, baby! laugh
User Signatur:
"Mach wie ein Affe macht!!"


Momentaner Lieblingssong: Mnemonic - Ende vom Anfang

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