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Zum Ende der Seite springen Real Jay - Gangstartainment: Von der Straße zu den Sternen
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User Beitrag:
Real Jay - Gangstartainment: Von der Straße zu den Sternen


Release Date:
07. Dezember 2007

Label:
Geddobrilliant

Tracklist:
01. Intro
02. Musik für Könige
03. Blut, Schweiß, Tränen
04. Autos brennen
05. Blues Musik - (Feat. Jonesmann)
06. Ein Stück Herz
07. Ihr wärt gerne Gangsta - (Feat. Deso Dogg)
08. Von der Dunkelheit ans Licht - (Feat. Jasha & Kalif)
09. Gangstashit Broke - (Feat. Jonesmann)
10. Nach oben
11. Zu viel mo'4's - (Feat. Blaze)
12. Auf dem Feld - (Feat. Jonesmann)
13. *****nlecker - (Feat. Jonesmann)
14. Nordweststurm - (Feat. Jeyz & Raf)
15. Cut-Massaker - (Feat. DJ Yesta)
16. Fuß im Arsch
17. Old-School Medley
18. Outro

Review:
Spätestens auf Azads Massenversammlung von Frankfurter Kollegen im Track "Unaufhaltbar" seines Erstlings hat man den Namen Real Jay schon einmal gehört. Jonesmanns großer Bruder zählt zu den Frankfurter HipHop-Urgesteinen und jenen Rappern, die schon ewig dabei, aber bisher ohne eigenes Release sind. Hin und wieder tauchte er auf Tracks von Jeyz, Jonesmann oder anderen Kollegen aus FFM auf und fällt stets durch seine markante Stimme auf, die sich irgendwo zwischen Eißfeldt und D-Flame bewegt. Real Jay steht wie die meisten Frankfurter MC's für den Struggle auf der Straße und das harte Leben derer, die nicht mit Geld gesegnet sind. Den Flow hat er nach eigenen Angaben zu genüge geübt und steigt nun mit seinem Mixtape in den Ring, um den Asphalt Richtung Sternenhimmel zu verlassen.

Das "Intro" hätte er sich gleich mal sparen können. Außer einem kurzen Rap-Part gibt es hier jede Menge Shoutouts von allerlei Kollegen via Telefon, die z.T. auch auf der Platte gefeatured sind. Wirklich nötig oder überraschend ist das nicht und Real Jay hat es sicher nicht nötig, seine eigene Wichtigkeit durch Fremdbekundung aufzupolieren. Widmen wir uns lieber "Musik für Könige". Hier geht es um den angesprochenen harten Weg in Frankfurts Straßen und die Hoffnung, dass sich endlich etwas bessert: "Ich seh nur ehrliche Feinde, wo sind die ehrlichen Kumpel / Gott, schenk mir nen Funken, es ist scheiß gefährlich im Dunkeln / ich hör dumme Eintags-Nummern, die sind schon morgen verschwunden / ich bin mit Zorn geboren, um Liebe in Ohren zu pumpen". Ein richtig guter Track zu Anfang, der auf Realismus und einen Funken Hoffnung statt sinnlose Ghetto-Poserei setzt. Ob seine Zeit im Knast oder Drogenkonsum – Jay verlor viel "Blut, Schweiß, Tränen" in seinem Leben und knüpft thematisch an den Vorgänger mit ebenso solider Flowleistung an - "Das ist ein bisschen Ghetto, aber du merkst, hier geht was!". Auf den Straßen ticken Kinder Drogen und auch Real Jay hat in diesem Sektor Erfahrung gesammelt und gemerkt, dass die Straße dem Staat ziemlich egal ist. Ein weiteres Stück Rap, um diesem Leben zu entkommen, denn Musik wird in "Autos brennen" als einzige Alternative zu Illegalität dargestellt. Wer Jonesmanns aktuelles Album "Echte Musik" gehört hat, kennt "Blues Musik" schon. Die Gebrüder Jones erzählen auf entspannter Akustik-Gitarre über ihr Leben und vergangene Tage. „Ihr rappt von Autos und Ketten / ich rap für bessere Tage" – richtig so. Guter Track. Es folgt "Ein Stück Herz", was mit einem sehr guten Text überzeugen kann, von dem ich aus Platzgründen nur einen Bruchteil zitieren kann: "Wir sind Straßensoldaten, einfach nur Krieger mit Seele / wir sind Diebe und hart, doch unsre Ziele sind edel / (...) ich zieh mir das Weed in den Schädel, weil's die Sinne benebelt / Mann, der Weg ins Paradies führt über fieseste Wege". Deso Dogg kann raptechnisch leider nicht ganz überzeugen und wirkt im Gegensatz zu Jay in "Ihr wärt gern Gangsta" etwas stumpfer. Ohne das Feature wäre der Track besser geworden. Thematisch bleibt Real Jay auch in "Von der Dunkelheit ans Licht" zwar absolut glaubwürdig, wird aber so langsam etwas eintönig. Leider hat er sich auch hier bei den Gästen etwas vergriffen, da Kalif zwar eine ordentliche Figur macht, aber Jasha sich wie immer eher plump präsentiert. Minuspunkte sammelt dieser Track auch durch die nervtötende, tiefgepitchte Hookline. Brüderchen Samson darf auch wieder singen, macht aber mit seiner schmalzigen Hook einen durchschnittlichen Track mit etwas flachem Text auch nicht besser. "Gangstashit broke" macht daher nicht wirklich Spaß. Bergauf geht es jedoch sofort wieder mit "Nach oben". Smooth gesungene Hook, toller Beat und ein souveräner Text wie Rap findet Anklang in meinen Ohren und macht eines der besten Stücke aus. Es gibt immer noch "Zu viel Mo'4's" im Game und Jay und Blaze müssen dagegen etwas tun. Vom Beat her nicht wirklich berauschend plätschert dieser Song eher langweilig dahin und das Feature unterliegt dem Protagonisten erneut. Die beiden folgenden Tracks kennt man ebenfalls schon von Jonesmanns Mixtape "In dein Mund". "Auf dem Feld" ist ein klassischer Frankfurter Representer und "*****lecker" sticht durch eine witzige Hook seitens Jones und einen passenden FFM-Slang hervor. Beide Tracks dürfen sich durchaus als gut bezeichnen. Ebenfalls nicht ganz neu ist der folgende "Nordweststurm", der schon auf Jeyz' "Streettape" tobte. Drei Soldaten im Schützengraben verständigen sich durch Funksprüche und machen sich bereit für die totale Zerstörung. Gut gemachter Kriegs-Track, der durch den bedrohlich rollenden Beat und gute Rapshows trotz der etwas flachen Lyrik Spaß macht. DJ Yesta sorgt nachfolgend für das "Cut-Massaker", was sich allerdings weniger nach dicker DJ-Einlage als viel mehr nach zusammengebauten, unechten Wordcuts anhört. Wäre ein gutes Intro gewesen, ist mittendrin aber ziemlich unnütz. Kneift die Backen jetzt bitte zusammen oder ihr habt einen "Fuß im Arsch"! Solider Track, der aber mittlerweile nichts Neues mehr offenbart. Diverse US-Beats werden im "Oldschool-Medley" berappt, was sich allerdings ziemlich zieht und wenig spektakulär ist. Weiter zum "Outro", das mit dramatisch anmutenden Streichern beginnt und den wohl besten Beat des Tapes darstellt. Leider macht Real Jay nichts daraus, da er anstatt einen guten Tracks nur 8 Minuten lang Gott und die Welt grüßt. Separate hat das übrigens wesentlich unterhaltsamer gemacht.

Gegen Ende geht diesem Mixtape etwas die Luft aus und generell ist das Ganze etwas unglücklich verlaufen. Jays Solo-Tracks überzeugen auf ganzer Linie und liefern Straßenphilosophie in ihrer ursprünglichen Form: Echt, realitätsnah und mit positivem, kritischen Ansatz. Raptechnisch kann sich Real Jay sehen lassen und drückt der Musik seinen eigenen Stempel auf. Doch er verdirbt sich das super beginnende Mixtape etwas durch nahezu durchweg schlechtere Features, die viele Tracks nach unten ziehen. Überhaupt wirkt das ganze irgendwie zusammengewürfelt und ein vernünftiges Album mit etwas mehr Themen würde sich sicher in die oberen Kronenränge bewegen. Hierfür erhält Real Jay eine solide Mittelwertung für eine hälfte richtig guter Tracks und eine Hälfte etwas magere Kost.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Jate B

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R4F - Battle Champ 2010

Herkunft: Rheinland-Pfalz
Fav. Artist: Kamp, Evidence, Tufu, Hiob, J. Robinson, Morlockk
Fav. Producer: Dilla, Mr. Green, Nicolay, Exile
Lieblingsfilm: 21 Gramm, Sin City, Casino

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Review ist gut schrieben. Alleine vom Snippet her wirken die 3 Kronen aber schonmal mindestens eine zu hoch, für meinen Geschmack.
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Momentaner Lieblingssong: Joell Ortiz - Battle Cry (prod. by A.D)

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