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Zum Ende der Seite springen Yes I Am! (DVD)
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User Information:
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Rang: Chuck Norris
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Herkunft: die schöne Pfalz
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Lieblingsfilm: The Game, Fight Club, Ocean's 11, Training Day

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Yes I Am! (DVD)


Release Date:
30. November 2007

Produktion:
Filmtank

Regie:
Sven Halfar

Review:
Alles beginnt mit einem Mord an Alberto Adriano, einem Afrikaner, der auf offener Straße von Skinheads grundlos zu Tode geprügelt wird. Erschüttert von diesem Vorfall beschließt Reggae-Sänger Ade Bantu, ein Kollektiv afrodeutscher Künstler gegen Fremdenhass zu mobilisieren, woraus Brothers Keepers entsteht, was neben einem musikalischen Projekt auch einen Verein repräsentiert. Dieser Dokumentarfilm porträtiert das Leben dreier Mitglieder dieser Vereinigung, will den Hintergrund dieser Individuen beleuchten und dem Zuschauer näher bringen was es heißt, wenn Torch im Track "Adriano" sagt: "Hautfarbe schwarz, Blut rot, Schweigen ist gold".

Ade Odukoya, ein Mann nigerianischer Abstammung, ist einer von drei Protagonisten des Films. Anhand von kurzen Interviews und jeder Menge Szenen aus dem Privatleben der Künstler wird hier deren Lebens- und oft auch Leidensgeschichte erzählt. Ade Bantu, so sein Künstlername, erzählt davon, wie er seine Kindheit in Afrika verbrachte und mit 15 Jahren nach Deutschland kam, in ein Land, das er nur äußerst flüchtig kannte. Sein Dasein als Musiker spielt hier nicht die Hauptrolle, es ist sein Privatleben und seine Erfahrungen, die zu berichten sind. So erzählt beispielsweise Ade's Mutter unter Tränen von dem Tag, an dem Ade's Vater von Dieben in ihrer afrikanischen Wohnung brutal ermordet wurde und die Kinder dabei zusehen mussten. Dieses Ereignis löste den Umzug nach Deutschland aus, das Heimatland von Ade's Mutter, wo sie seither leben. Ob Spaziergänge mit seinem Sohn, ein gemeinsamer Ausflug mit ihm in die afrikanische Heimat oder einfach Einblicke in das Familienleben – ohne auch nur den Hauch von irgendwelchem Star-Rummel wird hier das einfache Leben Ade’s gezeigt, was durchaus interessant anzusehen ist und den Menschen hinter dem Künstler näher bringt. Mamadee kennen sicher einige als Background-Sängerin von Gentleman und Teil der Sisters Keepers, dem weiblichen Zweig der Brother Keepers-Bewegung. Sie stammt aus dem Osten der Republik und erzählt gemeinsam mit ihrer Mutter über das Leben in der geordneten DDR und wie die Wende auf sie wirkte. Auch Mamadee, was übrigens ihr richtiger Vorname ist, wird an unspektakulären Orten wie etwa am Bahnhof oder in der heimischen Dachwohnung gefilmt und auch hier sieht man, dass auch Musiker nur Menschen sind. Tätliche Angriffe in Diskotheken oder zahlreiche schiefe Blicke musste auch sie schon ertragen und da geht es Daniel Kretschmer nicht viel anders. Was man heute von jedem doch so krassen Street-MC zu hören bekommt, spiegelt sich auch in D-Flames Geschichte wieder. Er führt uns zu den Orten der Frankfurter Nordweststadt, wo er früher auf Raubzug ging, um sich mit geklauter Ware über Wasser zu halten. Flame erzählt von seinem Ausbruch aus dem Heim, worin er jahrelang leben musste, sich aber nie damit abgefunden hat. Einige Szenen von Jugendlichen rund um Flame, die von der Polizei nach einem Diebeszug verfolgt werden, werden in Form von Videoclips zu thematisch passenden Tracks des Frankfurters visuell umgesetzt und spannen einen guten Bogen von der Musik zu ihrer Wurzel, dem Leben. Das Filmteam begleitet Flame bei kurzen Studiosessions, zur Schule mit seinen Kindern und in die heimische Wohnung zum Abendessen. Auch D-Flames Mutter, mit der er sich lange Zeit seiner Jugend im Clinch befand, kommt zu Wort und generell ziehen sich die Mütter als Leitpersonen im Leben dreier Menschen, die nahezu ohne Vater aufwuchsen, durch die Geschichte.
Zusammen mit anderen Brothers Keepers wie Xavier Naidoo, Afrob oder Samy Deluxe besuchen die drei Protagonisten Schulen und versuchen, den Kindern vor Ort zu vermitteln, dass auch ein schwarzer Mann ein Deutscher ist. Dabei werden allerdings, wie im ganzen Film, keine heldenhaften Brandreden geschwungen, sondern eher leise aber bestimmt an ein besseres Miteinander appelliert und festgestellt, dass man als Weißer niemals nachempfinden kann, wie man sich in schwarzer Haut in Deutschland fühlt.

Hier liegt keine klassische Musik-DVD vor, sondern ein Porträt dreier Personen, die ungewöhnlich tiefe Einblicke in ihr Privatleben gestatten. Wir sind uns zwar sicherlich alle der Problematik bewusst, die hier behandelt wird, jedoch ermöglicht es dieser Film, die Musik und die Inhalte entsprechender Künstler wesentlich besser zu verstehen und sich ein Bild vom Alltag dieser Leute zu machen, die weder einen Hehl daraus machen noch damit hinter dem Berg halten, dass sie viel Schlechtes durchgemacht und noch einen langen Weg bis zur vollen Akzeptanz vor sich haben. Wirklich spannend oder spektakulär ist dieser Film nicht, aber definitiv interessant und ein guter Schritt in die richtige Richtung. Eine Kronenvergabe fällt da ziemlich schwer, wenn man sonst nur CDs begutachtet und es hier nicht um Entertainment, sondern Aufklärung und Berichterstattung geht. Jedenfalls bietet sich hier eine gute Möglichkeit, die afrodeutsche Minderheit besser zu verstehen, auch wenn man das Ganze durchaus mit etwas mehr Pepp hätte inszenieren können. Solide Sache.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Jate B

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