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User Beitrag:
V/A - 1st there was the Beat (DVD)


Release Date:
02. Mai 2008

Produktion / Vertrieb:
ElMagico Pictures / Rough Trade

Inhalt / Kapitel:
01. Eingangssequenz
02. Intro
03. Anfänge
04. SP1200
05. Einflüsse
06. Arbeitsalltag
07. Fähigkeiten
08. Deutsche Produktionen
09. Samplen
10. Equipment
11. Analog/Digital
12. Abspann

Bonus:
01. Studiosession mit Mädness, Instrumens & DJ Flow
02. Interview mit CRSbeatz und Brandino & Cue (Gewinner MySpace-Beatcontest)
03. Zusatzmaterial

Review:
In den letzten Jahren setzt sich auch hierzulande durch, was in den Staaten längst Gang und Gebe ist: Auch die Menschen hinter den Rappern, die diesen die musikalische Grundlage liefern, treten ins Rampenlicht und werden von der Rap-Öffentlichkeit stärker wahrgenommen. Völlig zurecht, denn ohne Produzenten keine Beats und ohne Beats keine Rapper. Anlass genug für ein kleines Filmteam, ohne jegliches Budget und nur aus Liebe zur Sache über 30 deutsche Produzenten zu besuchen und ein Bild derer auf Film zu bannen. Tai Jason, DJ Release, DJ Katch, Shuko, Beathoavenz, Sleepwalker, Martin Stieber, Melbeatz, Benny Blanco uvm. sind mit von der Partie und erzählen von ihrer Arbeit, Technik und Erfahrung.

Ein Film von fast dreistündiger Länge wartet auf uns, den man sich entweder komplett oder in zwölf verschiedenen Kapiteln ansehen kann, wie uns ein schlichtes und übersichtliches DVD-Menü zu verstehen gibt. Nach einer kurzen Eingangssequenz, in der man von jedem Beteiligten ein kurzes Statement zu hören bekommt, fliegen auch schon deren Namen und „Köpfe“ grafisch anschaulich umgesetzt im Intro durch das Bild und geben dem Zuschauer einen Überblick über alle Teilnehmer. Das folgende Material basiert primär auf Interviews bzw. Erzählungen der in den heimischen Studios befindlichen Produzenten, die am Anfang logischerweise ein bisschen über ihre Anfänge plaudern. Diese lassen sich größtenteils auf den Nenner der jugendlichen Experimentierfreude und des langsamen Herantastens an interessante Geräte und Musik bringen. Mal waren es Freunde, die die Jungs in Richtung HipHop manövrierten oder die klassischen Faktoren Wild Style und Beatstreet. Tai Jason ist stolz auf seine uralte SP1200, den ersten brauchbaren Sampler, den man quasi als Vorläufer der MPC bezeichnen könnte. Dieser sei so alt wie er selbst, wie er sagt. Martin Stieber bringt uns dieses "völlig abgenudelte" Gerät etwas näher und erklärt seine Funktionsweise. Dabei überrascht ihn immer wieder, was sich da alles für Sounds tummeln, von denen selbst er nichts wusste. Durchaus eine interessante Passage mit vielen Kommentaren und Meinungen zu diesem Gerät, das mehrheitlich als soundtechnisch unerreicht gepriesen wird. Ein gewisses Wissen in Gerätekunde ist allerdings vorausgesetzt, um allen Knöpfen und Begriffen folgen zu können, aber dennoch ist das auch für Produktionslaien wie mich interessant anzusehen. Als Einflüsse wird z.B. von Tai Jason der Wu-Tang Sound genannt, Shuko nennt De La Soul, ATCQ und die Massiven Töne im deutschen Sektor während Sepalot die genreübergreifende Arbeit von Rick Rubin preist. Solche Leute, die nicht "nur" Beats machen, sondern eine musikalische Vision verfolgen, werden im Laufe der DVD mehrheitlich als die richtigen Produzenten genannt, die auch ein Soundbild schaffen und nicht bloß Drums aneinanderhängen. Bisher geben fast alle der über 30 Leute im fliegenden Wechsel ihren Senf zu den jeweiligen Themen ab und machen somit die DVD zu einem großen Massen-Interview. Was den Arbeitsalltag angeht, sieht der eigentlich bei allen ähnlich aus: Irgendwann aufstehen, 6-8 Stunden Musik machen, sich um andere Dinge kümmern und wieder ab in die Heia. Same shit different day. Zwischendurch gewinnt man auch immer wieder Einblicke in die Arbeitsplätze der Leute und sie erläutern neben den vielseitigen Fähigkeiten, die ein Produzent haben muss, auch, welches Equipment sie benutzen und was man mit welchem Gerät alles anstellen kann. Einen kurzen Einblick in einen einrappenden Separate gibt es zwischendrin und wir dürfen auch einer Session mit Sinch und Emory beiwohnen. Deutsche Produktionen können sich auf kreativem Level durchaus mit dem Weltstandard messen, jedoch ist die Mehrheit der Auffassung, dass es qualitativ noch Aufholungsbedarf gibt, was auch am geringen Budget der deutschen Producer liegt. Ob man nun auf das Samplen zurückgreift oder eigene Melodien einspielt, ist jedem selbst überlassen. Beathoavenz oder M3&Noyd sprechen sich eher für das Einspielen aus, während uns Shuko auf seiner MPC mal schnell einen ziemlich dicken Beat baut und zeigt, wie man ein Sample richtig verwertet. Bock auf'n Beat erklären folgend ausführlich ihr verwendetes Equipment und auch in Stiebers Studio dürfen wir Einblick nehmen. In der bisher wohl interessantesten und praxisreichsten Phase des Films wird viel an Knöpfen gedreht und Geräten gezeigt. Sepalot zeigt uns die Aufnahmeräume des Blumentopfs, Afrob ist zu Gast bei Bock auf'n Beat, die Instrumens sind fleißig am jammen mit Klavier, Gitarre und Logic und auch sonst erfährt der Nachwuchsproduzent hier einiges Wissenswertes und kann sich fachkundliche Meinungen zu Hard- und Software einholen. Analog/Digital? In Zeiten des elektronischen Fortschritts sagen viele, dass sie auf den PC umgestiegen sind und die klassischen Outboard-Geräte mehr und mehr an Bedeutung verlieren, da der digitale Sound auch qualitativ immer mehr an diese anknüpft. All das waren nur kleine Zusammenfassungen oder Teile eines langen Films mit vielen unterschiedlichen Leuten, von denen einige selbst die einfachsten Shoutouts verkacken, wie man im Abspann zu sehen bekommt.

Im Bonus-Bereich erwartet uns ein Einblick in die Zusammenarbeit der drei Parteien Produzent, Rapper und DJ in einer Studiosession mit den Instrumens, Mädness und DJ Flow. Sebastian und Flo auf Seiten der Produzenten zeigen uns tolle Plugins und die Entstehung eines Beats, den Mädness sogleich berappt. Die Vocals der Hook werden direkt aus Logic exportiert, in DJ Flows Final Scratch geworfen und zu einer freshen Cut-Hook verscratcht. Dieses Kapitel ist der wohl interessanteste Teil der DVD und so was hätte man auch im Hauptfilm mehr einbauen können. Die beiden Gewinner des MySpace-Beatcontests, der im Vorfeld zum DVD-Release lief, kommen auch zu Wort und erweisen sich als bodenständige und sympathische Typen, die sich auf diesen Erfolg nichts einbilden. Und als wären nicht schon genug der Worte gewechselt, wird sich im Zusatzmaterial von PhreQuincy, Melbeatz, Sleepwalker u.a. über die bösen Raubkopierer ausgeheult und zum Kauf von Musik aufgerufen. Die Instrumens erzählen noch über ihre Erfahrungen mit Chamillionaire und PhreQuincy stellt klar, dass seine G Unit-Geschichte nur halb so spektakulär ist wie alle tun.

Die größte Schwierigkeit bei einem solchen Projekt ist es wohl, den von Natur aus sehr lange dauernden Prozess des Beatbauens als nicht langweilend filmisch festzuhalten. Dies ist den Jungs von ElMagico durchaus gelungen, jedoch kommt das eigentliche Produzieren etwas zu kurz und es wird zu viel nur geredet, was stellenweise doch etwas trocken ist. Mehr Sessions mit Rappern, ein bisschen Sample-Diggen, Entstehungsprozesse, amüsante Anekdoten – alles Punkte, die den Entertainmentfaktor erhöht hätten. Dennoch will ich das Ganze keineswegs schlechtreden, denn wirkliche Langeweile kommt auch angesichts der langen Spielzeit nie auf und diese DVD ist ein gelungenes Projekt, das nicht nur den angehenden Produzenten dieses Landes weiterhilft, sondern jedem HipHop-Fan ans Herz gelegt werden darf. Für das erste seiner Art respektabel und durchaus empfehlenswert.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Jate B

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