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Zum Ende der Seite springen Patrice - Free Patri-Ation
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Patrice - Free Patri-Ation


Release Date:
23. Mai 2008

Label:
Urban / Universal

Tracklist:
01. Clouds
02. Another One
03. Dove Of Peace
04. Is It Me?
05. Praise His Name
06. Same Ol' Story (Feat. Ayo)
07. Justified
08. He Don't Answer
09. No Screwface (Feat. Seun Kuti)
10. Appreci Luv
11. Do Things To You
12. Speeding Into The Dark

Review:
Mit seinem vierten Album muss sich Patrice nichts mehr beweisen. Zumindest übersetzt man in etwas so seinen Albumtitel "Free Patri Ation". Patrice lebt in Köln und ist Sohn einer Deutschen und eines Schriftstellers aus Sierra Leone. Ob er nun stundenlang auf seiner Gitarre zupft bis er den richtigen Vibe gefunden hat, oder an neuen Lyrics feilt bis er die richtigen einschlägigen Metaphern gefunden hat - Patrice lebt die Musik. Schon in seiner Jugend spielt er in zahlreichen Bands und agiert in der Kölner HipHop-Szene. Schnell wurden viele Leute auf den Mann, der überwiegend in der karibischen Dialekt-Sprache Patois und auf Englisch singt, aufmerksam. Erste kleine Gastauftritte waren zum Beispiel auf dem HipHop-Klassiker "Deluxe Soundsystem" von Dynamite Deluxe zu hören. Doch zurück in die Gegenwart. Produziert und abgemischt wurde das Album zusammen mit Gordon Williams, in Fachkreisen besser bekannt als Commissioner Gordon. Der Produzent aus New Jersey ist seit 25 Jahren im Geschäft und hat bereits mit Lauryn Hill, Rapper KRS-One und Amy Whinehouse zusammengearbeitet. Einen besseren Mann hätte Patrice kaum finden können.

In "Clouds" erwartet uns ein warmer Gesang mit einer guten Prise Gitarrensolos. "Die Erde dreht sich weiter und manche Dinge sind halt wie sie sind", heisst es im Chorus. Kein neues Zitat, das durch die Medien wandern und sämtliche Schriftsteller in den Schatten stellen wird, dennoch eine gern genommene Aussage für einen Song. Mit der selben guten Laune gehen wir direkt in "Another One" über. Mit Bass, Gitarre, Drums und so einigen Effekten wurde hier mal wieder ein Vibe arrangiert, der die Sonne in den dunkelsten Bunker holt. "Another One" passt zum Sommer. Ein Uptempo-Song, der klassischen Pop, jamaikanische Riddims und afrikanische Elemente zu einer wunderbaren Einheit verwebt. Diesen Song als zweite Singleauskopplung zu wählen war sicher nicht falsch. "Dove of Peace", eine lyrisch herausragende Aufforderung an den Präsidenten der USA lieber ein Nest für die Friedenstaube zu bauen, anstatt über das Öl und den Krieg zu reden. Ich möchte einen kleinen Einblick gewähren: "Excuse me Sir, you have a license for that war / raising sodom and gomorrah / but what about tomorrow / Hey mr. President / you never present no evidence, when it is fully evident / that your habit needs betterment / Yes i know who you are but could you please breath in this bag / and now let me see how straight a line you walk / [...] You say the people shall not kill, when you have blood on your hands / You say the people shall not steal when you just take what you can / Why can't you keep it real / Why can't you just come straight / I wonder how you sleep, or if one day you will break." Eigentlich hängt mir dieses: "Hallo Herr Präsident, ich bin Musiker und kann mit meinen Songs ihre restliche Legislaturperiode zu einem Desaster machen" so dermaßen zum Hals raus, doch Patrice hebt zwischen "Dear Mr. President" und den 400 anderen Anti-Bush Songs das Niveau noch einmal deutlich an und macht "Dove of Peace" zum Anspieltipp für alle Playlists dieser Welt. "Is It Me?" folgt. "Is it love that you want" wird im Intro fortlaufend auf einem Teppich zarter Gitarrenzupfer gefragt. Sobald der Part beginnt, stößt eine smoothe Bassline hinzu. Drums, Raps und Mundharmonika füllen den Raum. Lyrisch vielleicht etwas fahl und durchgekaut, doch Love-Songs dürfen wohl nicht fehlen. Musikalisch jedoch vom Feinsten. "Praise his Name". In etwa "Lobet den Herren", für die jüngere Gemeinde. Wäre ich der angesprochen "Herr", wäre ich froh über einen Song mit so viel Soul und Liebe. Einmalig wie warm und herzlich der Chorus in meinen Ohren Platz nimmt und Kerzen entzündet. Okay, ich werde sentimental... Mit "Same Ol' Story" folgt ein bezauberndes Duett mit Lebensgefährtin Ayo, in dem Patrice mal wieder die spanische Gitarre auspackt und eine dezente Trompete im Hintergrund, sehr feine musikalische Akzente setzt. Die Hook darf jeder interpretieren wie er möchte, ich denke aber, wir verstehen uns: "Just another song, it's the same ol' beat / Just another drum, it's the same ol' tune, recycled and redone / Where did it get us, look where we end up now." "Justified" zieht sich leider wie ein Kaugummi. Der Sound klingt müde, was die Querflöte, die leider nur im Intro benutzt wurde, sicher hätte ändern können. Lyrisch kann man hier jedoch gespannt zuhören. Eine gescheiterte Beziehung haben die meisten bereits hinter sich. Doch niemand nimmt in solchen Momenten Rücksicht und stimmt in Konflikten zu, nur um das Wohlergehen des Partners zu sichern und es ihrem / seinen Herzen einfacher zu machen, nach der Beziehung schneller wieder lächeln zu können. Patrice schon: "See I don't know what to say, but you don't know what you say / Although you're talking to me, it seems like you be talking through me / Your voice seems far away, and I only see your lips moving / like you're in the tv and I'm out here watching a movie / damn where's the botton to switch this off / she's over doing it, she goes 'you know I mean' / i'm like 'no, i won't approve it!' / Lord show her a sign or something, don't wanna hear about shopping / she's just yapping without stopping / and don't even see what's happening, she don't feel nothing / I would like to talk about different things like: 'The world we're living in and who is really spinning it' / but I guess the point is our worlds are too different / and I won't smile like some hypocrite, make you feel justified." Also, nehmt euch ein Beispiel. In "He Don't Answer" taucht Patrice schließlich in die für ihn so charakteristischen Reggae-Gefilde. Während er den Refrain noch ganz in "Call-and-Response-Manier" bestreitet, flüstert er sich geradezu durch die Strophen und wird dabei auf fantastische Weise von dröhnendem Bass und heroischen Bläsern untermalt. "No Screwface", eine ebenfalls eher Reggae-lastige Kollabo mit Seun Kuti. Piano, Trompete, Schlagzeug, Gitarre. Patrice lockt hier wieder mal mehr Instrumente auf einen Haufen als andere auf ihrem ganzen Album. Großartig, so klingt Musik. "Appreci Luv" kann man als radiotauglichen Funk-Pop-Hammer bezeichnen. Der Groove bringt einen zum Zappeln und der Chorus animiert zum Mitgröhlen. Sicherlich auch Live ein Garant für "Aus der Haut fahrende Zottelnträger". Der vorletzte Song "Do Things To You" kommt wieder etwas lahm mit einem flüsternden Patrice im Part. Der Filter über seiner Stimme klingt zwar nett, aber macht das zuhören noch ein bisschen schwieriger. "Speeding Into The Dark" ist eine zarte Ballade mit dumpfen Bässen. Soundmäßig vielleicht mit Coldplay auf Gras zu vergleichen. Ich persönlich hätte mir jedoch noch einen Kracher wie "Appreci Luv" oder "Another One" gewünscht.

Man könnte denken das Patrice ein weichgespülter Pop-Sänger ist, wenn man sich die Titel der Tracks genauer anschaut: "Clouds, Dove of Peace" und "Praise his name" lassen Ghospelchöre auf Reggeabeats mit einem jauchzenden Hauptprotagonisten erwarten. Doch falsch gedacht! Funk, Reggae, Soul, Pop - es ist alles da, was das Musikliebhaberherz begehrt. Die verschiedensten Effekte und Instrumente treffen auf die schönsten Hooks und fantastische Vibes. Inhaltlich ist die LP abwechslungsreich gehalten und wer nicht die größten Stories mit Asteorideneinschlag und Todesopfern erwartet, kommt hier locker auf seine Kosten. Somit ist das vierte Album mehr als hörenswert. Auch wenn ab und zu etwas Langeweile aufkommt, kompensieren kann Patrice dieses Manko allemal, entweder durch Inhalt, Vibe, Soul oder einfach die Musik. Applaus für Patrice und jetzt lasst die Friedenstauben fliegen!

Wertung: (4,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (3 Bewertungen / 4 Ø)


Redakteur:
Flo

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User Beitrag:

Ich geb ihm 3,5 - zumal Ich finde, dass es kein Blackmusic-Album ist.. Review ist gut geschrieben, soweit Ich das morgens um 9 beurteilen kann.
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REOS sagt:
Alter bist du sick!

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Fav. CD: Nosliw - Mittendrin
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User Beitrag:

Von mir gibts auch nur 3,5. Das Teil ist typisch Patrice produziert. Wenig digitalisiert, viel mit analoger Technik gearbeitet. Bringt den richtigen Flair! Finde jedoch die Vorgänger wie "Nile" um weites stärker, deshalb für mich nicht mehr als 3,5 Kronen, wobei es da noch eine halbe Krone zusätzlich tollerieren würde. Schönes Teil. Bitte mehr solcher Künstler reviewen!
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Globale Erwärmung mal anders...

www.myspace.com/rootrap

Momentaner Lieblingssong: Clueso - Lala

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