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Zum Ende der Seite springen Sticky Fingaz - Black Trash: The Autobiography Of Kirk Jones
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Stimmung: chillin.... killin
Fav. Artist: einige...
Fav. Crew: Wu-Tang+Fam, Backwoodz, MI Czars, Creative Juices
Fav. Producer: Premo, 4th Disciple
Fav. CD: einige...

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User Beitrag:
Sticky Fingaz - Black Trash: The Autobiography Of Kirk Jones


Release Date:
22. Mai 2001

Label:
Universal

Tracklist:
01. Intro
02. Come On
03. My Dogz Iz My Gunz (Feat. Black Child)
04. Not Die'n
05. Kirk Jones Conscience
06. Money Talks (Feat. Raekwon)
07. Why (Feat. Still Livin' & X1)
08. Oh My God
09. State Vs. Kirk Jones (Feat. Superb, Canibus, Guess Who, Redman, Scarred 4 Life & Rah Digga)
10. Kirk Jones Conscience II
11. Baby Brother (Feat. Dave Hollister)
12. Cheatin'
13. What Chu Want (Feat. X1)
14. Ghetto (Feat. Petey Pablo)
15. What If I Was White (Feat. Eminem)
16. Sister I'm Sorry (Feat. Choclatt)
17. Get It Up (Feat. Fredro Starr)
18. Kirk Jones Conscience III
19. Licken Off In HipHop (Feat. Columbo The Shining Star)
20. Wonderful World

Review:
Er ist einer der schillerndsten Vögel, die je im HipHop-Käfig umherflatterten: Sticky Fingaz stellte sich der Welt als einer der glatzköpfigen Schreihälse von Onyx vor, wobei der schielende Sticky mit seinen einzigartigen Parts den inoffiziellen Kopf der Truppe darstellte. Drei Gruppenalben, von der Welt alle positiv aufgenommen, sind im Jahr 2001 veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt folgen die ersten Soloalben: Fredro Starr mit "Firestarr" und eben auch Kirk Jones, der der Welt "Black Trash: The Autobiography Of Kirk Jones" präsentiert.

Im Gegensatz zu seinem Cousin hat Sticky auch wirklich etwas zu erzählen: "Black Trash" ist ein Film in Albumformat, gepolstert mit reichlich Interludes zwischen den jeweiligen Songs und natürlich auch den Songs selbst, die auf Konzept und Handlung zugeschnitten sind. Deswegen macht es hier auch Sinn, chronologisch vorzugehen: Gerade frisch aus dem Knast, stellt Sticky dem Publikum seinen Charakter in "Come On" kurz und bündig vor: Ein unverbesserlicher Kleinkrimineller, der genau dort Fuß fasst, wo er wahrscheinlich vor seiner Einbuchtung aufgehört hat. Nachdem er schnell Bekanntschaft mit Sammy, der es in Sticky's Hood zu Macht und Einfluss gebracht hat, macht, bekommt er von seinem Freund Bruce eine Waffe gesteckt, was zu "My Dogz Iz My Gunz", einer unterhaltsamen Neudefinition des besten Freunds des Menschen, führt. Bereits hier lässt sich vermerken, dass dieses Album für ein Major-Release einen erfreulich gleichgültig dreckigen Stil fährt. Kurzum: Die Beats, die nebenbei von Leuten wie Rockwilder, Nottz und DJ Scratch beigesteuert werden, passen zu Sticky. Zurück in der Albumhandlung stellt unsere Hauptfigur die Zielperson Sammy vor einem Club. Sticky kassiert fünf Treffer, kann jedoch aufgrund seiner Bewährung nicht ins Krankenhaus - "Not Die'n" ist die Konsequenz:

"I tried everything, swallowed pills, slit my wrist
Made my own brother shoot me, X1 fucking missed!
Tried to paint the walls with my brain, but the gun jammed
At my first shoot out, I stayed - everyone ran
"

"Kirk Jones Conscience" ist die erste von drei Intermissions, in der Sticky dem Hörer eröffnet, dass Sammy das Zeitliche gesegnet hat und Kirk nun seinen Platz (und seine Bitch) eingenommen hat. Nun rollt logischerweise der Rubel. Grund genug, dem Kies einen Song zu widmen - für "Money Talks" erzählen Sticky und Raekwon aus der Sicht der grünen Scheine. Doch da Kirk's Bude bereits zuvor ausgenommen wurde, muss erneut angeschafft werden. In "Why" klinkt sich Kirk ins Auto von Bruce, der ein bürgerliches Leben mit Familie führt, ein, überfällt einen Juwelier und bringt Bruce dazu, mit ihm zu flüchten. Während der Verfolgungsjagd lauscht der Hörer dem Streitgespräch zwischen Kirk und Bruce, wobei Letzterer über seine urplötzlich missliche Lage wenig erbaut ist. Es kommt wie es kommen muss, die Flüchtenden bauen (aufgrund Streitigkeiten über die Steuerführung) einen Unfall, Bruce stirbt. Über seinen toten Freund gebeugt, verflucht Sticky sein Schicksal - Auftakt zum inhaltlichen Höhepunkt der Scheibe. In "Oh My God" bekommt der Hörer eine Konversation zwischen Sünder und Allmächtigem zu hören:

"[Kirk] But why let the suffering go on, why not just stop it?
[God] In order for anything to exist, so must its opposite
How can there be left, if there was never right?
How can something know death, if it never knew life?
How can you lose, if nobody won?
How can it be dark, if there was never a sun?
[...]
[Kirk] But I never asked to be born, I hate my life!
And if you are God dammit, then show me the light
And tell me - what's the meaning of life?
"

Nachdem Vater Staat Sticky Fingaz vor Gericht gezerrt hat, beginnt "State Vs. Kirk Jones": Mit Rah Digga als Richterin, Canibus als grandiosem Staats-, Redman als Rechtsanwalt und mit einer Reihe von Zeugen ist diese Verhandlung ebenfalls ein Leckerbissen, der seinesgleichen sucht. Nachdem Kirk Jones wieder einwandert, erfolgt "Kirk Jones Conscience II" aus dem Bau. "Baby Brother" ist ein Telefongespräch mit dem jüngeren Bruder (ebenfalls gesprochen von Sticky), den Kirk davon abbringen will, es ihm gleichzutun. Dave Hollister's Hook gelingt dabei der Spagat zwischen gelungen und kitschig. Im Anschluss wird Kirk von seiner Freundin verlassen, was zu "Cheatin'" führt, einer urkomischen Abrechnung mit allem, was sich als Schlampe zusammenfassen lässt:

"Ayo, turn it up, and take a look at your bitch
If she's smiling, somebody stuck a dick in your bitch
Now think about when you're not around, who she be with?
And think about the bullshit you got away with
"

Dank passendem Instrumental ist diese Nummer ein weiterer Anspieltipp. Im Folgenden driftet das Album noch weiter von seiner Handlung ab: In "What Chu Want" hängen die Gebrüder Sticky und X1 den eigenen Träumen nach, in "Ghetto" werden, nachdem ein Skit zuvor enthüllt, dass Sticky nach zehn Jahren wieder auf freiem Fuß ist, die stereotypischen Ghetto-Attribute portraitiert. Dass Kirk im sich anschließenden Skit wieder bei Überfällen gelandet ist, dürfte niemanden überraschen. "What If I Was White" bemüht sich nicht, die Rassenthematik ernsthaft zu diskutieren, sondern ergeht sich in Sticky's amüsanten Vorstellungen ("If I was white, wouldn't matter if I was rich or poor / Security wouldn't follow me around the store"), zu denen Eminem Adlibs und Chorus beisteuert. Der folgende Skit spielt sich als Konflikt zwischen Kirk und seiner derzeitigen Freundin ab (während das gemeinsame Kind im Hintergrund weint), bei dem man erfährt, dass Kirk's Bruder nicht mehr unter den Lebenden weilt. Nachdem die Freundin geschlagen und das Haus verlassen wurde, folgt mit "Sister I'm Sorry" gleich die soulige, aber zu schnulzige Entschuldigung. Doch Kirk ist unbelehrbar. Nach einem Skit mit tödlich endendem Raubüberfall gibts es mit "Get It Up" eine düstere Stick-Up-Hymne, während das zugehörige Video eröffnet, dass Kirk nach erneuter Flucht vor den Cops auf einer Brücke gestellt wird. Nach "Kirk Jones Conscience III" ("I ain't going back") hat er gerade noch Zeit, in "Licken Off In HipHop" ein paar Gedanken zur Rap-Szene loszuwerden, um sich im Anschluss mit einem reuelosen "I see you in hell!" in den Tod zu stürzen. Den Abschluss macht das zynische Louis Armstrong-Cover "Wonderful World":

"I've seen guys in blue, seize pounds of white
The rich rule the day, the poor starve at night
And I think to myself
What a wonderful world
"

Sticky Fingaz macht keine halben Sachen mit seinem Debüt. Was Ideenreichtum (auch wenn das Konzept stellenweise an Prince Paul angelehnt ist), Aufmachung, Authentizität und Ausführung betrifft, so spielt Sticky in seiner eigenen Liga. Seine Raps sind meist simpel, doch immer ausdrucksstark. Generell profitiert Sticky durchgehend von seinem Charisma, das ihn in jeder Lage überlegen bleiben lässt. Wer hier ein Werk im Sinne der Onyx-Alben erwartet hat, der wird jedoch bitter enttäuscht sein: Obgleich Sticky mit derselben Energie hinters Mic tritt, so ist der Sound ein anderer. Im zweiten Teil des Albums schwächeln die Produzenten gelegentlich, was diesem Album Klassiker-reife Wertungen verwehrt. Nichtsdestotrotz meistert Sticky die vielen Einflüsse, die auf "Black Trash" Einzug halten, und bietet außerdem eine Story, die vom Hörer Aufmerksamkeit fordert und die auch bei mehrmaligem Hören nicht langweilig wird. "The Autobiography Of Kirk Jones" ist ein persönliches Album, dessen Kauf man mit der richtigen Erwartungshaltung nicht bereuen wird.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (1 Bewertung / 4 Ø)


Redakteur:
SnoopFrog
User Signatur:
Commercial HipHop is like dermatology, they only study the surface of the common shell

Myspace

Momentaner Lieblingssong: Vast Aire - Cholesterol

User Information:
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Rang: niamaru
Wertung:
Beiträge: 75
Guthaben: 300 Bucks
Stimmung: Nice!
Herkunft: NRW
Fav. Artist: Lil' Wayne, Dilla, Makaveli
Fav. Crew: The Roots, Boot Camp Clik
Fav. Producer: Dilla, Madlib, Dre, Kanye, Black Milk
Fav. CD: The 7 Day Theory

- +
Level: 31 [?]
Erfahrungspunkte: 322.325
Nächster Level: 369.628

47.303 Erfahrungspunkt(e) für den nächsten Levelanstieg
User Beitrag:

Der Bewertung schließ ich mich an! Das Album ist sehr abwechslungsreich und geil vorgetragen. Sowas wird heute nicht mehr veröffentlicht...
User Signatur:

Momentaner Lieblingssong: Slum Village - Selfish

Baumstruktur | Brettstruktur

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