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Zum Ende der Seite springen Nine - Quinine: The Overseas Shipment
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Nine - Quinine: The Overseas Shipment


Release Date:
20. April 2009

Label:
Smoke On Records / Brand Narcotic

Tracklist:
01. What's Done Is Done
02. Bionic
03. Furious
04. Hip Hop
05. Gimme My Money
06. Red Light Green Light
07. Shotgun
08. Homicide (Feat. Vendetta)
09. Yes
10. Glock 9
11. Quinine
12. Push
13. He Got A Problem

Review:
Zu diesem Mann muss nichts mehr gesagt werden - Nine ist eine Klasse für sich, die einen einmaligen Weg hinter sich hat. War er nach seinem 96er Klassiker "Cloud 9" höchstens noch im Gespräch, wenn Leute die Frage "Was ist eigentlich aus Nine geworden?" stellten, so erfolgte vor ein paar Jahren das Comeback. Obwohl er aus dem überfüllten Game einen Schritt in den Schatten tat, war er nicht untätig und meldete sich 2007 mit einer Kollektion der Werke aus den Jahren 1999-2003 zurück. Da konnte man es schon hören: Der Mann mit der Reibeisenstimme hat es nicht verlernt. Genau dieser Umstand schraubt natürlich die Hoffnungen nach oben, dass bei dem neuen Album "Quinine: The Overseas Shipment" hochqualitatives Material um die Ecke kommt.

Wahrscheinlich ist es zuviel erwartet, wenn man auf Großtaten im Stile des epischen "Make Or Take" oder des todfinsteren "Every Man 4 Himself" hofft. Die Rap-Geschichte lehrt, dass die meisten Comebacks der letzten Jahre große Fehler waren, weswegen man wohl schon zufrieden sein darf, wenn Nine seinen Namen nicht durch den Schmutz zieht. Doch es macht nicht den Anschein - auf den Mainstream-Markt schielt er sowieso nicht (man achte nur auf die mickrige Promotion, die dieses Album erfuhr) und auch sonst steht er mit "Quinine" wieder da, wo er gute 15 Jahre zuvor ebenfalls schon war: Es gilt, das Game aufs Neue zu entern. Was Nine's eigenen Ankündigungen dann jedoch folgt, ist eine Dreiviertelstunde, die Nine-Fans eher ernüchtern sollte. Der Bronx-Native macht sich hier zwar nicht lächerlich, sondern bleibt seiner Linie treu und ist damit auch einer der wenigen, die dieses Jahr noch die raue NY-Schiene fahren; aber andererseits scheint es, als wäre an einigen Stellen die Luft raus. Das liegt einerseits daran, dass die altbekannten Themen teils wenig attraktiv verpackt werden, und außerdem an den Produktionen, die nicht wirklich zu Nine passen: "What's Done Is Done" ist zwar thematisch als Hinführung auf dieses Album sehr gelungen, bietet jedoch mit dem gemächlichen, freundlichen Streichergewand ein zu geringes Gegengewicht zum stimmlichen Schwerkaliber Nine. Doch er selbst ist auch nicht mehr über jeden Zweifel erhaben: Was er in "Red Light Green Light" an lüsternen Ausführungen über seine Fantasien mit dem anderen Geschlecht auftischt, ist schlichtweg plump:

"I'm headstrong, Teflon under my white tee
Cause there's a few places where niggas don't like me
But the ladies like me, and I like ladies
I don't even have to know her and I'm callin' her baby
Hey baby, baby, listen to me baby
Let's get together, maybe we can have a baby
Jump on, jump off, baby you so mean
I'm so hot, I'm so cold, I'm both extremes
"

Glücklicherweise begnügt sich Nine für den größten Teil damit, seine Realness in allen Einzelheiten breitzutreten. Natürlich geht es immer noch um Gewalt und Verbrechen, die nötigen Hilfsmittel auf dem Weg zum Dinero, das schon in den 90ern ausreichte, um einen Klassiker mit Inhalten zu füllen. Doch die trostlose Reality-Rap-Sichtweise, die auch bei Nine immer durchschien, hat sich hier verflüchtigt und weicht einem gewöhnlichen Tonfall - wie etwa in "Shotgun", das über einfältiges Piano-Loop Nine's Waffensammlung personifiziert. "Quinine" klingt zu simpel, um zu überzeugen, "Yes" bemüht ein altbekanntes Sample, während auf ein Neues groß aufgeschnitten wird. In einigen Tracks wendet sich Nine dann sogar anderen Themen zu: "Hip Hop" ist die fast schon pflichtmäßige Analyse des Genres, die zwar keine wirklichen Antworten bietet, doch trotzdem nett hergerichtet wird. Das viel zu langsame Tempo steht Nine allerdings ganz und gar nicht. Weitaus besser - und ein Fingerzeig darauf, wie dieses Album eigentlich hätte ablaufen müssen - ist dann "Furious": Die stete Drumline und der dezent wallende Hörnerteppich treiben Nine an, der (dem Titel gemäß) kurzzeitig zur richtigen Stimmung findet und den Hörer mit einer gesunden Portion Wut übergießt ("All the time, I find I'm mad at something / [...] / I'm bout peace, long as I get my piece, man / You said you gangster?, you fuckin' with police, man!"). Bevor das Album mit "Push" wieder in mittelmäßige Strukturen zurückfällt und mit "He Got A Problem" einen gelungenen Ausstieg hinlegt, tut sich noch das von Streichern angetriebene "Glock 9" hervor:

"Sometimes you gotta remind these niggas how soft they is
Sometimes you gotta aim the Nine right at they kids
By kids I mean balls, tell him you gon' blow his dick off
"

Die Geschichte kommt einem bekannt vor: Obwohl "Return Of The Hardcore" nur als Mix-Album und Vorreiter für das neue, echte Album hätte fungieren sollen, ist es letztendlich die bessere der beiden Scheiben. Genau das macht "Quinine" wohl so enttäuschend. Zu selten wird wirklich Fahrt aufgenommen, zu selten bekommt Nine hier angemessene Produktionen. Doch selbst wenn, so würde das Feuer der Neunziger wohl ausbleiben. Zu erwarten war vielleicht ein wenig mehr, doch im Endeffekt darf man froh sein, dass Nine kein gähnend langweiliges oder gar schlechtes Album vorlegt. Wirklich gut ist "Quinine" mit seiner abschnittsweisen Mittelmäßigkeit zwar auch nicht, schießt jedoch knapp daran vorbei und sollte zumindest ein paar Songs bieten, die dem Nine-Fan positiv in Erinnerung bleiben.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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Redakteur:
SnoopFrog
User Signatur:
Commercial HipHop is like dermatology, they only study the surface of the common shell

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