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Zum Ende der Seite springen Amadeus The Stampede - House Of Broken Mirrors
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User Beitrag:
Amadeus The Stampede - House Of Broken Mirrors


Release Date:
19. Mai 2009

Label:
Leedz Edutainment

Tracklist:
01. Push
02. House Of Broken Mirrors
03. My Old Gold Chain (Feat. Slaine)
04. Coca
05. Ruthless (Feat. Sean Price & J The S)
06. Company Of Saints
07. Deadly Toxins (Feat. Reks)
08. Believable
09. Bullshit (Feat. Reef The Lost Cauze)
10. Psycho
11. Pig Pen (Feat. Skinny Cavallo & Lateb)
12. Alone
13. Silence Me (Feat. Rite Hook)
14. Krush
15. Holy Roller (Feat. The Greater Good)
16. Christopher Walken Speaks (Feat. Ricky Mortis)
17. No Savior (Feat. Blak Madeen)
18. Cry Now Laugh Last
19. Down And Out
20. For The Hell Of It (Feat. Lateb)

Review:
Wer sich mit dem Kreis um Leedz Edutainment erst seit der "Mass Movementz: The Album"-Scheibe auseinandergesetzt hat, der wird wenig begeistert von der Nachricht des Erscheinens dieses Albums sein. So war Amadeus The Stampede einer jener Unbekannten, die dort neben diversen Indie-Größen zu hören waren, aber nicht im Gedächtnis hängen blieben. Nun bekommt Amadeus also die Chance zum Solo-Shot, was eine nähere Betrachtung seiner Person mit sich zieht. Diese fördert zutage, dass der Herr weder ein kompletter Neuling noch ein vollkommen austauschbarer 08/15-Emcee ist: Schon seit einiger Zeit betreibt der Bostoner den Mic-Sport, während sein bisheriger Lebensweg von Gewalt gezeichnet ist (Gefängnisaufenthalt inklusive) und er 2002 als schizophren diagnostiziert wurde. "House Of Broken Mirrors" ist also das Album, das dies alles verarbeitet.

In erster Linie dient das Album als Vorführung der Fatalität von Compilations wie "Mass Movementz" bezüglich der Beurteilung unbekannter Emcees und ihres Könnens aufgrund eines kurzen Auftritts. Ich persönlich hätte Amadeus bei meiner Unkenntnis früherer Erzeugnisse und nur nach Hören seiner zwei Auftritte auf der Leedz-Scheibe niemals ein Album wie dieses zugetraut. An seiner stimmlichen Unauffälligkeit ändert sich natürlich nichts, doch der fest in die Beats zementierte Flow zeigt eine unverhoffte Stärke, die sich in der Wahl von einprägsamen Worten manifestiert:

"Highway to hell, the life of a heathen
At the crossroads, I don't like what I'm seeing
Frightened and fiendin', fightin' my demons
Struggling, from the daylight to the p.m.
Bugging out, every single night that I'm breathin'
Voices in my head, please silence the screamin'
"

Außerdem wirft Amadeus sein Stimmorgan immer mit vollem Einsatz gegen das Mic, wie auch bei den gerade zitierten Zeilen aus dem Titeltrack "House Of Broken Mirrors". Es muss natürlich von Anfang an unterstrichen werden, was außerdem zur positiven Überraschung beiträgt: Die Produktionen sind nicht im Ansatz mit denen auf dem Leedz-Album zu vergleichen, obwohl es eine ganze Reihe an Überschneidungen hinter den Reglern (Matty Trump, Nox Beats, J Scrilla, J. Ferra) gibt. Auf einmal ist hier Atmosphäre vorhanden, auf einmal nehmen die Instrumentals die nötige Fahrt auf, die dem Stampede zu seinen Erfolgen verhilft. Thematisch bewegt sich Amadeus dabei immer zwischen Eigentherapie und den üblichen Berichten über Leben und Gewalt im direkten Umfeld. Vor allem, wenn hoher Besuch zugegen ist, werden die Songs der gewohnten Schublade entnommen: "Ruthless" mit einem mehr oder weniger unnötigen Feature von Sean Price (nicht schlecht, nur nicht wirklich ins Bild passend) und "Bullshit" hätten am ehesten auf die Leedz-Scheibe gepasst. Viel besser sind die düsteren Solo-Tracks, auf denen Amadeus seine Stärken voll ausspielen kann. "Believable" profitiert von der Loptimist-Produktion, zeigt aber auch, dass Amadeus als Einzelkämpfer besser fährt. "Deadly Toxins" funktioniert trotz Feature, da Reks und Stampede sich gekonnt sämtlichem Konsum-Gift widmen. Eigentlich jedoch nicht nötig, denn eines der Meisterstücke des Albums fasst die Quintessenz der LP (und damit auch das obige Thema) schon zusammen: "Psycho" ist einerseits von Stu Bangas mit grandiosem Streicher-Kostüm bekleidet und fasst zudem alle Laster von Amadeus zusammen, die ihn zu jenem "Psycho" gemacht haben: In Gewalt, Sex und Drogen wird der Song aufgeteilt und beschreibt pro Verse chronologisch die erschreckenden Erfahrungen, die dem Protagonist widerfahren sind (z.B.: "Smoked for the first time by the age of nine / Three years later I was always high / Age 14, certified alcoholic / Mom's so scared, she used to buy me all of it"). Gestützt wird die Atmosphäre zudem von einer Vielzahl an Film-Dialogen, die am Ende vieler Songs eingesampelt werden und als Überleitung fungieren. So wandern Filme wie "The Shining", "Apocalypse Now", "Cobra", "In The Mouth Of Madness" und sogar ein Zitat von Carl Gustav Jung ins Album. Beim Highlight der Scheibe, dem Genickbrecher "Company Of Saints", zeigt Amadeus, dass er auch bei Hooks zu überzeugen weiß. In anderen Songs wiederum gibt er diese Aufgabe an passende Gäste ab: "Silence Me" gerät durch Rite Hook sehr ernst, während "Holy Roller" eher als Auto-Material taugt. Wenn die negativen Aspekte bisher unter den Tisch gefallen sind, dann deshalb, da sie hier stark im Hintergrund stehen und die mittelmäßigen Tracks immer akzeptabel ausfallen.

Wer hätte es gedacht? Ich nicht. Amadeus The Stampede tritt aus dem Schatten seiner Bostoner Kollegen und präsentiert sich mit diesem Album als äußerst eigenständiger Emcee, der zu weitaus mehr als bloßem Mittelmaß fähig ist. Sicherlich hat er ein glückliches Händchen bei der Wahl seiner Beats bewiesen, ohne welche das Album nicht so gut gelungen wäre. Doch auch sonst ist die Mischung aus gut angerichteten Alltags-Raps und Persönlichem gut verknotet worden. Wer einen Amadeus The Stampede bisher garnicht oder nur als profillosen Standard-Rapper auf dem Bildschirm hatte, der sollte sich überlegen, ob er nicht ein wenig Zeit investieren möchte, um mit "House Of Broken Mirrors" eines der besseren Alben dieses Jahres kennen zu lernen.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (1 Bewertung / 4 Ø)


Redakteur:
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