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Phil62 - Dein blaues Wunder


Release Date:
22. Mai 2009

Label:
Ducktapes / 667 Distributions (Rough Trade)

Tracklist:
01. Intro
02. Über den Wolken
03. Dein blaues Wunder
04. Schizophren
05. Sparring (Feat. Marde)
06. Erstes Wunder
07. Nie wieder
08. Spiegel (Feat. Perlitz)
09. Mir egal
10. Montag
11. Patrida mou
12. Zweites Wunder
13. Herrschaft des Feuers (Feat. DJ Amin & Simon Says)
14. Verlassene Seelen / Die letzte Träne
15. Blütenzeit (Feat. DJ Fellbaum)
16. Drittes Wunder
17. Nur eine Chance (Feat. Blickfunk)
18. Ein neuer Tag (Outro)

Review:
Nachdem das Bielefelder Label 667onemorethanthedevil sein Zugpferd an das Ruhrpotter Erfolgslabel Selfmade Records abgeben musste, war es lange Zeit ruhig in der Talentschmiede, in der unter anderem auch Pimpulsiv und Architekt ihre Platten veröffentlichten. Mit Phil62 hat sich der zugehörige Vertrieb 667 Distributions nun einen noch sehr jungen, ambitionierten Künstler unter den Nagel gerissen, der durch Themenvielfalt, gute Flows und eine Stimme mit Wiedererkennungswert versucht, in der deutschen Rapszene Fuß zu fassen. Seine Skills konnte Phil unter anderem schon bei "Feuer über Deutschland 3", beim dritten "1on1 Freestyle Battle", wo er mit gerade mal 16 Jahren den dritten Platz belegte, und mit einem Sieg beim "5. Battle Instinct" unter Beweis stellen.

Das Album beginnt mit einem herrlichen George Air Brush Beat und verspricht dank energischen Flows und Cuts von DJ A-min eine grandiose LP. So muss ein "Intro" klingen! Durch das Intro in höchste Erwartungen katapultiert geht es "Über den Wolken" weiter. Phil besticht mit Humor und Flowvariation, die Hook geht ins Ohr. Der Beat ist erste Sahne oder vielleicht auch zweite Sahne, wenn man ihn mit seinem Vorgänger vergleicht. Auf dem Titeltrack wird "Dein blaues Wunder" versprochen. Alles in allem ein guter Track, der sehr reimorientiert und durchdacht gestaltet ist. Mit manchen vermeintlichen Punchlines nimmt Phil dem Track aber leider oft den Flavour, wobei er das allerdings mit anderen gelungenen Lines ausgleicht. Phil62 outet sich auf einem von Bugzz produzierten Track als "Schizophren" und unterhält sich im ständigen Egowechsel mit einer Dame, der er als Romeo die Sterne vom Himmel holt und als alkoholisierter Rüpel vor den Kopf stößt. Begleitet wird Phil auf diesem Song von einem klischeemäßigen Engel auf seiner linken und dem dazugehörigen Teufel auf der rechten Schulter. Auch der Beat macht den Persönlichkeitstausch mit: Während er im Schmeichelmodus extrem chillig, romantisch und melancholisch klingt, ertönt er im Rabaukenmodus wild und ungestüm. Man muss sagen, dass die melancholischen Teile des Beats derart gut klingen, dass man sich Gedanken über einen eigenen Track auf diesem Instrumental machen sollte. Kompliment an Bugzz!

"Eigentlich ist das nicht meine Art,
Doch dein Lächeln ist so süß und deine Lippen zu zart.
Ich sitz an der Bar, seh dir gern beim Tanzen zu.
Butterblümchen, nach dir hab ich so lang gesucht.

Nein, das ist nicht meine Art, ich brauch deine Lippen zum Blasen
Und machst du Stress, regel ich das mit 'nem Tritt in den Magen.
Ich sitz' seit dreieinhalb Stunden auf demselben Hocker,
Alles geht auf deine Rechnung, ich bestell 'nen Vodka.
"


À la Olli Banjo lädt Phil seinen Ducktapes Kollegen MarDe zum "Sparring" und präsentiert einen Battletrack, dessen instrumentale Unterlage nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Ein düsterer Synthesizer-Club-Beat, der für meinen Geschmack viel zu elektrisch klingt, rückt den Track in ein schlechteres Licht, als er es textlich verdient hätte. Einen besonderen Teil des Albums bildet die Tracktrilogie, die sich auf den Anspielnummern 6, 12 und 16 befindet und sich chronologisch "Erstes Wunder", "Zweites Wunder" und "Drittes Wunder" nennt. Während der erste Teil eher humorvoll gespittete Punchlines bietet und dadurch eigentlich den Bezug zu den beiden anderen Teilen verliert, thematisiert der zweite Teil immer noch auf Basis der Punchlines das Hobby Rap als Flucht vor den Problemen des Lebens. In den Schatten gestellt werden die beiden ersten Teile allerdings vom krönenden dritten Teil, der einen gefühlvollen Inhalt auf einem sehr musikalischen Beat darstellt. Ein wunderschönes Sample unterstreicht die Aussdrucksstärke dieses Songs, die unter anderem auch durch die Flowvariationen vermittelt wird. Die Geschichte seiner ersten Liebe erzählt Phil auf einem von Bjet produzierten Beat. "Nie wieder" überzeugt voll und ganz durch seine Story und klingt wie ein Tagebucheintrag, wodurch Gedankengänge und Gefühle nachvollziehbarer wirken. Zusammen mit Perlitz MC hält sich Phil den "Spiegel" vor und liefert einen weiteren deepen Track, wobei es sehr lobenswert ist, dass es Phil trotz themenbasierter Texte permanent schafft, durch Flows, die sich wirklich sehen lassen können, zu überzeugen. Fast in jedem Track werden souveräne Doubletime-Einlagen mit guten Reimen geboten. Perlitz MC überzeugt übrigens ebenfalls. In "Mir egal" erklärt Phil seine Haltung zur deutschen Rap-Szene und wie der Titel schon vermuten lässt, ist ihm der Rest egal. Entertainment wird auch hier wieder durch fragmentartige Flows, die durch ständigen Tempowechsel glänzen, geboten. Als ich gerade dachte, den Beat von "Montag" nicht zu mögen, musste ich staunend feststellen, dass ich mitnicke. Eigenartig. Nunja, ein Partytrack, auf dem Phil jeden Montag feststellt, welche Spuren das Wochenende bei ihm hinterlassen hat. Kater und Tinnitus führen dazu, dass die Sehnsucht zum nächsten Freitag wächst. Auf "Patrida Mou" widmet sich Phil62 seinem Heimatland Griechenland und rappt auf melancholische Art und Weise über sein enges Verhältnis zur Heimat. Ein Lagerfeuersong! Die "Herrschaft des Feuers" ist laut Featuregast Simon Says "Bielefelds Finest", was man an diesem stark vorgetragenen Battletrack gar nicht bezweifeln möchte. Und was ist das für ein Beat von DJ A-min? Respekt! Das verwendete Sample ist zwar bekannt, aber sehr gut verarbeitet. "Verlassene Seelen / Die letzte Träne" ist ein klassischer Storyteller, der in seiner ersten Hälfte die Geschichte eines Mädchens erzählt, deren Leben sich aus Traurigkeit und Qual gestaltet, weil sie nur noch ein Jahr leben zu hat. Unterstützt von Vocals der Sängerin Dana schafft es dieser Track, Atmosphäre und Mitgefühl beim Hörer auszulösen. Den zweiten Teil des Tracks möchte ich nicht vorweg nehmen und bitte mit einem Augenzwinkern darum, selbst mal reinzuhören. Mit dem Outro namens "Ein neuer Tag" verpasst Phil seinem Album einen würdigen Abschluss und dankt seinen Freunden für jegliche Unterstützung.

Phil62 bietet seinen Hörern einen innovativen Flow auf sehr gut produzierten Beats von Bjet, George Air Brush, Bugzz, DJ A-min und DJ Fellbaum. Themenvielfalt, Einfallsreichtum und freshe Flows gepaart mit guten Beats: Phil62 könnte man also gut und gerne als den neuen Casper bezeichnen und das nicht nur, weil er auch aus Bielefeld kommt. Lange habe ich über die endgültige Wertung zum Album nachgedacht. Vier Kronen oder viereinhalb? Letztendlich habe ich mich für vier Kronen mit starker Tendenz nach oben entschieden, weil ich glaube, dass man sich zwei bis drei Tracks hätte sparen können. Die besten Alben kommen meistens von Leuten, von denen man es nicht erwartet. Hier hätten wir so einen Fall. HipHop lebt!

Wertung: (4 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (4 Bewertungen / 2 Ø)


Redakteur:
Marvlife

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Stimmung: ...
Herkunft: Remscheid
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Fav. Producer: JazzPotato, Untergrundlappen

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User Beitrag:

Hat mich auch ziemlich positiv überrascht, die LP. Mein Fav ist "Über den Wolken". Was Phil da an Flows und Lines raushaut ist sehr stark und unterhaltsam. 3,5 Kronen von mir
User Signatur:
Hip Hop
Momentaner Lieblingssong: Sniper - Guru-Tribute

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Herkunft: die schöne Pfalz
Fav. CD: DLUDRADTMAK
Lieblingsfilm: The Game, Fight Club, Ocean's 11, Training Day

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User Beitrag:

Knappe 4 Kronen sind vertretbar, gefällt mir gut die Platte, der Typ kann auf jeden Fall was. "Montag" ist mal herrlich zum abfeiern, Die Wunder-Trilogie ist gut, er hätte sich ein paar Songs sparen können, die nicht so stark sind, aber generell eine gute Platte, gerade in der heutigen Zeit mal jemand, der noch Reimen kann zu hören, tut gut.

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