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Zum Ende der Seite springen Unknown Prophets - Le System D
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Unknown Prophets - Le System D


Release Date:
01. Dezember 2009

Label:
Bump Opera Music

Tracklist:
01. Bleeds & Sweats
02. Forgot You Were Human
03. No More Hell
04. Hate Face (Feat. Grieves)
05. Tap Dance (Feat. Lazerbeak & Chickenbone)
06. Explore (Feat. Braille)
07. Stand Our Ground (Feat. Brent Snyder & Anneke Kampman)
08. Face The Storm
09. Fresh (Feat. New MC & Alicia Steele)
10. Forever (Feat. Promoe)
11. What I Live For
12. Dangerous (Bonus)

Review:
Sie nennen sich Unknown Prophets, sind inzwischen aber durchaus keine Unbekannten mehr. Ihr Conscious-Rap führte sie von ihrem Debüt "World Premier" bis zu ihrem letzten Werk, dem 2006 veröffentlichten "The Road Less Traveled", mit dem sie es vermochten, ihre Fan-Base beachtlich auszubauen. Während Big Jess letztes Jahr mit einem Soloalbum von sich hören ließ, blieb es um die Gruppe, die außerdem Mad Son und DJ Willy Lose umfasst, ruhig. Nun sind die polnischstämmigen Familienväter aus Minneapolis zurück und präsentieren, immer noch nicht gesignt, ihr viertes Album "Le System D".

Was steckt hinter dem Titel?, und wie hängt der Titel mit der Musik zusammen? Erstere Frage lässt sich beantworten, wenn man die Erklärung im Buch "The Nasty Bits" nachschlägt: Das "System D" ("le system débrouillard") ist eine Methode, von der der Autor, ein Küchenchef, durch seinen Sous Chef erfährt und die das zeitsparende Zurandekommen in prekären Situationen mittels gewiefter Kniffe meint. In "The Nasty Bits" beispielsweise ersetzt ein (von Autor und Sous Chef beobachteter) Küchenjunge einen nicht vorhandenen Werkzeugkasten mit einem Teelöffel. Bei der Frage, was die Prophets uns damit sagen wollen, muss ich passen. Vielleicht bezieht es sich auf das noch immer ohne Label-Deal geführte Rap-Dasein. Doch die Musik selbst hat sich im Vergleich zu "The Road Less Traveled" nur auf den ersten Blick nicht verändert: Die Prophets sind älter geworden und ließen ihr neues Album von ebenjenem Reifeprozess bestimmen. Es wird nicht mehr gegen "Mr. Mainstream" gewettert und die jugendliche Einstellung der BoomBap-Stimmungsgranate "Dive In" ist verflogen. Mad Son's Gitarre ist der Grundstein jedes Songs und aus diesen Grundrissen produziert Jess schließlich das Album - ohne dabei Samples zu verwenden. Die UPs sind mit einem Fuß im Rock-Rap gelandet und dürfen als Referenz nun Eyedea & Abilities angeben, wobei die Prophets erheblich verträglicher und poppiger ausfallen. Auf textlicher Seite drängt sich beizeiten der Vergleich zu Atmosphere auf: Jess klang seit jeher ein wenig wie Slug, doch einige Tracks dieser Platte gehen noch eine Stufe weiter. Die Prophets sind sentimentaler geworden, die Pseudo-Reife, die im Rap so gerne erlangt wird, endet in Tracks wie "Forgot You're Human". Zweifelsohne sehr gelungen, doch die zwischen (im großen Geschäft umherwandernden) Geldbeträgen verloren gegangene Menschlichkeit (was natürlich als Fortsetzung zu "Mr. Mainstream" angesehen werden könnte) ist keineswegs ein fesselndes Thema. Getränkt mit blumigen Conscious-Parolen über innere Kämpfe und die im eigenen Herzen gefundene Wahrheit sollte man die neuen Prophets mit Vorsicht genießen. Zusammen mit Braille wird zum Überwinden der eigenen Komfortzone ("don't you get the feeling that there's so much more?") aufgerufen ("Explore"), in "Hate Face" wird eine schiefgelaufene Beziehung verarbeitet, wobei Mad Son sich selbst (somit aus Sicht seiner Frau) adressiert. Der instrumentale Teppich dazu klingt meist passend, meist auch abwechslungsreich, doch die großen Momente bringt Mad Son's Gitarre selten: "Face The Storm" bietet ein schönes Gitarrenintro, "What I Live For" gelingt als heitere Kopf-hoch-Nummer. Das beste Stück der LP ist das Instrumental "Tap Dance", in dem sich Chickenbone, Lazerbreak und Jess austoben. Mehr Sentimentalität gibt es im rückblickenden "Forever", einen nahe am Kitsch balancierenden Gute-Laune-Song findet man in "Fresh"; Gäste wie Promoe oder der Nachbar New MC passen dabei allesamt gut in ihre Rolle.

Spätestens jetzt sind die Unknown Prophets voll und ganz im Sound ihrer Minnesota-Kollegen angekommen - ohne dabei ihre eigene Note vollends abzugeben. Teilweise fühlt man sich an andere Künstler erinnert, doch das ist nicht das Problem der Platte. Wer "The Road Less Traveled" schätzte, der wird sich daran stören, dass die Zähne der Prophets nicht mehr so spitz sind wie noch vor drei Jahren - Abwechslung sowie Unabhängigkeit von Samples schön und gut, doch in seiner jetzigen Form ist der UP-Sound etwas zu harmlos. Verbesserungsvorschläge meinerseits: Textlich nicht nur die "erwachsenen" (und dabei in ihrer Ausführung doch makelhaften) Themen abklopfen, beim Sound die Elemente aus "Le System D" weiterentwickeln und sie dann zum Beispiel mit Sample-Arbeit kombinieren. Denn mit einem zweiten Album wie diesem werden die Unknown Prophets erneut knapp am Zertifikat "gut" vorbeischrammen.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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Lange kein solches Album mehr gehört. Nahezu perfektes Ding mMn. Sommer, Bier, Bubba Jay und Laune ohne Ende.
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