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Zum Ende der Seite springen Gerard MC - Blur
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Gerard MC - Blur


Tracklist:
01. Intro
02. Ab jetzt
03. Ein einziges Mal
04. Zu viel Zeit
05. Zweiundzwanzigjetzt
06. Ursache/Wirkung (Feat. Flip)
07. Brief aus der Leere
08. Faserland
09. Gelbgrünblau
10. Dunkelblauundgelb
11. Einatmen, ausatmen
12. Wahllose Szenen (Feat. Maeckes)
13. Halt es fest
14. Beautiful Day (Feat. Deniz)
15. Alles gut
16. Was bleibt

Review:
Seit Roey Marquis' "Momentaufnahme 3" ist mittlerweile einiges an Zeit vergangen und auch das damals erst 17-jährige oberösterreicher Ausnahmetalent Gerard MC hatte mittlerweile Zeit zum Reifen. Nach dem letzten und einzigen Album "Rising Sun" (2007) wurde es, bis auf wenige Gastauftritte, mächtig still um den Welser Jungen, was sich mit der Bekanntgabe seiner neuen Platte "Blur" allerdings schlagartig änderte. Frei nach dem Motto "gut Ding will Weile haben" hat man jeden Zeitdruck beiseite geschoben und das Resultat kann sich laut den ersten Reaktionen sehen lassen. Lasst uns dem Trubel auf den Zahn fühlen und Gerard MC an den ganz großen Maßstäben messen. Mal schauen, ob der damalige Überflieger den Ansrpüchen gerecht wird oder, ähnlich wie viele andere hochgelobte Jungtalente, sang- und klanglos in der breiten Masse untergeht.

In untypischer "Intro"-Manier geht es, anstatt mit Pauken und Trompeten, mit ruhigen, nachdenklichen Worten Richtung Startlinie. Hier wird der Hörerschafft Gerards Definition von "Blur" als "Lebensgefühl einer Generation" nähergebracht. "Ab jetzt" geht es dann auch so richtig los. Representing gepaart mit einem Hauch von Tiefgang, was aber dennoch zum Kopfnicken und Mitrappen verleitet. Gerard MC hatte "Zu viel Zeit" was ihm offensichtlich wirklich gut tat. Hier geht es darum, dass der Gute zu viel Zeit hat, um nicht mehr über Dinge, die ihn stressen, nachzudenken. Doofe Situation, die geschickt gelöst und mit einem gesunden Maß an Humor geschildert wird. Der erste richtig große Ballermann knallt dann mit "Zweiundzwanzigjetzt" in den Speakern. Ein synthielastiges und marschierendes Instrumental, das wohl selbst ohne Rap funktioniert hätte. Mindestens genauso nach vorne geht es mit dem 90er-Flashback-Track "Gelbgrünblau", der durch Flow und überlegte Wortwahl besticht. Die Hook wirkt anfangs zwar einfallslos, nach mehrmaligem Hören jedoch sogar fast passender als die Faust aufs Auge. Die mitreißende Hektik, die dieser Track versprüht, bleibt einfach sofort hängen. Und wo wir gerade bei Farben sind: "Dunkelblauundgelb" ist zwar ähnlich bunt, wirkt jedoch wesentlich schwerer und belastender. Hier dominieren verzerrte E-Gitarren und eine fein gesampelte Hook, die ihren Teil zur weniger freundlichen Atmosphäre beitragen, obwohl die Thematik dem Vorgänger ziemlich ähnelt. Verrückt, was Blickwinkel ausrichten können. Auf "Beautiful Day" überwiegt dann wieder die gute Laune, da Gerard MC einfach mal alle Probleme bei Seite schiebt und die Hörerschaft mit gelungenen Wortwitzen des öfteren zum Schmunzeln bringt. Deniz, den die meisten wohl durch Bo Flower und das Schmuf-Hamburg-Umfeld kennen dürften, rundet das Ding mit einer wunderschönen Hook optimal ab. Auch Flip, der seit Fivas "Rotwild"-Album jedem Deutschraphead ein Begriff sein sollte, setzt Glanzpunkte auf "Ursache/Wirkung". Ein nostalgisches Stück Musik, das einen in Gedanken selbst zu den alten Baumhaustagen zurückgehen lässt. Nach mehrmaligem Hören wirkt das nur noch gigantisch. Der letzte Gastauftritt wird dann mit "Wahllose Szenen" abgehandelt. Kein Geringerer als Orsons-Mitglied Maeckes macht den Track so unheimlich verrückt und scheint durch seine zusammenhanglosen Phrasen Gerard hörbar zu ähnlicher Aussageleere zu motivieren. Der Titel ist hier definitiv Programm und der Spaß somit vorprogrammiert. Doch Spaß ist auf "Blur" mehr oder weniger Nebensache, was nicht bedeutet, dass hier Depressionen groß geschrieben werden. Dennoch ist die Themen- und Tiefganglastigkeit gerade das, was dieses Album ausmacht. Der "Brief aus der Leere" ist genau das, was er verspricht zu sein. Ein Brief aus der Leere, aber keineswegs ein leerer Brief. Hier werden Gedanken ausgeschüttet und einfach mal der Kopf frei gemacht, was von wunderschönen Pianoklängen untermalt wird und somit ein nahezu perfektes Gesamtbild abgibt. Ähnlich fesselnd wirkt "Einatmen, Ausatmen", was wohl persönlicher ist, als es anfangs den Anschein hat. Doch genau das macht dieses Stück so ehrlich und real, da man es hier nicht mit abgedroschenen, deepen Phrasen, sondern Zeilen aus dem Innersten zu tun hat. Und genau das spürt und hört man einfach. Gerard erzählt Geschichten vom Leben, die einen schlicht und ergreifend berühren. Nicht nur oberflächlich oder scheinbar, sondern durch und durch. "Halt es fest" geht mir persönlich durch Mark und Bein, auf Grund trauriger Jazzelemente im Instrumental und einem Text, der wohl sogar abgestumpfte Menschen umhaut. Der wohl stärkste Track des Albums. Zumindest was die Performance angeht.

"Zweifel ist der kleine Bruder vom Scheitern
Ich weiß dass das Ganze manchmal nicht so einfach ist
Menschen tragen Masken und dann zeigt es sich
Du fühlst dich einsam wie ein Einzelkind
Das Einzige was bleibt ist diese Einsicht, das alles Scheiße ist
"


Und zum Schluss bekommt man mit "Was bleibt" den Gnadenstoß. Ein drumfreies Instrumental, das alleine aus einem wunderschönen Pianosample besteht. Hiernach kann man sich getrost selbst mit einer Spachtel vom Boden kratzen, um sich dann mit einem Besen selbst in die Tonne zu kehren. Seltene Erlebnisse, die jeder Musikliebhaber zu schätzen weiß und so absurd es auch klingen mag, genießen kann. Textauszüge wären hier zwar angebracht, aber das würde den Rahmen sprengen. Ein ergreifendes Finale, das noch lange Zeit seinesgleichen suchen muss.

Ja, das Jungtalent ist zum festen Bestandteil der Rapszene geworden. Zumindest bitte ich darum. Gerard MC versteht es, seine Hörer in gleichem Maße zu begeistern wie auch zu fesseln und beeindruckt durch unverkrampfte Texte und eine grandiose Beatwahl. Die Features scheinen perfekt platziert und ich freue mich, endlich mal wieder ein Album zu hören, bei dem auch der Hauptprotagonist hauptsächlich am Mic zu hören ist. Fakt ist, dass man mit "Blur" 16 Tracks ganz starke Musik serviert bekommt, was um so erfreulicher ist, da sich einfach keine Ausfälle herauskristallisieren. Das Einzige, was man eventuell vermisst, ist die fehlende Durchschlagskraft an Representern im Stile von "Zweiundzwanzigjetzt", wodurch die Platte mit etwas zu wenig Druck um die Ecke gebogen kommt. Dennoch bleibt "Blur" eine runde Sache, die ich jedem Deutschrap-Fan ans Herz legen kann.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (2 Bewertungen / 1.75 Ø)


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sneaks
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definitiv ein künstler, dem man eine chance geben sollte. das album hab ich zwar nicht nicht gehört, aber das was ich von ihm kenne ist hörenswert.

vielleicht bekehrt er mit seiner cd sogar den ein oder anderen BLUR-fan, der die scheibe nur aus versehen bestellt hat wink hehe

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