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Zum Ende der Seite springen MAdoppelT - Hybrid
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MAdoppelT - Hybrid


Release Date:
14. Mai 2010

Label:
Stoff Records

Tracklist:
01. Zurück in die Zukunft
02. Zeig mir wo Du bist
03. Luft (Feat. Lukas Hillebrand)
04. Vorbei
05. Ich verrat's (Feat. Thai Stylee)
06. Lass es brennen
07. Hunger
08. Ich wünschte
09. Frühlingswind (Feat. Lukas Hillebrand)
10. Lied ohne Name
11. Wünsch Dir was
12. Vorbei
13. Wer weiß (Feat. Lukas Hillebrand)

Review:
Dass die Österreicher auch rappen können, ist nicht erst seit Chakuza bekannt. Dies beweist auch MAdoppelT. Der in Wien ansässige Rapper liefert mit "Hybrid" nach "Null Uhr" (2004) und "Plan Leben" (2006) sein bislang drittes Album. Die gute Resonanz gab es und MA hat an sich gearbeitet. Im Pressetext heißt es: "'Hybrid' polarisiert und schlägt in die Extreme". Schauen wir mal auf welchem Stand er sich jetzt befindet und schenken wir unserem gleichsprachigen Nachbar ein wenig Aufmerksamkeit.

Positiv fällt der Opener "Zurück in die Zukunft" zum einen aufgrund des genialen, Sample-belasteten Beats und zum anderen durch den sich befreienden, teils melancholisch, teils fröhlich Ziele setzenden Text auf. Weitere Highlights sind die Tracks mit der Featurebesetzung des Sängers Lukas Hillebrand. Davon gibt es drei Stück an der Zahl. Da ist nämlich die bereits veröffentlichte Video-Single "Luft", in der im ersten Part ein Ungerechtigkeit beziehungsweise Unterdrückung erzeugendes, politisches Vakuum beschrieben und im zweiten Part eine mögliche Lösung des Umgangs mit solchen Problemen aufgezeigt wird. Der zweite Song dieser Kollaborationen ist "Frühlingswind". In diesem vergleicht MAdoppelT auf hervorragende, naturlyrische Weise einen Baum mit seiner Mutter ("Es heißt der Apfel fällt nicht weit vom Stamm/ du bist die Wurzel, nicht der Grund, warum der Baum überhaupt wachsen kann/ und kann man nicht jeden noch so starken Baum fällen/ doch die Wurzel nie wieder von der Erde trennen"). Die zweite Strophe wird der Freundin gewidmet: "Du zwingst mich nicht dauernd, dir zu zeigen, wie wichtig du für mich bist/ Du machst mein Leben nicht noch komplizierter als es ist". Insgesamt ist dieser Song eine musikalische Wertschätzung der weiblichen Geschöpfe, die für den Wiener wichtig sind. Die passenden Emotionen kann Lukas Hillebrand durch seine Hook zum Ausdruck bringen: "Es ist Winter und du bist der Frühlingswind". Als drittes wird der Hörer mit dem ermunternden "Wer weiß" dazu getrieben, seinen Ehrgeiz nicht aufzugeben und seine Ziele weiter zu verfolgen. Der Beat ist langsam und angenehm, und außerdem lädt er zum Entspannen ein. Hervorzuheben wäre da noch das von Grund auf ehrliche "Ich wünschte", in dem MAdoppelT versucht, mit einer Nachricht seines besten Jugendfreunds, durch die er erfährt, dass sein Freund Krebs im Endstadium hat, umzugehen:

"Sag mir, warum ist es so?
[...]
Und alles was ich kann, ist für die beten,
hoffen, dass wir uns wieder einmal gesund begegnen,
mit dir glauben, dass es einen Morgen gibt,
wie du sagst, ein Morgen ohne Krebs
"

Wo wir auch bei den mittelmäßigen Tracks wie dem einschläfernden "Frage der Zeit", in dem die Flirterfahrungen des Rappers offenbart werden, wie dem mit Standardphrasen behangenen Liebeslied "Lied ohne Name" oder dem noch recht akzeptablen Wunschzettel in Form von "Wünsch Dir was" angelangt wären. Bleiben dann noch die Totalausfälle "Zeig mir wo du bist", das mit schönen Frauen mit Modelmaßen liebäugelnde "Ich verrat's", zu dem das Reggae-Feature einfach unpassendes Beiwerk ist, und "Vorbei". Das erstgenannte Lied bekleckert sich mit einer nervigen Hook und einem triebfixierten Text eher mit Senf als mit Ruhm:

"Ich bin reizüberflutet und fixiert wie ein Hund,
will zum Schuss kommen, suche, find immer den Punkt,
ich hüpf um sie herum wie ein Indianer ums Feuer,
alle sagen, es wär peinlich, doch ich hab meine Freude
"

Vermutlich wurde hier darauf spekuliert, dass dieser Track aufgrund des mehr oder weniger tanzbaren Beats clubtauglich wäre. Dem ist aus genannten Gründen eher abzuraten. Auch weniger überzeugend sind Lines wie "Sei dumm und unvernünftig, und mit 35 knabberst du am Knochen wie ein Hündchen" auf dem Battletrack "Vorbei". Das Batteln gehört wohl eher nicht zu den Stärken des Wieners.

An sich ist "Hybrid" ein sehr musikalisches Album, das vorrangig Einflüsse von Pop und Rap vereint. Die Soundunterlage ist gut ausproduziert und in sich stimmig, man merkt aber einfach, dass hier nur zwei verschiedene Producer am Drumcomputer saßen. Daran ist ja nichts Verwerfliches, allerdings schränkt dies den Künstler auch ein, was besonders beim Reggae-Feature auffällig wird. Hinzu kommt, dass unter einem fehlerfreien Flow die Wortwahl leidet, wodurch der Ausdruck auch ausbleibt und nur selten eine Atmosphäre aufgebaut wird. Von den Betonungen und der Aussprache mancher Worte, die für mich eher merkwürdig wirken, wollte ich mich eigentlich nicht beeinflussen lassen, was aber so gut wie unmöglich war. Fans, die MAdoppelT bereits hat, werden mit diesem Album vermutlich glücklich werden, und neue Leute haben die Möglichkeit, diese Musik zu feiern. Auch für mich sind die 50 Minuten Musik keine Quälerei, jedoch überzeugt mich MAdoppelT mit seinen Skills nicht.

Wertung: (2 von 5 Kronen)


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Redakteur:
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"Ich hab die größte Attitüde seit NWA, du nur die größte Aldi-Tüte, aber das is ok"

Momentaner Lieblingssong: Eminem - 25 to life

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