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Zum Ende der Seite springen Canardo - Papillon
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Canardo - Papillon


Release Date:
21. Juni 2010

Label:
Canardo Prod.

Tracklist:
01. Je ne perds pas le nord
02. Bismillah (Feat. Green)
03. Priorité
04. Super Hero (Feat. Gappy Ranks)
05. Ailleurs
06. Big Bang
07. Le chant du ghetto
08. Petit Enfant Soldat
09. Inchallah
10. Henijay (Feat. La Fouine)
11. Pas De Place (Feat. MAS, MLC, Amar, Hus Mokh’o, Caine, Gued'1, BSM, Chabodo)
12. Hors De Contrôle
13. Plus Grand
14. Christelle
15. Papillon

Review:
Hört man hierzulande den Namen Canardo, fällt den meisten Rap-Fans wohl zuerst La Fouines Bombentune "Hamdoulah ça va" aus dem Jahr 2009 ein, denn auf dieser Straßen-Hymne trat dessen jüngerer Bruder Canardo das erste Mal so richtig in Erscheinung, und das obwohl der leidenschaftliche Beatbastler schon seit dem Jahr 2005 auf vielen erfolgreichen Projekten seines älteren Bruders vertreten war und zudem auch schon für viele französische Rap-Größen Erfolgssingles produziert hatte. Nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2009 seines Bruders wollte auch der aus der Pariser Banlieue Trappes stammende Canardo dieses Jahr für Aufsehen sorgen, und so schusterte dieser zuerst seinem Bruder mal eben sieben Beats für dessen Sampler "Capitale du Crime 2", inklusive der Hitsingle "Krav Maga", bis er schließlich auch das Erscheinen eines eigenen Soloalbums namens "Papillon" (dt.: Schmetterling) für diesen Sommer bekannt gab. Ob Canardo es nun geschafft hat, erfolgreich aus dem Schatten seines Bruders zu treten, um auch als Solo-Künstler die französische Rap-Gemeinde zu begeistern, erfahrt ihr nun hier.

Eingeleitet wird das Album durch die Street-Single "Je ne perds pas le nord", die soundtechnisch nach altem Canardo-Prinzip produziert wurde und auf welcher der Rapper mit marokkanischen Wurzeln mit angenehmem Flow über Konflikte und Anfeindungen in seinem Leben rappt und sich schwört, niemals seine französische Herkunft und den Pariser Banlieues zu vergessen und die Hoffnung nie aufzugeben, irgendwann ohne Vorurteile akzeptiert zu werden. Nach einem inhaltlich sowie soundtechnisch sehr schwachen Battletrack an der Seite von Genre-Kollege Green und dem danach folgenden, ebenso schwachen und sehr elektronischen "Priorité", auf dem Canardo den Hörer mit komischem, Auto-Tune-ähnlichem Singsang schon fast belästigt, folgt die Single "Super Hero" an der Seite des Londoner Reggae- und Dancehall-Künstlers Gappy Ranks aus dem Hause Greensleeves Records. Hatten sich Reggae-Liebhaber nach dem Anblick der Tracklist nun auf jamaikanische Einflüsse oder Ähnliches gefreut, so werden sie erneut von sehr elektronischem Sound und Auto-Tune-ähnlichem Gesang des Gastes enttäuscht. Doch inhaltlich überzeugt Canardo wenigstens mit ironisch größenwahnsinnigen Superhelden-Vergleichen, die leider aufgrund seiner bisher gezeigten Leistungen alles andere als gerechtfertigt sind:

"Mes Air Max me propulsent comme celles de Iron man,
Le quartier tu connais pas fais pas le mythomane,
Quand j'prend l'mic j'fous le feu appelles moi Fireman,
De building en building appelles moi Spiderman,
I'm a super hero écoute ce son par le nez comme de l'héro,
La douche vient on part tous de zéro
"

Leider stellt dieser Song trotz aller kleinerer Macken fast schon eines der Highlights des Albums dar, was die ganze nicht vorhandene musikalische Vielfalt des Album beweist und schon an dieser Stelle den Hörer fast zum Einschlafen bringt. So hilft es leider auch wenig, dass Canardo durchaus musikalisch und lyrisch begabt ist und auf den Akustik-ähnlichen Songs "Ailleurs", "Plus Grand" und "Christelle" sein Gesangstalent und seinen Wortwitz unter Beweis stellt, denn auch diese beiden Songs sind soundtechnisch eher einschläfernd und haben mit klassischem Rap im allgemeinen Sinne nicht mehr viel gemeinsam. "Le chant du ghetto" hört sich endlich wenigstens vom Titel wieder nach Pariser Streetrap an, doch auch hier bekommt man neben Auto-Tune-Effekten nur einen, für den französischen HipHop sehr ungewöhnlichen, Dirty-South-ähnlichen Soundteppich zu hören, der leider völlig unpassend zu erneut starken Lyrics des Pariser Rappers wirkt, welcher über seine Herkunft und das Leben in den Pariser Banlieues rappt:

"Je viens d'là où mes frères n'ont plus les idées claires,
Entre deux mondes, les anges nous ouvrent les portes de l'enfer,
Entassés dans des blocs comme des Smarties,
Pour oublier la merde, les frères s'marrent et tisent,
Hypnotisés par la télé, l'État nous manipule,
C'est l'hiver mais dans ma tête c'est la canicule,
Pour m'en sortir c'est le rap ou le biz pas net,
Je viens de loin, oui je viens d'une autre planète."

Die Krone des schlechten Geschmacks könnte man Canardo und seinem nun erstmals auftretenden Bruder La Fouine für deren gemeinsamen Track "Henijay" aufsetzen, denn nicht nur die von Canardo gesungene Hook klingt eher nach einem Sprachfehler, nein, auch der erneut elektronische und einschläfernde Beat zieht sich in die Länge wie ein Kaugummi, dem sich beide Rapper mit schläfrigem Flow und komischen Gesangseinlagen anpassen müssen. "Hors de Contrôle" ist nun endgültig ein Ausflug in House-Gefilde, und man fragt sich, ob Canardo verzweifelt versucht, ebenso wie sein belgischer Kollege, Ex-Rapper Stromae, mit elektronischer Tanzmusik und französischem Gesang in die Top-10 der Charts zu gelangen. Dazu passen auch die sich ständig wiederholenden Aufforderungen Canardos, doch bitte trotz allen Stresses, Lärm und sonstigen Party-hinderlichen Gefühlen cool zu bleiben und abzuschalten. Zum Abschluss des Albums bekommt man nun auf dem Titelsong "Papillon" überraschenderweise den jamaikanischen Reggae-Sound geboten, denn man sich von der Single an der Seite von Gappy Ranks erhofft hatte. Auf einem wirklich gelungenen Reggae-Beat singt Canardo auf verträumte Art und Weise über das gemütliche Leben eines Schmetterlings, der er gerne einmal wäre, und man überhört fast die scheinbar obligatorischen Auto-Tune-Effekte, die auch hier wieder auf nervende Art und Weise eingestreut wurden.

Alles in allem ist "Papillon" ein große Enttäuschung, denn anstatt hervorragende Streetsingles wie zuvor für die Projekte seines Bruders zu basteln, hat sich Canardo soundtechnisch auf House-ähnliche und sehr elektronische Irrwege verläuft, auf denen leider sein ganzes Potential und vor allem seine doch ab und zu überzeugenden Lyrics beim Hörer fast gänzlich unbemerkt bleiben. Das Ganze wird noch durch ständig auftretende Auto-Tune-Effekte verschlimmert, die Canardos Stimme auf unerträgliche Weise verzerren und in die Länge ziehen, was zusammen mit den schläfrigen Beats entweder zum Einschlafen oder zu Aggressionen beim Hörer führen kann. Lediglich an wenigen Stellen des Albums, wie etwa der überraschend guten Reggae-Nummer "Papillon" oder der Street-Single "Je ne perds pas le nord", bekommt man den Canardo zu hören, den man sich nach den vielen verheißungsvollen Gastauftritten des noch jungen Emcees erhofft hatte. Insgesamt kann man dem Album höchstens 1,5 Kronen geben und hoffen, dass er sich beim nächsten Mal wieder auf seine Stärken besinnt und die Finger vom House-Sound und Auto-Tune lässt, und stattdessen die richtigen Beats als Grundlage für seine guten Lyrics aussucht.

Wertung: (1,5 von 5 Kronen)


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