Willkommen auf rap4fame.de. Klicken sie hier um sich kostenlos zu registrieren und nutzen Sie die Vorteile eines registrierten Users.
r4f-Sampler Vol 3

rap4fame.de » R4F | Magazin » Reviews » Immortal Technique - Revolutionary Vol. 2 » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau Thema abonnieren
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Immortal Technique - Revolutionary Vol. 2
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »

User Information:
images/avatars/avatar-2407.jpg
Rang: Chuck Norris
Wertung:
Beiträge: 2.587
Guthaben: 12.780 Bucks
Stimmung: 0
Herkunft: Groß-Zimmern
Fav. Artist: Guilty Simpson, Kool G Rap,Nas,Masta Ace...
Fav. Crew: The Roots, Wu Tang,CunninLyinguist s,Atmosphere
Fav. Producer: J Dilla, Dj Premier, Pete Rock, Madlib,Kno,Exile
Fav. CD: Theory Hazit- Extra Credit
Lieblingsfilm: Kill Bill Vol. 1

- +
Level: 47 [?]
Erfahrungspunkte: 6.406.484
Nächster Level: 7.172.237

765.753 Erfahrungspunkt(e) für den nächsten Levelanstieg
User Beitrag:
Immortal Technique - Revolutionary Vol. 2


Release Date:
18. November 2003

Label:
Viper Records

Tracklist:
01. Revolutionary Intro
02. Point Of No Return
03. Peruvian Cocaine (Feat. C-Rayz Walz, Diabolic, Loucipher, Poison Pen, Pumpkinhead, Tonedeff)
04. Harlem Streets (Feat. Roc Raida)
05. Obnoxious
06. The Message & The Money
07. Industrial Revolution (Feat. Roc Raida)
08. Crossing The Boundary
09. Sierra Maestra
10. The 4Th Branch
11. Internally Bleeding
12. Homeland & Hip Hop
13. The Cause Of Death
14. Freedom Of Speech
15. Leaving The Past
16. Truth's Razors
17. You Never Know (Feat. Jean Grae)
18. One (Remix) (Feat. Akir)

Review:
Revolution, Rebellion, Industrialismus: alles große Worte, die viele Rapper oft sehr leichtfertig in den Mund nehmen. Bei den meisten Künstlern hört man dann auch nicht so genau hin, wenn es eben um jene Themen geht. Zu widersprüchlich ist einfach der Lebensstil vieler Rapper, weshalb man in der Regel eher ein Lächeln als ein offenes Ohr für sogenannte revolutionäre Texte übrig hat. Einige Personen im Rapgenre gibt es aber zumindest, denen man die rebellische Einstellung und die politischen Texte ohne Weiteres abnimmt. Dazu gehört auf jeden Fall Felipe Coronel, besser bekannt unter dem Pseudonym Immortal Technique. Mit seinem zweiten Werk "Revolutionary Vol. 2" macht er zwei Jahre später da weiter, wo er mit seinem Erstling "Revolutionary Vol. 1" aufgehört hat: scharfe Kritik an der Industrie und Politik verpackt in astreinem Battle-Material.

Technique wird vor allem auch dadurch sehr geachtet, weil seine Thesen nicht nur auf wilden Mutmaßungen beruhen. Während eines Knastaufenthalts beschäftigt sich der Rapper vor allem mit den wirtschaftlichen Problemen Südamerikas, Rassismus und lateinamerikanischen Freiheitskämpfern. Diese Themen sind auch stets in seinen Texten wiederzufinden, so auch auf diesem Album. Technique ist zudem bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und besonders hart mit Industrie und Vater Staat ins Gericht zu gehen. Während die Industrie ihm daher immer wieder Steine in den Weg legte, konnte es Technique so jedoch schaffen, sich eine treue Fanbasis und einen beachtlichen Respekt bei seinen Kollegen zu verschaffen. Nach diversen Anfangsschwierigkeiten, die sein Erstling umgaben, bekommt er dann mit "Revolutionary Vol. 2" von Anfang an die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Sogar die von ihm kritisierte Presse würdigt ihn mit einer Rezension in der "Washington Post". Doch nicht nur Fans und Presse wurden auf den Rapper aufmerksam, auch einige Brüder im Geiste gaben Technique bei diesem Album ihre Untersützung, wie beispielsweise der zum Tode verurteilte Polizistenmörder Mumia Abu-Jamal. Im Prinzip also perfekte Startbedingungen, die Immortal Technique jetzt lediglich mit der entsprechenden Qualität seines Albums ausnutzen muss. Um es ausnahmsweise vorwegzunehmen, die Qualität stimmt auch auf seinem zweiten Album. Jedoch muss letztendlich jeder für sich entscheiden, ob er sich mit den teilweise sehr harten Texten anfreunden kann. Eine zehnminütige Vergewaltigungsgeschichte wie auf seinem Erstling ist eben nicht jedermanns Sache. Ganz so hart, zumindest was die Intensität des Erzählten angeht, geht es zwar auf keinem der 18 Tracks des Albums zu, aber leichte Kost ist "Revolutionary Vol. 2" trotzdem nicht. Klar wird das direkt zu Beginn, auf "The Point Of No Return" beschäftigt sich Technique neben der Herkunft der Lateinamerikaner, den Templern in Verbindung mit Solomons Tempel auch mit den "üblichen" Verschwörungstheorien. Lyrisch werden hier also schon einmal alle Geschütze aufgefahren, was man von dem Streicherbeat leider nicht ganz behaupten kann. Allgemein sind die Produktionen auf dem Album jedoch eher nebensächlich. So sind wahre Beatgranaten eher die Ausnahme, letzten Endes stehen die Texte auf einem Immortal-Technique-Album nun einmal im Vordergrund. Die Produktionen sind dabei nicht einmal schlecht geraten, sie sind nur deutlich einfacher gehalten als die recht komplexen Texte. In diesem Fall aber sicherlich die bessere Wahl, da zu vielschichtige Beats womöglich mehr vom Text ablenken, als diesen zu unterstützen. So rappt Technique des Öfteren über einen Beat, der sich lediglich auf ein paar Akustikgitarren oder Pianosamples stützt. In "Industrial Revolution" setzt zum Beispiel ein gemächlicher Pianoloop ein um Technique's Verses zu untermauern. Dieser schafft es auf der Singleauskopplung auch gewohnt gut, deftige Punchlines und politisches Understatement miteinander zu verbinden:

"The bling-bling era was cute but it's about to be done,
I leave ya full of clipse like the moon blocking the sun,
My metaphors are dirty like herpes but harder to catch,
like an escape tunnel in prison I started from scratch

[...]
I want fifty three million dollars for my collar stand,
like the Bush administration gave to the Taliban,
And fuck packing grams nigga,
Learn to speak and behave,
You wanna spend twenty years as a government slave,
Two million people in prison keep the government paid,
Stuck in a six block eight cell alive in the grave
"

Seine peruanische Herkunft hat Immortal Technique unter anderem wahrscheinlich dazu motiviert, "Peruvian Cocaine", einen der stärksten Tracks auf dem Album, aufzunehmen. Der Titel startet mit einem Sample aus dem Film "Scarface", inoffizieller Lieblingsfilm aller Gangsterrapper. Allerdings wird hier ausnahmsweise mal ein Sample aus dem Film benutzt, bei dem es sich um die politische Seite des Kokainverkaufes dreht. Auf diese Weise entsteht eine passende Einleitung für die Geschichte, die Immortal Technique, Pumpkinhead, Diabolic, Tonedeff, Poison Pen, Loucipher und C-Rayz Walz zum Besten geben. Es geht dabei um den Weg, den Kokain von den Kokafeldern in Peru bis in die Straßen der USA zurücklegt. Jeder der MCs spiegelt hierbei eine unterschiedliche Person wider, die an diesem Prozess beteiligt ist. Ein gewisser lateinamerikanischer Einfluss, in Bezug auf die Musik, findet sich dann auch auf "Obnoxious". Musikalisch fließen hier nicht nur seine peruanischen Wurzeln mit ein, auch sein Status als gefürchteter Battlerapper kommt nicht zu kurz. Der Track strotzt geradezu vor messerscharfen Punchlines, die es verständlich machen, warum der Rapper anfangs Probleme hatte, ein Label zu finden, das ihn signen wollte:

"Look motherfucker, my words damage a slaughter,
A raging alcoholic like the presidents daughters

[...]
I take a piss on a development deal from Sony, or Def Jam,
Cuz your like all of the rest man,
This ain't a verse it's shit talk at the end of the song,
And you can suck a dick if you think I ended it wrong
"

Dass er bei solchen Lines aber im Prinzip nichts anderes macht, als sein gutes Recht auf Redefreiheit wahrzunehmen, verdeutlicht er in dem herrlich sarkastischen Track "Freedom of Speech". Vor allem durch die Hook, den fröhlichen Gesang eines kleinen Jungen, bekommt der Track eine besondere Note und wird zu einem der Ausnahmetracks auf dem Album. Auf die Zustände in seiner Heimat, die Straßen Harlems, macht Immortal Technique mit dem gleichnamigen Titel "Harlem Streets" aufmerksam. Der Track wirkt nicht nur durch die betrübten Lyrics atmosphärisch sehr ansprechend. Producer SouthPaw schafft es auch, den passenden Beat dazu abzuliefern. Mittlerweile fast zehn Jahre her, war es bei seinem Erstling (erschienen am 14. September 2001) noch zu früh, sich mit den Anschlägen des 11. Septembers zu befassen. Nun, zwei Jahre später, wäre Immortal Technique aber nicht Immortal Technique, hätte er nicht auch einen passenden Track dazu parat. Was mit dem Fast-Schon-Klassiker "Bin Laden" 2004 auf die Spitze getrieben werden sollte, hält mit "The Cause Of Death" bereits ansatzweise Einzug. Bereits hier muss das Bush-Regime scharfe Kritk einstecken und sich einige harte Punchlines um die Ohren schlagen lassen. So werden Bush und Bin Laden schon mal als Köpfe ein und desselben Drachens bezeichnet. Trotz allem vergisst es Technique nicht, auch ein paar Fakten mit einzubringen, um dem Track auch ein gewisses Statement mitzugeben, die Technique's Tracks meist von einfachen Battleraps deutlich unterscheiden. Ein fast reines Gitarren-Instrumental hält dann mit "Leaving The Past" Einzug. Das Resultat ist ein sehr smoother Track, der sich zum persönlichsten des Albums entwickelt. Was die Atmosphäre angeht, muss auf jeden Fall noch der Track "One (Remix)" erwähnt werden. Zwar schalten Technique und Featuregast Akir hier lyrisch einen Gang runter, aber als Ausgang für das Album hätte man keinen passenderen Track wählen können. Die chorähnlichen Vocals schaffen es zusammen mit Tech's abschließenden Worten, einen fast perfekten Abgang zu meistern, der einem das Gefühl gibt, gerade etwas Großes miterlebt zu haben. Dem kann man im Prinzip auch so zustimmen, gäbe es da nicht doch ein paar Schönheitsfehler. "The Message & The Money" mag zwar lyrisch gesehen durchaus relevant sein, aber warum muss Technique das in Form eines gesprochenen, knapp vierminütigen Vortrages rüberbringen, an Stelle eines normalen Tracks. Das tut sich der allgemeine Hörer in der Regel einmal an und skippt das Teil von da an. Genau das Gleiche gilt für "Homeland And Hip Hop", wo der bereits erwähnte Mumia Abu-Jamal in Form eines Telefongespräches einige Weisheiten zum Besten gibt.

Das alles ist letztendlich aber Meckern auf hohem Niveau, ebenso wie die bereits erwähnte Kritik an einigen Produktionen auf dem Album. Bezüglich der technischen Versiertheit von Technique und seinen einzigartigen Texten gibt es im Prinzip nichts auszusetzen. Höchstwahrscheinlich wird er aber vor allem durch seine Texte auch auf Ablehnung bei manchen Leuten stoßen. Doch Immortal Techniqe geht nun einmal keine Kompromisse ein und das ist auch gut so. Andernfalls würde er es wohl kaum schaffen, politische Statements und amüsanten Battelrap so gekonnt miteinander zu vereinen. "Revolutionary Vol. 2" ist vielleicht kein typischer Klassiker, aber es ist eines dieser Werke, die einen daran erinnern, dass HipHop weit mehr als Grills, Gangsterrap und plumpe Clubhits zu bieten hat.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (5 Bewertungen / 4.7 Ø)


Redakteur:
Oldman
User Signatur:
30x28 singen
Momentaner Lieblingssong: Lana Del Rey - Born To Die (konplettes Album)

User Information:
images/avatars/avatar-2448.jpg
Rang: Chuck Norris
Wertung:
Beiträge: 2.048
Guthaben: 11.312 Bucks
Herkunft: Bermuda Dreieck
Lieblingsfilm: Sopranos Staffel 1-6

- +
Level: 45 [?]
Erfahrungspunkte: 4.973.335
Nächster Level: 5.107.448

134.113 Erfahrungspunkt(e) für den nächsten Levelanstieg
User Beitrag:

Ein sehr heftiges Album. 4 Kronen sind mehr als gerechtfertigt, kann dem guten Technique einiges abgewinnen.
User Signatur:

User Information:
Rang: Chuck Norris
Wertung:
Beiträge: 4.733
Guthaben: 9.250 Bucks

- +
Level: 52 [?]
Erfahrungspunkte: 14.831.028
Nächster Level: 16.259.327

1.428.299 Erfahrungspunkt(e) für den nächsten Levelanstieg
User Beitrag:

Gute Review.

Würde 4,5 Kronen geben. Ist eins meiner Lieblingsalben im Amirap-Bereich!

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von KrAsuS: 02.10.2010 18:14.


Baumstruktur | Brettstruktur

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten letzter Beitrag
1. Immortal Technique - The Martyr Trae Media 7 25.03.2012 20:41 Uhr
2. Immortal Technique - The 3rd World SnoopFrog Upcoming Releases 12 18.01.2012 20:47 Uhr
3. Immortal Technique - Watch Out (Frees... Asimero Media 1 30.08.2006 20:41 Uhr
4. Diabolic feat. Immortal Technique - F... DaKey Media 1 26.03.2010 13:40 Uhr
5. Da Circle feat. Immortal Technique – ... Ben Media 2 07.02.2011 10:34 Uhr
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
rap4fame.de » R4F | Magazin » Reviews » Immortal Technique - Revolutionary Vol. 2


Abonnieren sie unseren Newsfeed Aktuelle Reviews per RSS Eigenen RSS Feed erstellen Bookmark and Share
© 2005 - 2011 rap4fame.de
MySpace | Twitter | Impressum | Archiv