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Spectac - Looks Like Another Job For Spectac


Release Date:
31. August 2010

Label:
Domination Recordings

Tracklist:
01. Superman Intro
02. Pushin' (Feat. Los)
03. How We Do It (Feat. Median)
04. One Day (Feat. Big Daddy Kane & Kofi)
05. Pimp Story
06. Time To Build (Feat. Median)
07. Ready Or Not (Feat. Little Brother & Median)
08. Just Ill
09. Unwritable
10. Rain Drops (Feat. Keisha Shontelle)
11. Superman (Feat. Sean Boog)
12. D.A.D.D.Y
13. Outro
14. One Day (Remix) (Feat. Big Daddy Kane & Kofi)
15. Green I's
16. Nobody's Crying
17. Your Eyes

Review:
"Looks Like Another Job For Spectac" ist das Debütalbum eines gewissen Mervin Jenkins aus South Carolina. Am Mic kennt man ihn eher als Spectac, was eine Kurzform für Spectacular darstellen soll. Spektakulär und selbstbewussst mutet dann auch Spectac's Beschreibung für sein Album an: "Kanye West meets Pete Rock Realitiy". Klingt auf den ersten Blick sehr viel versprechend, wenn auch gleichzeitig etwas hoch gegriffen. Doch wer Mitglied der Justus League ist und bei seinem Debüt direkt von Veteranen wie Big Daddy Kane, 9th Wonder und Little Brother Unterstützung bekommt, der darf auch ruhig ein wenig höher greifen.

Dabei tendiert der Sound auf dem Album im Endeffekt eindeutig eher Richtung Pete Rock. Die Produktionen besitzen allesamt einen gehörigen Touch Old-School und haben mit einem Kanye West relativ wenig gemeinsam. Verantwortlich für die Beats zeigen sich komplett 9th Wonder und Khrysis, lediglich drei Beat werden von weiteren Producern beigesteuert. Auch was das Storytelling des Emcees angeht, hat man irgendwie das Gefühl, eher ein Release aus den 90ern vor sich zu haben. Dabei blicke ich jedoch nicht etwa in Richtung N.W.A., BDP oder der 2 Live Crew, sondern eher in Richtung A Tribe Called Quest, Rakim oder eben Big Daddy Kane. Viele Texte sind Storytelling auf recht hohem Niveau mit einer gehörigen Portion Charakter. Das kommt daher, dass Spectac viel persönliches preisgibt und von Storys aus seinem familiären Umfeld erzählt. Die Lyrics gehören dabei teilweise zu den positivsten, die man in geraumer Zeit auf einem Rapalbum zu hören bekommen hat. Somit kann man guten Gewissens dieses Album auch den jüngeren HipHop-Fans vor die Nase setzen, genreuntypisch kommt das Album zudem fast ohne Flüche aus. Das mag mitunter auch daran liegen, dass es sich bei Spectac nicht um einen gewöhnlichen Rapper von der Straße handelt. Der MC ist hauptberuflich Lehrer und möchte seine beiden Leidenschaften auf dem Album erfolgreich vereinen, Erziehung mit Hilfe von HipHop. Spectac scheint sich also einiges vorgenommen zu haben auf seinem ersten Album. Dass aber ausgerechnet seine eigene Stimme das größte Hindernis darstellt, ist fast schon tragisch. Spectac erinnert stimmlich ein wenig an Cesar Comanche, leider mit dem Problem, auf allzu "orchestralen" Beats ein wenig unterzugehen. Aus diesem Grund ist der Entschluss das Album produktionstechnisch sehr oldschool zu halten eine weise Entscheidung. Deutlich wird das angesprochene Problem bereits auf dem ersten vollwertigen Track des Albums. "Pushin" ist ein von 9th Wonder produzierter Song, bei dem konstant einige Bläser im Hintergrund spielen. Gegen die kommt Spectac mit seiner zwar markanten, aber auch recht hohen Stimme einfach nicht richtig an. Glücklicherweise kann Spectac in punkto Flow und vor allem Storytelling auftrumpfen und seinen stimmlichen Nachteil dadurch gewissermaßen ausgleichen. So sind die meisten Songs dann auch eher im Stil von "One Day", einem von Kicks und Drum geprägten Beat, der es erst gar nicht erforderlich macht, mit allzu lebhafter Stimmlage zu rappen. Hier kann Spectac dann sein wahres Talent vollkommen ausspielen und bekommt dazu noch Hilfe von Big Daddy Kane persönlich. Der mit einem Feature vertretene "Rap-Opa" spittet dabei so gut wie seit Jahren nicht mehr. Zwar erreicht er keinesfalls die Qualität eines Big Daddy Kane zu Zeiten von "Raw" oder "Set It Off", aber er harmoniert sehr gut mit dem Albumhost. So gut, dass es von dem Song gegen Ende des Albums dann auch noch einen Remix gibt, der dem Original im Prinzip in nichts nachsteht. Spectac's angesprochen, persönlich gehaltene Lyrics entfalten hier ein respektables Potential und werden zudem von einem beachtlichen Flow begleitet. Somit gehören das Original sowie der Remix schon einmal zu den Highlights des Albums, auch deshalb, weil die gesungene Hook ebenfalls zu gefallen weiß. Sehr zu gefallen weiß auch der Tribut an seinen Vater (ausnahmsweise mal nicht die Mutter), mit dem einfachen Titel "D.A.D.D.Y.". In einem rührenden Liebesbeweis an seinen männlichen Elternteil, zeigt sich einmal mehr, dass ein positives Feeling Spectac relativ wichtig ist. Sein Vater dürfte jedenfalls ziemlich stolz auf sein eigen Fleisch und Blut sein, wenn er diesen fröhlichen Track hört. Ob er diesen jedoch auch als Superman sieht, wie Spectac nicht nur das Intro betitelt, sondern auch einen vollständigen Track, das lässt sich schwer sagen. "Superman" gehört auf jeden Fall zu den Tracks, die eindeutig eher in Richtung selbstbewusstes Representing anstatt lyrische Vergangenheitsbewältigung gehen, inklusive postitivem Messaging. Solche Tracks tun dem Album aber durchaus gut, da hierdurch ein wenig Fahrt aufkommt, die verständlicherweise den Tracks mit ernsten Inhalten und Themen fehlt. Auch hier lässt Khrysis wieder Kicks und Drums die Hauptarbeit leisten und wertet das Ganze zusätzlich mit einem anspornendem Orgelspiel auf. Auch "Time To Build" oder "Unwritable" fallen in jene Kategorie, aber vor allem "Unwritable" kann nicht wirklich überzeugen, was unter anderem wieder einmal an Spectac's schwächelnder Stimme liegt. Lediglich "Just Ill" fällt qualitativ noch ein Stück tiefer, wobei hier der Beat auch relativ nervig ist, nicht gerade Khrysis in Höchsform. Bessere Arbeit liefern Producer und auch Emcees wieder auf "Ready Or Not" ab. Zusammen mit einem vereinten Little-Brother-Team und Median entsteht ein sehr entspannter Song, der dann auch die Damenwelt zufrieden stellen dürfte. Diese bekommen hier nämlich ordentlich Honig ums Maul geschmiert und vor allem durch die Hook von Phonte, der allmählich zu einem zweiten Nate Dogg mutiert, bekommt man einen soliden R'n'B-Track geboten. Ohne Rapunterstüzung widmet sich Spectac dann auf dem melancholischen "Pimp Story" aus etwas anderer Sicht noch einmal der Damenwelt. Dass das Straßenleben, im Gegensatz zu einer ordentlichen Bildung, nie Spectacs Sache war, wird hier vielleicht deutlicher gemacht als in jedem anderen Song auf dem Album. Als passende musikalische Untermalung hat sich 9th Wonder hier für dasselbe Sample entschieden, das Cormega bereits auf "Live Ya Life" aus seinem Klassiker "The True Meaning" spendiert bekam. Aller guten Dinge sind bekanntermaßen drei, deswegen kommt mit "Rain Drops" dann der dritte Song, der die Zuneigung zum weiblichen Geschlecht und die damit oft verbundenen Probleme thematisiert, diesmal jedoch weniger allgemein gehalten. Hier beweist Spectac einmal mehr sein Gespür für gutes, emotionales Storytelling, auch der Beat von Khrysis schafft es, die richtige Atmosphäre zum Erzählten beizusteuern. Das Album endet dann nochmal mit einer positiven Message in Richtung Zusammengehörigkeitsgefühl. Mit "Your Eyes" reflektiert Spectac einige wichtige freundschaftliche und familiäre Beziehungen in seinem Leben und schafft somit einen vergnüglichen Abgang.

Trotz all der guten Worte und den vielen guten Tracks auf dem Album vermisse ich letztendlich jedoch eine gewisse Brise Spektakel. Spectac schafft es mit seinem Album zu zeigen, dass man ihm vor allem lyrisch durchaus Beachtung schenken darf. Allerdings wird es verpasst, auch ein paar Standout-Tracks abzuliefern, die sich ein wenig von der Masse abheben. Das liegt nicht nur an Spectac selbst, sondern auch an den den guten, aber nie sensationellen Produktionen. Hier hätte mit ein wenig Feinarbeit weitaus mehr draus werden können, leider wird diese Chance verpasst und man findet sich letzten Endes zwischen etlichen guten, aber eben keinen besonders erwähnenswerten Rap-Releases wieder. Die angekündigte Beschreibung "Kanye West meets Pete Rock Realitiy" ist in der Realität dann leider doch deutlich unspektakulärer als sie vermuten lässt.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Oldman
User Signatur:
30x28 singen
Momentaner Lieblingssong: Lana Del Rey - Born To Die (konplettes Album)

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