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Zum Ende der Seite springen Atmosphere – To All My Friends, Blood Makes The Blood Holy
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Atmosphere – To All My Friends, Blood Makes The Blood Holy


Release Date:
07. September 2010

Label:
Rhymesayers

Tracklist:
01. Until The Nipples Gne
02. The Major Leagues
03. Scalp
04. The Best Day
05. Americareful
06. Hope
07. The Loser Wins
08. Shotgun
09. Commodities
10. The Number None
11. Freefallin'
12. To All My Friends

Review:
Bei Atmosphere war es schon immer etwas schwieriger, den Überblick über die aktuellen Helfer im Hintergrund zu behalten. In der rund 16-jährigen Bandgeschichte herrschte ein ständiger Wechsel an DJs, die die beiden Bandurgesteine Slug und Ant offiziell begleiteten. Auch bei dieser EP hat sich das Duo wieder ein wenig Hilfe geholt, in Form von den Special Guests Blueprint, Grieves & Budo sowie DJ Rare Groove. Das neueste Werk ist offiziell zwar eine EP, mutet mit seinen zwölf Tracks und dem Umstand, dass diese als Doppel-CD erschienen ist, jedoch eher wie ein vollwertiges Album an.

Das Werk mit dem wieder einmal langen Titel "To All My Friends, Blood Makes The Blood Holy" verdeutlicht wieder einmal mehr den Trend, den Atmosphere vor allem mit dem letzten Album eingeschlagen haben: amüsantes Storytelling auf kaum mehr HipHop-lastigen Beats. Auch auf der aktuellen EP wird dieses Konzept konsequent fortgeführt, wobei der HipHop, zumindest soundtechnisch, nun fast ganz verschwindet. Stattdessen verlassen sich Atmosphere auf Gitarrenriffs und viel Percussions, alles in allem also sehr rocklastig. Das mag mitunter auch an den Special Guests Grieves & Budo liegen sowie dem Umstand, dass Ant und Slug seit dem letzten Album mit einer Live-Band auftreten. Glücklicherweise klingt das im Großen und Ganzen dann auch sehr ansprechend. Bester Beweis für das neue Soundkonzept ist auch direkt der erste Titel der EP, "Until The Nipples Gone". Der Track hat ziemliche Club-Banger-Qualitäten, vordergründig durch die Handclaps und das harte Gitarrenriff. Slug fordert die Zuhörer dann auch gegen Ende auf, mitzuklatschen, wobei es einem durchaus schwer fallen dürfte, abzulehnen. Die Stimme des Emcees wurde dabei nicht ganz unberührt gelassen, zwar ist der eingesetzte Effekt weit entfernt von jeglicher Auto-Tune-Vergewaltigung, klingt aber ungefähr so wie 88-Keys auf "Death of Adam". Passt in diesem Fall ziemlich gut und wird auch noch auf ein, zwei anderen Tracks eingesetzt, ist aber letztendlich Geschmackssache. Slug's Qualitäten am Mic kommen auf jeden Fall schon einmal zum Vorschein. Wirklich zu glänzen beginnt er dann aber erst, wenn sein Wortwitz und sein sympathisches Storytelling einsetzen. Dies schafft er auch durchgehend gekonnt zu gebrauchen und macht dadurch jeden Track zu etwas Besonderem. Auf "Freefallin'" managt er diese Kunst dann auch so perfekt, dass die ein oder andere Gänsehaut zum Vorschein kommt. Erst recht weil es einer dieser Liedtexte ist, bei dem quasi jeder Zuhörer mitfühlen kann, obwohl oder gerade weil niemand speziell im Text angesprochen wird:

"Nobody wanna go to work,
For some older jerk that doesn't know the dirt,
That's embedded in the hearts of those that hurt,
Monday through Friday and Saturday's for bonus perks
"

Speziell angesprochen soll sich wohl aber jemand auf "The Number One" fühlen. Auf einem entspannten Pianosample gibt Slug einige mehr oder weniger ernst gemeinte Hinweise in Richtung eines alten Kumpels. Slug scheint wohl nicht so viel davon zu halten, dass sein ehemals bester Freund kein Problem damit hatte, mit seiner Ex zu schlafen. Etwas perönlicher verläuft es auch auf "To All My Friends". Zwar ist der Text, laut Slug, an alle seine Freunde gerichtet, jedoch beschreibt er hier letzlich seinen eigenen Werdegang. Das soll an sich keine Kritik sein, aber irgendwie erwartet man hier eher eine Art Danksagung an den Freundeskreis von Slug. Das ändert im Grunde auch nichts daran, dass es sich hier um einen der Standout-Tracks der EP handelt. Wie bereits auf "Freefallin'" harmonieren Slug's gelassener Erzählstil und das rockige und zeitgleich smoothe Instrumental einwandfrei. Allerdings wird nicht immer der Nerv des passenden Instrumentals auf der EP getroffen. "Commodities" ähnelt ein wenig dem eröffnenden Banger und auch Slug's Stimme klingt wieder sehr nach Lo-Fi. Allerdings ist das Instrumental nicht halb so gut gelungen wie zu Beginn der EP. Slug schaltet hier ebenfalls ein paar Gänge runter, aber irgendwie scheint vor allem der Beat nicht wirklich zu zünden. Besser weiß auf jeden Fall wieder "The Loser Wins" zu gefallen. Eine scheinbare Abrechnung mit einem alten Homie zeigt einmal mehr, dass Slug wohl durchaus sehr nachtragend sein kann. Sympathiepunkte verliert er dadurch aber nicht wirklich, vielmehr zeigen solche Texte auch immer wieder, dass Slug eben kein Übermensch ist und mit recht gewöhnlichen Konflikten und Problemen zu kämpfen hat. Gerade deshalb zündet dann zum Beispiel "Americareful", das einige sarkastische Seitenhiebe in Richtung amerikanisches Gesundheitssystem und Lebensstandard bereithält. Nicht weniger sarkastisch und mit einem gehörigen Schuss Eigenironie geht es auf "Hope" zur Sache. Es ist zudem einer der Tracks, auf dem das Instrumental auch sehr gut gelungen ist. Dies kann man leider nicht von allen Tracks behaupten, aber letzten Endes machen Slug's Storys und der teils geniale Wortwitz jeden Track faktisch hörenswert.

Atmosphere kommen qualitativ somit zwar nicht ganz an ihr letztes Album ran, sie beweisen aber durchaus Standhaftigkeit. Kleinere Probleme im Hinblick auf die Produktionen sind schließlich kein Beinbruch und trüben letzten Endes nur leicht die Stimmung. Vor allem Slug kann sich positiv hervorbringen und zeigt, dass er mit Recht ein feste Underground-Größe ist. Mir hat die EP auf jeden Fall viel Freude bereit und ich freue mich schon auf das nächste Album des Duos aus Minnesota.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Oldman
User Signatur:
30x28 singen
Momentaner Lieblingssong: Lana Del Rey - Born To Die (konplettes Album)

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