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Zum Ende der Seite springen Mac Tyer - Hat-Trick
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Mac Tyer - Hat-Trick


Release Date:
27. September 2010

Label:
Because Music / Warner

Tracklist:
01. Intro
02. Tony a tué Manny
03. Seine Saint Denis
04. Flow helicoptere
05. Introspection
06. Ovniggaz
07. African
08. Hat Trick
09. N'oublie Pas Ce Que Tu Sait (Feat. Sarra Néférankhti)
10. Ce Que Ma Mère Me Disait
11. Love Cimetière (Feat. Vitaa)
12. Ha! Ha! Ha!
13. Tout Est Fini (Feat. Kayliah)
14. Obama Said (Feat. Dereck Martin)
15. Attitude De Rockstar
16. Rap Des Cavèrnes
17. Original Kaïra
18. Incompris (Génie)

Review:
Wir schreiben das WM-Jahr 2010 und müssen feststellen, dass sich mittlerweile auch die französische Rap-Szene am musikalischen Scheideweg befindet und sich selbst ihre Aushängeschilder überlegen, ob sie soundtechnisch weiterhin auf den altbewährten Pfaden des vom französischen HipHop-Mekka Paris ausgehenden düsteren und sozialkritischen Streetraps wandeln sollen oder ob man doch neue, elektronischere und clubtauglichere Wege einschlagen soll, die ihren Ursprung jenseits des großen Teichs in den USA haben, von wo aus große streitbare Inspirations-Wellen wie der Auto-Tune-Sound nach Europa schwappen. In einem Jahr, in dem Frankreichs Rap-Urväter IAM oder Ali wieder auf der Bildfläche erscheinen und den alten Sound der Pariser und Marseiller Straßen aufleben lassen wollen, versuchen sich auf der anderen Seite viele namhafte Emcees wie Salif oder Nessbeal an neuen Sound-Experimenten, damit der Rap in Frankreich in seiner Entwicklung nicht stagniert und weiter die Massen in den Vorstädten bewegt. Ebenso der aus Aubervilliers stammende Streetrap-Star und Tandem-Mitgründer Mac Tyer alias Socrate, auch dank seines erfolgreichen gleichnamigen Solodebüts aus dem Jahr 2006 als sozialkritischer "Le Général" mit herausragendem Flow bekannt, hat nun mit seinem mittlerweile dritten und erstmals auch in Deutschland erhätlichen Solo-Werk "Hat-Trick" versucht, eine Brücke zwischen altem, hartem Streetrap-Sound und neuen, vor allem elektronischeren, Einflüssen zu schlagen. Ob dem Mann mit dem "Flow Helicoptere" dieser Versuch gelungen ist oder er dabei ins kalte Wasser der Seine gefallen ist, wird sich nun herausstellen.

Direkt mit dem hitzigen "Intro" beweist der "Général" mit seinem unverwechselbaren und eindringlichen Flow, dass er sich für sein drittes Album viel vorgenommen hat, und gibt ebenfalls schon die soundtechnische Marschroute vor, die sich bereits direkt am Anfang nach einer Mischung aus seinem früheren Street-Hardcore-Sound und elektronischen Einflüssen anhört. Es folgt die erste Single des Albums, welche wie der Großteil des Albums von Beatbastler Blaster mitproduziert wurde und soundtechnisch dort anknüpft, wo das Intro aufgehört hat. Kombiniert mit Tyers eindringlichem Flow wird der von unheimlich klingenden Stimmen und elektronischen Tönen unterlegte Track zu einem Hörerlebniss, das nicht für die eher ruhigen Gemüter unter uns bestimmt ist. Dass die Experimente mit dem elektronischen Sound auch mal schnell daneben gehen können, beweisen uns Mac Tyer und der für die Produktion mitverantwortliche Produzent DJ Bellek mit dem folgenden Song "Seine Saint Denis", der bereits auf Belleks Rap-House-Projekt "Very Insolente Personnality" zu hören war und der beim Hörer aufgrund eines unglaublich anstrengenden und nervtötenden Beats eher Kopfschmerzen als Feierlaune hinterlässt. Anstrengend, aber raptechnisch weitaus anspruchsvoller, geht es mit "Flow Helicoptere" weiter, in dem ein mit Punchlines um sich schmeißender "Général" sein in einer nördlichen Banlieue von Paris gelegenes Viertel representet und unter Verwendung des Auto-Tunes selbstbewusst klarstellt, dass dem Rapper mit außerirdischem Flow niemand das Wasser reichen kann: "Flow vaisseau spaciale extraterrestre, la concurrence est morte comme la cimetière, ca vien d'Aubers le Général est venère, ca vien de la Mecque, alias nique ta mère". Der nächste kleinere Schwachpunkt des Albums sind die folgenden zwei Songs, die aufgrund des erneut anstrengenden Sounds und des gleichbleibenden Tempos fast wie Kopien der bisherigen Nummern klingen, wobei "Ovniggaz" fast einen negativen Tiefpunkt darstellt. Einzig und allein der wirklich gleichbleibend starke Flow des Rappers verhindert einen Totalausfall. Passend zu "African" rappt der geborene Kameruner nun über seine in Afrika liegenden Wurzeln und seine Erfahrungen und Gefühle, die er mit seiner zweiten Heimat verbindet, und dank des trommelnden Beats bekommt man endlich wieder die Abwechslung geboten, die man sich erhofft hat. Nach dem durchschnittlichen, aber endlich auch mal ruhigereren Titelsong des Albums bekommt man mit dem teilweise pianobegleiteten "N'oublie Pas Ce Que Tu Sait" ein richtiges Highlight geboten, auf dem Mac Tyer von der Sängerin Sarra Neferankhti unterstützt wird und beide mit nachdenklichen Aussagen zu überzeugen wissen. Die ruhige und nachdenkliche Stimmung setzt sich auch im folgenden Song "Ce Que Ma Mère Me Disait" fort, in dem Mac Tyer überraschend melodiöse Töne anschlägt und seine Beziehung zu seiner sich für ihn aufopfernden Mutter und seine Dankbarkeit ihr gegenüber thematisiert, was ihm dank seines starken Flows und seiner authentischen Art bestens gelingt:

"Un mère c'est banal c'est commel'air, tu ne l'as remarque même plus.
Elle se casse le dos au travail et toi t'arrêtes les études,
Elle me voyait médecin, ingénieur ou avocat,
Elle a quitté l'afrique pour le cauchemard occidental,
Après la guerre d'algérie, voici la guerre des banlieues.
Un choc des cultures qui nous menaces comme une arme entre les deux yeux,
Elle nous aime tous, rien dans son coeur ne se divise,
L'amour maternelle est proche de la miséricorde divine.
"

Die letzten beiden Nummern zeigen, dass der sonst so harte und am Albumanfang gewohnt eindringlich und agressiv flowende Streetrapper auch mal einige Gänge zurückschalten kann und mit nachdenklichen Themen abseits des Lebens in Paris' Straßen zu überzeugen weiß. Nach einem weiteren gelungenen Track an der Seite der französischen R'n'b-Sängerin Vitaa zeigt ein vom Glück verfolgter Mac Tyer auf der House-ähnlichen Club-Single "Ha Ha Ha", dass er gut lachen hat und seinen Urlaub an den Stränden Miamis genießt, was nicht zuletzt an gutem Wetter und attraktiven Frauen liegt:

"J'veux du soleil sur les plages de Miami,
Trop frais on nous ferme les portes du succès,
Les jaloux, fais comme tout l’monde va chercher un ticket,
Ce soir il est minuit, les filles sont jolies, le champagne coule à flot, L'argent nous rend sexy.
"

Dass ein Ausflug ins Elektro-Gefilde nicht wie so oft und leider wie bereits im ersten Album-Teil erfahren zu einer großen und schwer ertragbaren Zumutung für die Rap-Fans wird, ist dem "Général" und Produzent Philly an dieser Stelle hoch anzurechnen. Auf einem melodiösen und painobegleiteten Beat lassen uns Mac Tyer und Gastsängerin Kayliah in dem folgenden Song an einer fiktiven Trennung und den damit verbundenen Zweifeln und Gefühlsschwankungen teilhaben, wobei der Pariser viele Probleme anspricht, mit denen vermutlich auch viele Hörer schon zu kämpfen hatten:

"Quand c'est moi qui a mal au coeur, tu pleures,
Moi j'pense que tu bleuuuuf,
Tout est fini oui , oui tout est fini,
Pourquoi s'appelle-t-on encore si tout est fini?
On s'entend plus ca na plus de sens,
La grandeur de mon amoure s'évalue dans la souffrance.
"

Zwei soundtechnisch neue Facetten kriegt man von Mac Tyer einerseits auf dem überraschend souligen, aber überzeugenden "Obama Said" an der Seite seines deutlich älteren Gesangs-Partners Dereck Martin geboten, andererseits auf dem rockigen "Attitude De Rockstar", auf dem Mac Tyers hochgelobter Flow allerdings ein ums andere Mal ins stocken gerät. Den Abschluss des Albums bilden drei durchschnittliche Songs, die soundtechnisch wieder an dem streetraplastigen Anfang des Albums anknüpfen, wobei vor allem die Auto-Tune-verzerrten Refrains bei den letzten beiden Tracks das Gesamtbild der zweiten Albumhälfte ein wenig trüben.

Bei seinem dritten Album ist Mac Tyer fußball- und musiktechnisch kein lupenreiner "Hat Trick" gelungen, denn neben einigen musikalischen Volltreffern in beiden Albumhälften wie dem Streetrap-Kracher "Flow Helicoptere" oder den nachdenklichen Songs zur Mitte des Albums hat der Pariser auch einige Male nur den Pfosten getroffen oder stand wie bei dem nervtötenden "Seine Saint Denis" gehörig im Abseits. Doch insgesamt überzeugt das ehemalige Tandem-Mitglied dank seines starken Flows, seinem gewohnten Wortwitz und einigen interessanten Experimenten, die beweisen, dass Mac Tyer auch abseits des klassischen Streetrap-Sounds seiner ersten Alben eine gute Figur macht. Dazu kommt auch die inhaltliche Vielfalt, die sich endlich nicht mehr nur auf das harte Leben in den Pariser Banlieues und die soziale Ungerechtigkeit in unserem Nachbarland konzentriert, sondern auch Platz für andere Themen des Lebens hat, wie zum Beispiel die Familie, Liebe, Politik oder auch das von Glück und Erfolg geprägte Leben eines Rappers im Urlaub. Insgesamt folgen daraus 3,5 Kronen und der Beweis, dass ein bisschen Abwechslung dem so geschätzten Pariser Streetrap früherer Tage keineswegs geschadet hat.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Sonny

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Ich hatte bisschen Angst wegen der komischen Single. Hört sich aber an, als wären da paar richtig gute Dinger drauf. Mac Tyer ist schon dope. Genetal war meiner Meinung nach zu überfüllt, ich bin nicht so der Fan von Doppelalben. Da muss man immer soviel skippen. Trotzdem ein sehr krasses Album gewesen. Das zweite habe ich noch nicht gehört. Wie ist es Sonny? Nach der Review habe ich auch Lust auf das dritte. wink
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Zitat:
Original von Gleb
Ich hatte bisschen Angst wegen der komischen Single. Hört sich aber an, als wären da paar richtig gute Dinger drauf. Mac Tyer ist schon dope. Genetal war meiner Meinung nach zu überfüllt, ich bin nicht so der Fan von Doppelalben. Da muss man immer soviel skippen. Trotzdem ein sehr krasses Album gewesen. Das zweite habe ich noch nicht gehört. Wie ist es Sonny? Nach der Review habe ich auch Lust auf das dritte. wink



Dir wird bei "Hat-Trick" warscheinlich vor allem der Anfang und die Sachen die sich nach früher anhören gefallen,wobei ich dir auch "Obama Said" empfehlen würde,du magst ja glaub ich so Soul-Einflüsse manchmal wink

Das zweite ist in meinen Augen besser als "Hat-Trick",wobei jetzt das dritte soundtechnisch eben in ganz andere Richtungen zum Teil geht wink Ich mag "D'ou je viens" auch eher als das Debüt,wobei das Ansichtssache ist natürlich.

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für das, dass die single "seine saint denis" als namen hat, hätt ich nicht son discomüll erwartet, aber du hast ja bereits in der review erwähnt, dass der song nicht wirklich ne bombe ist.
hab mal das intro auf youtube gecheckt, dass wär mal ne super single gewesen, deftiger beat und flow passen dort super... aber ja, hätte wohl nicht in die heutige eletronische musikzeit gepasst.

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