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TLF - Renaissance


Release Date:
11. Oktober 2010

Label:
Foolek Records / Talents Fachés

Tracklist:
01. Intro
02. Criminel (Feat. Indila)
03. Magic (Feat. Big Ali & Nassi)
04. Au Phone
05. Prestige
06. Mes Raisons D'y Croire (Feat. Edwige)
07. Message Du Caractère (Feat. Kayliah)
08. Saut De L'ange (Feat. Tyjilla)
09. Supergirl (Feat. Awa Imani)
10. Le Meilleur Du Monde (Feat. Jean Fred)
11. Plus Haut
12. Dans L'game
13. On Sait Ce Qu'elles Veulent
14. I.K

Review:
Die Enstehungsgeschichte des französischen Streetrap-Duos TLF, am Anfang bestehend aus dem Pariser Rapper Alain 2 L'Ombre und seinem Partner, Rohff-Bruder Ikbal Vockal, ist relativ schnell erzählt, doch vor allem in Hinblick auf die heutige Marke TLF äußerst interessant. Nachdem die beiden Kindheitsfreunde zunächst musikalisch getrennte Wege gehen, Alain 2 L'Ombre als Emcee und Ikbal Vockal als Produzent vieler Genre-Größen, schließen sich beide erst im Jahr 2003 zu der Crew TLF ("Talents Fâchés") zusammen. Ab diesem Zeitpunkt sorgen die beiden Pariser mit ihren gemeinsamen Projekten mehr und mehr für Furore und schaffen es schließlich mit ihrem Debütalbum "Rêve Du Rue" in die Top 25 der französischen Charts. Doch nach dem vierten Teil ihrer äußerst erfolgreichen Sampler-Reihe "Talents Fâchés" im Jahr 2008 trennen sich die Wege der beiden "Partner in Rime" wieder, da sich vor allem Alain 2 L'Ombre wieder auf seine Solo-Projekte konzentrieren will. Doch anstatt die klangvolle Marke TLF zu begraben, entscheidet sich das musikalische Herzstück des Duos, Ikbal Vockal, der Crew mit einer Umbesetzung eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu bieten. Nachdem die neu formierte Crew um die Emcees Ikbal, Badoo und Yacouba in diesem Sommer bereits mit einem Gratis-Mixtape von sich hören ließ, feiert TLF nun mit dem neuen Album "Renaissance" seine Wiedergeburt. Dabei möchte Vollblut-Musiker Ikbal Vockal, der sich schon in jungen Jahren genreübergreifend von Reggae-Größen wie Bob Marley oder Sizzla, amerikanischen Rap-Gruppen wie NWA, Mobb Deep oder dem Wu-Tang-Clan, Pop-Legenden wie Sting oder Madonna, aber auch von Elektro- und Chanson-Klängen getreu nach dem Motto "J'aime la musique quand elle est bonne" inspirieren ließ, dem Projekt "TLF 2.0" vor allem einen neuen und musikalisch vielfältigereren Anstrich verpassen als zuvor. Für die Umsetzung seines Plans hat er sich vor allem weibliche Gesangsunterstützung in Person von Indila, Edwige, Kayliah oder auch der derzeit omnipräsenten Pariserin Awa Imani mit ins Boot geholt.

Nachdem Ickbal Vockal den Hörer in einem kurzen, düsteren und pianobegleiteten "Intro" samt mächtigem Synthie-Beat wie erwartet in den Straßen der Pariser Banlieues empfängt und mit aggressivem Flow direkt mal sein Revier markiert, begibt man sich auf dem folgenden "Criminel" plötzlich soundtechnisch "a bord du TLF airline" auf eine Reise in den fernen Orient. Untermalt von Bollywood-Klängen und begleitet von der indischstämmigen Sängerin Indila erklärt Ickbal dem Hörer, was alles zu einem kriminellen Leben dazugehört, wobei manche seiner Aussagen inhaltlich fast so unverständlich sind wie der von Indila in ihrer Muttersprache gesungene Refrain: "Criminel, ye pano ninade, criminel, otchina vanihi, criminel, aketche lo lone, criminel, ah criminel". Ein ungewohntes Sounderlebnis bekommt man auch im folgenden, sehr schnellen Clubtrack "Magic" von Ickbal und seinen Feature-Gäsen Nassi und XXL-Schreihals Big Ali geboten, die "Galactic comme l'équipe du Real" die ganze Welt in Verzückung versetzten wollen. Doch im Gegensatz zu vielen bisherigen, gescheiterten Elektro-Versuchen vieler Genre-Kollegen hat es Ikbal diesmal überraschenderweise geschafft, die Energie des treibenden Beats und die von Big Ali lautstark versprühte Energie auf den Hörer zu übertragen. Nachdem das Geheimrezept des Pariser Rappers aufgegangen zu sein scheint, hat dieser sich wohl ganz im Sinne des Sprichworts "Aller guten Dinge sind drei" dazu entschlossen, diesem Song noch zwei weitere, ebenso elektronische Club-Nummern folgen zu lassen. Diese lösen zwar weiterhin noch das ein oder andere Zucken in den Beinen des Hörers aus, doch für eingefleischte Rap-Fans sorgt dieser längere Ausflug in House-änhliche Gefilde doch wohl eher für die ein oder andere Verstimmung. Umso dankbarer ist man dem TLF-Frontmann für das folgende Highlight, "Mes Raisons D'y Croire", in dem der Pariser dem Hörer auf einem verträumten, aber zugleich mächtigen Beat äußerst überzeugend seine nachdenkliche Seite präsentiert. Ebenso brilliert Feature-Gast Edwige, die man bereits von einer früheren Kollaboration mit Canardo ("Un frére ne se remplace pas") kennt und die an dieser Stelle den Track mit ihrem wunderschönen Refrain veredelt. Der nächste Song liefert einen pumpenden Beat sowie einen teilweise Auto-Tune-verzerrten Ikbal, der erneut recht ernst und eindringlich über sein Leben und seine Umwelt philosophiert. Nach einem weiteren nachdenklichen Song, auf dem man neben einem raptechnisch erneut überzeugenden Ikbal auch einen gelungenen Auftritt des englischsprachigen Gast-Sängers Tyjilla zu hören bekommt, gelangt man zu dem flotten "Supergirl". Erneut von House-Klängen inspiriert, stellt der Song ein weiteres Highlight mit großem Ohrwurmpotential dar, in dem Ikbal und Feature-Gast Awa Imani äußerst überzeugend, wenn auch stellenweise recht kitschig, über die perfekte Liebe rappen beziehungsweise singen:

"Je serai cette fourrure quand t'auras froid ma belle,
Prends ton envole, je serai tes ailes,
Entre le solei et la pluie j'suis ton arc-en-ciel,
La seule qui a su soigner mes séquelles,
Que serait devenu Obama sans Michelle?
Main dans la main plutôt au Bahamas qu'à Saint-Michelle"

Einmal in Höchstform, präsentiert uns der mittlerweile zur Ruhe gekommene Pariser Emcee das nächste, diemsal leicht melancholische Highlight "Le Meilleur Du Monde" an der Seite des sehr starken Gast-Sängers Jean Fread. Auf einem zum Träumen verleitenden Beat erzählt uns ein hilfsbereiter und weltoffener Ikbal, wie er sich eine bessere Welt vorstellt und wie er mit jedem Tag zu dieser beitragen könnte. Dabei sind seine Texte für den Pariser wie die guten Neuigkeiten eines Chirugen, die er seinem Patienten überbringt und damit Glück und Freude auslöst. Natürlich ist das Ganze nichts komplett Neues, doch trotzdem gehen einem manche Zeilen trotzdem unter die Haut, was nicht zuletzt an der überzeugenden Vortragsweise des Parisers liegt:

"Je me vois dans la peau de ce grand frere incarceré,
Qui conseille son petit frere de ne pas lacher l’ecole et de bien travailler,
Je me vois dans la peau de cette benevole, de ces pompiers,
Je me vois rapper dans la troupe des enfoires,
Je suis serieux, j’aime rendre service quand je peux,
Apporter un peu d’espoir a tes yeux"

Die nächsten drei erneut sehr flotten Club-Singles sind nun mittlerweile auch für den letzten Rap-Fan des Guten zu viel, auch wenn man Ikbal überraschenderweise keinen einzigen soundtechnischen und raptechnischen Ausfall vorwerfen kann. Doch die meisten Hörer werden wohl dennoch enttäuscht sein, assoziiert man doch im Vorfeld den Namen "TLF" eher mit Pariser Streetrap vom Feinsten als mit partylastigen Elektro-Sounds für Frankreichs Clubs. Der letzte Track des Albums "I.K", benannt nach den Initialien des TLF-Gründers, ist dann endlich wieder ein raplastiger Representer-Track. In diesem räumt Ikbal mit sämtlichen Gerüchten um ein TLF-Ende und generell mit seinen Gegnern auf und feiert sich nebenbei auch ordentlich selbst.

Insgesamt kriegt man mit "Renaissance" weniger eine Wiedergeburt des alten TLF-Sounds als vielmehr eine überzeugende Art One-Man-Show von Ickbal Vockal geboten, der dem Projekt "TLF 2.0" direkt mal einen neuen, sehr viel elektronischeren und clublastigereren Soundanstrich verpasst hat und somit nach dem Weggang seines Rap-Partners für frischen Wind sorgt. Vergleicht man die Vielzahl der durchaus gut produzierten Elektro-/ Rap-Experimente des Pariser Vollblutmusikers mit den diesjährigen, kläglich gescheiterten ähnlichen Versuchen seiner Genre-Kollegen Soprano, Salif oder auch Mac Tyer, so muss man ihm auch als eingefleischter Rap-Fan eine gehörige Menge Respekt zollen, auch wenn der neue TLF-Sound vermutlich nur bei wenigen Hörern den richtigen Nerv treffen wird. So freut man sich vielmehr über die raplastige und ebenso gut produzierte Mitte des Albums, in der der Rohff-Bruder raptechnisch gewohnt stark auch mit nachdenklichen und ernsten Texten zu überzeugen weiß. Dabei wird er von allen vertretenen Feature- btw. Gesangsgästen hervorragend unterstützt und schafft es auch dank Awa Imani oder Edwige, den einen oder anderen hartnäckigen Ohrwum im Gehörgang des Hörers zu platzieren. Schlussendlich kannn man dem Album nicht viel vorwerfen, außer dass es trotz der durchgänig hohen soundtechnischen Qualität den einen oder anderen Hörer aufgrund des Elektro-Übergewichts verstimmen könnte, weswegen wir dem Ganzen mal 3,5 Kronen verleihen wollen.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Sonny

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