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Zum Ende der Seite springen Devlin - Bud, Sweat & Beers
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Devlin - Bud, Sweat & Beers


Release Date:
09. November 2010

Label:
Island UK

Tracklist:
01. 1989
02. Brainwashed
03. Day's And Nights
04. London City
05. Marching Through The Fog
06. Let It Go (Feat. Labrynth)
07. Yesterday's News
08. Community Outcast
09. Runaway (Feat. Yasmin)
10. Our Father
11. Finally (Feat. Ghetts And Dogzilla)
12. Dreamer
13. World Still Turns
14. End Of Day's

Review:
Als Newcomer hat man es heutzutage schwer aus der Masse herauszustechen. Umso hilfreicher ist es, wenn man bereits vor dem ersten offiziellen Release für ein wenig Aufmerksamkeit sorgen konnte. Devlin, ein 21-Jähriger Rapper aus Dagenham, hat bereits lange Zeit vor seinem Debütalbum für reichlich Gesprächsstoff in der Grime-Szene sorgen können. Trotz seines jungen Alters erhielt in letzter Zeit kaum ein anderer Rapper der Grime-Szene für seine Fähigkeiten am Mic so viel Respekt wie Devlin. Nach etlichen Verschiebungen und Problemen bei der Veröffentlichung seines Debüts ist es nun endlich soweit Devlin bekommt seine Chance sich auch auf Albumlänge zu beweisen.

Mit 15 Jahren konnte Devlin bereits erste Erfahrungen in der Grime-Szene machen und wurde Mitglied der OT Crew. Ein erstes eigenes Mixtape brachte er dann 2006 heraus. Von daher ist Devlin auch nicht ganz der Newcomer, als den ihn manche vielleicht sehen. Das wird auch deutlich, wenn man merkt wie routiniert und unbeschwert Devlin über die Produktionen der einzelnen Tracks flowt und oftmals ganz nebenbei noch sehr hochwertiges, inhaltliches Material von sich gibt. Man merkt ziemlich schnell, dass Devlin einen eigenen, teils sehr rasanten Flow hat. Bereits auf dem einleitenden Track "1989" geht Devlin in Sachen Flowtechnik ins Ganze und brettert einige seiner wichtigsten Lebensstationen herunter. Das klingt nicht nur auf dem Papier ziemlich hektisch, besonders in Audio-Form wirkt der Track mitunter etwas chaotisch, woran auch die recht nervige und überladene Produktion von Lewi White ihre Mitschuld hat. Der Name Devlin bleibt einem so erst wirklich nach dem Ohrwurm "Brainwashed" im Gedächtnis, was auch die generelle Absicht des Tracks zu sein scheint. Allgemein gibt es aufgrund recht poppiger, meist gesungener Hooks einiges an Ohrwurm-Material auf dem Album zu entdecken. Dabei beißen sich meines Erachtens aber stellenweise, die doch sehr Pop-lastigen Hooks mit dem Storytelling und Flow-Gewitter von Devlin. Auf "Let It Go" wirkt die gesungene Hook einfach viel zu soft, im Vergleich zum konsequenten Vortragsstil eines Devlin, zumindest mit der inhaltlichen Thematik Beziehungsstress ist sie aber konform. Ein weiteres Beispiel für eine recht softe Hook, die aber ungleich besser funktioniert, ist "Runaway", bei der Yasmin den Refrain sehr gefühlvoll einsingen kann und einer der atmosphärischsten Tracks insgesamt entsteht. Die Atmosphäre die "London City" erzeugen soll, erschließt sich dahingegen womöglich nur Leuten, die diese Stadt bereits erlebt und eventuell auch lieben gelernt haben. Für jemanden wie mich, der noch nie einen Fuß in diese Stadt gesetzt hat, wirkt der Track ziemlich unspektakulär, da die solide Produktion auch sehr darauf bedacht scheint, verborgene Emotionen zu wecken. In diesem Sinne funktioniert auf jeden Fall "Dreamer" besser, da ein jeder von uns, das ein oder andere mal einfach abschaltet und anfängt zu träumen. Zudem wirken Gitarren-Sample und die gesungene Hook wesentlich angenehmer, als das melancholische Pianospiel auf "London City" und das verzerrte Vocal im Refrain. "Community Outcast", das bereits auf Devlin's Mixtape "Tales From The Crypt" veröffentlicht wurde, ist schließlich ein Paradebeispiel für die Fähigkeiten des Engländers. Streng verwurzelt in der Arbeiterklasse, spittet Devlin ungeschminkt über viele Probleme, die Leute mit einem schlecht bezahlten oder gar keinem Job durchleben müssen. Dass der Track nun bereits vier Jahre auf dem Buckel hat, merkt man ihm kaum an, da der recht düstere Streicherbeat qualitativ immer noch in Ordnung geht und keineswegs altbacken klingt. Ebenfalls sehr düster wirkt "Our Father", in dem Devlin aus der Sicht Gottes offensichtliche Missstände in unserer Gesellschaft beobachtet und in eleganten Wortspielen verpackt. Mit "Marching Through The Fog" will Devlin dann auch zeigen, dass er weiß, welches Talent er hat und er sich nicht vor der Konkurrenz verstecken muss. Daran ist an sich nichts auszusetzen, wäre der Track nicht fast genauso nervig, wie das bereits erwähnte "1989". Wiederum übertreibt es Lewi White ein wenig mit dem Einspielen verschiedenster Samples, die einfach keine Harmonie in den Track bringen. Und auch wenn Devlin flowtechnisch locker mit diesem Chaos aus Hi-Hats und E-Gitarren mithalten kann, wird der Hörer das nicht lange aushalten. Naughty Boy zeigt wie man es besser macht und liefert Devlin eine ruhigere, aber wesentlich bessere Produktion für "Yesterday's News", auf dem Devlin darauf anspielt, dass er an sich kein echter Newcomer ist. Gegen Ende gibt es dann nochmal zwei sehr gegensätzliche Tracks zu bestaunen. Das heisst, im Grunde wird man nur einen der beiden Tracks bestaunen und zwar "The Worlds Still Turns", auf dem sich Devlin über rhytmische Claps Mut zuspricht und der stimmige Refrain ihn dabei bestens unterstützt. Auf "End Of Days" hingegen steht unsere Gesellschaft bereits kurz vor dem Abgrund, Hoffnung schimmert hier nur sehr entfernt durch. An die Qualität des vorangegangen Tracks kann hier aber auch nur ansatzweise angeknüpft werden. Zu düster und unstimmig wirkt der Track und vor allem die selbst performte Hook von Devlin.

Devlin macht auf seinem Debüt im Grunde fast nichts falsch. Er beweist ein nahezu unanfechtbares Können im Bezug auf Flow-Technik und intelligentes Storytelling. Leider kann er das Album nicht ohne den ein oder anderen Stolperstein meistern. Man versucht Pop und Grime zu vereinen, was größtenteils auch ganz gut klappt, teilweise aber zu aufgesetzt wirkt, um wirklich überzeugen zu können. Devlin's Wurzeln und Rapstil sind zu sehr im Grime verankert, um ihm die Pop-Affinität wirklich abzunehmen und sie als ständigen Begleiter auf dem Album willkommen zu heißen. Die Mixtur aus düsterem Storytelling und poppigen Hooks ist eben nicht immer ideal. Devlin birgt aber auf jeden Fall genug Potential, um in den künftigen Jahren, zumindest im Grime, oben mitmischen zu können. Da ist es auch verschmerzbar, wenn beim Debüt nicht alles zu 100% klappt. Ein hörenswertes Album ist "Bud, Sweat & Bears" am Ende auf jeden Fall geworden und zudem muss ja nicht jeder direkt mit einem Klassiker einsteigen.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


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2.5 von 5 Kronen. Da hat einer versucht, die Charts zu stürmen: Fail.

Highlights: Community Outcast und London City, sind aber von vor seiner Zeit bei Island.

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