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Herkunft: Deutschland
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Fav. CD: Sentino - IBDHH / Pi - Donnerwetter

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Dub Incorporation - Hors Controle


Release Date:
05. Oktober 2010

Label:
Diversité

Tracklist:
01. Tout Ce Qu'ils Veulent
02. Laisse Le Temps
03. Dos À Dos
04. No Doubt (Feat. Tarrus Riley)
05. Crazy Island
06. Ego.Com
07. El Djazzaïr (Feat. Jimmy Oihid & Amazigh Kateb)
08. Funambule
09. Bang Bang
10. Children
11. On A Les Armes
12. Fils De
13. Get Mad
14. Unité
15. Mélodie

Review:
Weit entfernt von den Pariser Vorstädten und den heißen Vierteln des "Planet Mars" formiert sich im Jahr 1997 in St. Etienne, Heimat des Fußfall-Vereins AS St. Etienne und Geburtsstätte des Lokalpatriots Willy Sagnol, die Reggae-Gruppe Dub Incorporation, kurz "Dub Inc". Während die Gruppe anfangs noch aus drei Mitgliedern bestand, besteht sie nun schon seit einigen Jahren aus acht Mitgliedern, deren ethnische Hintergründe fasst genauso vielfältig wie die verschieden Musikstile und Song-Inhalte der Gruppe sind. Das Markenzeichen der Gruppe wurde schnell ihr spezieller Sound, der hauptsächlich auf französischem Reggae basiert und sich immer wieder mit Dub- und HipHop-Einflüssen sowie arabsischen Rhythmen vermischt. Dabei sticht gesangstechnisch neben "Frankreichs D-Flame", Aurélien "Komlan" Zohous, vor allem sein Kollege Hakim "Bouchkour" Meridjas hervor, der immer wieder Zeilen in der Muttersprache seiner algerischen Vorfahren, Kabylisch, ins Mic spuckt. Ein weiteres wichtiges Merkmal ihres musikalischen Schaffens ist die große Themenvielfalt und die scharfe Sozialkritik in vielen Songs. Dabei widmen sich Dub Inc. als Sprachrohr der französischen Jugend zahlreichen kritischen Themen wie der Armut, dem Bildungsnotstand, der Arbeitslosikgeit, der Gewalt und der Korruption in Frankreich. Nach bereits drei erfolgreichen Alben liefern uns Dub Inc nun ihr viertes Album "Hors Controle" (dt.: Ausser Kontrolle), das wir nun genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Einen hervorragenden Start ins Album macht das melodiöse und wie gewohnt sehr instrumentale "Tout Ce Qu'ils Veulent", in der die Jungs aus St. Etienne direkt mal blau-weiß-rote Farbe zu ihrem heißgeliebten Heimatland bekennen. Von Komlan und Co erfahren wir nun auf begeisternde Art und Weise, dass man in Frankreich trotz Migrationshintergrund und aller gesellschaftlichen Problemen immernoch genügend Gründe besitzt, um auf sein Mutterland stolz zu sein und sich für das Wohl seiner Landsleute einzusetzen:

"Né en France, yeah, je l'aime c'est ma terre quand elle respecte ces filles,
C'est qu'elle nous considere, on reste droit, fière, nos racines, nos pères,
Fruit d'une histoire commune, amour et elles vont de paires.
Hisser trois couleurs sur le drapeau ne suffisent plus à colorer ce tableaux,
De ce pays, de ce peuple aussi beaux, l'identite ne se resume pas a un mot.
Ce qu'ont fait nos pères, quitter, ou fuir leurs terres, changer d'hémisphère,
Gare à tous ces Setters, l'adaptation a cette nation s'est faite a la sueur de
Leurs fronts, ici gagner une galère pour trouver des reperes, un climat
Délèterre, aujourd'hui plus qu'hier tant de questions de confusions,
Etre francais n'est pas qu'une decision!
"

Nach dieser schönen Hommage an Frankreich folgt mit "Laisse Le Temps" schon früh das nächste Highlight. Nachdem der Song dank starker Bläser furios eingeleitet wird, wird es kurz ruhiger und Sänger Bouchkour singt einige Zeilen in ungewohntem, aber durchaus hörenswerten Kabylisch: "Dounia oulla donits, eudje eul halle euteuf evardanich, inas a vava, touran hiche essarse akaghoyich". Nachdem der Riddim wieder eingesetzt hat, versprühen Dub Inc. die Hoffnung auf bessere Zeiten und versichern ihren Hörern, dass mit der Zeit viele Wunden geheilt werden können. Darauf folgt ein flotter Dancehall-Song inklusive offener Kritik an der Politik und den Vorurteilen gegenüber dem Leben in Frankreichs Großstadtvierteln, bis man zum vielleicht größten Höhepunkt des Albums gelangt: "No Doubt". Auf einem wunderbaren und flotten Roots-Reggae-Riddim zeigen sich Dub Inc. und ihr ebenfalls überzeugender jamaikanischer Feature-Gast Tarrus Riley kämpferisch und appellieren an ihre Hörer auf dem ganzen Globus, für ihre Rechte und ihre Freiheit stets zu kämpfen und nie aufzugeben. Sei es die verzaubernde Stimme von Riley oder dem von Schlagzeuger Gregory "Ziggo" Mavridokaris, Gitarrist Jérémie Grégeois und den Pianisten Frédéric Peyron und Idir Derdiche geschaffene Soundteppich, jedes Einzelteil lässt den Song zu einem beeindruckenden Gesamtkonstrukt werden. Es folgen das anfangs verträumte und danach schnellere "Crazy Island", in dem Dub Inc. diesmal auch auf Englisch positive Vibes versprühen, und das von orientalischen- und HipHop-Einflüssen geprägte "Ego.com". Trotz seiner Roots-Klänge hebt sich der folgende Song "El Djazzaïr" (Name der algerischen Hauptstadt Algier) eindeutig vom Album-Rest ab. Unterstützt von einer ruhigen Melodie nehmen uns der algerischstämmige Bouchkour sowie seine beiden Feature-Gäste, Jimmy Oihid und Amazigh Kateb, gesangstechnisch mit auf eine Reise in ihr Heimatland. Auch wenn mancher Hörer vielleicht teilweise von Muezzin-ähnlichen Gesängen verschreckt wird, ist das Ganze dennoch eine durchaus gelungene Abwechslung und schlägt eindrucksvoll eine Brücke zur arabischsprachigen Anhängerschaft der Gruppe. In gewohnte Sound-Gewässer begeben sich Dub Inc. danach wieder mit dem flotteren "Funambule" und dem leicht hektischen und weniger überzeugenden "Bang Bang", wobei bei beiden Songs inhaltlich diesmal weniger auf ernste Messages, als vielmehr auf einen hohen Spaßfaktor geachtet wurde. Nach diesem leichten Durchhänger kündigt sich mit dem ruhigen "Children" das nächste Ausrufezeichen der Platte an, welches erneut durch tiefgehende Lyrics über Kinder in Krisengebieten und einem wunderschönen Soundteppich besticht. Im nächsten Song, "On A Les Armes", beziehen Dub Inc. erneut eindeutig Stellung gegen die Krieg führenden Politiker unserer Welt und fordern zum Widerstand gegen das System auf. Dabei versetzen sie sich mit einer großen Portion Ironie in die Rolle der Politiker und singen mit Gleichgültigkeit über Kriege und Waffen, bevor sie im folgenden Atemzug auf Englisch ihren persönlichen Konter folgen lassen:

"You know it's not a game, we don't sing this for the fame,
Unite and shoot di system.
This world is a shame, cause we are all the same,
Get up stand up and protest!
"

Nach einem durchschnittlichen Track folgt das energiegeladene und rockige "Get Mad", das wohl dafür prädestiniert ist, die französischen Konzerthallen zum Einsturz zu bringen. Das Ende des Albums wird mit den erneut instrumentalisch sehr gelungenen Roots-Reggae-Nummern "Unite" und "Ma Mélodie" abgerundet, in denen man die altbewährte, starke Mischung aus nachdenklichen, auf Französisch und Arabisch gesungenen, Lyrics und verträumten Melodien genießen darf.

Das vierte Studioalbum der Multikulti-Truppe aus St. Etienne ist genau das geworden, was sich ihre Fans wohl zwei Jahre lang herbeigesehnt haben: ein wie immer von melodiösen und sehr instrumentalen Roots- und Dub-Klängen geprägtes Werk, was zudem durch viele ernsthafte und nachdenkliche Texte und die gelungene Verschmelzung von französischen und arabischen Reggae-Klängen besticht. Einzige kleine Veränderungen im Album-Geheimrezept der Gruppe, die auch mit ihren letzten Alben schon europaweit für Furore sorgten, ist diesmal der brilliante Gast-Auftritt ihres jamaikanischen Genre-Kollegens Tarrus Riley. An dessen Beitrag kann man erkennen, was vor allem Dub Incorporation mittlerweile mit ihrer Musik erreicht haben, nämlich den Reggae made in France in der ganzen Welt zu etablieren. "Hors Controle" ist somit ein sehr stimmiges, kleines Gesamtkunstwerk geworden, was sicherlich nicht nur die CD-Regale ihrer französischen Hörerschaft bereichern wird.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Sonny

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Immernoch mit das meistgehörte Album seit letztem Herbst smile

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