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Oh No – Dr. No's Ethiopium


Release Date:
14. Januar 2010

Label:
Disruption Productions

Tracklist:
01. Pardon Me
02. Madness
03. The Funk
04. Concentrate
05. Excalibur
06. Pussy
07. Adventure
08. Soul of Ethiopia
09. Dare Say
10. World Traveler
11. Scary
12. Carnival
13. Louder
14. Electronic Monsters
15. Problematic
16. Fuego Tribe
17. Midnight Missions
18. Melody Mix
19. Drive By
20. Juke Joint
21. Loopadors
22. Laxatives
23. Raw Block
24. Sneaky
25. A Hundred
26. Ox Therapy
27. Butta
28. All My
29. Fresh Bacon
30. Crazzzzy
31. Funeral Parlor
32. Strong
33. Questions
34. The Pain
35. Great Oracle
36. Whoo Doo

Review:
Als kleiner Bruder von Madlib wird man wahrscheinlich nie ein Werk veröffentlichen können, ohne mit diesem verglichen zu werden. So liegt es auch nahe, den Vergleich von Oh No's zweitem Instrumental-Album mit Madlib's "Beat Konducta in Africa" zu suchen. Beide Alben widmen sich thematisch dem Ethno-Sound des afrikanischen Kontinents. Oh No's LP erschien jedoch rund zwei Monate vor Madlib's Album, zudem grenzt Oh No die Region noch ein wenig ein, indem er sich auf Äthiopien konzentriert. Dazu schleicht sich die in dieser Region weit verbreitete Droge Opium in den Albumtitel ein. Einzig und allein mit der Sample-Technik bewaffnet, schickt sich Oh No somit an, sein musikalisches Können unter Beweis zu stellen.

In den ersten Sekunden des Albums wird dann auf "Pardon" klar gemacht, was der tiefere Sinn des Auftretens der Droge Opium im Albumtitel ist. Eine Frau erklärt, dass die Droge in der Gegend rund um Äthiopien vermehrt als Allheilmittel eingesetzt wird und dies scheinbar eines der dort bestgehüteten Geheimnisse sei. Mit einem mysteriös angehauchten Einstieg beginnt somit Oh No's Ausflug in die musikalischen Gefilde des 60er- und 70er-Ethno-Funk und Jazz. Von afrikanischen Trompeten bis Gitarren ist so ziemlich alles dabei, was das Musikerherz höher schlagen lässt. Vorausgesetzt man kann sich an den Genres Funk und Jazz erfreuen. Das ist auf jeden Fall die Grundvoraussetzung um die kommenden rund 50 Minuten genießen zu können. Denn im Grunde ist der Sound schon fast eher diesen Musikgenres zuzuordnen, ein reines HipHop-Album ist "Dr. No's Ethiopium" auf keinen Fall. "The Funk" ist ein schönes Beispiel, wie gut sich die verschiedenen Einflüsse miteinander verbinden lassen, wenn mit Claps und Drums das Gitarrensample im Oldschool-Look unterstützt wird. Mindestens genauso gut und ein wenig lebhafter wird dies auch auf "Excalibur" umgesetzt, welches zusätzlich von einem hörenswerten Vocal-Sample profitiert. Geradezu langweilig und beinahe ermüdend wirkt hingegen "Pussy", das ohne nennenswerten Höhepunkt knapp zwei Minuten monoton vor sich hinplätschert. Eine bemerkenswerte Wiedergutmachung erfolgt aber zugleich durch das Highlight "Adventure", welches sich durch das Gesangs-Sample nicht nur als sehr tanzbar erweist, sondern auch einen Hauch von "Beat Konducta in India" versprüht – um mal wieder den beliebten Vergleich zu Madlib zu ziehen. So aus der Reihe tanzende Tracks, in qualitativer Hinsicht, gibt es eigentlich nicht wirklich viele. Vielmehr halten fast alle Tracks ein beachtliches Niveau und bilden eine gewisse Einheit, denn am besten funktioniert das Album, wenn man es sich am Stück anhört. Die Übergänge passen alle sehr gut ineinander und bilden somit einen guten Hörfluss. Die Entscheidung, alle Tracks unter der Zwei-Minuten-Grenze zu halten, ist zudem sehr vorteilhaft, entsteht so nie das Gefühl von Monotonie oder gar Langeweile. Ein paar schwächere Stücke wie "Problematic", das unpassende "Electronic Monsters" oder "Carnival" sind bei der Menge von Tracks nicht unbedingt verwunderlich und fallen auch nicht wirklich ins Gewicht. Bei den meisten Tracks ist zudem die thematisierte Atmosphäre einfach unglaublich gut eingefangen worden, wie es "Loopadors" beweist, fühlt man sich hier fast selbst inmitten eines Jazz-Clubs der siebziger Jahre. Für den Club oder besser gesagt für eine ausgelassene Party eignen sich aber eher wenige Instrumentals. Trotz ausgefallener Melodien und Samples bleibt die BPM-Zahl eher in niedrigen Regionen und selbst heitere Stücke wie "Fresh Bacon", "Melody Mix" oder "Butta" laden viel mehr zum leichten Kopfnicken als zum Abfeiern ein. Dass dabei die kompletten Instrumentals lediglich aus einzelnen Samples bestehen ist höchst beachtenswert, bekommt man mitunter komplexe, beinahe schon orchestrale Beats wie "Crazzzy" in einem perfekten Zusammenspiel geboten. Um fähige Beatbastler, die vor allem etwas vom Sampeln verstehen, braucht man sich zumindest bei Stones Throw scheinbar vorerst keine Sorgen zu machen.

Oh No beweist mit seinem vierten Studioalbum, dass er sein Handwerk versteht. "Dr. No's Ethiopium" ist ein reines Instrumental-Album, das keine Längen aufweist. Es ist beeindruckend, wie Oh No es nur durch den richtigen Einsatz der passenden Samples schafft, ein vollwertiges Instrumental zu erzeugen, das sich teilweise mehr nach afrikanischer Live-Band als nach einsamer Studio-Session anhört. Durch den einzigartigen Sound, der hier zu Tage gefördert wird, erreicht Oh No auch eine Art Meilenstein in seiner Diskografie. Nach diesem Album dürfte er schließlich vollends aus dem Schatten seines großen Bruders hervortgereten sein, zeigt er sich doch mehr als bereit und würdig, die sprichwörtliche Fackel weiterzutragen. Für alle Leute, die gerne Musik nebenbei laufen lassen ohne sich zu sehr auf komplexe Aussagen konzentrieren zu müssen, ist Oh No's Einladung in die musikalischen Regionen Äthiopiens auf jeden Fall sehr empfehlenswert, auch ohne den Einfluss von Opium.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Oldman
User Signatur:
30x28 singen
Momentaner Lieblingssong: Lana Del Rey - Born To Die (konplettes Album)

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