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Zum Ende der Seite springen Mr. Lif – I Phantom
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Mr. Lif – I Phantom


Release Date:
16. September 2002

Label:
Definitive Jux

Tracklist:
01. Bad Card
02. A Glimpse At The Struggle
03. Return Of The B-Boy
04. Live From The Plantation
05. New Man Theme
06. Handouts
07. Status
08. Success (Feat. Aesop Rock)
09. Daddy Dearest
10. The Now
11. Friends And Neighbors
12. Iron Helix (Feat. Insight)
13. Earthcrusher
14. Post Mortem (Feat. El-P, Jean Grae & Akrobatik)

Review:
Das Label Defintive Jux steht schon seit jeher dafür, illustren Persönlichkeiten, abseits vom Mainstream, gehaltvollen Nährboden für kreative musikalische Erzeugnisse bereitzustellen. Egal ob Aesop Rock, Cannibal Ox oder Labelchef El-P selbst, allen gemein ist eine oftmals abstrakte Denkweise in Verbindung mit teilweise noch abstrakteren Beats. Auch ein relativ kleiner Mann mit Mörderdreads und dem Pseudonym Mr. Lif (benannt nach dem Song einer Rockband) stellt in diesem Konsortium keine Ausnahme dar. Vielmehr ist Mr. Lif quasi ein Mann der ersten Stunde in der Entstehungsgeschichte von Definitve Jux und ein Garant für anspruchsvollen "Conscious Rap". Mit seinem Konzeptalbum "I Phantom" aus dem Jahr 2002 verfolgt er die Absicht dem Hörer ein facettenreiches Leben in unserer System-orientierten Umwelt vor Augen zu führen.

Um die passende musikalische Begleitung auf der bevorstehenden Reise durch Mr. Lif's kritische Gedankengänge zu bekommen, stehen ihm vorwiegend El-P und Insight (sowie DJ Fakts One für die Scratches) auf den kommenden 14 Tracks zur Seite. Wie sich im Laufe des Albums zeigen wird, war das eine weise Entscheidung. Die Produktionen haben fast alle einen hohen Standard und erzeugen das Gefühl, es mit echtem und ehrlichem HipHop zu tun zu haben. Man verlässt sich auf die Grundelemente,die HipHop ausmachen, ohne zu experimentell zu werden, was gerade bei El-P nicht immer garantiert ist. Eben jener bekommt seinen ersten Auftritt auch direkt auf dem einsteigenden Track "A Glimpse At The Struggle", in dem er hauptsächlich Bass und E-Gitarre zur musikalischen Unterhaltung spielen lässt. Auch wenn die Straße eher ein untergeordnetes Thema des Albums ist, bildet sie quasi die Einleitung für dieses Album mit gewissem Hörbuch-Charakter. Der Tod eines gewöhnlichen Kriminellen von der Straße hält zwischen den Zeilen aber zugleich auch die Haupt-Thematik bzw. Aspekte der Texte von Mr. Lif bereit, nämlich die herbe die Kritik an der Regierung:

"This pet nigga right behind the counter started wettin' me,
9 mm weaponry or ya be sleepin on the chest next to me,
Nobody understands society molested me, they just questioned me,
Nature of the arm going clean up crew clean my blood stops flowin,
All my enemies out on the block, plus the government is smiling,
Cause they sense the scent of death blowing, just showing
"

Auf dem folgenden Track "Return Of The B-Boy" beschäftigt sich Mr. Lif zunächst aber erst noch einmal mit der Wiederbelebung des "echten HipHop" und bietet eine Hommage an einige der Protagonisten dieser musikalischen, aber auch politischen Kultur. Bemerkenswert ist zudem der gekonnte Beatwechsel während des fast achtminütigen Tracks, bei der Kicks und Drums die Synthies im ersten Teil ablösen und auch einen angenehmen atmosphärischen Wechsel bewerkstelligen. "Live From The Plantation" ist hingegen wohl die Hymne für jeden (frustrierten) Arbeiter, der nur zu gut verstehen mag, auf welch ironische Art und Weise Tagtraum und bitterer, reeller Alltag sich in dem Song vermischen. Harte Arbeit kann letztendlich zwar zu materieller Befriedigung führen, allerdings auch zu einem Burnout und dem Verschwinden jeglicher privater Freiheit und Freizeit, wie es "Success" eindrucksvoll verdeutlicht. Mit Aesop Rock in der Hook und einem Hauch von Melancholie durch die heftigen Drums sowie die verzerrten Streicher bekommt man hier eines von vielen Higlights geboten. Etwas energiegeladener, aber nicht unbedingt fröhlicher geht es auf "The Now" weiter, bei dem die häufig gewöhnlichen familiären Probleme verschiedener Generationen beleuchtet werden. Einen kurzen Abstecher in das Straßenleben gibt es mit "Friends And Neighbors", bevor es mit "Iron Helix" langsam in Richtung apokalyptisches Ende des Konzeptalbums geht. Hier schlüpft Mr. Lif ausnahmsweise mal in die Rolle und Personifikation des "teuflischen" politischen Systems, das Insight als Featurepartner nach und nach von dessen fatalen Vorstellungen der einzig richtigen Lebensweise überzeugt. Nach und nach steigert sich Insight so vom ursprünglich sorglosen Lebewesen zum machtbesessenen Politiker, der präventativ von Massenvernichtungswaffen Gebrauch macht. Somit bekommt "Earthcrusher" den perfekten Übergang und erhält mit den explosionsartigen Kicks und dem hektischen Violinenspiel eine perfekte Sounduntermalung von Insight. Der drohende Weltuntergang durch den übermäßigen Einsatz von Massenvernichtungswaffen ist wiederum Vorspiel und Übergang zu "Post Mortem". Auf dem Track reflektieren El-P, Jean Grae, Akrobatik und Mr. Lif mit Aussicht auf deren baldiges Ableben ihr Leben und ziehen eine letzte Bilanz.

Zum Schluss hat man auch einen positiven Gesamteindruck des Albums von Mr. Lif. Nicht nur, dass es sich lohnt, Mr. Lif's Texten eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, auch die Produktionen verlieren neben komplexen Gedankengängen des Protagonisten keinesfalls ihre Daseinsberechtigung. Man bekommt mit "I Phantom" ein sorgloses Rundum-Paket in Sachen Conscious-Rap geboten, dass lediglich den kapitalistisch orientierteren Rapfans ein Dorn im Auge sein dürfte. Die teils doch sehr regierungsfeindlichen und querulanten Lyrcis dürften nicht jedermanns Sache sein. Aber so darf man die Überlegungen und Kritiken von Mr. Lif doch immerhin als Anstoß für eigene tiefere Gedankengänge über unser modernes Leben sehen. Und wenn ein Rapalbum so etwas bewerkstelligen kann, dann hat es seinen tieferen Sinn mehr als erfüllt. Somit sei jedem Rapfan zumindest eine Hörprobe von Mr. Lif's Klassiker ans Herz gelegt, der nahe an der Perfektion in einer scheinbar nicht ganz so perfekten Welt ist.

Wertung: (4,5 von 5 Kronen)


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sauber - obs ein Klassiker ist weiss ich nicht...Die Mische ist nicht ganz sauber...Vocals sind auf unterschiedlichen Tracks unterschiedlich laut...
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Für mich defintiv kein Klassiker, da ist das EL-P 1-2 Nummern besser, dennoch gutes Album!

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