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Zum Ende der Seite springen Ceschi - The One Man Band Broke Up
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Ceschi - The One Man Band Broke Up


Release Date:
08.07.2010

Label:
Fake Four

Tracklist:
01. The One Man Band Broke Up
02. Half Mast
03. No New York
04. Lament for Captain Julius
05. Fallen Famous
06. Bridge
07. Serious Business
08. Hangman (Feat. Shoshin, Mic King & David Ramos)
09. Bad Jokes
10. For My Disappointing Hip Hop Heroes
11. Long Live the Short Lived (Feat. Sole)
12. Swallowed Salt
13. Julius' Final Song

Review:
Das neuste Album von Ceschi, der vielen aufgrund seiner Single "Same Old Love Song" bekannt sein dürfte, ist alles andere als ein gewöhnliches HipHop-Album. Um sich dem Konzept des undurchsichtigen Musikgeschäfts zu widmen und die damit verbundenen Ängste und Hoffnungen aufzuzeigen, hat sich Ceschi von seiner "Ein-Mann-Band" losgelöst und den Berliner Produzenten DJ Scientist zur Seite geholt. Zusätzlich erweckt man den fiktiven Charakter Julius zum Leben, der stellvertretend für Ceschi's Gedankengänge und Überlegungen seine Präsenz auf dem Album zeigt. Künstlerische und musikalische Freiheit sind die Grundessenz des Albums, welchem man an allen Ecken und Kanten anmerkt, dass es sich um ein Independent-Album handelt.

Ceschi Ramos erschafft mit Hilfe von DJ Scientist eine fiktive, fast schon abstruse Gedankenwelt, die stets ihren Wink auf das reale Leben gibt. Ceschi selbst bleibt dabei bei seinen Leisten und präsentiert ein weiteres HipHop-Album, dass kaum weniger nach HipHop klingen könnte. Stattdessen bekommt man es mit einem Folklore-Sound zu tun, der einen in entfernte Zeiten zurück katapultiert, als ABBA noch Teenie-Stars waren und Jimi Hendrix mit vollem Einsatz Gitarren auf der Bühne verbrannte. Fast durchgehend spielen die Percussions in Form von Hi Hats und tiefen Drums die Hauptrolle. Hauptgrund, weshalb man dieses Album dennoch dem Rap-Genre zuordnen kann, sind die teils wahnwitzigen Flow-Abfahrten, die einem Ceschi um die Ohren haut. Allerdings auch mit ein Grund, weshalb es fast schon zur Kür wird, den abstrakten und komplexen Geschehnissen zu folgen, die Ceschi's Storys zu Tage fördern. Die Texte lassen ähnlich einem anspruchsvollen Roman viel Raum für Interpretationen, die dem Hörer mitunter auch ein wenig Gehirnschmalz abverlangen. Der Einstieg "The One Man Band Broke Up" ist nicht nur ein handfester Beweis für die ungewöhnlichen Texte Ceschi's, sondern auch dessen Gesangstalent. Ein reiner Rapper war Ceschi noch nie und so wird auf dem Album auch mehr gesungen, als es auf einem gewöhnlichen Rap-Album üblich ist. Glücklicherweise taugt Ceschi's Stimme auch zum Singen, zudem bietet sich der rockige Sound auf dem Album geradezu dafür an. Auf "Half Mast" zeigt Ceschi dann kurzzeitig, in welch irrem Tempo er es fertig bringt, märchen- bis albtraumhafte Erzählungen entstehen zu lassen. Die rockigen Percussions bestimmen dabei hauptsächlich das musikalische Geschehen, erst gegen Ende übernimmt ein melancholisches Geigenspiel die Hauptrolle. Ähnlich düster bleibt es fast auf dem kompletten Album, besonders auf "No New York" wird durch tiefe Trompetensamples eine beklemmend dichte Atmosphäre geschaffen, die sich jeweils zum Refrain gekonnt zu lösen vermag. Die Hauptfigur des Albums ist wie bereits erwähnt ein gewisser Julius, der auf diversen Songs besungen wird und mit "Lament For Captain Julius" eine kleine Anekdote erhält. Der Track vermag trotz seiner Kürze vor allem durch die heiteren Pfeifgesänge am Schluss zu gefallen. Auf "Fallen Famous" widmet sich Ceschi schließlich voll und ganz der durchtriebenen Welt des Musikgeschäftes, die einem nur zu leicht den Boden unter den Füßen wegreißen kann. Ganz dem Konzept des Album entsprechend, geschieht auch hier wieder alles aus der Sicht von Julius, wobei Ceschi hier fast durchgehend in kaum nachvollziehbarem Tempo seine Story erzählt und eine tiefe Bassline das musikalische Geschehen bestimmt. Einen gewissen mittelalterlichen Touch bekommt der Track "Hangman" mit den Featuregästen MC King, Shoshin und David Ramos. Zudem enthält der Track einen der stärksten Gesangsauftritte des Album-Hosts, wodurch die Hook sich ein wenig in Vordergrund drängelt. Zumindest soundtechnisch etwas entspannter erzählt Ceschi auf "Bad Jokes" von gefallenen und enttäuschten Künstlerträumen, die nicht selten ihr Ende in einer schäbigen Bar finden. Eindrucksvoll ist unweigerlich auch "Long Live The Short Lived", bei dem nicht nur Ceschi einmal mehr eine gute Figur macht, sondern auch Sole seinen Teil zu der unterhaltsamen, wenn auch bitteren Prosa beiträgt. "Julius' Final Song" lässt dann nochmal ein wenig Folklore-Rock aus den 70ern aufleben, bei dem sich Ceschi fast ausschließlich auf sein Gesangstalent verlässt. Der Ausklang des Albums bedeutet gleichzeitig auch den Tod des erdichteten Musiktalentes Julius, an den wir uns durch diesen Song zudem stets erinnern mögen.

Anerkennung verdient haben Ceschi und DJ Scientist mit Sicherheit, haben alle beide doch ein interessantes und anspruchsvolles Gedankengut zu Tage gefördert. Nicht nur durch die außergewöhnlichen und komplexen Texte von Ceschi Ramos hat man es bei diesem Album mit einem bemerkenswerten Independent-Produkt zu tun. Auch die Produktionen von DJ Scientist beweisen einen hohen qualitativen Standard, der zudem eine ganz eigene Atmosphäre versprüht. Wer ein reines Rap-Album erwartet und wenig mit seichtem Rock anfangen kann, dürfte hier jedoch ziemlich schnell das Handtuch werfen. "The One Man Band Broke Up" ist ein Rap-Album, das vorwiegend Leute mit einem größeren musikalischen Horizont anspricht und nicht unbedingt auf die Unterstützung durch gewöhnliche HipHop-Fans baut. Zudem braucht es schon etwas Zeit und Geduld, um wirklich alle Messages und Anliegen eines Ceschi Ramos deuten zu können, weshalb für viele Hörer die Lyrics mitunter auch ein wenig unter den Tisch fallen könnten. So oder so hat man aber das Beste aus den Talenten der beiden Mitglieder herausgeholt und ein Album geschaffen, das so definitiv nicht alle Tage das Licht der Welt erblickt.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Oldman
User Signatur:
30x28 singen
Momentaner Lieblingssong: Lana Del Rey - Born To Die (konplettes Album)

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