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Zum Ende der Seite springen Soprano - Le Corbeau
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Soprano - Le Corbeau



Release Date:
21. März 2011

Label:
Street Skillz / EMI Music

Tracklist:
01. One Love (Feat. Lary)
02. Piranhas
03. Avec Le Temps (Feat. K-rlos)
04. Dopé
05. Fly
06. Invincible (Feat. Francisco)
07. Kamarades
08. Interlude: Musique Française
09. C'est La Vie (Feat. Method Man)
10. Regarde-moi
11. Halloween (Feat. Alonzo)
12. Sale Sud Anthem (Feat. Yak & Degom)

Review:
Nachdem Soprano, einst mit seiner Rap-Formation Psy 4 de la Rime von Marseilles Rap-Stadtvater Akhenaton entdeckt und gefördert, sich bereits bei seinem Solodebüt "Puisqu'il Faut Vivre" (2007) und dem vorangegangenen Mixtape für ein ausgefeiltes Albumkonzept in Form einer Sitzung bei einem Psychiater entschieden hatte, steckt auch hinter dem anfangs als Doppelalbum geplanten "La Colombe Et Le Corbeau" (z.dt: "Die Taube und der Rabe") eine tiefere Bedeutung. Hatte das bereits im Oktober erschienene "La Colombe" neben den gewohnten sozialkritischen Aspekten und einigen tanzbaren Straßenhymnen vor allem einen äußerst verträumten und persönlichen Charakter, so soll das nun veröffentlichte "Le Corbeau" verstärkt zurück zu den musikalischen Wurzeln des Rappers mit komorischen Wurzeln gehen. Dabei soll das Werk nicht nur Cover-technisch eine dunklere Seite von Sopra'M'Baba und seinem Sound zu Tage bringen. Ob sich dieses Konzept wirklich wie ein roter Faden durch das über EMI Music / Street Skillz veröffentlichte Album zieht oder ob nicht vielleicht doch nur ökonomische Gründe für zwei einzelne Platten sprachen, erfahrt ihr nun hier.

Der zweite Teil des getrennten Doppelalbums beginnt direkt mit einer Parallele zu dem bereits veröffentlichten "La Colombe", auf dem sich das "Psykatre"-Mastermind in seinem damaligen Opener "La Colombe Et Le Corbeau" nach einem kurzen Gespräch mit dem befreunden DJ Mej seiner innigen Beziehung zum Rap gewidmet hatte. Von seiner großen "One Love" möchte uns der Marseiller nun auch im ersten Song von "Le Corbeau" berichten, was von einem pianobegleiteten Soundteppich von Beatbastler Edwyn Mac Lennan und einem Chor-begleiteten Refrain von Sänger Lary gelungen untermalt wird. Dabei erfahren wir nicht zum ersten Mal, dass der Rap gewissermaßen bereits eine Jugendliebe von Sopra'M'Baba war und diesen erstmals in Form seines großen Idols Micheal Jackson verzauberte. Doch spätestens seine Erinnerungen und Danksagungen an frühere Rap-Idole wie Oxmo Puccino, Kery James oder auch Dr. Dre und Nas lassen die Funken der immer noch lodernden Liebesbeziehung des Marseillers zum Rap auf den Hörer überspringen:

"On traîner à trente comme le Hood de ODB,
On rêvait Queens grâce à C.N.N et M.O.B.B,
On croyait que Lacoste était riche grâce à Lino,
On était tous des enfants seuls de Puccino,
Une pensée pour Tupac et Biggie,
Le débit de mon Corbeau c'est du bon Thug en harmonie,
J'avais la furie et la foi de la F.F,
J'etais Mafia K'1 Fry quand Kery parlait de L.A.S,
Grâce à Dre j'ai decouvert Snoop et Slim Shady,
J'étais fou quand Nas à rejoint sur scène Jay-Z,
J'ai des frissons quand je te parle de cette epoque,
Sens-tu mon coeur qui bat quand je te parle de mon HipHop?
"

Hat der Hörer gerade noch zusammen mit Soprano sehnsüchtig in dessen Erinnerungen über die Anfänge des Raps geschwelgt, so wird er plötzlich von unerträglichem "Na, na, na, na"-Gekrähe aufgeschreckt, mit dem Soprano im folgenden düsteren "Piranhas" die Zelebration seiner Rückkehr einleitet. Zwar variiert der Marseiller mit dem "machoir d'un piranha" (z.dt: Kiefer eines Piranhas) anschließenend reimtechnisch wie immer gekonnt wortgewandt und schnell in seinem Flow, doch das lenkt nicht von den ein oder anderen Ungereimtheiten der gesamten Songkonzeption ab. Diese drücken sich unter anderem im schnell nervenden "La, la, la, la"-Gesang im insgesamt unstimmigen Refrain aus. Besserung geloben Soprano und Gast K-rlos allerdings relativ schnell und liefern uns mit dem melodiösen und verträumten "Avec Les Temps" einen der großen Lichtblicke der Platte. In diesem schildert uns Soprano seinen persönlichen Werdegang von einem Jungen, der noch als Kind in sich den Geist von Micheal Jackson, Bob Marley und Bart Simpson vereint hat, hin zu einem verantwortungsvollen Familienvater, der mit seiner Musik die Welt wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg vereinen will. Auch wenn sich bis zur Albumhälfte immer wieder dunklere Soundanstriche finden lassen, hebt sich der erste Teil von "Le Corbeau" dennoch aufgrund der bisher gebotenen, recht persönlichen Lyrics, den melodiösen Beats und den oftmals mehr schlecht als recht gesungenen Refrains konzeptmäßig doch nur wenig vom Vorgänger ab. Was man dazu mit dem Auftritt des amerikanischen Gastsängers Francisco, den wir schon an der Seite Azads flüchtig kennenlernen durften, und Soprano auf der Dance-Grime-Mischung "Invincible" anfangen soll, ist mir immer noch unschlüssig. Soundtechnisch ist das Ganze sicherlich mal wieder ein Beweis dafür, dass nur wenigen französischen Emcees so unterschiedliche Klanggewänder passen wie dem Rap-Chamäleon Soprano, doch inhaltlich und auch gesangstechnisch schweben beide in einem wahrlich unsichtbaren und nichtssagenden Niemandsland. Erwähnenswert ist neben dem folgenden düsteren und synthielastigen Song vor allem die komödiantische Darbietung der Artisten Soprano und DJ Mej auf der Bühne des "Varieté Francaise" im kurzen Interlude, in dem sich beide hochemotional durch den Kakao ziehen. Viel erwartet hatte man auch vom Gastauftritt des legendären Wu-Tang-Members Method Man auf dem von Azads einstigem Hausproduzenten Sti geschusterten "C'est La Vie". Doch obwohl sich Soprano und Meth, einst selbst Drogendealer in Staten Island, in der dunklen und leicht melancholischen Nummer recht glaubwürdig der hoffnungslosen Jugend und den Schwierigkeiten des Lebens widmen, besitzt der Songs keineswegs die Strahlkraft, die der Name des promintenten Gastrappers im Vorfeld vermuten ließ. Dies ändert Mr. Meth leider auch nicht mit der Präsentation seiner französischen Sprachkenntnisse, mit denen er vermutlich den ein oder anderen Tourstop in der Vergangenheit gemeistert hat: "Ca va? Parlez-vous francais ce soir?" oder "The Method Man, j'aime fumer, et toi?" Das eigentliche große Albumhighlight kündigt sich erst mit dem wunderbaren und erneut pianobegleiteten "Regarde-moi" an. Obwohl es soundtechnisch teilweise sehr an "Les Soleis De Minuit" vom kürzlich erschienenen La-Fouine-Album erinnert, bleibt es dennoch aufgrund des wohl besten Refrains des Albums sowie Sopranos gefühlvoller und persönlicher Darbietung der Song mit dem größten Ohrwurmpotential. Zum Schluss bekommt man noch einmal eine raptechnische Glanzleistung des Marseillers an der Seite seines Cousins und Psy-4-de-la-Rime-Mitstreiters "Segnor" Alonzo geboten, mit dem er gemeinsam den mächtigen Beat des deutschen Produzenten Gee Futuristic bearbeitet. Genau wie "Halloween" eine Erfindung der Amerikaner ist, sind dies auch die ganzen Filmfiguren und Monster, die ein unglaublich bissiger Soprano in Micheal Jacksons "Thriller"-Manier hier auferstehen lässt:

"Je débarque à la Freddy Krueger,
Avec des phases de boxeur,
L'appétit d'Hannibal Lecter,
Le passager noir de Dexter,
L'oeil du tigre de Rocky,
Les [...] très large de Rocco,
Beaucoup plus sauvage que Horkos,
Sous le lit de tes gosses comme Chucky,
Apprend vite à marcher en béquilles avant d'écouter mes égotrips,
J'espère tu porte une coquille car mon rap te lâche des low kicks
"

Den Schlusspunkt setzen Sopra'M'Baba und seine Gäste Degom und Yak mit einer ebenfalls treibenden und synthielastigen Straßenhymne, in der beide Gäste überraschenderweise ohne Atempause an die Schnelligkeit des Sopran'schen Punchlinegewitters anküpfen können und energiegeladen in Busta-Rhymes-ähnlicher Manier Zeile für Zeile verbrennen lassen.

Betrachtet man das dritte Werk des Marseillers, so hält man ein solides und soundtechnisch recht breit gefächertes Album in den Händen. Im Hinblick auf den Vorgänger zeigt sich Soprano diesmal zwar inhaltlich ein wenig rapfokussierter und weniger nachdenklich und traumwandlerisch, indem er reimtechnisch gewohnt gekonnt öfters seine Beziehung und Einstellung zum Rap metaphorisiert, doch gerade die Songs, in denen er davon abseits persönliche oder sozialkritische Themen anspricht, hat man weitaus besser auf "La Colombe" geboten bekommen. Geniestreiche wie die tiefgehende Zeitreise in "Hiro" oder die tanzbare Sozialkritik von "Crazy" fehlen diesmal mit Ausnahme von "Regarde-moi" gänzlich. Somit kommen leise Zweifel auf, ob nicht vielleicht doch einige B-Seiten-Tracks auf "Le Corbeau" gepackt wurden. Hatte man anstattdessen zerstörerische Battletracks erwartet, so bekommt man lediglich einige rauere Nummern und das schnelle Grime-Experiment "Invincible" geboten, in denen jedoch oftmals der Refrain wie ein Dorn im Auge ist. Das "Le Corbeau" trotzdem ein hörenswertes Album geworden ist, liegt vor allem an Sopranos großer reim-und raptechnischer Variation und den vielen intelligenten Wortspielen, zudem sind die meisten Beats ganz gelungen. Die drei größeren Glanzlichter "One Love", "Avec Le Temps" und "Regarde-moi" passen zu den drei Kronen, die der zweite Teil des ursprünglichen Doppelalbums bekommt.

Wertung: (3 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (2 Bewertungen / 3.25 Ø)


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Sonny

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Was hat Dexter zwischen den ganzen Lowlifes verloren grins
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Soprano - Regarde-moi von sopranofficiel

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Schwer zu bewerten, der Anfang & mittlere Teil ist zumindest für mich extrem unspektakulär, da bleiben mir dann auch nur "Fly" & "Invincible" im Kopf hängen, der Schluss des Albums ab "Regarde-Moi" ist dann aber noch einmal extrem stark, dann kommen wirklich nur noch absolute Bretter.

3 Kronen.
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