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Zum Ende der Seite springen Blueprint - Adventures In Counter-Culture
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Rang: R4F | Admin
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Stimmung: chillin.... killin
Fav. Artist: einige...
Fav. Crew: Wu-Tang+Fam, Backwoodz, MI Czars, Creative Juices
Fav. Producer: Premo, 4th Disciple
Fav. CD: einige...

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Blueprint - Adventures In Counter-Culture


Release Date:
05. April 2011

Label:
Rhymesayers Entertainment

Tracklist:
01. Five Years Ago
02. Go Hard Or Go Home (Printnificence)
03. Automatic
04. Keep Bouncing
05. Wanna Be Like You
06. My Culture
07. Mind, Body & Soul (Feat. Angelica Lee)
08. So Alive
09. Stole Our Yesterday
10. Radio-Inactive
11. Welcome Home
12. Fly Away
13. The Clouds
14. Rise & Fall
15. The Other Side

Review:
Blueprint's Einfluss im letzten Jahrzehnt weckt das Gefühl, als wäre dieser Mann, der nicht nur in Ohio, sondern im ganzen Midwest bei vielen Gelegenheiten eine wichtige Rolle bekleidete, schon seit 20 Jahren oder mehr im Game unterwegs. Seine jüngeren Projekte umfassten eine EP, die ausschließlich The Who sampelte, eine limitierte Instrumental-Platte sowie die beiden "Electric Purgatory"-Teile mit Greenhouse Effect, das inzwischen nur noch Greenhouse heißt und außerdem nur noch Illogic als zweites Mitglied führt. Er ist integraler Teil von Columbus-Label Weightless, aber gleichzeitig im Stall von Rhymesayers gesattelt, die mit "Adventures In Counter-Culture" nach "1988" auch sein zweites offizielles Soloalbum veröffentlichen.

Die vielen verschiedenen musikalischen Ansätze, die Blueprint schon versucht hat, sollen hier alle einfließen, trotzdem soll das Album anders klingen als bisherige Releases, was für Blueprint kein großes Problem darstellt. Er war schon immer ein vielseitiger Produzent, spätestens die "Electric Purgatory"s zeigten seine Fähigkeit, Electro-Einflüsse nach Belieben in einen HipHop-Song zu weben. Bedenken darüber, dass Printmatic dieses Album praktisch im Alleingang stemmt, sind also vollkommen unbegründet. Es darf zudem gesagt werden: Ideen und Konzepte sind sowohl für Instrumentals als auch für Lyrics genug vorhanden, weswegen es sich begibt, dass auf "Adventures In Counter-Culture" eine Menge erzählt wird. Wie genau Blueprint diesen Sound konzipiert hat ist eine ganz andere Frage, die zumindest jenen, die Blueprint hauptsächlich wegen seiner frühen Weightless-Tage feiern (und dann wahrscheinlich auch "1988" nicht verschmähten), sauer aufstoßen wird. Wiederholen will Blueprint sich nicht, weswegen hier Synthies und mal sehr langsame sowie auch flotte Rhythmen vorherrschen. Der typische Underground-Emcee ist Vergangenheit, zu nicht wenigen Gelegenheiten wird sogar ein wenig eigener Gesang eingebaut. Erst einmal wird mit "Go Hard Or Go Home" der erste Wegstein gesetzt, der noch ein wenig nach den beiden Greenhouse-EPs klingt, wenngleich die Ausführung trotz unterhaltsamer Lines ("My perfect day is to make a beat, then have sex") etwas plump klingt. Was vor allem im Anfangsteil sehr verwirrt sind die krassen Unterschiede beim Design der Songs: "Wanna Be Like You", ein neidischer Blick auf die vermeintlich perfekte Welt der Stars und Promis, watet in abgedrehten Synthie-Sphären, die vor allem dank der Hook Pop-Charakter vermitteln, "Mind, Body & Soul" steuert in eine andere (wenig berauschende) Himmelsrichtung durch den Synthie-Sumpf und vor allem mit Angelica Lee's Auto-Tune-Hook gibt es hier wenig zu lachen. Das offensichtliche Problem sind also die Produktionen. Wer Blueprint's ältere Releases auch nur teilweise kennt muss sich demnach fragen, ob er sich nur dem Neuen verschließt, doch je genauer man hinhört, desto mehr stellt man fest, dass hier einfach mehrere Male ins Klo gegriffen wurde. Was zur Hölle soll "Keep Bouncing"? Blueprint spaziert in eine Bar, um sich mit Alkohol in eine schönere Welt zu trinken und legt eine erstklassige Zeile nach der anderen auf ("Drinks keep magically appearing in my hand / And as they disappear I feel more like a man / [...] / I probably wouldn't kick it with y'all if I was sober / Vagrant, dick out, pissin' in the corner"), nur um sie über dieses Instrumental zu verschwenden. "Radio-Inactive" zählt zu den besseren Momenten (derer es dann doch einige aufs Album geschafft haben) und ist ein kleines Manifest über Print's Überzeugungen bezüglich HipHop, inspiriert von einem (einige Jahre alten) Vorfall bei einem lokalen Radiosender. Die mit Abstand ruhigste und gar nicht verkehrte Nummer ("The Clouds") beschäftigt sich mit demselben Thema: "All we wanna do is talk about shoes and gear / Soundin' like chicks talkin' bout their nails and hair / I guess it's easier than talkin' bout what's really there". Einer der besten Songs, das gut gelaunte "Rise & Fall", wartet gegen Ende, davor hebt sich "Welcome Home" mit einem wunderschönen Gitarren-Intro vom Rest ab, versäumt es dann aber, diese Stimmung komplett in den (gesungenen) Hauptteil zu importieren. Viel Gesang gibt es noch einmal in "The Other Side", womit man als Rap-Fan nur bedingt etwas anfangen können wird (ganz im Gegensatz zum recht kurzen Rap-Part), doch selbst ohne diesen Aspekt säuselt sich Blueprint etwas zu butterweich durch das dünne Instrumental.

Blueprint selbst verliert sehr scharfe Worte über einen DJ, der seine Musik nicht spielen wollte, weil sie nicht ins Format gepasst habe. Auf diesem Album macht er ganz eindeutig klar, dass ihm solche Einschränkungen herzlich egal sind, weswegen es dann doch leicht amüsant ist, dass einige der Songs auf seinem Sophomore irgendwie recht radiofreundlich klingen. Doch das nur so am Rande, denn insgesamt ist dieses Album ganz und ganz eigen, nur leider nicht durchgehend gut - zu viele Synthies, zu viel Gesang. Eingeschränkt wäre das kein Problem, denn an genügend Stellen zeigt "Adventures In Counter-Culture" großes Potential und andernorts sehnt man sich nach so viel Innovation, nur fehlt dem Ganzen noch ein wenig die Ausrichtung sowie eventuell ein richtiges Rückgrat in Form herkömmlicherer Elemente.

Wertung: (3 von 5 Kronen)



[Geschrieben von Oldman]

Review:
Als ich neulich einen Kollegen auf Blueprint's neue Platte ansprach, dachte dieser zunächst verwundert, dass Jay-Z einen neuen Ableger am Start hätte. Irgendwie ist es schon schade, dass der talentierte Mann aus Ohio so eine Art Schattendasein führt. Trotz hoch gelobter Alben und Projekte und einigen Jahren an Erfahrung im Game ist es doch eher RJD2 als ein Teil der Soul Position, an den man sich vordergründig erinnert. Dabei ist Blueprint nicht nur ein begnadeter MC, sondern auch Produzent, der eigentlich gar nicht auf die Hilfe eines RJD2 angewiesen ist. Ähnlich seinem ehemaligen Kollegen ist Blueprint sehr experimentierfreudig, was er auch bei seinem neusten Soloableger unter Beweis stellen möchte und auf ein Abenteuer der etwas anderen Art einlädt.

Mit dem alles andere als mitreißenden Einstieg in sein neustes Werk dürfte sich Blueprint zunächst jedoch keine (neuen) Freunde machen. Der ziemlich langweilige Track "Go Hard Or Go Home (Printni­ficence)" deutet zwar schon die ungefähre Richtung an, die Blueprint auf dem kommenden Musikabenteuer einschlagen wird, allerdings fehlt dem Track ein wenig die Seele. Synthies, die teilweise aus einer anderen Dimension zu stammen scheinen, gemischt mit allerlei kritisch bis vorwurfsvollen Lyrics bestimmen hauptsächlich Blueprint's aktuelles Machwerk. Lediglich der Track "Automatic" scheint so garnicht in das musikalische Konzept zu passen, schwingt hier doch eher ein wenig schlichter BoomBap anstatt poplastigem Discofeeling mit. Mit "Wanna Be Like You" beginnt dann aber spätestens die freudige Odyssee durch Blueprint's musikalisches Feuerwerk. Treibende Gitarrenriffs und poppige Synthies geben dem Track eine radiotaugliche Note, die durch den annehmbaren Gesang von Blueprint mindestens zum Mitsummen animiert. Einen Überblick über die Missstände und Gefahren in unserer derzeitigen (Pop-)Kultur gibt der Mann aus Ohio schließlich in dem düsteren "My Culture", welches deutliche Ansätze von Drum'N'Bass in der Hook aufweist. Etwas entspannter geht es auf "Mind, Body & Soul" zu, das leider eine arg nervige Hook enthält, da man einen abgeschwächten Auto-Tune-Effekt zum Einsatz kommen lässt, der den ansonst hörbaren Track leider ein wenig in den Dreck zieht. Alles richtig mach Blueprint auf jeden Fall auf dem Song "So Alive", der mit weniger Synthies und wesentlich mehr Percussions als auf den meisten anderen Tracks arbeitet, dadurch aber auch ein besondere Note bekommt. Blueprint schafft es gekonnt, mittels mitreißender Hook und aufmunternden Lyrics eine astreine Hymne für die passende gute Stimmung zum Leben zu erwecken. Weniger sonnig erscheint "Stole Our Yesterday", das ebenfalls wieder eine gesungene Hook enthält, die einmal mehr für eine leichte Atmosphäre und Stimmung sorgen kann. Dahingegen ist der Track "Radio-Inactive" mit seinen verzerrten Synthie-Riffs und der herben Kritik an der Mainstream-Maschinerie unwesentlich härter. Und als ob Blue' ein durchgehendes Wechselspiel der Stimmungen beabsichtigt, schickt er den Hörer auf "Welcome Home" mittlels sanfter Gitarrenmelodie auf eine gefühlvolle Reise Richtung Gänsehautfeeling. Dass er als Sänger eine mehr als gute Figur abgibt, beweist er zudem auf keinem anderen Track so deutlich wie hier. Eine kleine Zeitreise in Richtung 80er-Disco steht dann auf "Fly Away" auf dem Fahrplan, da die Midi-ähnlichen Drums direkt aus der MPC eines 80er-DJs zu entstammen scheinen. Auf "Rise & Fall" lassen sich dann auch mal ein paar Streicher blicken, die sich wunderbar in den Song einzufügen wissen. Was man stellenweise bereits auf einigen anderen Songs zu spüren bekommt wird dann auf "The Other Side" auf die Spitze getrieben: das Gefühl, in einer völlig abstrakten Klangwelt gelandet zu sein. Die hochgepitchten Synthies erinnern stark an einen Jahrmarkt, passen aber besser als man annehmen möchte, obwohl es in dem Track um Trauerbewältigung und den Glauben, die verlorene Schwester irgendwann auf "der anderen Seite" wiederzusehen, geht.

Blueprint macht so gut wie alles richtig und schickt den Hörer mit seiner aktuellen LP wahrlich auf ein musikalisches Abenteuer. Während sich der Anfang ein wenig enttäuschend gibt, kriegt er noch rechtzeitig die Kurve und haut dem Hörer eine musikalische Attraktion nach der anderen um die Ohren. Zudem kann Blueprint gesangstechnisch sowie lyrisch punkten, da beide Punkte gewinnbringend eingebracht werden. So schafft Blue' ein rundes Gesamtkonzept, das einen auf ein Wechselbad der Gefühle und Sinneseindrücke schickt. "Adventures In Counter-Culture" bekommt durch das Gesamtspiel aller Eigenschaften somit am Ende fast schon einen kunstvollen Charakter, der zeigt, dass Rapmusik mehr als einfach nur Musik sein kann.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


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Scheint ein durchaus interessantes Werk zu sein, die ganzen beschriebenen Soundexperimente machen mich doch schon neugierig, wobei es sich gelesen nicht mehr wirklich nach einem richtigen Rap-Album anhört, aber das soll ja nichts heißen bestätigen

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Ich nehm dann irgendwie das Mittelding aus beiden Reviews. Ich stimme Snoop zu, vorallem was das Fazit angeht, aber Oldman liegt ungefähr genauso richtig. Ein musikalisches Abenteuer, das ein bis zwei mal zu oft in die falsche Richtung lenkt, aber dennoch seine absolte Daseinsberechtigung genießt.

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