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Soulkast - Honoris Causa


Release Date:
09. Mai 2011

Label:
MPC Prod.

Tracklist:
01. Première Salve
02. International (Feat. M.O.P. & Brahi)
03. Retour Au Classik (Feat. Medine, Brahi & Eklips)
04. 5(9)4 (Feat. Kery James)
05. Ready For War (Feat. Onyx & Brahi)
06. World Wild (Feat. Ghostface Killah)
07. Back In The Days (Feat. Talib Kweli & Stefan Filey)
08. We Live Hiphop (No Doubt) (Feat. Das EFX & Brahi)
09. Ride With Us (Feat. Bone Thugs-n-Harmony)
10. Honoris Causa (Feat. IAM)
11. Première Salve (Instrumental)
12. Ready For War (Instrumental)
13. We Live Hiphop (Instrumental)

Review:
Während der diesjährige und überaus überraschende Triumph des Fußballvereins OSC Lille in der französischen Ligue 1 nach 54 Jahren ohne Titel die nordfranzösische Metropole in ein ungewohntes, nationales Rampenlicht stellte, wurde der Name Lilles Mitte dieses Jahres auch abseits des Sports in großen Lettern auf die Landkarte gesetzt, was die Stadt dem 29-jährigen Soulkast, seines Zeichens leidenschaftlicher Emcee und früheres Mitglied der jedoch weniger bekannten Formation Da Hypnotik, und seinem Anfang Mai veröffentlichten Debütalbum "Honoris Causa" zu verdanken hat. Dieses besaß schon vor dem Release eine, vor allem aufgrund der angekündigten prominenten Gast-Beiträge aus dem In-und Ausland, beispielsweise von Genre-Legenden wie M.O.P., DJ Premier, Talib Kweli, Ghostface Killah, Bone Thugs-N-Harmony, Onyx, Das EFX, IAM oder auch Kery James, enorme und fast nostalgische Strahlkraft. Ob wir es bei Soulkast's erstem Longplayer mit dem Phänomen "mehr Schein als Sein" zu tun bekommen und wie sich das noch bisher recht unbeschriebene Blatt im Dschungel seiner übermächtigen Gäste schlägt, erfahrt ihr nun hier.

Ein zweiter und dritter Blick hinter die Kulissen dieses Debütalbums, für das sich der mit französischen Pendants zu amerikanischen HipHop-Kultur-Zeugnissen wie dem The-Source-Gegenüber L'Affiche oder der französischen Rap-Pionier-Sendung "Deenastyle" aufgewachsene Emcee und Rap-Liebhaber Soulkast mehr als zehn Jahre Zeit gelassen hat, verdeutlicht bereits, dass vermutlich nicht Soulkast selber, sondern vielmehr seine Liebe zum Hip-Hop und dessen prägende Künstler im Vordergrund des Longplayers stehen sollen. Der besonders vom vielfältigen New Yorker Sound der goldenen Neunziger geprägte Emcee legt offensichtlich keinen Wert auf variierende persönliche Inhalte oder seine Positionierung innerhalb der französischen Szene, denn schon ein Blick auf die gerade Mal zehn Songs starke Tracklist zeigt, dass Soulkast's eigener Anteil bei seinem Debüt bei insgesamt 15 Gastbeiträgen nicht besonders groß sein kann. So muss man bei der Betrachtung dieses Werks vielleicht also schon im Voraus ein wenig die Maßstäbe verrücken und die transportierten Inhalte in den Hintergrund des Hörgenusses stellen. Den musikalischen Grundstein für Soulkasts konzepttechnische Brücke von Paris nach New York legen dieser und Producer-Legende Premo höchstpersönlich im selbstverständlich Scrachtes-unterlegten Opener "Première Salve". Dieser bietet uns direkt zum ersten und zugleich auch letzten Mal als einzige Solo-Vorstellung des Franzosen die Möglichkeit, die bisher noch wenig bekannten Fähigkeiten Soulkast's unter die Lupe zu nehmen, die man dank energiegeladenem und reimtechnisch punktgenauem Flow als überzeugend anerkennen darf. Soundtechnisch wird das Ganze vom einem klassischen, aber trotzdem gelungenen BoomBap-Beat im Gang-Starr-Stil von Premo inklusive "Say Goodnight"-Samples des Boston-Emcees Reks untermalt, was mir deutlich besser als Premo's letzter transatlantischer Beat-Export für das jüngste Album des Berliners Bushido gefällt. Auch das folgende "International" an der Seite von Brooklyns legendärem Duo M.O.P. und Soulkast's französischem Genre-Kollegen Brahi weist die gleichen Merkmale auf - einen pumpenden, mit reichlich Scratches und Samples versehenen Beat-Teppich, eine energiegeladene Vorstellung aller Beteiligten sowie inhaltlich unter dem Motto "Peace, Love, Unity" zusammengewürfelte Referenzen an die verbindende HipHop-Kultur zwischen Lille, Paris und New York. "Classik, c'est pour les B-Boys qui resistent, c'est le retour du rap realiste, Soulkast, Brahi et Medine pour un classik" verspricht uns Soulkast nun für die anstehende genretechnische Zeitreise "Retour Au Classik", welche jedoch nicht nur alleine wegen der doch recht überraschenden französischen Gastbeiträge von Le-Havre-Rapper Médine und Beatbox- und Stimmenimitator-Genius Eklips heraussticht, sondern abermals mit einem dynamischen Beat und gut gepickten Samples überzeugt. Ebenso gelungen und diesmal abwechslungsreicher ist das pianobegleitete und ruhige "5(9)4" an der Seite des ehemaligen Mafia-K'1-Fry-Mitstreiters Kery James, welches im Titel auf die im französischen Rap bedeutsamen, jeweis ersten beiden Postleitzahl-Nummern des zu repräsentierenden Viertels oder Stadtteils anspielt (Lille, 59)(Orly, Paris, 94) und die hitzige Atmosphäre ihrer Viertel verschmilzt. Und auch an ebenjenem Kery James, nicht an dem bemühten Beitrag Soulkast's, liegt es, dass man gerade beim phrasendreschenden Gast ("Street life my nigga, thug life my nigga") ungewohnterweise etwas lyrischen Gehalt vermisst. Nachdem sich Soulkast, ein hitziges Onyx-Doppel in "I'm on that war shit, kickin' the door shit"-Laune und ein erneut fast überkochender Brahi bereit zum Krieg erklärt haben, bekommen wir auf einem fetzig-rockigen Beat, versehen mit einem "I Don't Know Why I Love You"-Sample von Thelma Houston, in "World Wild" eine albumwürdige Vorstellung der Wu-Tang-Größe Ghostface Killah geboten, die sich ebenso wie alle sonstigen Gäste mächtig ins Zeug legt und mit einem in DMX-Manier aufgelegten Soulkast um die Wette spittet. Wieso ausgerechnet der selbst in seiner Heimat recht unbekannte Soulkast, den auch alle vertretenen Ami-Größen mit ordentlich vielen Shouts ehren, fast sämtliche Gäste zu überzeugenden und hungrigen Vorstellungen motivieren konnte, bleibt mir auch in Betracht des wohl fehlenden Major-Budgets des Franzosen allerdings ein Rätsel. Jeden der zehn Songs unter die Lupe zu nehmen, wäre des Guten zu viel, allerdings überzeugen auch die nächsten Nummern und deren Protagonisten, unter denen man beim leicht kitschigen "Ride With Us" auch überraschenderweise die gemeinsam auftretenden Krayzie Bone, Layzie Bone und Wish Bone findet, bis zum Titeltrack "Honoris Causa" soundtechnisch auf ganzer Linie. Einziges Manko sind inflationär eingestreute Scratches und Shouts, welche die Energie der Songs schnell anstrengend wirken lassen und dem ganzen Projekt eine Art Mixtape-Charakter verleihen. Auf dem abschließenden, harmonischen und von DJ Duke produzierten Titelsong "Honoris Causa" ehren Soulkast und die IAM-Legenden Akhenaton und Shurik'N, wie es das ganze bisherige Album-Konzept vorsieht, gebührend und ehrfurchtsvoll die in den USA entsprungene Rap-Musik und deren prägendste Wegbereiter, wobei jedoch erneut viele Vergleiche und irgendwie untergebrachte Namen überproportional eingestreut werden:

"Moi je ne suis pas de ceux qui ont portés le rap au sommet du monde,
Ces milliers de paroles qui résonnent et puis tous ces noms,
Mais non il n'y a pas seulement des 2Pac, des Biggie,
Quelle face aurait le rap sans l'apport d'Eazy-E?
Et la West Coast ça n'est pas seulement du Dr Dre,
Combien te citerons le [...] Mac Dre,
Pendant que tu parlais du bif là c'est Jay-Z,
En 2006 t'as oublié la mort de Jay Dee,
Moi je dédie ce son à tous ces beats de bâtards,
Ces flows de folie braillés comme Ol' Dirty Bastard,
Même quand les gens t'aiment, qu'une belle carrière t'attends men,
Tu peux mourir par erreur, chuter comme Big L,
Live by the gun and die by the gun, tu connais l'hymne,
Certains l'ont rappé puis vécu comme Soulja Slim."

Als Abschluss des Longplayers fungieren drei zusätzliche Instrumentals, allen voran das albumeinleitende Premo-Schmuckstück "Première Salve", wobei letztlich jedes der bisherigen hervorragend ausproduzierten Klanggewänder einen der Plätze am Albumende verdient gehabt hätte.

Soulkasts Vision, mit seinem zu den Wurzeln des vor allem New-York-geprägten HipHops der Neunziger Jahre zurückkehrenden Debütalbum eine transatlantische Brücke von Lille über Paris nach New York zu bauen und im Zuge dessen die ihn prägendsten Protagonisten selbst zu Wort kommen zu lassen, kann mit diesem hervorragend produzierten und energiegeladenen Endprodukt als geglückt angesehen werden. Vor allem überrascht es, dass der recht unbekannte Emcee aus Lille es im Gegensatz zu vielen anderen, oft namhafteren europäischen Künstlern geschafft hat, erstklassige und hochmotivierte Beiträge anstatt einer Fülle von B-Material von seinen prominenten amerikanischen Gästen geliefert bekommen zu haben. Dabei wird allerdings recht früh offensichtlich, dass Soulkast bei insgesamt 15 Gastauftritten schnell in den Hintergrund rückt, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass er zu wenig inhaltliche Abwechslung und Tiefe bietet und trotz allen Bemühens auch raptechnisch ein ums andere Mal im Eifer des Gefechts die Kontrolle verliert. Somit wird "Honoris Causa" zwar zu einem soundtechnisch überzeugenden, stimmigen und samplerähnlichen Hörgenuss unter dem Motto "Peace, Love, Unity and Having Fun", den Charakter eines Solo-Debüts muss man dem Werk allerdings aufgrund des fehlenden Stempelaufdrucks von Soulkast selbst leider absprechen.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Sonny

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Herkunft: Groß-Zimmern
Fav. Artist: Guilty Simpson, Kool G Rap,Nas,Masta Ace...
Fav. Crew: The Roots, Wu Tang,CunninLyinguist s,Atmosphere
Fav. Producer: J Dilla, Dj Premier, Pete Rock, Madlib,Kno,Exile
Fav. CD: Theory Hazit- Extra Credit
Lieblingsfilm: Kill Bill Vol. 1

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Klingt irgendwie wie die französische Version von Ill Bill. Hat aber teils schon nen ziemlich bösen Flow.

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