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Zum Ende der Seite springen Hyro Da Hero – Birth, School, Work, Death
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User Beitrag:
Hyro Da Hero – Birth, School, Work, Death


Release Date:
03. April 2011

Label:
Stereo Bang Media

Tracklist:
01. Grudge
02. The Worlds Strange
03. We Still Popular
04. Man In My City
05. Ghetto Ambiance
06. Sleeping Giants
07. A Conversation With Hip Hop
08. Fuck You (Say It To Your Face)
09. Section 8
10. Beam Me Up
11. System Overload

Review:
HipHop ist bekanntermaßen nicht aus dem Nichts entstanden, sondern hat sich vielmehr aus diversen Stil- und Musikrichtungen eigenständig entwickelt. Einige verwandte Richtungen dieser Wurzeln sind heutzutage kaum noch mit der heutigen HipHop-Kultur vereinbar, zumindest in den stereotypen Vorstellungen vieler Fans, aber auch diverser Künstler. Umso erfrischender und interessanter mutet es an, wenn ein Künstler auf diese Vorstellungen keinerlei Rücksicht nimmt und rigoros versucht – in diesem Fall – Punkrock und Rap zu vereinen. Nach diversen Mixtapes und gemeinsamen Auftritten mit den Deftones, 50 Cent, Bone-Thugs-N-Harmony oder auch DJ Quik schickt sich Hyro, der selbsternannte Hero, an, mit seinem Debüt in die Fußstapfen von Limp Bizkit oder auch den Black Keys zu treten.

Dabei geht der Stil des Albums jedoch deutlich mehr in Richtung Fred Durst und Co. als der Black Keys. Grund dafür ist die recht harte und Punk-durchtriebene Gangart des Albums. Allein die kleinen Helfer mit teils so großen Namen wie Ross Robinson (Produzent diverser Alben von Korn oder Slipknot) oder seine eigene Band sprechen bereits für sich und die Machart des Albums. Wäre Hyro nicht so ein offensichtlich begnadeter MC, könnte man hier kaum von einem Rap-Album sprechen. Der Einstieg "Grudge" ist dabei noch recht konform was die Stil-Mixtur angeht und darf daher noch am ehesten als reines Rap-Stück betrachtet werden. Während Bläser und Orgel sowie das Fehlen harter Gitarrenriffs noch eher eine verschobene Ansicht des Albumkonzepts aufweisen, zeigt Hyro bereits womit man es lyrisch die kommenden elf Tracks zu tun bekommen wird. Hyro verschafft sich (wo er nur kann) Platz, um seinen Groll gegenüber der Rap-Szene und der Kultur an sich deutlich zum Ausdruck zu bringen, ganz nach dem Motto "If rappers don't like me, I dont't give a fuck". Erste Anzeichen für den Punk-Ansatz der Scheibe liefert dann das energiegeladene "The Worlds Stage". Vor allem in der lautstarken Hook kommt ein harsches Rock-Feeling auf, das quasi geradezu zum Mitschreien auffordert. Die Thematik der "15 Minuten Ruhm" ist zwar nicht unbedingt neu, wurde aber sicherlich auch schon wesentlich schlechter umgesetzt. Ruhm an sich scheint dem Herren auch nicht wirklich wichtig zu sein, zumindest wenn man von der allgemeinen Vorstellung von Erfolg ausgeht: Mit "We Still Popular" zeigt er Hollywood den Mittelfinger und sonnt sich in der Anerkennung durch seine Hood. Analog dazu bekommt man mit dem Track "Man In My City" einen leicht nervigen Dirty-South-Track um die Ohren geballert, der gerade in der Hook fast nach der Art Musik riecht, der sich Hyro eigentlich zu verweigern scheint. Dahingegen gibt es mit "Ghetto Ambiance" dann stimmungsgeladene Eindrücke aus dem Ghetto, welche in eine explosive und recht abgedrehte Hook münden. Sind die Produktionen in der Regel doch recht temporeich und alles andere als zurückhaltend, gibt es doch auch eine Ausnahme: Auf dem Track "A Conversation With Hip Hop" hinkt die vergleichsweise recht uninspirierte Produktion dem Storytelling von Hyro zwar etwas hinterher, ist aber dennoch weit entfernt von einem echten Ausfall. Eine echte Perle hingegen ist in jedem Fall "Fuck You (Say It To Your Face)" geworden, das weitaus weniger primitiv daherkommt als der Titel es vermuten lässt. Bei "Beam Me Up Scotty" und "Section 8" dürften die Lager sich schließlich deutlich spalten, verkörpern beide doch den härteren Punkrock wie keine anderen Titel sonst. Zum Schluss gibt sich mit "System Overload" nochmal ein interessanter, aber kaum eindeutig zu bezeichnender Stilwechsel die Ehre, der sich irgendwo zwischen Kraftwerk, Punkrock und Rap einordnen lässt. Wie eigentlich auch auf dem gesamten Album ist die Atmosphäre aber wieder wunderbar eingefangen, weshalb das düstere, postapokalyptische Szenario durch die zunehmende Mechanisierung und den Aufstand der Maschinen wunderbar zur Geltung kommt.

Eine Heldentat mag Hyro mit seinem Debüt zwar nicht vollzogen haben, jedoch beweist er Innovation und Frische in Form eines gewaltigen Sturms aus E-Gitarrenriffs, anspruchsvollen Lyrics und beachtlichen Rap-Skills. Der Mann aus L.A. macht das, was sich zu wenig neue – und auch alteingesessene - Künstler trauen: Er pfeift auf vermeintliche Erfolgsrezepte und zieht sein eigenes Ding durch, indem er zwei (gegensätzliche) Musikstile erfolgreich und im richtigen Maß zur Synergie führt. Dass dabei ein, zwei Stücke vorkommen, die für den ein oder anderen Fan einen zu krassen Stilbruch darstellen, ist durchaus verschmerzbar. Im Grunde dürften auch Rapfans ohne Affinität zur Rockmusik ihren Gefallen an dem Album finden (ich konnte es auch und ich habe eigentlich eine leichte bis mittelgroße Aversion vor allem gegen Punkrock). Am Ende sprechen die bemerkenswerten Lyrics sowie das gut umgesetzte Soundkonzept für mehr Qualität und Innovation als Skepsis und Abneigung etwas entgegenzusetzen hätten. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt schließlich nur, dass das Album hierzulande lediglich digital oder als Import erhältlich ist.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
Oldman
User Signatur:
30x28 singen
Momentaner Lieblingssong: Lana Del Rey - Born To Die (konplettes Album)

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