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1995 - La Source EP


Release Date:
27. Juni 2011

Label:
Undoubleneufcinq / L'or Noir

Tracklist:
01. La Source
02. La Flemme
03. Laisser Une Empreinte
04. Milliardaire
05. A Chaque Ligne (Feat. Zoxea)
06. Reflexxxion
07. Tip
08. Je Brille (Feat. Sabrina)

Review:
Im ersten Halbjahr des letzten Jahres waren es noch die jungen Emcees von Sexion d'Assaut, die mit ihrem Debüt-Werk "L'École Des Points Vitaux" Frankreich im Sturm eroberten und inzwischen mehr als 300.000 Einheiten absetzen konnten. In der ersten Jahreshälfte dieses Jahres sind es dagegen die sechs Jungs der Pariser Gruppe 1995 ("Un-Double-Neuf-Cinq") um Sneazzy, Nekfeu, Alpha Wann, Fonky Flav, Areno Jaz und Beatbastler DJ Lo, die als verheißungsvolle Rookies für einen regelrechten Hype sorgen konnten. Dabei stehen die in der Île-de-France beheimateten und seit 2007 aktiven Künstler ganz im Gegensatz zu dem moderenen und vielfältigen Sound der Wati-B-Jungs, besinnen sich im Jahr 2011 auf die Wurzeln ihrer Musik und überraschen mit Oldschool-lastigem, BoomBap-orientiertem Sound und anspruchsvollen Texten. Diese Mischung kann man nun auf einer acht Songs starken EP namens "La Source" begutachten, welche es nach ihrem Release Ende Juni im Handumdrehen auf Platz 23 der französischen Album-Charts schaffte.

Um den musikalischen Hintergrund der Gruppe und die Grundphilosophie ihres Schaffens zu verstehen, reicht es fast schon aus, sich von Fonky Flav das Geheimnis ihres in der Jahreszahl 1995 verschlüsselten Namens lüften zu lassen: "On a commencé à réfléchir aux disques qu'on aimait et on s'est vite rendu compte que 1995 était une année centrale. Ceci dit, ça ne signifie en aucun cas qu'on déteste tout ce qui s'est fait après." Somit erfährt man, dass das Jahr 1995, Geburtsstunde von Alben wie dem Les-Sages-Poetes-De-La-Rue-Werk "Qu'est-ce qui fait marcher les sages?", dem Akhenaton-Debüt "Métèque Et Mat" oder dem prägenden La-Cliqua-Klassiker "Conçu Pour Durer", zur zentralen Inspirationsquelle der sechs Mitglieder erklärt wurde und alles später Veröffentlichte schlichtweg verabscheut wird. Dieses ungewöhnliche Konzept, das soundtechnisch eine Zeitreise in die Vergangenheit vermuten lässt, stellt uns Fonky Flav nun auch im harmonisch-ruhigen Opener und zugleich dem Titeltrack "La Source" vor ("Yo, Un-Double-Neuf-Cinq pour un retour à la source décollage imminent"), in dem auch alle weiteren Protagonisten über ihre ersten und prägenden HipHop-Erfahrungen, wie im Fall von Alpha Wann "Nas et Big L, Jay Z et Eazy", ihre Beziehung zur Musik und natürlich über ihre eigenen Fähigkeiten philosophieren. Hierbei präsentiert sich die Gruppe auf einem BoomBap-geprägten Soundteppich, inklusive stimmigem Flöten-Sample und Trompeten-Elementen in der Hook, als geschlossene und sich gut ergänzende Einheit ohne Leistungsgefälle. Allerdings kann trotz des starken Klanggewands noch nicht von voll ausgeschöpftem Potential die Rede sein. Nach einem lethargischen und von Juliano produzierten, Oldschool-lastigen Totalaufsall ohne jegliche Energie, bei dem man ironischerweise Nekfreu's anfänglichem Wunsch "J'ai envie de tout arrêter" gerne mit einem Druck auf die Skip-Taste Folge leisten würde, empfängt den Hörer zu Beginn von "Laisser Une Empreinte" die Stimme des gesampelten IAM-Mitglieds und Faf-Larage-Bruders Shurik'N. Es macht sich eine Spur Nostalgie breit und auf einem ruhigen, aber zugleich markanten Soundteppich mit schönen, gezupften Zither-Elementen machen Nekfeu, Fonky Flav und Areno Jazz eine tiefgründige Zeitreise durch ihr jeweiliges Leben und blicken auf die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft und die von ihnen auf dem Weg des Lebens hinterlassenen Fußabdrücke. Dabei überzeugt das Trio lyrisch vor allem mit komplexen Erzählungen ohne Zweckreime, die den Hörer ganz ohne Sozialkritik oder mörderische Punchlines in ihren Bann ziehen. Bevor Altmeister Zoxea, der die Jungs von 1995 vor nicht allzu langer Zeit kurzerhand unter seine Fittiche genommen hat, aus dem Schatten ins Licht tritt, springt das Tag-Team aus Sneazzy und Nekfeu in den Ring und stellt sich auf einem von DJ Lo produzierten, energiegeladenen und fetzigen Beat von "Milliardaire" mögliche Erfolge und das damit verbundene Leben in Saus und Braus vor. Auch wenn der Song mit seiner Energie aus dem Gesamtkonzept vielleicht befremdlich herraussticht, beweisen Sneazzy und vor allem Nekfeu dennoch, dass sie auch schnellere Produktionen zu beherrschen wissen. Nun zurück zu dem Les-Sages-Poètes-De-La-Rue-Mitbegründer Zoxea, der neben seiner Funktion als Förderer der jungen Emcees nun auch featuretechnisch unter dem Pseudonym Zoxeakopat in Erscheinung tritt und auf "A Chaque Ligne" einen nostalgischen Glanz versprüht, der die gesamte EP im Back-to-the-roots-Stil noch einmal authentisch veredelt. Die soundtechnische Grundlage für das Ganze bietet ein simpel gestrickter BoomBap-Beat samt synthetischer Keyboard-Töne im Gameboy-Stil, welcher in diesem Fall aber getreu dem Motto "weniger ist mehr" gut mit dem Konzept des Songs harmoniert. Eine weitere IAM-Hommage, nach dem bereits verwendeten Shurik'N-Sample zu Beginn von "Laisser Une Empreinte", begegnet dem Hörer anschließend mit einem Akhenaton-Sample auf dem streicherbegleiteten, tiefgründigen und leicht pseudodramatischen "Reflexxxion", bevor wir zum Ende der EP übergehen. Dort sticht noch einmal das von Jimmy Whoo produzierte und von Sängerin Sabrina begleitete, soulig-verträumte "Je Brille" heraus, bei dem sich alle Mitglieder noch einmal lässig präsentieren und die kurze musikalische Zeitreise ausklingen lassen.

Mit "La Source" ist der jungen sechsköpfigen Formation aus Paris ein wirklicher Achtungserfolg gelungen, der als acht Songs starkes Projekt mit Höhen und wenigen Tiefen vielmehr eine verheißungsvolle Zukunft verspricht, als er wirklich schon ein rundes Debüt darstellt. Doch während zum Beispiel Genre-Kollege Soulkast mit seinem jüngst veröffentlichten Werk "Honoris Causa" konzepttechnisch eine ähnliche Neunziger-Zeitreise vorsah und diese mit Hochglanzproduktionen und namhaften Gästen ausschmückte, überzeugen und überraschen 1995 mit roh-ursprünglichen und dennoch atmosphärischen Produktionen, die gepaart mit einer raptechnisch großen Menge an Potential eine authentische Prise 1995er La-Cliqua- oder Les-Sages-Poetes-Charme versprühen. Man darf auf ein kommendes Album gespannt sein und auf die bei allen großen Gruppen schnell hochkochende Frage, welcher von den jungen Emcees die erfolgreichste Solo-Karriere einschlägt, welche ich nach 34 Minuten Spielzeit dem jungen Nekfeu prophezeien würde.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (1 Bewertung / 5 Ø)


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Sonny

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Habe mir das Teil mittlerweile auch zugelegt. Gefällt mir auf jeden Fall sehr gut, dachte auch am Anfang echt die Scheibe wäre von '95. Wertung würde ich denke auch zu 3,5 tendieren, wobei ich halt wie immer die Texte nicht bewerten kann, aber die scheinen ja auch in Ordnung zu sein.

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Die Jungs sind großartig.
Freue mich schon auf La Suite am 5. März bestätigen

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