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Zum Ende der Seite springen Mad Mic vs Tyler Tolerance & Calibuz Wax - Living Legends
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Mad Mic vs Tyler Tolerance & Calibuz Wax - Living Legends


Release Date:
27. Juni 2011

Label:
Prosa Nostra

Tracklist:
01. Intro
02. Living Legends (Feat. Mr Cheeks & B.O.B.)
03. The word (Feat. Nine)
04. Gettin' It Right (Feat. Geechi Suede)
05. Never Stop (Feat. Krumb Snatcha)
06. The Cypher (Feat. Lord Tariq)
07. Crazy World (Feat. Tame One of Artifacts & Texuz)
08. Take A Look (Feat. A.G. of D.I.T.C.)
09. Fast Cars 2 (Feat. Group Home)
10. These Lines (Feat. Thirstin Howl III)
11. BK 2 FFM (Feat. Smoothe Da Hustler & Texuz)
12. No Good (Feat. Sabac Red)
13. My Squad (Feat. Sadat X)
14. Heartbeat (Feat. Blaq Poet)
15. Claim They Real (Feat. Louieville Sluggah)
16. Warfare (Feat. Triple Seis, Ambush, Mike The Martyr & Deuceman)
17. Rap Fanatics (feat. Absolute)
18. All Eyes On Me (Feat. Edo. G)
19. Live Life (Feat. Do It All)
20. Outro

Review:
Ein solches Album wäre vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen, doch die HipHop-Globalisierung sowie die Veränderung des Genres macht so einiges möglich. Die Kernfiguren dieses Projekts sind zwei Herren aus Frankfurt: Mad Mic vs Tyler Tolerance und Calibuz Wax, beide schon ein paar Jährchen im Geschäft unterwegs, zumeist allerdings eher im Untergrund. Seit 2002 operiert man auf Prosa Nostra, dem zusammen mit Gleichgesinnten gegründeten eigenen Label, Mad Mic etwa kann schon auf zwei Mixtapes zurückblicken und Calibuz' Crew-Mitgliedschaften reichen bis in die Neunziger zurück. Irgendwann entschied man sich dann wohl dazu, einen offiziellen Markstein in der eigenen Diskographie zu setzen und schließt sich für "Living Legends" zusammen, das nicht irgendein Album ist, sondern sich eine ganze Wagenladung US-Veteranen zusammenfeaturt.

Als vorwiegend dem englischsprachigen Rap verschriebener Hörer ist die erste Frage natürlich, wer Prosa Nostra sind und wen sie für ihr Projekt zusammengekratzt haben - zumindest zweitere Frage können Mad Mic und Calibuz schlagkräftig beantworten, denn bei dieser Liste, die praktisch ausschließlich von Ostküstenfürsten der Mitt- und Spätneunziger geziert wird, sollten alle, welche die Alben ebenjener Herren wertschätzen, hellhörig werden. Bei wem beim Schlagwort der groß angelegten deutsch-amerikanischen Kollabos nun die Glöckchen klingeln, für den sollte spezifiziert werden, denn Mad Mic und Calibuz Wax sind nicht die Snowgoons, J.R. & PH7 oder die Hitfarmers, sie sind selbst Emcees und beanspruchen trotz der vielen Gäste den Löwenanteil der Zeit am Mic für sich - schließlich gilt es sich zwischen all den Veteranen zu profilieren und die automatisch aufkommende Aufgabe der Vereinigung deutscher und englischer Raps zu meistern. Ihre Beats wiederum beziehen die beiden von einer Palette unbekannter Beatbastler, beispielsweise Zeitlows, Romeo, Fresh Cash, Big Broz oder French Kick. Dass es für die Jungs ein Heidenspaß gewesen sein muss, mit ihren offensichtlichen Idolen zusammenzuarbeiten (man achte auf das Cover, mit dem sich die Gästeliste anhand des herumliegenden Vinyls rekonstruieren lässt), scheint klar, doch an dieser Stelle interessiert natürlich auch, ob hinter "Living Legends" ein tieferes Konzept steckt, als so viele Schwergewichte wie möglich einzusammeln. Die Musik gibt leider keine Antwort auf diese Frage. Das nächste Problem offenbart schon der Pressetext, der das Sound-Feld von "zeitgemäßen Synthie-Bangern bis zu klassischen BoomBap-Tracks" absteckt. Damit hat die LP von Anfang an mit einigen Problemen zu kämpfen, doch es geht weiter: Ganz unerwarteterweise klingen einige dieser lebenden Legenden im Jahr 2011 doch etwas eingerostet, allen voran Smoothe, der in der matschigen Synthie-Untat "BK 2 FFM" nicht weiß, was er mit sich selbst anfangen soll, während sich Mad Mic gleich mit der ersten Line ("Du bist wie ein arbeitsloser Lehrer, dir fehlt einfach die Klasse") ins Abseits stellt. Von Symbiose der beiden Welten ist ebenfalls nicht viel zu hören - ein paar Querverweise Richtung der Vermächtnisse der Gäste lassen sich zwar fast durchwegs finden, doch nicht selten wirken die Amis wie Fremdkörper auf den Tracks - bestes Beispiel ist Blaq Poet, der mit einem unwahrscheinlich berechenbaren Part langweilt. Dass Calibuz hin und wieder in durchaus mit Akzent behaftetes Englisch wechselt, macht die Sache nicht viel besser. Zusätzlich zum zerhackten Sound-Bild ist auch keine lyrische Marschrichtung gegeben, der Bodensatz sind Representer- und Battle-Phrasen, hinzu kommen einige Ausreißer wie das gänzlich unspektakulär produzierte "Crazy World", für das man von Tame One zumindest eine Hook abgreifen konnte. Darüber hinaus muten Mad Mic und Calibuz dem Hörer noch einen saftigen Fehlgriff zu: "Claim They Real" wirft wieder die Synthie-Maschine für 08/15-Realness-Gelaber an, "My Squad" stellt sich da schon besser an, ringt Sadat aber eine schnell anstrengende Hook ab. Dazu kommt weiteres Mittelmaß in Form von "Never Stop" und "Fast Cars 2", was die Lichtblicke rar werden lässt: "Gettin' It Right" als Party-Track und "Rap Fanatics" (mit witziger Referenz an Starang Wondah) mit dramatischem Voice-Sample sind nicht perfekt, setzen sich aber gekonnt vom Durchschnitt ab, und dann gibt es auch noch Momente, wo die Fusion wunderbar funktioniert: Der Titel-Track knüpft über nettes Klavierspiel Mr Cheeks nahtlos zwischen Mad Mic und Calibuz, Sabac Red bekommt in "No Good" ein feines und vor allem passendes Instrumental ab, das auch die Gastgeber wunderbar aufgreift. Eingerahmt wird die Scheibe übrigens von Intro und Outro, die sich in Überflüssigkeit gegenseitig überbieten.

Summieren wir also auf: Der Hingucker dieser Scheibe sind die Gäste, die aber fast durchgehend mit mittelmäßigen Auftritten ernüchtern - überrascht sollte man bei einigen der Herren nicht sein, versäumten sie es doch schon bei ihren eigenen jüngeren Soloprojekten, Akzente zu setzen. Die Gastgeber geben sich sichtlich Mühe, vom Hocker reißt einen das Gehörte allerdings zu keiner Sekunde. Da das Konzept der Scheibe anscheinend in erster Linie auf der Aneinanderreihung besagter Veteranen beruht, fehlt anderweitige Kohärenz, was "Living Legends" schon fast Compilation-Charakter anheftet, der durch bunte Produktion noch unterstrichen wird. Bei der Wahl der Instrumentals hätte man ebenfalls vieles besser machen können, selten kommen Gast, Gastgeber und Beat auf einen Nenner. Den meisten Spaß an "Living Legends" hatten wohl Calibuz Wax und Mad Mic selbst, denn um eine aufgrund der Gästeliste vervielfachte potentielle Hörerschaft zu überzeugen bedarf es mehr als ebenjener Gästeliste in einem halbgaren Eintopf. Schließlich zeigen die Frankfurter auf einigen Tracks, dass dieses Projekt besser hätte sein können.

Wertung: (2 von 5 Kronen)


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