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Willie Evans Jr. - Introducin'


Release Date:
19. Juli 2011

Label:
High Water Music

Tracklist:
01. Willie Who?
02. Introducin'
03. Dumbtron (Feat. Paten Locke)
04. Take 2
05. Sidewalk Shit
06. CyberSheik I+II
07. Nerd English
08. Fisbawdup
09. Mega....
10. A$amov (Feat. The Alias Brothers)
11. Moon Foot.
12. Willie Evans Jr.

Review:
Man mag High Water Music schon fast wieder vergessen haben, denn während es 2009 noch so aussah, als starte das Label nun richtig durch, war inzwischen seit einem Jahr Funkstille. Doch nun hat Sucio Smash beschlossen, wieder einem jungen Künstler unter die Arme zu greifen und ein vielversprechendes "Debüt" zu veröffentlichen. Der gemeinte Kandidat trägt den Namen Willie Evans Jr. und ist ganz und gar kein Newcomer, mag dem Head sogar schon 2005 als Teil von Asamov unter die Ohren gekommen sein, als er zum ersten Mal an ein größeres Publikum trat, um Jacksonville auf die HipHop-Karte zu setzen. Auch die Rawkus-50-Aktion ließ er sich nicht entgehen und nahm für das Kult-Label sein Debüt "Communication" auf. Nebenzu betreibt er noch sein Internetzwerk The Nerdy South, sitzt also keineswegs auf der faulen Haut und will sich nun mit "Introducin'" einem größeren Publikum vorstellen.

Der erste positive Aspekt der Scheibe: In der heutigen Feature-geilen Zeit verlässt sich Willie vorrangig auf sich selbst, produziert sein Album komplett und lässt nur auf zwei Songs seine Kollegen von den Alias Brothers (wie Asamov nun heißt) mit ins Studio. Doch nicht nur das, Willie stellt nicht nur sich selbst, sondern auch einen vollkommen eigenen Stil vor, der weder mit dem Asamov- noch mit irgendeinem anderen Geiste identisch ist. Und das, obwohl man bei dem Mann aus Florida ab der ersten Sekunde an MF Doom (bzw. an eine Mischung aus Doom und Prince Po) denken muss, denn Willie besitzt ein ähnlich belegt-gedämpftes Stimmorgan. Beim Flow fühlt man sich dann an Prince Po erinnert, die Wortwahl könnte man hin und wieder Doom in die Schuhe schieben. Selbst eingepfercht zwischen zwei solchen Hochkarätern wird aber ebenso schnell klar, dass Willie sein eigener Herr mit einem eigenen Erscheinungsbild ist, das sich aus dem Zusammenspiel mit den Instrumentals zusammensetzt. Das beginnt zu einem gewissen Grad schon mit dem schwer originellen Intro "Willie Who?", das die Self-made-Mentalität ebenso wie das musikalische Weltbild des Willie Evans Jr. proklamiert: Zusammengechoppte Voice-Cuts sind eine seiner Leidenschaften, kreatives Aufspielen mit bekannten Rezepten auf der MPC ist seine Stärke. Frischer Sound, der sich ähnlich wie die versprengte Szene in Jacksonville keiner Schublade richtig zuordnen lässt, regiert die Scheibe, ist irgendwo zwar schon im klassischen Backpack-Bereich einzuordnen, lässt sich dort aber keineswegs festhalten. Die einzelnen Tracks sind meist eher kurz gehalten, so wird das eingangs gut aufräumende "Introducin'" nach guten zwei Minuten von "Dumbtron"s E-Gitarre aus dem Bild geschubst, das wiederum nach einenhalb Minuten einen neue Track begrüßt. Wackelten die Füße eben noch zum flotten Rhythmus, muss man sich darauf gefasst machen, schwunghaft in Stücke wie das gefühlvolle "CyberSheik" zu purzeln. Anregende, unverbrauchte Samples begrüßen den Hörer auf ganzer Strecke, so auch in "Take 2", einer Großtat, welche die LP mit der Abhandlung einer Beziehung ("I shoulda known that I was doin' something wrong, right? / That was a long night / Can I apologize or can I prepare to fight?") um eine Facette bereichert. Die gute Laune geht Willie, der im Intro seinen Traum, Leader seiner eigenen Ein-Mann-Band zu werden, verkündet, aber nie abhanden und bildet die Grundlage fast jedes Beats. "Mega" wundert sich selbst, wo seine Hi-Hat abgeblieben ist, stellt sich mit der sachten Kick und dem wunderschönen Voice-Sample aber ohnehin als überragender Leckerbissen heraus. Dann wäre da mit "Nerd English" noch ein inhaltlich höchst amüsanter Track, der zwar auf instrumentaler Ebene ausnahmsweise brotlos ausfällt, dafür als herrliches Plädoyer für den gemeinen "Nerd" (der sich bei Willie vorwiegend Video-Spielen hingibt) und gegen dessen Diffamierung durch andere Rapper ("How come 90% of rappers bullshitted us into thinking we soft if we're interested in quantum physics?"). Qualitativ ähnlich ergeht es "A$amov", das mit seinem Instrumental versagt, dafür die Umbenennung von Asamov in The AB's und damit u.a. Geldpolitik sowie eigene Überzeugungen behandelt. Die musikalischen Highlights sitzen anderswo: "Fisbawdup" geht in die richtige Richtung und setzt sich ein wenig mit ungeliebten Leuten in Willie's Alltag auseinander, ein echter Kracher wartet dagegen nochmal mit "Moon Foot.", das so butterweich und gleichzeitig dreckig funky durch die Boxen zieht (Dank gebührt dem Jan-Hammer-Sample), wie es auch ein Madlib kaum besser hätte machen können. "Willie Evans Jr!" gibt dem Album dann noch ein sinniges und ruhiges Outro, das den Bogen zum Intro spannt.

Ja, der Typ klingt irgendwie wie MF Doom, doch wer Willie mit diesem Grund keine Chance gibt, der beraubt sich selbst eines großartigen Hörerlebnisses. Selten spielte ein Mann mit seinem in Eigenregie kreierten Album so aufgeweckt auf, selten konnte ein Album in letzter Zeit so viele kreative Akzente setzen. Dabei setzt Willie nicht unbedingt auf revolutionäre Sound-Konzepte, er produziert einfach so lebendig und gut, dass man sich einerseits immer zuhause fühlt, andererseits aber nie Monotonie aufkommt. In dieser Stärke konnte sich Willie Evans vor allem in den Reihen von Asamov bisher nicht in Szene setzen, bekommt mit "Introducin'", das man in gewisser Weise als eine Art zweites Debüt bezeichnen könnte, aber nun hoffentlich auch ein angemessenes Publikum. Dass zwei Songs musikalisch hinterherhinken, verhindert zwar Top-Noten, mindert die dringende Empfehlung für dieses Werk aber kaum.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


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Redakteur:
SnoopFrog
User Signatur:
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