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User Information:
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Rang: R4F | Admin
Wertung:
Beiträge: 17.513
Guthaben: 50.111 Bucks
Stimmung: gestresst
Herkunft: Nürnberg/Hirschau
Fav. Artist: Banjo, Mädness, Samy Deluxe, Dendemann, Prinz Pi
Fav. Crew: Looptroop, K.I.Z., Dynamite, Maeckes & Plan B
Fav. Producer: Monroe, Sti, Shuko
Fav. CD: Damion Davis - Am Ende des Tunnels
Lieblingsfilm: Fear and Loathing in Las Vegas, La Haine

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User Beitrag:
moe2mee - Hammerhart / Buttaweich


Release Date:
17. Juni 2011

Label:
Oans Music

Tracklist:
01. HHBW Anthem
02. Wenn ich mal Groß bin...
03. Unser Pflaster (Feat. Großes K)
04. Bissal Eis
05. EWIG
06. Gib Gas!
07. Celia (aka Herz Auf)
08. Moonwalk
09. Brrrett
10. Yacht & Poolz (Feat. SvB)
11. Carpe diem (Feat. Adriano Prestel)
12. Du tötest mich
13. Leg dich hin

Review:
Eins ist sicher, über mangelnde musikalische Erfahrung kann man sich bei moe2mee definitiv nicht beschweren. Über zehn Jahre ist er bereits als Rapper und Sänger für die RaggaSnodaCliq aktiv. 2009 fasste der Münchner zusammen mit dem Produzenten Provo schließlich den Beschluss, sein erstes Solo-Album zu veröffentlichen. Zwei Jahre später, Mitte Juni 2011, ist es schließlich soweit und "Hammerhart / Buttaweich" steht endlich in den Läden. Mit souligen Gesangseinlagen und harten Raps möchte moe2mee bei seiner Hörerschaft punkten. Inhaltlich präsentiert sich das musikalische Allroundtalent recht abwechslungsreich und so gibt es neben viel persönlichem auch einige Party- und Club-Tracks zu bestaunen. Unterstützung gibt es, neben seinem langjährigen Bandkollegen SvB, vom Neuperlacher Rapper Großes K und vom Funk- und Soulsänger Adriano Prestel.

Besonders einfach hatte es moe2mee in seinem Leben nicht. Gleich nachdem er geboren wurde, wurde er von seiner Mutter an einer amerikanischen Kaserne in der Nähe von Stuttgart ausgesetzt und zum Findelkind, das durch seine Pflegefamilie über Berlin seinen Weg nach München fand. Ein Schicksal, das natürlich nicht spurlos an einem vorbeigeht. Verarbeitet wird es von moe2mee auf dem Track "Du tötest mich", in dem er die Abwesenheit seiner Mutter bedauert. Sehr ehrlich und einfühlsam behandelt der Rapper dieses wohl traurigste Kapitel seines Lebens, das ihn auch im Erwachsenenalter nicht loszulassen scheint. Nachdem er seine ersten Jahre in Berlin aufwuchs, zog er in der zweiten Klasse mit seiner Adoptivfamilie nach München, wo er seine Jugend überwiegend in den Hochhaussiedlungen von Neuperlach verbrachte. Auf "Unser Pflaster" erzählt er zusammen mit dem ebenfalls aus Neuperlach stammenden Rapper Großes K, wie es ist, als Jugendlicher seine Zeit in einem Multikulti-Viertel zu verbringen. "Es herrschen andere Sitten, ab und an auch raues Klima / wenig Perspektiven machen deine Jungs hier oft zu Dealern", so ein Auszug aus dem Song. Ja, man mag es kaum glauben, es gibt auch in im Herzen des beschaulichen Bayerns etwas Ghettoromantik zu erleben. Jedoch sollte man hier fair mit dem Protagonisten umgehen, der nicht wie ein Gangster wirken will, wie man vielleicht aus der zitierten Textpassage vermuten könnte. Die Problematik um den sozialen Brennpunkt Neuperlach ist in München durchaus eine ernste Thematik und moe versucht mit seinem Partner lediglich auf diese aufmerksam zu machen. Man merkt schon, der Junge hat viel erlebt und einiges zu erzählen. Dass er in der Musik schon immer seine große Chance sah, teilt er uns gleich zu Beginn des Albums auf "Wenn ich mal Groß bin..." mit. Hier wird von der großen Karriere in Reinform geträumt. Fette Klunker, mächtig Zaster und natürlich viele nackte Frauen. Die typischen HipHop-Phrasen eben, die man auch schon zu Genüge von anderen Artgenossen kennt. Brauchen tut es das nicht wirklich, vielmehr wirkt das Wunschdenken des Münchners fast schon peinlich und realitätsfremd, vor allem wenn man bedenkt, wie viele deutsche Rapper von so einem Leben sprechen können. Dabei stellt er doch gar wenig später auf "Yacht & Poolz" zusammen mit seinem RaggaSnodaCliq-Kollegen SvB selber fest, dass Geld und Statussymbole allein nicht unbedingt glücklich machen und man sich die Liebe zu einer Frau, die ab und an vielleicht sogar mehr wert ist als andere, nicht erkaufen kann. Natürlich sollte man jedoch auch schauen, wo man selber bleibt und seine Chancen nutzen. Daher "Carpe Diem", nutze den Tag und seine Möglichkeiten, um es zu etwas im Leben zu bringen. Besonders der Gesangs-Part von Adriano Prestel wertet die Nummer ungemein auf, die sich inhaltlich aber in die endlose Liste der vielen anderen Kopf-Hoch-Tracks einreiht. Neben dieser sehr nachdenklichen Seite existiert auch moe2mees wilde Seite, die gerne beim Feiern zur Schau kommt. Dazu verlangt der zugezogene Münchner gern einmal ein "Bissal Eis". Schon die ersten Takte des Beats lassen erschließen, dass es sich hier um einen Club-Banger handelt, der aber nur schwer in Fahrt kommt. Ehrlich gesagt ist die Würdigung des Münchner Augustiner-Biers das einzige Highlight, was man aus diesem Song entnehmen kann. Ansonsten darf sich der Hörer mit einer grausamen, monotonen Produktion herumärgern, die man lediglich auf einem Werk der Ying Yang Twins erwartet hätte. Party-Tracks sind definitiv nicht die Stärke von moe, leider Gottes gibt es auf "Hammerhart / Buttaweich" mit "Moonwalk" und "Brrrrett" zwei weitere Versuche, die Stimmung ins Zimmer des Hörers bringen sollen. Auch hier darf man sich wieder mit zwei lausigen Produktionen herumschlagen, die einem beide relativ schnell die Partylaune vertreiben. Dann doch lieber auf alte Stärke besinnen, in diesem Fall den Gesang. Das ist schon eher moe2mees Kragenweite, wie wir auf Tracks wie "Gib Gas" oder "Leg dich hin" feststellen. Dennoch hinterlassen auch hier die teilweise zu überladen wirkenden Produktionen erneut einen extrem faden Beigeschmack. Produzent Provo bewegt sich alles in allem etwas zu sehr in Richtung Pop- und Party-Sound, was "Hammerhart / Buttaweich" nicht unbedingt zugutekommt.

Gemessen am Namen des Albums ist der Titel wirklich zutreffend. Wie auch schon auf dem Cover angedeutet, lebt moe2mee auf "Hammerhart / Buttaweich" seine zwei unterschiedlichen Seiten aus, wobei die weichere hier klar mehr zu gefallen weiß. Die hammerharte Seite, die besonders durch die Party-Tracks zur Geltung kommt, wirkt schon arg überzogen. Aber auch seine sanftere weiß nicht immer zu überzeugen. Hauptsächlich dürfte das aber wohl an der extrem gewöhnungsbedürftigen Produktion liegen. Hier hätte sich moe2mee dann doch lieber mal ein Beispiel an RaggaSnodaCliq-Kollege Boshi San nehmen sollen, der auf seinem Soloalbum "H.e.R.B." den wesentlich besseren Sound gepickt hat. Gesanglich und raptechnisch hingegen beweist moe2mee, dass er durchaus Potential hat, jedoch bei seinem nächsten Soloprojekt noch an einigen Dingen zu arbeiten hat.

Wertung: (2 von 5 Kronen)


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Redakteur:
stepansmic
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