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Zum Ende der Seite springen Sizzla - Welcome To The Good Life
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Sizzla - Welcome To The Good Life


Release Date:
05. August 2011

Label:
VP Records / Kalonji Records

Tracklist:
01. Take Me
02. Good
03. Come On
04. Scream And Shout
05. Hush (Feat. Kim Davis)
06. Maximum Respect
07. Baby Each Time
08. Treating U Good
09. Lady
10. Girl U Want To Love Me
11. Get With U
12. Beat A Mi Heart

Review:
Mehr als 15 Jahre nach seinem noch recht unscheinbaren Debüt-Album "Burning Up" (1995) ist es mittlerweile nach schier unzähligen weiteren Veröffentlichungen und Erfolgsalben kein Geheimnis mehr, dass das im Nordosten Jamaikas aufgewachsene Reggae- und Dancehall-Stimmwunder Miguel Collins, vielen wohl besser unter dem Künstlernamen Sizzla Kalonji bekannt, zu den Lichtgestalten des Genres zählt. Nicht nur, dass der so schillernde Sizzla seit jeher mit seinen unterschiedlichen persönlichen und textlichen Facetten, die von religiös geprägten Rastafari-Preisungen, emotionalen Verehrungen schöner Frauen, scharfen sozialkritischen Auseinandersetzungen aller Variationen bis hin zu früheren, kontrovers diskutierten homophoben Seitenhieben reichen, für Furore sorgt, auch seine immer wieder wandelnden Klanggewänder machen ihn zu einem wahren Reggae-Chamäleon. Dass man bei Sizzlas unglaublich vielfältigem und fließbandähnlichem Output leider stets eine hohe musikalische Ausfallsquote zu verzeichnen hat, welche seine Releases oftmals zu unberechenbaren Wundertüten für seine treue Fangemeinde werden lässt, ist auch die Hauptursache, weshalb viele seiner Experimente mehr oder weniger zu unbeachteten Eintagsfliegen in seiner langen Diskografie werden. Auch dem neuesten, und erstmals in Zusammenarbeit mit Label-Größe VP Records über das hauseigene Kalonji Records vertriebenen Werk "Welcome To The Good Life" drohte dieses Schicksal im Vorfeld, hatter der Jamaikaner doch ungewohnterweise ein ganz softes, souliges und romantisches Album angekündigt.

Als erstes sei an dieser Stelle bereits ein wenig vorgezogen anzumerken, dass Sizzla diesmal überraschenderweise zusammen mit Produzent Dre Knight (The Narotics) und seinem langjährigen Riddim-Bastler Vychalle Singh an einem ungewohnt HipHop- und R&B-lastigen Klangteppich geflochten hat, der nicht nur die treue Reggae-Gemeinde verblüfft haben dürfte. Zwar sind dies sicherlich nicht die ersten Gehversuche des Mannes aus August Town auf diesem musikalischen Terrain, bedenkt man frühere Kontakte zu Leuten wie Jay-Z oder den Album-Deal mit Damon Dash für "The Overstanding" (2006), allerdings waren Projekte wie dieses rar in seiner langen Diskografie. Umso beruhigender ist es da, direkt beim ersten ruhigeren Anspielpunkt "Take Me" vom vertrauten und so charismatischen Krächzen des Jamaikaners empfangen zu werden, welches diesmal gefühlvoll romantische Botschaften an die weibliche Hörerschaftt zum Ausdruck bringt. Doch bereits die zweite und recht eintönig daherkommende Synthie-Ballade "Good Life" nimmt einem jegliches Vertrautheits-Gefühl, denn neben dem soundtechnischen Ausflug in undefinierbare HipHop- und R&B-Sphären wird man nun vom Auto-Tune-verzerrten Gesang des Protagonisten verschreckt, dessen inhaltsleeres Gesäusel nur allzu schnell zum Skippen verleitet. Wo ist der markante, unberechenbare und temperamentvolle Sizzla, der so oft jegliche Roots- und Dancehall-Riddims mit seiner brodelnden Energie fast zum Überkochen brachte? Auch wenn sich die anschließende Nummer zumindest soundtechnisch ein bisschen mehr nach dem urbanen Kingston anhört, so klingt die frühere Reggae-Raubkatze immer noch vielmehr nach einem zahmen Schmusekätzchen, das irgendwie soulige Botschaften anzustimmen versucht. Auch das zumindest titeltechnisch verheißungsvoll lautende "Scream And Shout", das einen von energiegeladener Stimmakrobatik in bester Sizzla-Manier träumen lässt, enttäuscht mit wahnsinnig langsamem Sommertags-Flair und stellt allenfalls eine traurige Parodie des gewählten Titels dar. Kitschig ist gar kein Ausdruck für die Art und Weise, wie der gute Miguel Collins den weiblichen Hörerinnen säuselnd Honig um den Mund schmieren möchte, der allerdings wohl nicht nur diesen nicht sonderlich schmecken dürfte. Auch was Sizzla anschließend an der Seite der aus Toronto stammenden Sängerin Kim Davis fabriziert ("Hush"), sucht seine sinnvolle Einordnung in den ursprünglichen Genre-Kontext und stellt eher schnulzige R&B-Allerweltsware dar. Und auch der Refrain, der aus Kalonjis Schreibfeder entsprungen ist, ist wohl an schläfriger Eintönigkeit kaum zu überbieten:

"Hush Hush baby don't rush,
Love takes time I need your touch,
Hush Hush baby don't rush,
Hush Hush baby don't rush,
Love takes time I need your touch,
Hush Hush baby don't rush,
Baby don't rush,
Baby don't rush
"

Dass es zumindest ein wenig authentisch-gefühlvoller zugehen kann und es die Produzenten Vychalle Singh und Dre Knight doch irgendwie noch geschafft haben, einzelne für Sizzla maßgeschneiderte und markantere Klanggewänder zu stricken, beweisen das treibend-atmosphärische "Baby Each Time" und das gitarrenbegleitete "Lady". Man erlebt einen einerseits emotionalen, aber auch merklich nachdenklicheren Herren Kalonji, der sich stimmlich gewohnt in allen Tiefen und Höhen schwankend mit seiner Beziehung zu seiner Angebeteten auseinandersetzt und mit mehr als austauschbarem Liebes-Gesäusel überzeugt. Während das verträumt-melodische "Baby Each Time" noch einen deutlichen, aber ungewohnten klassischen BoomBap-Anstrich aufweist, präsentiert sich Sizzla bei dem später folgenden "Lady" auf einem langsamen, aber einprägsamen R&B-Beat. Im Schlussteil des Albums dümpelt Sizzla allerdings wieder in recht undefinierbaren und eintönigen Sound-Gewässern herum, wobei man den Eindruck bekommt, der Jamaikaner wisse selbst nicht so wirklich, wie er sein sonst so unbändiges Stimmorgan den schlechten und ungewohnten Instrumentals anpassen solle.

Insgesamt hat Sizzla mit seinem jüngsten Vorhaben in Albumform, endlich wieder sanftere Töne anzustimmen und die aufgrund von textlichen Kontroversen verstimmte Hörerschaft mit kanten-, aber auch recht profillosen Messages zu versöhnen, ein recht energieloses Endprodukt geschaffen, was niemanden so richtig glücklich stimmen dürfte. War es einst das loderne Aufflammen von Sizzlas krächzender Stimme, die oftmals auf dynamischen Roots-Riddims oder Dancehall-Geschossen Messages jeglicher Art verbreitete und seine Anhängerschaft im Judgement Yard zum Kochen brachte, so säuselt der Jamaikaner nun romantisch-soulige Botschaften auf Sparflamme, denen es zudem oftmals an einer zumindest ansprechenden soundtechnischen Untermalung fehlt. Dass Sizzla auch ab und an durchaus erfolgreiche soulige und gehaltvolle Sound-Experimente hervorgebracht hat, dürfte man seit dem vielseitigen "Rise To The Occasion" (2003) wissen, nichtsdestotrotz mutiert das jüngste Release mal wieder, versehen mit einem bereits gewohnt-kargen Artwork und nichtssagend-kitschigen Songs, zu einer unbeachteten Eintagsfliege im Genre-Kosmos, die erneut die Qualitätsfrage von Sizzlas songtechnischer Massenproduktion aufkommen lässt.

Wertung: (1,5 von 5 Kronen)


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Sonny

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Bitter. Ich peil auch nicht wie man so ein Cover wählen kann. laugh Ohne Scheiß da laufen doch die hälfte der Leute schreiend aus dem Laden vor schreck bei dem Cover. Die anderen schreien spätestens wenn sie das Ding gehört haben, wie es scheint. grins

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True Words! laugh

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