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Zum Ende der Seite springen Alborosie - 2 Times Revolution
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Alborosie - 2 Times Revolution


Release Date:
24. Juni 2011

Label:
Greensleeves / VP Records

Tracklist:
01. Rolling Like A Rock
02. Respect (Feat. Junior Reid)
03. Who You Think You Are
04. La Revolucion
05. I Wanna Go Home
06. You Make Me Feel Good (Feat. Etana)
07. International Drama (Feat. Giuseppe Tarantino)
08. Camilla
09. Tax War
10. Jesus Is Coming
11. Ragamuffin
12. Soul Train
13. Grow Your Dreads
14. Rude Bwoy Love (Feat. Perfect Harmony)
15. What If Jamaica

Review:
Geht es um europäische Reggae-Größen, so würde der Name Alborosie, dessen bürgerlicher Name Alberto d'Ascola wohl bereits genügend Hinweise auf die ursprüngliche Herkunft des 34-Jährigen aus Sizilien gibt, wohl in einem Atemzug mit Gentleman genannt werden, was nicht zuletzt an den Parallelen ihrer Künstler-Entwicklung liegen dürfte. Ebenso wie Gentleman sieht auch der bereits in seinem Heimatland mit seiner Band Reggae National Tickets erfolgreiche Alborosie im Jahr 2001 den Weg nach Jamaika, hin zu den Wurzeln ihrer Musik und dem musikalischen, kulturellen und spirituellen Zentrum des Reggae-Kosmos, als schlussendlich einzige Lösung zur Weiterentwicklung. Nachdem sich Alborosie, inspiriert von Genre-Oldies wie Black Uhuru, Burning Spear oder natürlich Bob Marley, nach Monaten und Jahren voller Tatendrang in Kingston als sage und schreibe Musiker, Sänger, Produzent und Toningenieur in persona etabliert hat, folgen schließlich die Erfolgsalben "Soul Pirate" (2008) und das Greensleeves-Erstlingswerk "Escape from Babylon" (2009). Zwei Jahre später folgt nun also das dritte Werk "2 Times Revolution" des Wahl-Jamaikaners, das wie die Vorgänger neben einem Roots-geprägten Schwerpunkt auch Einflüsse aus Ska, Rocksteady, Rub-A-Dub und Hip Hop beinhalten und lyrisch eine Rundreise durch die komplexe Gedankenwelt des Rastafari-Sizilianers bieten soll.

Nachdem der Album-Stein mit dem gemähchlichen, zeitweise veträumten Intro vom Exil-Italiener ins Rollen gebracht wurde, schwingen sich dieser und die immerhin zwölf Jahre ältere Kingstoner Genre-Legende Junior Reid unter gewohnt röhrenden "One Blood"-Rufen zu einem Zwei-Generationen-Appell nach mehr "Respect" und Liebe in der Gesellschaft auf. Untermalt wird dieses Anliegen, das wie so oft durch die außergewöhnlich intensive Stimme des ehemaligen Black-Uhurus-Leadsängers und Wu-Tang ("Jah World")-sowie Game-Featurepartners Jr. Reid ("It's Okay: One Blood") zu einem äußerst eindringlichen Tune wird, von einem Gitarren- sowie HipHop-beeinflussten Riddim. Dieser stammt, wie fast ausnahmslos alle Produktionen des Werks, aus der hauseigenen Riddim-Schmiede des musikalischen Allround-Talents, das sich im Folgenden, rootsgeprägten Song "Who You Think You Are" als warmherzig-selbstreflektierender Revolutionär philosophischen Lebensfragen widmet. Dabei gewährt der musikalisch-spirituelle Protagonist einen sehr persönlichen Einblick in sein Leben und seine Gedankenwelt und präsentiert sich so zum Beispiel im eingängigen Refrain als sympathisch-bodenständiger Künstler:

"Who you think you are? I'm not a superstar,
Me na drink the gold wine or smoking cigar,
And I don't drive in Satan's car, with Jesus me a par,
I'm just a revolutionary fighting my own war
."

Ruhige Gitarren-Riffs, melancholisch-bedeutungsvolle Latino-Trompeten und Schlagwörter wie "Che Guevara", "Revolucion musical" und "Libertad" ebnen anschließend den Weg für eines der größten Highlights der gesamten Platte, die akustische Traumreise von Jamaika über Kuba bis nach Mexiko in Form von "La Revolucion". Während sich viele Genre-Kollegen in ihrer Sozialkritik mit dem Niedergang Babylons in Form von inflationär gebrauchten "Burn Babylon"-Ausrufen und der Situation ihrer afrikanischen Mutterländer auseinandersetzen, schaut Alborosie als "Hijo de la calle" kulturübergreifend über den Tellerrand Jamaikas hinaus und fesselt den Hörer zweisprachig mit spirituell-revolutionären Gedankenspielen, in denen er unter anderem verträumte Referenzen an unterschiedlichste Revolutionäre wie Che Guevara, Fidel Castro oder Emiliano Zapata einstreut. Verbunden mit dem brillanten akustischen Klangteppich entsteht ein genre- und sprachübergreifender Meilenstein, der in dieser musikalischen und inhaltlich-atmosphärisch intensiven Art und Weise konkurrenzlos seine Fußstapfen im Reggae-Dschungel hinterlassen haben dürfte. Dass es allerdings auch eine gehörige Portion genretypischer zugehen kann, beweisen uns Alborosie und Jamaikas verheißungsvollste Newcomerin Etana auf dem Quoten-Lovers-Rock-Tune "You Make Me Feel Good", der allerdings trotz oft gehörten und austauschbaren Inhalts mit einem harmonischen Roots-Sound und der souligen Ausnahme-Stimme der Sängerin aus August Town besticht. Einen erneuten Beweis für den Sinn des Sizilianers für das sowohl soundtechnisch als auch inhaltlich Außergewöhnliche liefert dieser zusammen mit Guiseppe Tarantino in dem atmosphärisch-dichten Reggae-Theaterstück "International Drama": Untermalt von leicht bizarren Piano-Melodien, einem staubigen Refrain und italienischen Opern-Samples erzählen der Protagonist und sein Gast die Geschichte früherer italienischer Auswanderer, die es über den großen Teich nach New York gezogen hat. Spätestens mit dieser Nummer, deren Inhalt sonst nur in Filmen einen Platz finden würde, merkt man, dass Alborosie weit mehr als gewöhnlichen Reggae bietet und durch seine künstlerische Ungebundenheit als Allround-Genie seiner Kreativität genreübergreifend freien Lauf lassen kann. Dass dabei allerdings nicht ausnahmslos Großes geschaffen wurde, sondern wir neben wenigen Ausfällen ("Camilla") auch "nur" gewöhnliche Nummern inklusiver gewöhnlicher Genre-Themen geboten bekommen, sei Alborosie verziehen, betrachtet man die Hochwertigkeit seiner Produktionen und die stets positive Grundstimmung seiner Songs, die frei von Gewaltaufrufen, Flüchen oder sonstigen Stimmungskillern daherkommen. Zuletzt sollten noch das harmonisch-melodiöse "Jesus Is Coming", das neben religiösen Hoffnungsbotschaften und bisher fast vermissten Anti-Babylon-Parolen mit einem schönen, bläserbegleiteten Roots-Riddim und weiblichen Background-Vocals besticht, sowie das HipHop-lastige "Ragamuffin" erwähnt werden, welches erneut durch soundtechnische, diesmal Ragga-Experimente und Rap-Einlagen des Sizialianers für eine außergewöhnliche, wenn auch teilweise anstrengende Note sorgt.

Was Allround-Genie Alborosie in diesem Sommer mit "2 Times Revolution" geschaffen hat, lässt sich trotz rootsgeprägtem Schwerpunkt und durchaus genretypischen Inhalten nur schwer in den gewöhnlichen Genre-Kontext einordnen, was der Sizilianer auch im Voraus bereits weise mit den Worten "the music is like a ministry, and I don't even think of myself as doing reggae anymore" andeutete. Was man auf "2 Times Revolution" antrifft, sind durchaus mehr als zwei Seiten einer musikalischen und inhaltlichen Entdeckungsreise, die zeitweise über die Grenzen des Genres hinausgeht und unter anderem sprach- und kulturübergreifende Geniestreiche wie die Akustik-Nummer "La Revolucion" oder das ebenfalls in seiner musikalischen Komposition und inhaltlichen Besonderheit einzigartige "International Drama" zum Vorschein bringt. Begleitet wird das Ganze von einer durchweg positiven und ansteckenden Grundstimmung des Wahl-Jamaikaners, ganz ohne Slackness-Themen oder Ähnliches. Einziges Manko der Platte, die sich durchaus auch durch die hohe Qualität der selbstproduzierten Instrumentals auszeichnet, sind die wenigen, durchschnittlicheren Tunes, denen es am gewissen Etwas fehlt, um längerfristig im Gedächtnis zu bleiben.

Wertung: (4 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (0 Bewertungen / 0 Ø)


Redakteur:
Sonny

User Information:
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Fav. Producer: pete rock, premo, babu, kev brown, apollo brown

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User Beitrag:

hab vorher noch nie was von dem typen gehört, aber die review hat schon interesse geweckt. hab mir jetzt bei youtube ein paar sachen angehört, die mich schon sehr ansprechen. scheint ne sehr schöne platte zu sein. danke dafür wink werds definitiv nochmal genauer checken..

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