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Zum Ende der Seite springen Massiv - Eine Kugel reicht nicht
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Massiv - Eine Kugel reicht nicht


Release Date:
28. Oktober 2011

Label:
Al Massiva (Intergroove)

Tracklist:
01. Intro (9mm)
02. Black Gun Beretta
03. Schließ deine Augen und vergiss
04. Brennpunkt Innenstadt
05. Eine Kugel reicht nicht
06. Wenn man es verliert
07. Wir drehen uns im Kreis
08. Massaka Kokain 2 (Feat. Farid Bang & Kollegah)
09. Blitzlichtgewitter
10. Wo? Was?
11. Prototyp (Skit)
12. Ghettoalphabet
13. Nicht nur deutsche Adler können fliegen
14. Die Nacht wird zum Tag (Feat. Beirut & Granit)
15. Mit dir durch die Ewigkeit
16. Tanz mit dem Teufel (Feat. Granit)
17. Dich blendet Geld, mich blendet nichts
18. Outro

Review:
"Wasiem Taha, geboren in einer kleinen Stadt, um genauer zu sein: 9.11.1982" - so präsentiert sich uns der Album-Protagonist im Laufe des vorliegenden Longplayers, dem sechsten Werk namens "Eine Kugel reicht nicht" des auch als Massiv bekannten Wahl-Berliners mit palästinensischen Wurzeln, der sich Ende der Neunziger ausgehend von Pirmasens als gestählte Ein-Mann-Armee mit provinziellem Pfälzer Dialekt aufmachte, irgendwie als Nicht-Berliner im HipHop-Kosmos der Hauptstadt Fuß zu fassen. Im Jahr 2011 zählen mittlerweile Massivs erster Unterschlupf bei Untergrund- und Horrorkore-Ikone MC Basstard, der folgende hoch dotierte und kontrovers diskutierte Major-Deal bei Branchen-Primus Sony BMG, ein sagenumwobener und vermutlich mitteldramatischer Attentatsversuch aus dem Jahr 2008 und natürlich die bisherigen Tonträger "Blut gegen Blut", "Ein Mann ein Wort", "Meine Zeit", "Der Ghettotraum in Handarbeit" und "Blut gegen Blut II" zur Vergangenheit. Im Jahr des arabischen Frühlings macht sich nun also der immer noch unermüdliche Al-Massiva-Kämpfer, den man trotz aller Zweifel und den in ihm und seinem musikalischen Schaffen in Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Manier verwurzelten Widersprüchen und Gegensätzen inzwischen als "etablierte Kraft" im sogenannten und mitterweile verpönten "Gangsterrap"-Geschäft zählen kann, auf, sein sechstes Studioalbum über das hauseigene Label zu veröffentlichen.

"Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker" - nach dieser Redensart präsentiert sich uns der scheinbar unverwüstliche Wahl-Berliner ganz gemäß dem Album-Motto "Eine Kugel reicht nicht" direkt im stählernden "Intro (9mm)", in dem Massiv in wenigen Zeilen gewohnt rohe Lines ins Mikrofon spuckt, in denen er in einem Wechselspiel aus Selbstinszenierung und Selbsttherapie seine Attentats-Erlebnisse verarbeitet. Dabei wird natürlich wie immer weniger Wert auf raptechnische Finessen und Spielereien als auf einprägsame, intensive und druckvolle Wortgeschosse gelegt. Scharf geschossen wird auch im zweiten, anstrengend elektronisch-martialischen Anspielpunkt des Longplayers, in dem M.A.S. brainstormmäßig das Genre-Lexikon um gefühlte hundert Seiten erweitert und nebenbei wie im Grand-Theft-Auto-Modus alle Waffen-und Drogen-Narren dieser Welt befriedigt. Dabei lassen jedoch neben der holprigen Vortragsweise inklusive des markant rollenden "Rrrr" auch die geistigen Ergüsse oder vielmehr Auswüchse des selbsternannten "Prototyp Kanacken" äußerst zu wünschen übrig. Umso stärker und verblüffender wird dieser erste Totalausfall der noch jungen Platte vom folgenden und wie der Großteil des Longplayers vom gebürtigen Hannoveraner Abaz geschusterten Song "Schließ deine Augen und vergiss" kontrastiert, denn anstatt wirrer Gewaltsphantasien bekommt man einen recht nachdenklichen Massiv zu hören, den man bereits auf vergangenen Releases zeitweise kennen- und schätzen lernen durfte. Nach bereits eingangs zitierter Vorstellung seiner Person schildert uns Wasiem Taha über ein pianobegleitetes und das wohl melodiöseste Instrumental der Platte eigene Leidenszeiten und Hürden im Leben, die er auf dem Weg zu seinem jetzigen Status überwinden musste, während viele andere durch Faulheit und Selbstüberschätzung auf der Strecke bleiben würden. Fast könnte man zynisch bei Massivs Schlussworten ("Wer opfert mehr für Musik? Steckt jeden Cent in die Beats? All die Bilder, all die Lieder, all die Videos, die ihr liebt? - Massiv!") meinen, der gute Mann würde sich völlig selbstlos aufopfern für das Wohl der Gemeinheit, doch so weit wollen wir nun nicht gehen und hoffen, dass vom immensen Sony-Vorschuss noch ein paar Scheine übrig geblieben sind. Nichtsdestotrotz zählt die angesprochene Nummer auch dank des gelungenen Zusammenspiels von Massivs vergleichsweise emotionaler und ausdrucksstarker Vortragsweise und dem passenden gefühlvollen Soundteppich zu den größeren Lichtblicken des Albums und drückt in wenigen Zeilen einen der zentralen Leitgedanken des Albumkonzepts aus:

"Welch ein Glück, dass die Kugel mich zwar trifft,
Doch nur Gott allein entscheidet, welcher Tag perfekt zum sterben ist.
Und darum leb' ich meinen Traum, und wenn du einen Traum besitzt,
Dann steh' doch endlich auf und kämpf' für deinen Traum
"

Es gibt durchaus noch weitere vereinzelte Stellen im Album-Verlauf, an dem Massivs Vermögen für nachdenklichere Töne postitiv aufblitzt, wie etwa im ebenfalls pianobegleiteten und melancholischen "Wenn man es verliert", in dem man neben einer vielleicht schon fast unverdaulichen Portion an Liebesschmerz auch bemerkenswerte Zeilen mit gewissem Vorbildcharakter findet ("Wie konnt ich dich verletzen, was hab ich dir nur angetan? Es ist ein Armutszeug zu zuschlagen ohne Plan."), im später folgenden Liebeslied "Mit dir durch die Ewigkeit", welches allerdings nicht ganz mit dem Spirit der Mario-Winans-Koproduktion "Dreams" von "Meine Zeit" (2009) mithalten kann, oder mit Abstrichen im den Schlußpunkt setzenden "Dich blendet Geld, mich blendet nichts". Abgesehen von diesen wenigen Ausnahmen müssen wir uns nun aber wieder mit dem grauen Gangster-Alltag des in Wedding beheimateten Rappers auseinandersetzen, der vor allem soundtechnisch trotz der unbestrittenen Fähigkeiten von quasi "Executive Producer" Abaz eine größtenteils graue, zähe und austauschbare Synthie-Masse hervorbringt, die oft alleine vom wummernden Druck des jeweiligen Beatgeschosses lebt. So auch auf dem wenig geistreich betitelten, aber unerwarteten Gipfeltreffen ("Massaka Kokain 2") mit Selfmade-Protz Kollegah und dessen "Jung, brutal, gutaussehend"-Partner Farid Bang, auf dem man neben scheinbar obligatorischen Gunshots, einem Haftbefehl-Sample, dem üblichem Drogen-, Waffen-, Sex- und Geldgefasel auch wirre Punchlines wie Gaddafi-und Hitler-Vergleiche ("Ach was, ich bin kein Gangster? Adolf Hitler war auch kein Deutscher") um die Ohren geschleudert bekommt. Dass dabei Kollegah noch am ehesten rap- und reimtechnisch eine gute Figur abgibt, ist wohl auch kein unabsehbarer Überraschungseffekt. Dass Wasiem Taha dennoch ab und an noch gerade so ein verträgliches und gesundes Mittelmaß an vertonter Actionfilm-Wüterei findet, ist zwar auch bereits von Vorgänger-Werken bekannt, wird aber dazu auch von Songs wie der fast melodiösen Straßenhymne "Wir drehen uns im Kreis" bewiesen. Zu guter Letzt sollte man noch Massivs recht einseitiges, aber umso provokanteres musikalisches Integrationsdebatten-Statement in Form des soundtechnisch wenig reizvollen "Nicht nur deutsche Adler können fliegen" erwähnen. In diesem triftt der Rapper mit palästinensischen Wurzeln sicherlich mit nicht völlig realitätsfremden Zeilen wie "Weil Herr Schmidt dachte ich verderbe seine Söhne, war das meiste Schimpfwort was ich je benutzte Hurensöhne, man ist doch kein schlechter Mensch wegen der Hautfarbe, und ihr lästert, dass wir nach der Hochzeitsnacht die Frauen schlagen" den Nerv vieler seiner Hörer, überspannt aber gleichzeitig übermotiviert oder einfach gedankenlos den Bogen mit geschmacklosen Phrasen wie "Ich behaupte auch nicht, ihr wäret alle pädophil, oder haben etwa eure Vorfahren mit dem Gas gespielt?".

Alles in allem merkt man Massivs sechstem und inzwischen eben nur noch über das hauseigene Al-Massiva-Label vertriebenem Werk im Vergleich zum etwa letzten Sony-Album "Meine Zeit" erneut den Wegfall von gewissen Kontrollinstanzen und Grenzziehungen an, der sich einereits in teilweise ausufernden und sinnlosen Action-Phantasien des Protagonisten und dem andererseits größtenteils eintönig harten und rauen Klangbild des Albums widerspiegelt. Für Hardcore-Fans des Wahl-Berliners, die sich auch von ohnehin bekannten technischen Mängeln des Mannes mit dem rollenden "Rrrr" nicht beeindrucken lassen, dürfte dieses Werk trotzdem genügend Leckerbissen bieten, in denen sich Massiv nach allen Regeln des Genres und darüber hinaus austobt. Doch für die Allgemeinheit, deren Nerven bereits nach einem Drittel des recht monoton-hämmernden Werks überspannt sind und sich auch von Lichtblicken wie "Schließ deine Augen und vergiss" nicht beruhigen lassen, dürfte das Endprodukt wohl nicht mehr als zwei bis zweieinhalb Kronen wert sein.

Wertung: (2 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (3 Bewertungen / 1.33 Ø)


Redakteur:
Sonny

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Das Ding ist so schlecht. Kann damit überhaupt nichts anfangen. War bei den Vorgängern teilweise noch anderst. Aber was er sich dabei denkt. Man oh man.

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Blut Gegen Blut 2 hat mich so beeindruckt. smile

Aber was er sich hierbei gedacht hat, würde ich gerne mal wissen, dass beste ist das er einen Riesen Welle um das Album gemacht hat. BGB 2 war das, was Massiv ausmacht, Brutal, ohne Rücksicht und verdammt gute Features. Auf Bgb 2 kann man jeden Track hören, hier leider nur einen, ''Massaka Kokain 2'', der ist für mich sogar noch besser als der erste. Wobei hier Kolle und Farid herausstechen.

Ich gebe einen Stern!

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von mir gibts 3 Kronen, so schlecht finde ich das ding nicht, der einzige Track der gar nicht geht ist "Black Gun Baretta".

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