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Zum Ende der Seite springen Prinz Pi - Hallo Musik
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Rang: R4F | Redakteur
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Herkunft: Deutschland
Fav. Artist: Pi, Papoose, Youssoupha, Senti,Tunisiano, Jah Cure
Fav. Crew: Saïan Supa Crew, Sniper, D-Block, S.A.S
Fav. Producer: Heatmakerz,Whizz Vienna,Monroe,Skalp, J.Blaze
Fav. CD: Sentino - IBDHH / Pi - Donnerwetter

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User Beitrag:
Prinz Pi - Hallo Musik


Release Date:
09. Dezember 2011

Label:
Keine Liebe

Tracklist:
01. Du Bist
02. Elfenbeinturm
03. Drei Kreuze für Deutschland
04. Trümmer
05. Mädchen vom Werbeplakat
06. iGod
07. Fluch der Besten
08. So viele Fragen
09. Laura
10. Der Druck steigt
11. Generation Porno
12. Königin von Kreuzberg
13. Nie wieder (Bonus Track) (Feat. Casper)
14. Keine Liebe (Bonus Track)
15. Keine Liebe (Pianoversion)

Review:
"Tschüß deutscher Rap - Hallo Musik, ich bin da" - was vielerorts langjährige Rap-Traditionalisten und vermutlich bereits vom mehr oder weniger gut verdauten experimentelleren "Neopunk"-Werk (2008) leicht verstörte Hörer des Ur-Berliner Rap-Freigeists und Wahl-Kreuzberger Emcees Prinz Pi zu hysterischen Befürchtungen vermeintlicher Stilwechsel aller Arten veranlasste, konnte vielmehr auch als in wenigen Zeilen auf seinem letzten Album "Rebell ohne Grund" untergebrachter und Vorfreude schürender Appetizer auf sein neuestes Akustik-Projekt "Hallo Musik" verstanden werden. Zehn Monate später verpackt dieses nun neben einigen jüngeren "Rebell ohne Grund"-Songs auch von der Anhängerschaft gewählte Schmuckstücke aus dem letzten Jahrzehnt Schaffenszeit des Keine-Liebe-Labeloberhaupts in ein von vier Studiomusikern geschustertes Akustik-Gewand, welches neben einem gewissen Best-Of-Charakter auch zu einem intimeren Hörerlebnis der ohnehin oftmals atmosphärischen und nicht zu synthetischen Biztram-Produktionen und persönlichen Erzählungen von Friedrich Kautz führen sollte. Ob das Experiment geglückt ist oder die übergewichtige "Rebell ohne Grund"-Winterrenaissance überflüssig war, sehen wir später.

Die Akustikreise durch Pis Schaffens- und Seelenwelt beginnt nun mit dem anfangs verträumten, zunächst einen Acapella-Charakter besitzenden und sich von der Intensität und der instrumentalen Untermalung, insbesondere in einem leichtfüßigen Gitarrenspiel, stetig steigernden "Du Bist", das wie immer inhaltlich einiges mehr an Emotionen, Metaphern und Ehrlichkeit als die gewöhnlichen, phrasenüberfüllten Liebeserklärungen im Genre-Kosmos bietet und somit das erste Band zwischen Hörer und Protagonist knüpft. Sicherlich ein gelungener Start, der allerdings auch mit der folgenden Nummer bereits andeuten lässt, dass man es weniger mit Neuinterpretationen des Keine-Liebe-Masterminds, als vielmehr mit relativ eng an den soundtechnischen und atmosphärischen Grundgerüsten der bereits bekannten Songs eingespielten Akustik-Versionen zu tun bekommen wird. Dass dies allerdings dem Hörgenuss keinen großen Abbruch tut, beweist auch der vordergründig gitarrenbegleitete und bereits auf "Rebell ohne Grund" überzeugend innovativ-nachdenkliche Storyteller "Drei Kreuze für Deutschland", dessen von Hausproduzent Biztram geschaffener Grundcharakter nur wenig verändert wurde. Aus musikalischer Sicht spannender wird es daher schon bei dem länger zurückliegenden "Trümmer", ursprünglich eine 7inch-Produktion, sowie bei der 2007er "Das Prinz Ip Prinz Pi Volume 1"-Perle "Das Mädchen vom Werbeplakat", in welcher Pi immer noch nach Stella sehnend eindrucksvoll mit Superlativen und Metaphern um sich schmeißt, diesmal aber nicht nur augfrund feiner lyrischer Neuerfindungen ("Der silberne Pinsel des Stroboskops malt ihr Gesicht, präziser als der allergrößte Maler vermag, der Weg führt vom Himalaya ihrer Nase ins Tal"), sondern auch aufgrund eines doch veränderten Klangbilds überrascht. Wo man bei der von No-Peanuts-Entdeckung M!ind!Z geschaffenen Original-Version noch von treibenden Drums und melancholisch-dramatischen Piano-Akkorden in den Bann gezogen wurde, macht sich nun eine gemächlichere instrumentale Grundstimmung breit, die jedoch eine weniger dichte Atmosphäre aufziehen lässt und zum ersten Mal einen durch den Original-Vergleich leicht enttäuschenden Einschnitt in die akustische Hörreise darstellt. Eine sich einerseits von den zumeist inhaltlich gefühlsbetonten als auch andererseits musikalisch leicht melancholischen Anspielpunktem abhebende Ausnahme stellt das bereits auf "Rebell ohne Grund" im vorläufigen Sample als "funky damn track" charakterisierte "Der Neue iGod" dar. In diesem kann sich Pi nun abseits jeglicher emotionalen Fesseln austoben und spaziert locker und wortwitzig über den flippigen, leicht rockigen Akustikteppich. Dass das Ganze allerdings während des gesamten Akustik-Experiments nie in kitschigen Singsang oder ähnliche Gesangsspielereien abdriftet, liegt wohl nicht nur alleine an der zuletzt öfters unterstrichenen Abneigung Pis gegenüber dem musikalischen Treiben von Singer-Songwritern à la Tim Bendzko, sondern vielmehr an der seit jeher beibehaltenen (und auch nicht auf dem misslungenen "Neopunk" verlorengegangenen) stets rapgetreu verpackten Erzählweise des Berliners. Nachdenklich, verträumt, schwermütig, all diese Adjektive charakterisieren einerseits die Stimmung und inhaltlichen Facetten des folgenden Album-Drittels, verdeutlichen allerdings auch, dass es der Akustik-Umsetzung teilweise doch an Esprit und Energie fehlt, was im lethargischen "Der Druck steigt" seinen Höhepunkt findet. Schwer nötige Abwechslung liefert das wohl runderneuertste Stück Musik, "Generation Porno", welches in energiegeladen-stimmungsvollem Klanggewand mit neuem Reggae-Anstrich daherkommt und auch mit ironisch-unterhaltsamen Parolen die melancholische Grundatmosphäre deutlich aufhellt. Noch stürmischer wird der "Königin von Kreuzberg" gehuldigt, das auch als einziges Stück rockig aus dem Genre-Kontext hinauswächst, bevor Pianist Matthias Millhoff mit einer ausschließlich pianobegleiteten Schlußvorstellung dem lyrischen Genius seines Protagonisten noch einmal die richtige Bühne schafft und dieser mit dem von seiner Anhängerschaft vergötterten Klassiker "Keine Liebe" seine Akustik-Aufführung dramatisch ausklingen lässt.

"Hallo Musik" ist keineswegs eine konzepttechnisch völlig rundererneuerte Akustik-Inszenierung vergangener Stücke, sondern vielmehr ein größtenteils an der Stimmung und dem Sound der originalen Stücke orientiertes Werk, welches den Erzählungen Pis allerdings durch die instrumentale Umsetzung einen noch tieferen und intimeren Charakter und eine teilweise noch melancholischere Atmosphäre verleiht. In experimenteller Hinsicht stechen vor allem die weniger emotionalen Stücke heraus, denen ein doch innovativeres Klanggewand übergeworfen wurde und die immer wieder die Stimmung auflockern. So könnte man vielleicht eher die auch von der Anhängerschaft mitbestimmte Song-Auswahl, in der leider nur wenige Songs des zum Beispiel legendären "Donnerwetter" auftauchen, für teilweise zu verträumte Episoden verantwortlich machen. Dass man es alles in allem trotz mangelnden Überraschungseffekts dennoch mit einem hervorragenden Werk zu tun hat, liegt zum einen natürlich an den landesweit einzigartigen und immer noch fesselnden lyrischen Künsten des Berliners, anderseits an der technisch auf allen Gebieten völlig tadellosen Vorstellung aller Beteiligten.

Wertung: (3,5 von 5 Kronen)


Bewertung der Hörer: (2 Bewertungen / 3.25 Ø)


Redakteur:
Sonny

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Fav. Crew: The Roots, Wu Tang,CunninLyinguist s,Atmosphere
Fav. Producer: J Dilla, Dj Premier, Pete Rock, Madlib,Kno,Exile
Fav. CD: Theory Hazit- Extra Credit
Lieblingsfilm: Kill Bill Vol. 1

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User Beitrag:

Ganz ehrlich, ich bin ziemlich enttäuscht. Finde das ding ziemlich eintönig und langweilig. Hab es ein, zweimal gehört und danach bewusst ignoriert. Hier hätte wesentlich mehr gehen können.

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Rang: R4F | Admin
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Stimmung: gestresst
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Fav. Crew: Looptroop, K.I.Z., Dynamite, Maeckes & Plan B
Fav. Producer: Monroe, Sti, Shuko
Fav. CD: Damion Davis - Am Ende des Tunnels
Lieblingsfilm: Fear and Loathing in Las Vegas, La Haine

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Album ist cool, wobei ich sagen muss, dass meine Anfangseuphorie mittlerweile auch wieder verflogen ist. Oldman hat schon recht, nach einer Zeit ist das Ding sehr eintönig. 3,5 passt aber vollstens!
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Momentaner Lieblingssong: Damion Davis - Linewand

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